Das Jesus-Prinzip

Wie wir revolutionär anders mit unseren Bedürfnissen umgehen können

Liebe, Geborgenheit, Bedeutung, Wert, Sicherheit, Sinn, Glück: Das sind Bedürfnisse, die wir alle haben. Ohne Ausnahme. Und wenn wir ehrlich sind dreht sich unser Leben letztlich um die Frage: Wie werden meine Bedürfnisse gestillt?

Unsere Bedürfnisse bestimmen unsere Prioritäten. Der Bereich, in dem wir den größten Mangel empfinden, nimmt den größten Raum in unserem Leben ein. Wenn uns das Bedürfnis nach Liebe umtreibt tun wir fast alles für die Beziehung, von der wir uns am meisten Liebe erhoffen. Wenn uns das Bedürfnis nach Sicherheit plagt tun wir fast alles für Geld oder unsere Gesundheit. Wenn uns das Bedürfnis nach Wert und Bedeutung beschäftigt tun wir fast alles für Karriere, Erfolge oder unser Aussehen.

Das kann so weit gehen, dass wir andere wichtige Bereiche unseres Lebens stark vernachlässigen. Unsere seelische Gesundheit zum Beispiel, wenn wir uns total für eine Karriere investieren. Oder wichtige Beziehungen, wenn wir uns total auf eine bestimmte Person fixieren. Solange unsere Bedürfnisse unsere Prioritäten bestimmen stehen wir immer in der Gefahr, am Ende vor einem großen Scherbenhaufen zu stehen.

Jesus stellt uns deshalb ein simples Gegenmodell vor, wie wir ganz anders mit unseren Bedürfnissen umgehen können. Er sagt:

„Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht”. (Matthäus 6, 32b+33)

Das “Jesus-Prinzip” zum Umgang mit unseren Bedürfnissen ruht somit auf 2 Säulen:

  1. Wir haben einen Gott, der weiß, was wir brauchen und was uns gut tut. Besser als wir selbst.
  2. Nicht unsere Bedürfnisse sondern Gott und sein Reich soll die Top-Priorität unseres Lebens sein.

Um das “JESUS-PRINZIP” praktisch leben zu können brauchen wir somit 2 Dinge:

  1. Vertrauen, dass Gott sich tatsächlich um unsere Bedürfnisse kümmert.
  2. Eine Entscheidung, Gott und sein Reich zur Nr. 1 – Priorität unseres Lebens zu machen und in erster Linie um ihn statt um unsere Bedürfnisse zu kreisen.

Dann – so verspricht Jesus – wird der Schöpfer des Universums sich höchstpersönlich um unsere Bedürfnisse kümmern und uns alles geben, was wir brauchen. Dann müssen wir nicht länger selber darum kämpfen, dass unsere Bedürfnisse gestillt werden, weil Gott diesen Job für uns übernimmt. Und wir können uns sicher sein: Diesen Job beherrscht er wesentlich besser als wir! Denn wer weiß besser, was wir wirklich brauchen als der, der uns geschaffen hat?

Blogbild Jesus Prinzip2Das hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Gerade beim Thema Vertrauen spielen Gefühle eine Rolle, die wir nicht so leicht kontrollieren können. Solange wir bewusst oder unbewusst einen Haken vermuten bei Jesu Versprechen, sich um unsere Bedürfnisse zu kümmern, schlagen wir auch Haken davor, Jesus zur Nr. 1 unseres Lebens zu machen.

Um das Jesus-Prinzip leben zu können braucht es deshalb mehr als eine Verstandesentscheidung. Jesus muss unser Herz berühren dürfen, damit wir spüren und erleben können, dass er unsere emotionalen und praktischen Bedürfnisse wirklich kennt und unseren Durst besser befriedigt als alles andere. Nur wenn wir erfahren, wie gut uns Gott und seine Liebe tut wird er auf Dauer unsere erste Liebe sein.

Deshalb lädt Jesus uns ein, zu schmecken und zu sehen, wie gut er ist. Er lädt uns ein, unsere Fragen und Zweifel bei ihm los zu werden, unser Leben, unsere Sehnsüchte, Träume und Bedürfnisse ganz bewusst loszulassen und in seine Hand zu legen. Und er hat versprochen, dass dieses Loslassen in Wahrheit kein Opfer ist. Jesus zur Nr. 1 zu machen ist schlicht eine kluge Entscheidung, bei der wir unendlich viel gewinnen!

Eine gute Möglichkeit, Jesus zur Nr. 1 unseres Lebens zu machen, ist das folgende Gebet. Ist das auch Ihr Herzenswunsch? Dann zögern Sie nicht und machen Sie noch heute diese wichtigste Entscheidung Ihres Leben fest:

“Herr Jesus, sei Du die Nummer 1 in meinem Leben. Ich gebe Dir meine Wünsche, meine TräumBeterine und Hoffnungen, meine Enttäuschung, meinen Schmerz und meine unerfüllte Sehnsucht. Bitte vergib mir meine Schuld. Ich möchte für Dich leben, auf Deinen Wegen gehen und Dir vertrauen, dass Du mir alles gibst, was für mich wichtig ist. Berühre mein Herz und zeig mir Deine Liebe damit Du für immer der größte Schatz in meinem Leben bist.”

Mehr dazu:

Wie unser Herz gefüllt und unser Leben stabil werden kann

Oder: Das Geheimnis des Plastiksonnenschirmständers

Besitzen Sie einen Plastiksonnenschirmständer? Dann wissen Sie: So ein Ding ist eigentlich überhaupt nicht stabil. Stellt man einfach so einen Schirm hinein genügt ein kleiner Windhauch – und schon kippt er um. Aber der Clou ist: Er ist wie ein Tank, den man mit Wasser füllen kann. Ist er erst einmal gefüllt wird er so schwer, dass der Schirm auch im Wind stabil stehen bleibt!

Ein Plastiksonnenschirmständer ist ein wunderbares Bild für die Dynamik, die sich permanent bewusst oder unbewusst in unseren Gefühlen abspielt. Denn auch unser Herz ist wie ein Tank, der gefüllt werden will. Und die ganze Stabilität unseres Lebens hängt davon ab, ob er gefüllt ist oder nicht!

Sonnenschirmständer BlogbildEltern können das gut bei ihren Kindern beobachten. Permanent kämpfen sie um unsere Aufmerksamkeit: “Mama, schau mal, was ich gemalt hab!” “Papa, spielst Du mit mir?” “Mama, jetzt bin aber ich dran!” “Papa, kuck mal, ich kann schon auf einem Bein stehen!” Auch wenn uns das manchmal nervt dürfen wir nie vergessen: Unsere Liebe und Wertschätzung ist für sie genauso wichtig wie Kleidung und Essen! Es füllt ihr Herz wie einen Tank mit Selbstwert und Identität. Ohne diese „Grundnahrungsmittel des Herzens“ wird ihr Herz verunsichert und ihr Leben instabil.

Auch wenn wir Erwachsene es nicht mehr so offen zeigen: Der Durst nach Liebe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung ist bei uns genauso groß. Und die Stabilität unseres Lebens hängt genauso davon ab, ob dieser Durst gestillt wird oder nicht. Mit gefülltem Herzenstank und einem stabilen Selbstwert ist es kein großes Problem für uns, wenn Menschen mal schlecht mit uns umgehen. Solange wir uns insgesamt geliebt und wertgeschätzt fühlen tun wir uns leicht, zu vergeben. Das macht unsere Beziehungen stabil und belastbar.

Aber wenn unser Herzenstank leer ist befinden wir uns permanent in einer Hab-Acht-Stellung. Wir befürchten, wieder nicht geliebt, wieder nicht geschätzt und wieder nicht beachtet zu werden. Dann genügt schon eine kleine ungeschickte Bemerkung – und unsere Gefühle kippen wie ein unbefestigter Sonnenschirm im Wind. Manche Menschen verziehen sich dann beleidigt ihr Schneckenhaus. Andere werden aggressiv. Aber in jedem Fall liegt ein großes Missverständnis vor! Denn das eigentliche Problem war gar nicht die ungeschickte und vielleicht wirklich dämliche Bemerkung unseres Mitmenschen sondern unser leeres Herz! So viele Konflikte in Ehen, Familien, Firmen und Gemeinden lassen sich in Wahrheit auf einen leeren Herzenstank und eine verletzte Identität zurückführen.

Was wir dabei unbedingt verstehen müssen ist: Menschen können unseren Herzenstank niemals vollständig füllen, auch nicht die besten Eltern oder der einfühlsamste Partner. Michael Jackson hatte Millionen von Fans, die ihm grenzenlose Liebe und Wertschätzung entgegenbrachten. Trotzdem blieb sein Leben instabil. Wenn wir nur von Menschen erwarten, dass sie unseren Tank füllen, überfordern wie sie – und wir werden selbst immer wieder enttäuscht. Dadurch zerstören wir gerade die Beziehungen, die uns doch eigentlich am wichtigsten sind.

Aber wer füllt dann unseren Herzenstank? Jesus hat dazu ein gigantisches Versprechen gemacht: „Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben!“ Gleich an mehreren Stellen im Johannesevangelium verspricht Jesus, dass er die Quelle ist, die den großen Durst unseres Herzens für immer stillt. Die große Frage ist: Wie geht das praktisch?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Das Wissen, dass wir einen liebevollen himmlischen Vater haben, in dessen Augen wir wertvoll, schön und kostbar sind, bleibt ja zunächst einmal etwas Abstraktes für uns Christen. Wir können Gott nicht sehen. Wir können seine Stimme nicht hören. Wir können uns nicht in seine Arme kuscheln. Vielleicht hatten wir schon einmal ein warmes Gefühl während einem schönen Gottesdienst. Aber das genügt bei weitem nicht, um eine verunsicherte Seele nachhaltig stabil zu machen.

Und doch gibt es Hoffnung. Jesus sagte, dass wir „glauben“ müssen, damit unser Durst gestillt wird. Glauben bedeutet in der Bibel immer viel mehr als „Für-wahr-halten“. Das ist nicht nur eine Kopfsache. Glauben hat in der Bibel immer mit Vertrauen zu tun. Und Vertrauen kann nur in einer Beziehung wachsen. Anders gesagt: Dieses Lebenswasser fließt dann in unseren Herzenstank, wenn wir eine enge, vertraute Herzensbeziehung mit Gott entwickeln. Eine Beziehung, in der die Liebe Gottes für uns greifbar, spürbar, erlebbar wird.

Meine Erfahrung ist: Eine solche Gottesbeziehung ist möglich. Sie kann immer mehr wachsen. Wie jede Beziehung geht sie zwar durch Höhen und Tiefen. Aber trotzdem trägt sie. Jesus sagte, dass diese Liebesbeziehung zu Gott wirklich das wichtigste überhaupt ist (Markus 12, 29-30). Sie ist die Quelle, die wirklich unseren Durst stillen und unser Leben stabil machen kann. Diese Beziehung will ich nie, nie mehr verlieren, immer wieder neu entdecken und immer mehr vertiefen.

Mehr dazu: