Die Berichte des NT weisen alle Eigenschaften von frühen, authentischen Augenzeugenberichten auf

Wie glaubwürdig sind die Texte des Neuen Testaments? Handelt es sich um authentische Augenzeugenberichte? Oder wurden die Berichte der Augenzeugen erst über viele Stationen weitergegeben und dabei (wie bei einem Telefonkettenspiel) immer stärker verfälscht, bevor sie aufgeschrieben wurden? Stammen Sie womöglich aus einer deutlich späteren Zeit und sogar aus einem anderen Land?

In seinen Vorträgen* belegt der Theologe und Direktor des Tyndale Studienzentrums in Cambridge Dr. Peter J. Williams, dass die Texte des Neuen Testaments alle Merkmale authentischer, unverfälschter und kenntnisreicher Augenzeugenberichte aufweisen:

1. Das passende Namensmuster

Jede Gesellschaft hat ihr eigenes Muster von besonders gängigen und häufig verwendeten Namen. Die im NT verwendeten Namen entsprechen sehr genau dem Muster üblicher Namen im Israel/Palästina aus der Zeit zwischen 330 v.Chr. und 200 n.Chr., wie man es aus antiken Schriften und Grabstätten rekonstruieren konnte (Quelle: Bauckham, Jesus and the Eyewitnesses).

Dass das NT exakt das richtige Namensmuster verwendet ist ein besonders guter Beleg für seine Authentizität. Namen haben keinen logischen Zusammenhang mit Personen, deshalb werden sie besonders leicht vergessen! Es war zur damaligen Zeit praktisch unmöglich, ein fremdes Namensmuster aus einem fremden Land und einer fremden Zeit so exakt zu imitieren. Tatsächlich weichen die Namensmuster der deutlich später entstandenen apokryphen Evangelien auch deutlich ab.

2. Die häufige Verwendung des Namens „Jesus“ statt „Christus“

Es gibt viele Hinweise darauf, dass schon ab dem Jahr 50 n.Chr. Jesus immer häufiger primär als „Christus“ und nicht mehr in erster Linie als „Jesus“ bezeichnet wurde (z.B. schon sichtbar in den Briefen von Paulus). Die Tatsache, dass in den Evangelien aber noch sehr häufig die ursprüngliche Bezeichnung „Jesus“ steht, spricht für den frühen Ursprung der zugrundeliegenden Quellen. Die apokryphen Evangelien Philippus, Judas, Petrus und Maria verwenden im Gegensatz dazu den Namen Jesus kaum noch oder gar nicht mehr.

3. Die Bezeichnung Jesu als „Menschensohn“

Jesus bezeichnet sich in den Evangelien immer wieder als „Menschensohn“ – ein Begriff, der in späteren Zeiten deutlich seltener bzw. z.T. überhaupt nicht mehr verwendet wurde und entsprechend in den meisten apokryphen Evangelien weit überwiegend fehlt. Auch das spricht für den frühen Ursprung der 4 Evangelien des NT.

4. Die authentischen Namenszusätze

Jesus war damals der sechsthäufigste Name in Israel. Um ihn von seinen vielen gleichnamigen Zeitgenossen unterscheiden zu können mussten die Menschen damals Namenszusätze machen (z.B. J. aus Nazareth, J. aus Galiläa etc.). In den Evangelien lässt sich beobachten: Die Autoren legen tatsächlich den Menschen aus dem Volk, die über Jesus reden, immer solche Namenszusätze in den Mund – eine Feinheit, an die man aus der Distanz heraus kaum denkt, wenn man später solche Geschichten über Jesus erfindet.

5. Die Bezeichnung der Nachfolger Jesu als „Christen“

Die Bezeichnung „Christ“ für einen Nachfolger Jesu stammt nicht aus der christlichen Bewegung selbst, sie wurde vielmehr von außenstehenden Beobachtern erfunden und erst später von den Christen selbst übernommen (so wie es auch z.B. bei den Quäkern oder den Methodisten war). Das Neue Testament verwendet den Begriff „Christ“ lediglich an 3 Stellen (Apg. 11, 26; Apg. 26, 28; 1. Petr. 4, 16), wobei es in den beiden Stellen in der Apostelgeschichte Außenstehende sind, die diesen Begriff verwenden. Das ist ein starkes Argument dafür, dass die Texte des NT noch aus der frühen Zeit stammen, in der die Christen diese Bezeichnung noch nicht für sich selbst übernommen hatten.

6. Die Verwendung von Gleichnissen

Jesus lehrt in den Evangelien immer wieder in Gleichnissen. Dieses Stilmittel kommt schon in den Briefen des NT praktisch nicht mehr vor. In der Lehre der Urkirche waren Gleichnisse nicht üblich und nicht gängig. Spätere Autoren hätten Jesus deshalb wohl keine Gleichnisse in den Mund gelegt.

7. Die häufigen Ortsnamen und die genauen Ortskenntnisse

Die 4 Evangelien verwenden – ganz im Gegensatz zu den apokryphen Evangelien – häufig Ortsnamen, auch von sehr kleinen und unbedeutenden Orten. In den 4 Evangelien kommen jeweils 12 – 14 Ortsnamen vor (insgesamt 23). Unter den zahlreichen apokryphen Evangelien finden sich außer der ganz vereinzelten Verwendung von Jerusalem und Nazareth praktisch überhaupt keine Ortsnamen.

Bemerkenswert ist, dass das Verhältnis zwischen der Anzahl der Wörter und der Ortsnamen in allen 4 Evangelien praktisch identisch ist:

Das ist eigentlich nur dadurch erklärbar, dass alle 4 Evangelien den gleichen Charakter haben, nämlich dass sie alle gleichermaßen auf authentischen Berichten kenntnisreicher Augenzeugen beruhen.

8. Gute Ortskenntnisse

Außer der Verwendung vieler Ortsnamen beweisen die Evangelisten auch, dass sie gut vertraut sind mit den örtlichen Gegebenheiten. So wurde z.B. nachgewiesen, dass es in Jericho (im Gegensatz zu anderen Regionen) tatsächlich Maulbeerfeigenbäume gab, wie der Evangelist Lukas in der Geschichte von Zachäus berichtet (Lukas 19, 4). Viele weitere Schilderungen örtlicher Gegebenheiten konnten inzwischen durch archäologische Forschungen bestätigt werden.

9. Frauen, Zweifel, strahlende Engel: Elemente, die niemand erfinden würde

Die Auferstehungsberichte enthalten Elemente, die damals niemand verwendet hätte, wenn er einen Auferstehungsbericht erfunden hätte: So sind in allen Evangelien Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung, obwohl Frauen damals als Zeugen keinerlei Glaubwürdigkeit zugebilligt wurde. Die Evangelien berichten, dass die Jünger selbst dann noch Zweifel an der Auferstehung hatten, als sie Jesus sahen. Das würde niemand betonen, wenn er bei seinen Lesern Zweifel zerstreuen möchte. Seltsam ist weiterhin, dass in den Auferstehungsberichten zwar die Engel strahlend und leuchtend dargestellt werden, nicht aber Jesus, obwohl er doch die Hauptperson ist und nicht die Engel. Alle das würde man in erfundenen Geschichten nicht erwarten.

10. Unterschiedliche Erzählungen, aber identische Kernaussagen und Zitate

Wenn Zeugen sich untereinander absprechen merkt man das an den allzu identischen Zeugenaussagen. Echte unabhängige Zeugenaussagen sind normalerweise ziemlich unterschiedlich aufgrund der verschiedenen Perspektiven und der verschiedenen Wahrnehmung. Wären die Auferstehungsberichte der 4 Evangelien vollkommen identisch müsste man davon ausgehen, dass sie entweder geglättet oder alle von 1 einzigen Zeugenaussage kopiert wurden. Jedoch gibt es in den Berichten erhebliche Unterschiede, was belegt: Hier liegen definitiv unabhängige Zeugenaussagen vor. Trotzdem sind die Kernaussagen der Berichte identisch und auch die scheinbaren Widersprüche lassen sich bei genauem Hinsehen durchaus erklären und harmonisieren. Außerdem gibt es v.a. bei Zitaten einige fast wortwörtliche Übereinstimmungen (z.B. kommt der Satz „Er ist nicht hier; er ist auferstanden“ sowohl bei Matthäus, Markus als auch bei Lukas vor). Dieses Muster aus Unterschieden und Übereinstimmungen spricht stark dafür, dass hier unabhängige Zeugen vom gleichen Geschehen berichten.

11. Passende, sich ergänzende Details in verschiedenen Berichten

Ein Vergleich der 4 Berichte in den 4 Evangelien zum Wunder der Brotvermehrung zeigt: Die Berichte enthalten Details, die für sich genommen belanglos erscheinen, insgesamt aber ein schlüssiges Gesamtbild ergeben:

  • Markus 6, 39 / Johannes 6, 10: Es gibt viel grünes Graß
  • Markus 6, 31: Viele kamen und gingen.
  • Johannes 6, 4: Es war Passahzeit (also eine Zeit, in der Viele unterwegs sind, um nach Jerusalem zu pilgern. Und eine Zeit am Ende der niederschlagsreichen Phase, in der es viel grünes Graß gab).
  • Johannes 6, 5: Jesus fragt Philippus, wo man Brot kaufen kann
  • Johannes 6, 7-8: Philippus und Andreas antworten
  • Lukas 9, 10: Die Brotvermehrung spielte sich nahe Bethsaida ab
  • Johannes 1, 44: Philippus und Andreas kommen aus Bethsaida (also kein Wunder, dass Jesus gerade Philippus fragt und warum er und Andreas antworten)

Dass sich die im jeweiligen Text enthaltenen scheinbar belanglosen Details zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügen lassen spricht in besonderem Maße für die Authentizität der Berichte.

Fazit: Die genannten Fakten stellen im strengen Sinn natürlich keine Beweise für die Verlässlichkeit der Berichte des Neuen Testaments dar. Aber Tatsache ist: Wenn sie vor der Niederschrift erst über viele Stationen weiter gegeben und dabei durch Betrug oder Inkompetenz verfälscht worden wären, dann würde man einen solchen Befund keinesfalls erwarten. Die Berichte des Neuen Testaments weisen vielmehr durchgängig alle Eigenschaften von frühen authentischen Augenzeugenberichten auf. Es gibt keinen sachlichen Grund, ihre Vertrauenswürdigkeit in Frage zu stellen.

*: Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf 2 Vorträgen von Dr. Peter J. Williams:

Warum wir der Bibel vertrauen können 10: Der göttliche Anspruch

Allein schon aufgrund der Schönheit der Bergpredigt halten viele Menschen Jesus für einen weisen Lehrer. Auch Paulus, Petrus oder die alttestamentlichen Propheten würden nicht wenige Zeitgenossen so einstufen. Das Problem dabei ist: Jesus sah sich selbst nie als einen weisen Lehrer, ebenso wenig Paulus, Petrus oder die Propheten. Vielmehr nehmen alle biblischen Autoren für sich in Anspruch, dass ihre Aussagen direkt von Gott kommen. So sahen sich Mose und die alttestamentlichen Propheten als direkte Sprachrohre Gottes. Paulus betonte, dass seine Lehre nicht menschlich sondern eine direkte Offenbarung Gottes ist. Jesus sah sich gar selbst als Gott. Aufgrund dieses göttlichen Anspruchs wurde er gekreuzigt!

Es gab viele kluge Lehrer in der Geschichte. Aber keiner von ihnen sagte von sich selbst, dass er Gottes Worte verkündigt oder Gott ist. Somit geben uns die Texte der Bibel nicht die Möglichkeit, sie als weise menschliche Lehre einzuordnen. Es bleiben uns stattdessen nur 3 Optionen im Umgang mit der Bibel:

  1. Die Bibel ist das Werk von religiösen Schwärmern und Spinnern, die sich selbst oder ihre Botschaft für göttlich hielten.
  2. Die Bibel ist der größte und dreisteste Betrugsfall der Weltgeschichte.
  3. Die Bibel ist tatsächlich Gottes Wort.

Angesichts der komplexen und ausgefeilten Theologie und der herausragenden Ethik stellt sich in Bezug auf Option 1 natürlich die Frage: Kann das wirklich das Werk durchgeknallter religiöser Spinner sein? Mir scheint, dass das niemand ernsthaft annehmen kann.

Bleibt also die Option des großen Betrugs, dessen Ausmaß und Heimtücke man sich kaum vorstellen kann: Zahlreiche Menschen waren daran beteiligt. Sie alle müssen – teilweise in Absprache miteinander – entschlossen gewesen sein, das Volk Israel bzw. sogar die ganze Weltbevölkerung an der Nase herumzuführen und ihnen eine große religiöse Geschichte aufzutischen, die in Wahrheit nichts als ein Märchen ist. Schon Mose hätte damit begonnen, als er die 10 Gebote heimlich verfasst hat (u.a. mit dem Gebot, dass man nicht lügen darf!) und sie dann dem Volk Israel als von Gott selbst geschriebene Tontafeln verkaufte. Extrem dreist waren die alttestamentlichen Propheten, die zwar selbst Gottes Stimme nicht hören konnten aber permanent vor falschen Propheten warnten, die genau das gleiche taten wie sie selbst. Ebenso schlimm waren die jüdischen Gelehrten, die die prophetischen Texte im Nachhinein adelten durch das heimliche Einfügen angeblicher Vorhersagen. Am meisten fassungslos machen muss uns jedoch der gemeinsame Komplott der Jünger Jesu, als sie die Story von der Auferstehung, den Wundern, der Jungfrauengeburt in Betlehem und den Lehren und Vorhersagen Jesu erfanden und gemeinsam in alle Welt hinaustrugen.

Die großen Probleme dieser Lügentheorie haben wir ja bereits besprochen: Wer hatte etwas von all diesen Lügen? Und ist es überhaupt denkbar, dass ein Werk mit einer so komplexen Theologie und herausragenden Ethik von einer Horde Betrüger verfasst wurde?

Wir können diese Fragen mit naturwissenschaftlichen Mitteln niemals endgültig klären. Aber nüchtern gesehen muss man anerkennen: Die erfolgreiche Verbreitung in der Region und der Zeit der Augenzeugen, die zahllosen erfüllten Vorhersagen, die durchgängige Geschichte, das zutreffende Menschen- und Weltbild, das einzigartige Gottesbild und die herausragende Ethik kombiniert mit dem göttlichen Anspruch passt weder zu klugen Theologen noch zu religiösen Spinnern oder Betrügern. Übrig bleibt dann aber nur die Erklärung, dass hier tatsächlich Gott gesprochen hat.

All das belegt: Der christliche Glaube basiert nicht auf Märchen, Legenden oder Phantasie. Er kann sich auf Fakten berufen: Auf ein leeres Grab, auf zahlreiche Zeugen, die für diese Botschaft ihr Leben ließen und auf ein Buch, das in der Welt seinesgleichen sucht.

C.S. Lewis war einer der größten englischen Autoren und Literaten des 20. Jahrhunderts. Er war ein Freund Tolkiens und hat die berühmten Narnia-Bücher verfasst. Im Lauf seines Lebens hat er sich durch die Beschäftigung mit der Bibel vom Atheismus zum Christentum bekehrt. Ich möchte mein Plädoyer für die Vertrauenswürdigkeit der Bibel beschließen mit einem Zitat aus seinem Buch „Pardon – ich bin Christ“. Darin begründet dieser kluge Denker seine Hinwendung zum christlichen Glauben mit den folgenden Sätzen:

„Damit versuche ich, jedermann vor dem wirklich läppischen Einwand zu bewahren, er sei zwar bereit, Jesus als großen Morallehrer anzuerkennen, aber nicht seinen Anspruch, GOTT zu sein. Gerade das können wir nicht sagen. Ein Mensch, der nur ein Mensch ist, der solche Dinge wie Jesus sagt, wäre kein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer – (auf der Ebene eines Menschen, der sagt, er wäre ein gekochtes Ei) – oder der Satan in Person. Wir müssen uns deshalb entscheiden: Entweder war (und ist) dieser Mensch Gottes Sohn, oder er war ein Narr oder Schlimmeres. Man kann ihn als Geisteskranken einsperren, man kann ihn verachten oder als Dämon töten. Oder man kann ihm zu Füßen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber man kann ihn nicht mit gönnerhafter Herablassung als einen großen Lehrer der Menschheit bezeichnen. Das war nie seine Absicht, diese Möglichkeit hat er uns nicht offengelassen.

So stehen wir nun vor einer erschreckenden Alternative. Entweder war (und ist) dieser Mann, von dem wir reden, genau der, der er zu sein behauptete, oder er war ein Irrer, wenn nicht Schlimmeres. Nun scheint es mir allerdings klar, dass er weder ein Irrer noch ein Teufel war; das bedeutet dann aber, dass ich anerkennen muss, dass er Gott war und ist – auch wenn mir das seltsam oder furchterregend oder einfach unwahrscheinlich vorkommt. Gott ist in menschlicher Gestalt auf diese feindbesetzte Erde gekommen.“

Warum wir der Bibel vertrauen können 9: Die herausragende Ethik

Unbestritten ist die Bergpredigt ein Meisterwerk der Weltliteratur. Jesu Lehre über die Feindesliebe war und ist bis heute so revolutionär, dass selbst Angehörige anderer Religionen sich davon inspirieren und prägen ließen und sie als ultimativen Maßstab für moralisches Handeln sehen.

Unbestritten ist ebenso, dass es kein Regelwerk gibt, das eine vergleichbare Ausstrahlung auf die gesamte Menschheit hat wie die mosaischen 10 Gebote. Noch viele weitere biblische Passagen gelten im Bereich der Ethik bis heute als grundlegend:

  • Mit der Lehre, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes ist, hat die Bibel die Grundlage für die individuelle, unveräußerliche Würde jedes Menschen gelegt. Rassismus und Diskriminierung sind mit der Bibel nicht vereinbar, weil alle Menschen gleichermaßen Geschöpfe Gottes sind.
  • „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ Dieser Ausspruch Jesu ist als die „goldene Regel“ berühmt geworden und gilt als ethischer Grundpfeiler.
  • Mit seiner Lehre über Vergebung (z.B. im Vater Unser) hat Jesus die Grundlage für Versöhnungsprozesse gelegt.
  • Jeus Lehre über praktizierte Nächstenliebe (z.B. im Gleichnis vom barmherzigen Samariter) legte die Grundlage für Diakonie und praktizierte Mitmenschlichkeit.
  • Die Fußwaschung ist bis heute DAS Zeichen, dass Leiter ihre Untergebenen nicht beherrschen sondern dienen sollen (weshalb wir heute Regierungs­mitglieder „Minister“ = „Diener“ nennen).
  • Selbst das alttestamentliche Prinzip von „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ erweist sich bei genauer Prüfung nicht als archaisches Faustrecht sondern als ein gewaltiger Fortschritt in der Rechtsgeschichte, weil hier das verbreitete Prinzip der Blutrache („Ich bringe Dich um, wenn Du mich schlägst“) durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe ersetzt wurde.

In seinem „Buch der Mitte“ hat der indische Philosoph Vishal Mangalwadi eindrucksvoll nachgewiesen, dass die enormen Fortschritte in Technik, Wissenschaft, Wirtschaft, Demokratie bis hin zum Gesundheitswesen und den Frauenrechten in der westlichen Welt letztlich alle auf den Einfluss der Bibel zurückzuführen sind.

Trotzdem steht die Bibel heute im Verdacht, überkommene ethische Maßstäbe zu lehren, vor allem im Bereich der Sexualethik. Die Forderung, Sexualität ausschließlich im Rahmen einer Ehe zwischen Mann und Frau auszuleben und sich ein Leben lang treu zu bleiben gilt seit dem Siegeszug der „sexuellen Befreiung“ als veraltet. Moderne Sexualkunde propagiert vielmehr die gleichberechtigte Vielfalt unterschiedlichster Lebensentwürfe und Sexualpraktiken. Statt Jugendliche zu lebenslangen Treuepartnerschaften zu ermutigen gilt die „traditionelle“ Familie bestenfalls noch als ein Modell von vielen. Aber ist das gegenüber der biblischen Sexualethik wirklich ein Fortschritt?

Bekanntermaßen sind die Versuche der sog. „68iger“, die traditionelle Familie durch kommunitäre Strukturen zu ersetzen, kläglich und schmerzlich gescheitert. Experten machen im Rahmen der sog. Bindungsforschung immer lauter darauf aufmerksam, dass die Geborgenheit bei festen Bezugspersonen für eine gesunde Entwicklung eines Kindes absolut essenziell ist. Wenn Familien zerbrechen oder gar nicht erst entstehen hat das zwangsläufig massive Auswirkungen auf die nächste Generation.

Anfang der 1930er Jahre beschäftigte sich der Anthropologe und Ethnologe Joseph D. Unwin mit der Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn eine Gesellschaft ihre moralischen Normen zugunsten von sexueller Freizügigkeit aufgibt. Die Ergebnisse seiner Analyse von 86 verschiedenen Gesellschaften überraschten ihn selbst: Unwin fand einen strikten Zusammenhang zwischen dem Maß an sexueller Regulierung und dem Grad an kultureller Entwicklung. Aufsteigende Kulturen waren demnach stets geprägt von vorehelicher Keuschheit und Monogamie. Nach Einführung von sexueller Freizügigkeit dauerte es nach seiner Beobachtung höchstens 3 Generationen, bis ein kultureller Abstieg folgte. Sollte sich das bestätigen wäre es nur ein weiteres Beispiel dafür, wie herausragend und heilsam die Ethik der Bibel in Wahrheit ist.

Das führt zu der Frage: Woher hat dieses uralte Buch nur all diese beeindruckenden Weisheiten für ein gelingendes Zusammenleben der Menschen? Woher hat es diese ungeheure Ausstrahlung, die bis heute die Welt weit mehr beeinflusst und mehr Menschen fasziniert als jedes andere Buch? Die weitaus schlüssigste Erklärung ist für mich: Dieses Buch stammt von dem, der uns als unser Schöpfer besser kennt als jeder Andere und der deshalb genau weiß, wie unser Zusammenleben am besten funktioniert. Wir tun gut daran, auf dieses Buch zu hören!

Warum wir der Bibel vertrauen können 10: Der göttliche Anspruch

Vertiefend zu diesem Thema:

Warum wir der Bibel vertrauen können 8: Das einzigartige Gottesbild

Keine Land hat mich je so fasziniert wie Israel. Aber traurig fand ich, dass viele Plätze, an denen Jesus gewirkt hatte, heute überbaut sind mit prächtigen Kirchen. Überall sieht man Marmor, Gold und Silber, so als ob die Kirchenbauer die Armut und Einfachheit Jesu im Nachhinein korrigieren und Jesus den Pomp, Glanz und Gloria verleihen wollten, der sich aus ihrer Sicht wohl gehört für einen König.

Ganz offensichtlich tun wir Menschen uns enorm schwer damit, wie Jesus war. Er hat die menschlichen Vorstellungen von einem Herrscher vollkommen auf den Kopf gestellt:

Das Bild, das Jesus von Gott zeichnete, war revolutionär. Niemand konnte sich Gott damals als einen Vater vorstellen, der uns Menschen trotz völligem Versagen voller Liebe entgegenrennt, bedingungslos vergibt und ein rauschendes Fest mit uns feiert (Lukas 15, 11-32).

Während Religion überall in der Welt bedeutet, dass Menschen die unterschiedlichsten Dinge tun müssen, um vor Gott bestehen zu können ist es beim Gott der Bibel genau umgekehrt: ER erniedrigt sich und tut am Kreuz selbst alles, damit wir vor Gott bestehen und in einer Liebesbeziehung mit ihm leben können!

Die große Frage ist: Wie ist dieses einzigartige Bild vom liebenden Vater-Gott sowie die Theologie vom stellvertretenden Sühnetod seines Sohnes und von der Erneuerung des menschlichen Herzens durch den Heiligen Geist entstanden? Wer hat das erfunden und warum?

Die Juden hatten ja etwas völlig Anderes erwartet, nämlich einen mächtigen Messias, der die Römer vertreibt. Als Jesus den von Gott verfluchten Tod am Kreuz starb war das für die führenden Juden der endgültige Beweis dafür, dass Jesus definitiv nicht der Messias sein konnte. Tatsächlich galt das Kreuz in der Antike als so entehrend, ekelerregend und abstoßend, dass es in der Urkirche nicht gezeigt wurde (es wurde erst im 5. Jahrhundert das Symbol der Christen). Und für die Griechen war die Idee eines sterbenden Gottes ohnehin absurd. Kein Wunder, dass Paulus schrieb, dass die Botschaft vom Kreuz in den Augen seiner Zeitgenossen ein Ärgernis und eine Torheit war!

Fakt ist: Wir finden weder zur Zeit Jesu noch davor vergleichbare theologische Ideen außerhalb der Bibel.* Die Lehre des Neuen Testaments scheint wahrhaft vom Himmel gefallen zu sein. Das legt nahe, dass dieses einzigartige Gottesbild tatsächlich kein Produkt menschlicher Phantasie ist, sondern dass es offenbart wurde von dem einen Gott, der allein weiß, wie und wer er wirklich ist.

Warum wir der Bibel vertrauen können 9: Die herausragende Ethik

*: Insbesondere der Mithraismus und die Sekte der Essener wurden gelegentlich als Vorläufer des Christentums gehandelt, weil es in ihren Lehren und Praktiken einige Parallelen gab, z.B. Riten mit Ähnlichkeiten zum Abendmahl und zur Taufe, Güterteilung oder Nächstenliebe. Die Unterschiede sind aber so gewaltig, dass sich solche Ansichten zurecht nie durchsetzen konnten. Insbesondere die oben angesprochenen zentralen Lehren des Christentums findet man auch bei diesen Glaubensrichtungen nicht. Kein Wunder, dass sie im Neuen Testament nirgends erwähnt werden.

Warum wir der Bibel vertrauen können 7: Das bestätigte Weltbild

Die Bibel macht 2 grundlegende Aussagen über die Welt:

  1. Die Welt wurde von Gott geschaffen.
  2. Schöpfer und Schöpfung sind vollständig verschieden und getrennt voneinander.

Diese beiden Aussagen ergeben sich schon aus dem Schöpfungsbericht, werden aber noch vielfach wiederholt und verstärkt, z.B. durch die häufigen Warnungen, keine Geschöpfe sondern den Schöpfer anzubeten. Damit setzt sich die Bibel ab von den weit verbreiteten animistischen und pantheistischen Vorstellungen, die v.a. im Hinduismus und vielen Naturreligionen eine große Rolle spielen und die uns lehren, dass Gott in der Natur zu finden sei. Dieses Weltbild blockiert naturwissenschaftliches Denken, weil es dazu verleitet, Naturphänomene als göttliches Wirken zu interpretieren (z.B. den Donner als Ausdruck des Zorns der Götter) statt nach den natürlichen Ursachen zu suchen.

Das Christentum hingegen war durch die Trennung zwischen Schöpfer und Schöpfung nach der Reformation wegbereitend für die Entstehung der modernen Naturwissenschaft. Pioniere der Naturwissenschaft wie Kepler, Kopernikus oder Newton waren überzeugt davon, dass die von Gott geschaffene Welt intelligenten Gesetzmäßigkeiten folgt. So sagte z.B. der tiefgläubige Isaac Newton, der als einer der bedeutendsten Wissenschaftler aller Zeiten gilt: „Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plan eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein.“ Was folgte war eine gigantische naturwissenschaftliche Erfolgsgeschichte, die das biblische Weltbild einer vom Schöpfer getrennten und somit nach natürlichen Gesetzmäßigkeiten funktionierenden Schöpfung ohne Zweifel voll bestätigt hat.

Der grandiose Erfolg hat die Wissenschaft dazu verleitet, noch einen Schritt weiter zu gehen und Gott nicht nur bei der Erklärung der Naturphänomene sondern auch bei der Frage nach der Entstehung der Natur außen vor zu lassen. Inzwischen haben wir mehr als 150 Jahre gottlose Ursprungsforschung hinter uns. Das Fazit ist eindeutig: Der Versuch, die Entstehung der Welt ohne Gott zu erklären ist ein grandioser Flop! Trotz intensivster Forschungen haben wir bis heute keinerlei schlüssige Erklärungen dafür, wie…

… die passgenauen Naturkonstanten zustande kamen, die das Universum und das Leben überhaupt erst ermöglichen.

… aus unbelebten Bausteinen lebende Zellen entstehen konnten, obwohl auch die einfachst denkbare Zelle so unfassbar komplex ist, dass unsere Forscher sie bis heute nicht wirklich verstehen geschweige denn im Labor herstellen können.

… das Leben sich immer höher entwickeln und mehrfach unabhängig voneinander so unglaublich komplexe Strukturen wie z.B. das Linsenauge hervorbringen konnte.

… es zu der überwältigenden und oft sinnlos verschwenderischen Schönheit in der Natur gekommen ist.

… Geist und Bewusstsein entstehen konnte, so dass Menschen heute über Gott und die Welt nachdenken können.

Der 2. thermodynamische Hauptsatz beweist, was wir im Alltag permanent erleben: Ohne gezieltes Eingreifen wächst das Chaos, nicht die Ordnung. Die Informatik hat bestätigt, dass codierte Informationen, wie wir sie z.B. in der DNA vorfinden, immer zwangsläufig auf einen intelligenten Informationsgeber hinweisen. Die euphorische Hoffnung vom Anfang des 20. Jahrhunderts, dass man bald alles ohne Gott erklären kann, ist deshalb in der Wissenschaft längst verflogen. Vielmehr müssen wir anerkennen: Die neuen Erkenntnisse haben zwar einige Antworten aber noch viel mehr neue Fragen hervorgebracht. Die Idee, dass die Welt ohne Einfluss einer höheren Intelligenz hätte entstehen können, ist heute noch viel abstruser als vor 150 Jahren.

Würden wir der Bibel vertrauen hätten wir das schon längst wissen können. So schrieb z.B. Paulus: „Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben.“ (Römer 1, 20)

Noch nie wussten wir so gut wie heute, dass Paulus recht hat: Die Schöpfung beweist, dass es einen Schöpfer gibt. In ihr ist nicht Gott, aber sehr wohl seine Weisheit zu finden. Dieses zutreffende Weltbild spricht einmal mehr dafür, dass die Bibel inspiriert wurde von dem, der die ganze Welt geschaffen hat und deshalb nun einmal auch am besten weiß, woher sie kommt und wie sie funktioniert.

Warum wir der Bibel vertrauen können 8: Das einzigartige Gottesbild

Vertiefend zu diesem Artikel:

Warum wir der Bibel vertrauen können 6: Das realistische Menschenbild

Es gibt eine Frage, die die Philosophen seit Jahrtausenden umtreibt und die bis heute nicht geklärt ist: Warum sind Menschen böse? Auf diese Frage gibt es im Prinzip 2 mögliche Antworten:

  1. Die Menschen tragen in ihrem Kern etwas Böses, das unabhängig von den Umständen immer wieder die Oberhand gewinnt.
  2. Die Menschen sind im Kern eigentlich gut, nur die widrigen Umstände können sie böse machen.

Weit populärer ist natürlich die 2. These. Kein Politiker dürfte äußern, dass Menschen im Kern böse sind. Auch in Kirchen hört man das kaum noch. Stattdessen hat es immer wieder Versuche gegeben, Gesellschaften von Machtstrukturen und ungleicher Besitzverteilung zu befreien, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Damit wurde die Hoffnung verbunden, dass es dann keine Gewalt mehr gibt. Der Kommunismus ist das populärste Beispiel für diesen Traum. Jedoch sind solche Versuche bislang allesamt kläglich gescheitert. Alle Hoffnungen auf ein kommunistisches Paradies haben sich zerschlagen.

Bibelleser überrascht das nicht. Denn die Bibel macht durchgängig deutlich, dass die Menschen in ihrem Kern etwas Böses in sich tragen, das nicht einfach dadurch verschwindet, dass man sie gut behandelt. Schon ganz zu Beginn in 1. Mose 8, 21 sagt die Bibel, dass die Gedanken und Taten der Menschen von Kindheit an böse sind. In Römer 3, 12 sagt Paulus, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der gut ist. In Römer 7, 14-24 schildert er, dass das Böse auch in seinem eigenen Leben spürbar stärker ist als sein Wunsch, Gutes zu tun. Daran kann der Mensch aus sich selbst heraus auch nichts Wesentliches ändern.

Die Weltgeschichte belegt durchgängig, dass diese Sicht des Menschen äußerst realistisch ist. Der Kapitalismus hat sich weitgehend durchgesetzt. Er funktioniert, weil er im Kern auf den Egoismus des Menschen setzt, der ihn antreibt, etwas für sich selbst zu erreichen. Offenbar bringen Menschen auf Dauer nur dann Leistung, wenn sie selbst davon profitieren, nicht aber wenn sie nur für die Allgemeinheit etwas Gutes tun sollen.

Der menschliche Egoismus wird auch durch die Erfahrung belegt, dass in rein kapitalistischen Systemen die Unternehmer ihre Arbeiter rücksichtslos ausbeuten, wie es aktuell z.B. in der Textilindustrie in Entwicklungsländern wieder zu beobachten ist. Gut, dass wir in Deutschland mittlerweile eine umfangreiche Sozialgesetzgebung und Gewerkschaften eingeführt haben,
um die Unternehmer zu zwingen, nicht nur in die eigene Tasche zu wirtschaften!

Aber auch bei den politischen Systemen zeigt sich, dass das biblische Menschenbild zutrifft: Eigentlich wäre eine Monarchie mit einem guten und weisen Herrscher wesentlich effizienter als eine träge Demokratie. Jedoch erweist sich die Demokratie deshalb als das wesentlich bessere Modell, weil Machthaber kontrolliert werden müssen. Im Zweifelsfall muss es möglich sein, sie abzusetzen. Die Geschichte hat bewiesen, dass sie sonst schnell zu selbstgefälligen Ignoranten werden, die das Volk ausbeuten. Den guten König, der einfach nur das Beste für sein Volk will und ein Diener der Menschen ist, gibt es offensichtlich nur im Märchen.

All das zeigt: Auch wenn es uns nicht gefällt hat sich das biblische Menschenbild vielfach voll bestätigt. Und wir tun gut daran, eine entsprechend realistische Politik zu fördern, die das Böse im Menschen berücksichtigt anstatt auf ein unrealistisches Gutmenschentum zu setzen.

Auch bei diesem Thema zeigt sich: Die Bibel schmiert uns keinen Honig ums Maul. Ihre Ehrlichkeit und ihr Realismus ist bestechend. Auch das ist ein klarer Hinweis dafür, dass die Bibel von Gott inspiriert sein muss. Denn wer kennt uns Menschen besser als der, der uns geschaffen hat?

Warum wir der Bibel vertrauen können 7: Das bestätigte Weltbild

Vertiefend zu diesem Thema:

Warum wir der Bibel vertrauen können 5: Die schonungslose Ehrlichkeit

Nüchterne, objektive und differenzierte Geschichtsschreibung ist selten. Das liegt daran, dass wir Menschen nun einmal selten nüchtern und objektiv sind! Wir lieben es, schwarz-weiß zu malen. Spitzensportler können ein Lied davon singen: Heute werden sie hochgejubelt, morgen macht man sie zum Deppen der Nation. Auch Politikern und sonstigen Promis geht es nicht viel besser. Mit Sachlichkeit oder Objektivität hat die öffentliche Meinung oft wenig zu tun. Diktatoren tun deshalb alles, um sie nach Kräften zu unterdrücken.

Es wäre deshalb normal, wenn auch in der Bibel zumindest einige der Personen stark verzerrt dargestellt werden. Wir müssten Beschreibungen von dunklen Bösewichtern und heldenhaften Lichtgestalten erwarten. Und vor allem müssten wir erwarten, dass die Mächtigen der jeweiligen Zeit Einfluss genommen und die Texte zu ihren Gunsten schöngefärbt haben.

Tatsache ist aber: Die Bibel ist anders! Sie ist ehrlich! Sie ist sogar so schonungslos ehrlich, dass einem manchmal fast der Atem stockt:

Aber die erstaunliche Ehrlichkeit der Bibel hat noch mehr Aspekte:

  • Die Aussage von Frauen war in der Antike nichts wert. Hätte man damals einen überzeugenden Auferstehungsbericht erfinden wollen hätte man natürlich Männer und nicht Frauen das leere Grab von Jesus finden lassen. Nicht so die Bibel! Hier stehen Frauen im Mittelpunkt der wichtigsten Geschichte des Christentums!
  • Wenn die verschiedenen Evangelien über gleiche Ereignisse berichten unterscheiden sie sich oft voneinander und scheinen sich sogar zu widersprechen. Zwar wurde vielfach gezeigt, dass sich diese Texte sehr wohl zu einem großen Ganzen zusammenfügen lassen und deshalb keineswegs widersprüchlich sein müssen. Trotzdem sind es gerade diese Abweichungen, die die Texte so glaubwürdig machen – denn sie zeigen, dass es sich um unabhängige Zeugen handelt und dass niemand nachträglich die Berichte verändert hat, um sie glattzubügeln und kompatibel zu machen.
  • Jesus war keineswegs immer nett und friedlich. Im Gegenteil: Er hat die geistlichen Führer rüde angegriffen („verbohrte Dummköpfe“, Schlangenbrut“, „getünchte Gräber“…), manchmal radikalste Forderungen gestellt und teilweise so provozierende und schwer verständliche Reden gehalten, dass ihm die meisten seiner Nachfolger wieder davongelaufen Manches davon dürfte bis heute kein Prediger von der Kanzel sagen, ohne sofort gefeuert zu werden. Trotzdem hat es niemand für nötig befunden, solche sperrigen Aussprüche Jesu zu entschärfen.

Wie kann man sich diese Ehrlichkeit der Bibel erklären? Wer hat darauf geachtet, dass hier quer durch die Generationen, Herrschafts- und Machtsysteme hindurch 66 lange Bücher lang nie jemand geschont oder einseitig glorifiziert wird und dass niemand die Botschaft glättet oder an den Geschmack der Leser anpasst? Ich finde dafür keine andere wirklich vernünftige Erklärung als die, dass Gott strikt darauf geachtet hat, dass sein Buch ausschließlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit berichtet.

Warum wir der Bibel vertrauen können 6: Das realistische Menschenbild

Vertiefend zu diesem Thema:

  • Der mit Gott kämpft Was uns biblische Namen über die Ehrlichkeit der Bibel und über Gottes unendliche Gnade sagen

Warum wir der Bibel vertrauen können 4: Die durchgängige Geschichte

Allein in den letzten 500 Jahren hat es in der christlichen Theologie gewaltige Umbrüche gegeben. Würde man Schriften eines modernen Theologen wie Rudolf Bultmann mit Schriften von Martin Luther in 1 Buch zusammenpacken gäbe es zahlreiche Widersprüche. Nähme man dann noch einen katholischen Vertreter aus der Zeit vor der Reformation dazu wäre das theologische Chaos komplett.

Im Vergleich zur Bibel sollte das aber immer noch harmlos sein! Denn die Bibel wurde über einen Zeitraum von 1600 Jahren von mindestens 40 äußerst unterschiedlichen Autoren geschrieben (vom einfachen Handwerker bis zum gelehrten König war alles dabei), die zudem völlig verschiedenen kulturellen und religiösen Einflüssen ausgesetzt waren und dabei – im Gegensatz zu den christlichen Theologen – keine Bibel als gemeinsame Glaubensgrundlage hatten. In einem so abenteuerlichen Sammelband wäre alles andere als eine wilde, zusammenhanglose Mischung unterschiedlicher und widersprüchlicher Gottesvorstellungen eine riesige Überraschung!

Die Realität ist deshalb absolut verblüffend: Tatsächlich erzählen die 66 Bücher der Bibel eine gemeinsame, durchgängige Geschichte mit einem klar erkennbaren roten Faden und sie entwerfen dabei ein geschlossenes Bild von Gott und der Welt. Übereinstimmend erklären sie zum Beispiel:

  • Es gibt einen persönlichen, redenden und leidenschaftlichen Gott mit einigen geradezu menschlichen Zügen (laut Mose 1, 26+27 wurde der Mensch ja nach Gottes Bild erschaffen).
  • Gott offenbart sich von Beginn an auch als Geist. Und bereits das AT enthält deutliche Hinweise auf Gottes Sohn. Neben diesem dreieinigen Gott gibt es keine anderen Götter.
  • Gut und Böse sind klare Gegen­sätze. Sie werden durch Gott und seinen Widersacher, den Teufel, personifiziert.
  • Der heilige Gott kann Sünde nicht ertragen. Sünde hat katastrophale (letztlich tödliche) Folgen und trennt uns von Gott und seinem Segen.

Basierend auf diesem Gottes- und Weltbild entfaltet die Bibel eine dramatische Geschichte, in der es im Kern um Gottes Ringen um eine Liebesbeziehung zu den Menschen geht. Sie beginnt mit dem Bericht darüber, wie diese Beziehung zerbricht und sie endet mit der Schilderung, wie sie wieder hergestellt wird. Der zentrale Wendepunkt ist Jesu Tod am Kreuz, der den Vorhang im Tempel zerreißen lässt und damit den versperrten Zugang zu Gottes heiliger Gegenwart wieder öffnet.

Quer durch die Bibel ist Jesus der Dreh- und Angelpunkt: Schon gleich nach der Katastrophe im Garten Eden kündigt Gott der Schlange (ein Bild für den Teufel) einen Nachkommen Evas an, der ihr am Ende den Kopf zertritt, obwohl die Schlange ihn „stechen“ wird. Schon bald folgen immer direktere Hinweise auf diesen Nachkommen und sein stellvertretendes Sterben für die Sünden der Menschen:

Es ist also kein Wunder, dass Jesus beim Spaziergang mit den Emmausjüngern offenbar Stunden brauchte, um ihnen alle Stellen zu erklären, die schon im AT auf ihn hinweisen. Auch die Ereignisse an Pfingsten werden im AT bereits angekündigt. Und noch viel mehr Beispiele für die großen Erzähllinien und die zahllosen buchübergreifenden Zusammenhänge und Querverweise der Bibel könnten hier genannt werden.

Die große Frage ist: Wie konnten so extrem unterschiedliche Autoren in unterschiedlichen Epochen und Kulturen diese große, stimmige, zusammenhängende Geschichte schreiben? Wer war der kultur- und generationenübergreifende Regisseur, der den roten Faden definiert, beibehalten und schrittweise entfaltet hat?

Darauf finde ich keine befriedigende Antwort außer die, dass hier der eine Gott im Spiel gewesen ist, der durch alle Generationen hindurch der Herr der Geschichte ist und bleibt.

Warum wir der Bibel vertrauen können 5: Die schonungslose Ehrlichkeit

Vertiefend zu diesem Thema:

Warum wir der Bibel vertrauen können 3: Die eingetroffenen Vorhersagen

Etwa ein Viertel der ganzen Bibel beschäftigt sich mit Vorhersagen über zukünftige Ereignisse, von denen sich erstaunlich viele genau erfüllt haben. Die nachfolgende Aufzählung stellt nur eine kleine Auswahl dar:

Auch wenn es zu den Prophetien natürlich oft Interpretationsspielräume und Diskussionen gibt: Niemand behauptet heute, dass die Erfüllung all dieser Vorhersagen glückliche Zufälle sind. Stattdessen bringen Skeptiker im Wesentlichen 2 Argumente vor:

1. Die Vorhersagen wurden erst im Nachhinein in die Texte hineingeschmuggelt

So behaupten bibelkritische Theologen z.B., dass Teile des Buchs Jesaja später eingefügt worden sein müssen, weil darin u.a. der Wiederaufbau des salomonischen Tempels vorhergesagt wird, obwohl er zu Jesajas Zeit noch nicht einmal zerstört war. Im Text erscheint sogar der Name des persischen Herrschers Kyros, der fast 200 Jahre nach Jesaja den Wiederaufbau anordnete!

Die Theorie der nachträglich eingefügten Prophetien würde aber bedeuten, dass die jüdischen Gelehrten über Jahrhunderte hinweg die prophetischen Texte immer wieder bewusst manipuliert hätten. Ist das angesichts der Ehrfurcht der Juden vor ihren heiligen Texten überhaupt denkbar? Warum ist dieser Betrug nie jemandem aufgefallen? Warum hat man nie Quellen gefunden, die das Flickwerk belegen?

Aber auch wenn man diese Theorie glauben möchte: Auf die alttestamentlichen Vorhersagen über Jesus lässt sich dieses Argument natürlich nicht anwenden, weil das AT nachweislich schon vor Jesu Geburt vollständig vorlag. Hier kommt dann das zweite Argument ins Spiel:

2. Die Berichte zum Leben und Sterben Jesu wurden im Nachhinein so manipuliert, dass sie zu den alttestamentlichen Prophetien passen

Aber wir haben es ja bereits erörtert: Solche Lügen über Jesus in der Zeit und der Region der Augenzeugen zu verbreiten hat wenig Erfolgsaussichten. Und die Leidenschaft, Ausstrahlung und Opferbereitschaft der ersten Christen spricht nicht dafür, dass sie gemeinsam ein ausgeklügeltes Lügengebäude erfunden haben.

Diese beiden Erklärungsversuche sind also schon sehr zweifelhaft. Vollständig ins Leere greifen sie jedoch bei den Vorhersagen, die die Neuzeit betreffen:

Alles nur Zufälle? Ich halte das für nicht wirklich vorstellbar. Wesentlich glaubwürdiger erscheint mir die naheliegende Annahme, dass diese eingetroffenen Vorhersagen tatsächlich von dem einen und einzigen stammen, der tatsächlich die Zukunft kennt: Gott.

⇒ Warum wir der Bibel vertrauen können 4: Die durchgängige Geschichte

Vertiefende Artikel zum Thema:

Warum wir der Bibel vertrauen können 2: Das Rätsel der Auferstehung

Das Leben und Sterben Jesu war in der Antike offensichtlich so bekannt, dass man es nicht ernsthaft bestreiten konnte. Jedenfalls tut das keine antike Quelle. Auch der jüdische Talmud wirft Jesus zwar Zauberei vor, bestätigt aber seine Existenz und Hinrichtung. Aber was wirklich erstaunlich ist: Es gibt auch keine antike Quelle, die behauptet, dass Jesus in Wahrheit im Grab verwest wäre! Das wäre ja der naheliegendste Einwand gegen das um sich greifende Christentum gewesen. Um dem christlichen Spuk ein schnelles Ende zu bereiten hätten die Gegner nur den Leichnam Jesu öffentlich präsentieren müssen. Jedoch wird das leere Grab nirgends bestritten.

Stattdessen wurden immer wieder Theorien entwickelt, um das leere Grab zu erklären. Schon die Bibel berichtet vom Gerücht, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen, während die Wachsoldaten schliefen. Allein die Existenz dieses Gerüchts macht deutlich, wie groß schon damals die Erklärungsnot gewesen sein muss. Denn dass die unbewaffneten, kriegsunerfahrenen, eingeschüchterten und schwer enttäuschten Jünger sich kurzerhand aufraffen, todesmutig einen von Soldaten bewachten Leichnam zu stehlen, ist schwer vorstellbar. Die Aussage, dass die Soldaten geschlafen hätten, war gleich doppelt fragwürdig: Erstens wurde das Einschlafen während der Wache schwer bestraft. Und was noch seltsamer ist: Wenn die Soldaten tatsächlich eingeschlafen sind, woher wussten sie dann, dass die Jünger den Leichnam gestohlen haben?

Trotz dieser Unstimmigkeiten hat dieses Gerücht in unterschiedlichen Varianten bis heute überlebt. Seit damals sind noch ein paar mehr Theorien dazu gekommen:

  • War Jesus nur scheintot?
  • Hatten die Jünger eine Art kollektiver Halluzinationen?
  • Haben die Jünger die Auferstehungsgeschichte frei erfunden?

Die Idee, Jesus sei nur scheintot gewesen, kann man schnell abhaken. Selbst wenn – was extrem unwahrscheinlich ist – die römischen Henker versagt und den Körper Jesu vorschnell abgehängt hätten, selbst wenn Jesus den massiven Blutverlust im Grab trotz fehlender Flüssigkeitszufuhr überlebt hätte, selbst wenn er sich selbständig aus seinen Bandagen befreien, den schweren Stein beiseiteschieben und die Wachen hätte austricksen können: Wie um alles in der Welt hätte ein halb verbluteter, geschundener, traumatisierter und pflegebedürftiger Jesus die Jünger auf die Idee bringen können, dass er ein vom Tod auferstandener Gott und Messias ist?

Kollektive Halluzinationen können wir ebenso schnell vergessen. „Erscheinungen“ von Toten waren in der antiken Welt nichts Ungewöhnliches. Aber sie waren nur ein neuer Beweis dafür, dass die Person wirklich tot ist. Sie hätten daher niemand in Aufruhr versetzt. Hinzu kommt: Halluzinationen können Einzelne haben, aber nicht ganze Gruppen. Die Illusion hätte sich spätestens dann in Luft aufgelöst, wenn die vernünftig gebliebenen Realisten die Träumer daran erinnert hätten, dass Jesus nebenan im kühlen Grab verwest!

Aber selbst wenn man eine dieser Theorien glauben möchte: In jedem Fall wären dann die zahlreichen detaillierten Berichte der Bibel zur leiblichen Auferstehung Jesu frei erfundene Märchen. Besonders dreist wäre die Behauptung von Paulus, dass mehr als 500 überwiegend noch lebende Zeugen den Auferstandenen gesehen haben. Selbst wenn wir den Aposteln so viel Verschlagenheit unterstellen bleibt die große Frage: WARUM in aller Welt haben sie sich so etwas ausgedacht? Und warum ist diese Botschaft auf so fruchtbaren Boden gestoßen?

Das Problem war ja nicht nur, dass die Idee eines gekreuzigten (und damit in den Augen der Juden verfluchten) Gottessohns sowohl bei Juden wie bei Griechen äußerst unattraktiv war. Noch viel schlimmer ist: Jedem Verkündiger und jedem neuen Anhänger dieser Lehre musste klar gewesen sein, dass man sich damit nichts als Ärger und Todfeinde einhandelt!

Tatsächlich wurde die erste christliche Generation massiv verfolgt. Mehrere römische Historiker schildern eindrücklich, mit welch unfassbar grausamen Methoden die Christen massenhaft hingerichtet wurden. Vermutlich starben 11 der 12 Apostel den Märtyrertod. Und dann gab es da nicht einen Einzigen, der im Angesicht seiner Henker schwach wurde und zugab, dass alles nur eine Lüge oder ein schöner Traum gewesen ist?

Menschen riskieren ihr Leben für Überzeugungen – aber nicht für eigene Lügen! Nein, diese ersten Christen müssen zutiefst von der Auferstehung überzeugt gewesen sein, anders kann man sich ihren Enthusiasmus, ihre Ausstrahlung, ihren Erfolg in der Verbreitung ihrer Botschaft, ihre Leidens- und Opferbereitschaft und ihre fehlende Furcht vor dem Tod nicht erklären.

Fakt ist, dass bis heute niemand schlüssig erklären konnte…

… was die Jünger Jesu samt dem hoch gebildeten Christenhasser Paulus und sogar Jesu leiblichen Bruder Jakobus in so kurzer Zeit um 180° umgedreht und zu todesmutigen Botschaftern der Auferstehungsbotschaft gemacht hat.

… wieso diese Botschaft so kurz nach Jesu Tod mitten in Jerusalem nicht entkräftet werden konnte sondern vielmehr derart erfolgreich eingeschlagen hat, dass in kürzester Zeit eine große Gemeinde entstand, die die Basis für eine historisch einmalige weltweite Missionsbewegung wurde.

Bislang gibt es dafür nur eine schlüssige Erklärung: Jesus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Warum wir der Bibel vertrauen können 3: Die eingetroffenen Vorhersagen

Weiterführend zu diesem Artikel: