Liebe Mama,

heute bin ich Dir ganz besonders dankbar, dass ich die ersten Jahre meines Lebens ganz bei Dir zu Hause sein durfte. Und als ich in den Kindergarten kam, durfte ich trotzdem bei Dir zu Hause mittag essen und nachmittags in Ruhe zu Hause oder draußen auf der Straße spielen und mich mit meinen Freunden treffen. Und auch als ich in der Schule war hast Du mittags auf mich gewartet, hast mir zugehört, als ich von Mitschülern gemobbt wurde, als ich eine Arbeit verhauen hatte oder mit dem Fahrrad hingefallen bin. Du warst einfach immer für mich da. Und das hat so wahnsinnig gut getan.

Liebe Mama

Ich bin gerade echt wütend, weil man Dich heute wieder massenhaft als Heimchen am Herd verspottet hat. Man hat Dir vorgeworfen, Du hättest ein verstaubtes Familienbild. Man hat Dir gesagt, es wäre besser für mich gewesen, ich hätte von Anfang an die “frühkindliche Bildung” bekommen, die Du mir nie hättest bieten können.

Mama, ich sage Dir: Kein Mensch hätte mir bieten können, was Du mir gegeben hast! Du hast mir eine glückliche Kindheit geschenkt. Du hast mir gezeigt, dass ich Dir wichtig bin. Mama, sei Dir ganz sicher: Du hast alles richtig gemacht! Ich bin stolz auf Dich! Und irgendwann werden all die Leute, die so großartigen Mamas wie Dir nicht einmal ein paar Euro Anerkennung gönnen, hoffentlich kapieren, dass Sie das Beste zerstören, was jedes kleine Kind auf der Welt sich wünscht: Bei einer Mama sein zu dürfen wie Du es für mich warst.

Dein ewig dankbarer Sohn

P.S.: Heute habe ich mich an ein Lied erinnert. Es ist schon 30 Jahre alt und es stammt von einer Mama wie Dir. Aber der Text erscheint mir heute aktueller denn je. Ich wünsche mir so, dass unsere Gesellschaft es hört und endlich merkt, welchen Irrweg sie geht!

Montagmorgen

Montagmorgen, ich stell mein Radio an.
In einer Hausfrauensendung diskutiert man über den Mann.
Gast im Studio ist Frau B., sie hat ein Buch zum Thema rausgebracht,
wie die Frau sich von Familie und Gesellschaft endlich unabhängig macht.

Frau B. befreite sich von Mann und Kindern, hält sich jetzt ein Schaf,
züchtet Hühner und spinnt Wolle für den Markt und für den Eigenbedarf.
Hier findet sie Erfüllung endlich ist sie etwas wert.
Früher war sie nur das Aschenputtel hinter ihrem Herd.

Und dann erfahre ich, dass man mich hier gefangen hält
und mir jeglicher Kontakt zur Außenwelt fehlt.
Und wenn ich noch zufrieden bin, dann liegt es daran,
dass es mir eingehämmert wurde jahrhundertelang.
Und Familienleben ist ein veralteter Brauch.
Und ich höre es und Millionen andere auch.

Montagmorgen, die Sendezeit ist jetzt um.
Jeden Tag das gleiche ständig redet man mir ein ich sei dumm.
Ich muss hier raus, ja ich brauche die Bestätigung der Öffentlichkeit
denn die Arbeit an den Menschen die mich brauchen bringt mich nicht sehr weit.

Oh, ich habe längst genug von dieser Art der Manipulation!
Man redet uns Neurosen ein und die Erfolge sieht man schon:
Kinder mit dem Fernsehen als Seelentröster
und Ehen, die kaputt sind oder krank.
Uns’re Welt ist schon so kalt, dass wir erfrieren dauert nicht mehr lang.

Denn wo jeder sich selbst der Nächste ist
und darüber wirklich seinen Allernächsten vergisst,
da hat man ein falsches Lebensziel
auch wenn man uns das Gegenteil einreden will.
Dort sucht man vergeblich nach Wärme und Glück
und Enttäuschung und Einsamkeit bleiben zurück.

Geht es wirklich nur um meine Person,
um meine Karriere und die Frage, was hab ich denn davon?
Dann finde ich vielleicht mich selbst, doch wieviel ist das wert?
Denn das Leben findet wirklich nur der, der es verliert.
Ja, das Leben findet wirklich nur der, der es verliert.

Text und Musik: Ute und Friedemann

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Die EKD und die Homo-Ehe

Ein offener Brief an Heinrich Bedford-Strohm

Sehr geehrter Herr Bedford-Strohm,

Sie begründen Ihr Votum für die Homo-Ehe mit der Aussage, dass die Bibel zur “Überwindung von Diskriminierung jeder Art” ermutige. Damit tragen Sie leider mit dazu bei, dass jedes auch noch so seriöse Argument gegen die Homo-Ehe als “Diskriminierung” abgestempelt wird. So wird der notwendige Dialog leider verhindert, nicht gefördert.

Ihre Argumentation ist zudem äußerst fragwürdig: Es gibt viele Varianten, in denen Menschen verbindlich zusammen leben und sich lieben können, nicht nur die Verbindung zweier Partner. So hat Eske Wollrad von den evangelischen Frauen ja bereits gefordert, sich genauso für polyamore Beziehungen zu öffnen. Wenn die Definition von Ehe = 1 Mann und 1 Frau aufgelöst wird und nur noch Liebe und Verbindlichkeit die Kriterien sind, gibt es keinen Grund, nicht auch noch weitere vielfältige Formen des Zusammenlebens als Ehe zu bezeichnen.

Ganz abgesehen davon, dass das theologisch äußerst fragwürdig ist: Die Väter und Mütter des Grundgesetzes hatten gute Gründe, gerade die Verbindung von 1 Mann und 1 Frau besonders zu schützen, denn diese Verbindung ist nun einmal in unvergleichlicher Weise die Keimzelle einer Gesellschaft und der optimale Schutzraum für das Gebären und das Aufwachsen von Kindern. Durch den Art. 6 des Grundgesetzes wird niemand diskriminiert oder abgewertet. Mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft haben gleichgeschlechtlich Liebende auch jetzt schon die Möglichkeit, ihrem Willen zu einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft eine rechtlich verbindliche Gestalt zu geben. Die Rechtsfolgen sind – abgesehen von der Adoption, die ja auch Sie (noch?) in Frage stellen – auch schon jetzt den Rechtsfolgen der Ehe zum größten Teil nachgebildet.

Blogbild Bedford-StrohmAber wenn Sie die gleichgeschlechtliche Partnerschaft als “Ehe” bezeichnen helfen Sie mit, dass das Leitbild der Ehe zwischen Mann und Frau durch das Leitbild der sexuellen Vielfalt ersetzt wird. Dieser Wandel wird nach meiner festen Überzeugung schwerwiegende Folgen für unsere Gesellschaft nach sich ziehen, denn die immer lauter werdende Ermutigung zum “Anything goes” bringt am Ende eben weniger und nicht mehr verbindliche Partnerschaften und damit auch weniger Schutzräume für das gesunde Aufwachsen von Kindern hervor.

Viele engagierte Kirchenmitglieder, die sich – so wie Volker Kauder – gegen die Homo-Ehe aussprechen, sehen sich gerade jetzt einem enormen medialen Trommelfeuer ausgesetzt (in den Tagesthemen wurden Gegner der Homoehe z.B. jüngst als “intolerante Ewiggestrige” bezeichnet). Das gilt noch mehr für unsere Geschwister in der katholischen Kirche. Ihr einseitiges Votum fügt deshalb der Ökumene genau wie dem innerkirchlichen Miteinander Schaden zu.

Als Ratsvorsitzender wäre es deshalb das Mindeste gewesen, sich auch vor diese Kirchenmitglieder zu stellen, indem Sie klar stellen, dass ein Votum gegen die Homo-Ehe zunächst einmal mit Diskriminierung und Intoleranz NICHTS zu tun hat und indem Sie um Verständnis und Respekt für die vielen Christen werben, denen zwar Liebe und Respekt für Menschen mit homoerotischem Empfinden äußerst wichtig ist, die aber aus ihrem Gewissen vor Gott einer Homo-Ehe nicht zustimmen können.

In der Sorge um die Kirche und der Liebe zu Jesus verbunden,

Dr. Markus Till

Die Stellungnahme von Herrn Bedford-Strohm im Wortlaut:

Nach der Volksabstimmung in Irland wird in Deutschland über die Konsequenzen für unser eigenes Land diskutiert. Folgendes habe ich dem SPIEGEL auf Anfrage dazu gesagt:

“Mich haben nach der Entscheidung in Irland die Fernsehbilder von den Menschen berührt, die diese Entscheidung ausgelassen gefeiert haben, weil sie gleichgeschlechtlich Liebenden einen Weg eröffnet, ihre Liebe verbindlich zu leben. Man kann sich nur darüber freuen, wenn Menschen, die sich lieben, ihre Liebe auch verbindlich und verantwortlich leben. Das gilt für Mann und Frau. Das gilt aber auch für gleichgeschlechtlich Liebende. In der evangelischen Kirche ist in dieser Frage in den letzten Jahren ein Diskussionsprozess in Gang gekommen, der noch nicht abgeschlossen ist. Für mich ergibt sich aus zentralen biblischen Geboten der Impuls zu einer Öffnung der Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Das Liebesgebot Jesu und seine „Goldene Regel“ („Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch“) sind Grundorientierungen, die zur Überwindung von Diskriminierung jeder Art ermutigen. Sie wiegen für mich schwerer als einzelne Bibelstellen, die Homosexualität kritisieren. Ich wünsche mir für unsere Gesellschaft eine neue Kultur der Verbindlichkeit in unseren Beziehungen. Deswegen ist die Ehe für mich ein Zukunftsmodell, für das ich werbe. Dass es für gleichgeschlechtlich Liebende die Möglichkeit gibt, ihrem Willen zu einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft eine auch rechtlich verbindliche Gestalt zu geben, begrüße ich ausdrücklich. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch kein bisschen geschmälert. Im Gegenteil – sie wird noch einmal unterstrichen. Entscheidend ist die Stärkung der Verbindlichkeit unserer Lebensformen. Im Blick auf das Adoptionsrecht hat die EKD in der Vergangenheit darauf aufmerksam gemacht, dass bei Adoptionen nicht der Wunsch von Erwachsenen, sondern das Wohl der Kinder der entscheidende Gesichtspunkt sein muss. Hier sehen wir weiterhin Diskussionsbedarf.”

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Die 6 grundlegendsten Irrtümer der Gegenwart

Liebe Leser, ich muss Sie warnen: Über jedes Thema, das ich hier gleich anreißen werde, wurden bereits bücherregalfüllende Debatten geführt in intellektuellen Höhen, in denen mir schwindlig wird. Deshalb vorweg: Dieser Artikel will keine fundierte Abhandlung sein. Er gibt einfach nur meine Meinung wieder. Und hier kommt sie auch schon: Meine total subjektive Hitparade der grundlegendsten Irrtümer der Gegenwart:

Platz 6: Glaubhaft ist nur, was naturwissenschaftlich nachvollziehbar ist!

Deshalb ist Jungfrauengeburt, Brotvermehrung oder Auferstehung in etwa so glaubwürdig wie der Osterhase. Und wer heute noch als Wissenschaftler an einen göttlichen Designer glaubt hat seinen Ruf verspielt, egal wie fundiert seine Argumente sind (dazu hier ein äußerst lohnender Film!). Zu Galileis Zeiten hat noch die Religion Denkverbote erteilt. Heute machen das Naturwissenschaftsideologen – und verleihen so der Wissenschaft fast religiöse Züge…

Platz 5: Es gibt keine absolute Wahrheit!

Was für eine geniale Idee der postmodernen Philosophen: Statt wie früher endlos zu diskutieren, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe ist sagen wir einfach: Ihr habt subjektiv irgendwie alle recht – und objektive Wahrheiten gibt es sowieso nicht. Dann gibt es zwar keinen Erkenntnisfortschritt aber auch keine Streitereien mehr. Toll! Nur eine kleine Frage hätte ich noch: Kann die Behauptung, dass es keine Wahrheit gibt, wahr sein, wenn es gar keine Wahrheit gibt?

Platz 4: Die Religionen glauben alle an den gleichen Gott!

Seit Lessings Ringparabel scheinen immer mehr Menschen an einen Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung zu glauben. Sein Wesen ist zwar in jeder Religion total verschieden, aber er ist trotzdem überall derselbe. Aber klar: Es ist natürlich viel besser, an einen schizophrenen eierlegenden Wollmichsau-Gott für Alle zu glauben als diese arroganten Absolutheitsansprüche zu akzeptieren. Das wäre ja total intolerant, denn…

Platz 3: Toleranz bedeutet, Alles als gleichwertig anzusehen!

Toleranz im Sinne von Respekt und Nächstenliebe reicht nicht. Das wäre ja nur Duldung, und „Dulden heißt beleidigen“! Was wir heute brauchen ist Akzeptanz! Das heißt: Wir müssen andere Meinungen, Religionen und Lebensstile als genauso richtig anerkennen, wenn wir keine ewiggestrigen homo-, islamo- oder sonstwasphoben Diskriminierer sein wollen. Gegenargumente aus der Wissenschaft oder (ganz schlimm) aus der Bibel schlucken wir deshalb schnell hinunter. Denn wer die sexuelle und sonstige Vielfalt nicht uneingeschränkt bejubelt hat keine sachliche Diskussion und keine Toleranz verdient…

Platz 2: Gleichwertigkeit kommt durch Gleichartigkeit!

Es reicht auch nicht, dass Jeder die gleichen Rechte hat. Gleichberechtigung haben wir erst, wenn Alle im Durchschnitt das Gleiche machen! Deshalb müssen wir die Mädchen unbedingt für die Arbeit auf dem Bau gewinnen und die Jungs für den Friseursalon. Dass das bislang überhaupt nicht geklappt hat liegt natürlich nicht an der Unterschiedlichkeit der Geschlechter sondern an tief sitzenden Rollenklischees, die wir mit aller Kraft bekämpfen müssen. Und solange die Medizin nichts gegen das Unrecht tun kann, dass immer nur die Frauen die Kinder austragen müssen, schieben wir eben die Kinder so früh wie möglich in KiTas ab, damit die Frauen trotzdem immer uneingeschränkt arbeiten gehen können. Und wenn dann endlich alles ganz gerecht ist bricht das Paradies aus, denn…

Platz 1: Der Mensch ist im Kern gut!

Die Menschen verhalten sich ja nur deshalb so schlecht, weil sie so schlecht behandelt werden. Würden wir alle Schüler in gerechte Einheitsschulen ohne Noten- und Versetzungsdruck schicken, dann würden sie sich in leistungswillige Entdecker verwandeln, die ihre Mitschüler fördern statt mobben. Radikale Muslime werden ganz von selbst tolerante Demokraten, wenn wir einfach nett zu ihnen sind. Und wenn wir den Kindern von klein auf beibringen, dass einengende Sexualtabus total von gestern sind und es viel besser ist, alle Triebe nach Lust und Laune auszuleben, dann gibt es sicher bald nur noch glückliche, bunte Regenbogenfamilien mit beliebig vielen Mamas und/oder Papas. Mit der Pornoschwemme und der rezeptfreien Pille danach sind wir dem grenzenlosen Sexparadies ja schon ganz nahe gekommen…

Blogbild wrong wayIch hoffe, meine Leser verzeihen mir die satirische Zuspitzung. Aber auch wenn ich versuche, die Themen mit Augenzwinkern zu behandeln: Die Auswirkungen dieser Irrtümer sind nun einmal leider alles andere als spaßig! Die sozialistischen, kommunitären, kommunistischen und anarchistischen Utopien, die auf dem Weltbild eines guten Menschen fußen, sind nicht nur grandios gescheitert, sie haben unfassbar viel Leid produziert. Die Naivität im Umgang mit linken, islamistischen und anderen antidemokratischen Kräften gefährdet unseren Rechtsstaat. Die Forderung nach Akzeptanz statt Toleranz rüttelt an den Grundfesten der Meinungs- und Religionsfreiheit. Die Gleichmacherei im Namen der Gleichberechtigung und die Abschaffung der Sexualtabus zerstört Familien und verstört Kinder. Die Ablehnung aller Wahrheitsansprüche löst genau wie der wissenschaftliche Absolutheitsanspruch die Glaubensfundamente der Kirche auf und stürzt unsere Gesellschaft in ein moralisches Vakuum, das Extremisten nur zu gerne nutzen.

Deshalb finde ich es so wichtig, diese Denkmuster zu kennen und zu durchschauen. Denn auch wir Christen sind nicht vor ihnen gefeit, wie man leider vielerorts in den Kirchen sehen kann.

Das ist meine Meinung. Die muss niemand akzeptieren. Toleranz und Respekt würde mich schon freuen. Und eine offene Diskussion. Denn so funktioniert unsere Demokratie und eine offene, freie Gesellschaft, die wir uns unbedingt erhalten sollten!

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Wo bleiben die Propheten?

Im Herbst 2014 hat der schleswig-holsteinische Landtag mehrheitlich abgelehnt, die Verantwortung vor Gott in der Verfassung zu verankern. Auch in Europa konnten sich die Befürworter eines Gottesbezugs in der EU-Verfassung nicht durchsetzen. Doch in Schleswig Holstein regt sich jetzt Widerstand: Eine Volksinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, das Thema durch 20.000 Unterschriften erneut in den Landtag zu bringen.

Für Bibelkenner sind das äußerst spannende Entwicklungen. Denn die Bibel konfrontiert uns von der ersten bis zur letzten Seite, von Mose über die Chroniken, Propheten bis zu Johannes und Jesus mit einer provozierenden Behauptung. Sie sagt: Das Wohl einer Gesellschaft entscheidet sich nicht am Bildungsgrad, der Innovationskraft, der Regierung oder den Ressourcen eines Landes. Vielmehr hängt es letztlich an einer Frage: Ob die Menschen auf Gott hören oder nicht! DAS entscheidet im Alten wie im Neuen Testament über Segen oder Fluch, Erfolg oder Misserfolg, Bestand oder Zerfall.

Sofort höre ich Humanisten und Atheisten aufschreien: Wir haben doch viel zu lange auf irgendeinen Gott gehört anstatt unseren Verstand zu benutzen! Die Geschichte von Galileo zeigt doch, wie Religion die Vernunft, Wissenschaft und Technik blockiert! Und die Kreuzzüge beweisen doch, dass Religion die Wurzel alles Übels ist!

Aber stimmen diese Argumente auch? Dazu nur ein paar kurze Schlaglichter:

Ich behaupte deshalb: Genau das Gegenteil ist richtig. Vernunft und das Hören auf Gott gehören zusammen! Beides wird gebraucht! Das eine geht nicht ohne das Andere! Oder wie die Bibel es ausdrückt: Ehrfurcht vor Gott ist der Anfang der Weisheit. Wer dagegen für Gott taub ist gerät leicht auf Abwege. Auch dazu ein paar kurze Schlaglichter:

Ausgerechnet in Schleswig-Holstein wurde jüngst Unterrichtsmaterial für Grundschulen entwickelt, in dem Familien mit Papa und Mama quasi zum Ausnahmefall erklärt werden (es lohnt sich, das mal anzuschauen). Familie ist der Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Wer sie auflöst sägt am Ast, auf dem wir alle sitzen und bringt unendliches Leid über die Kinder, die ohne stabiles Zuhause aufwachsen müssen. Das EU-Parlament hat jüngst mit dem „Tarabella-Bericht“ sogar Abtreibung zum Menschenrecht erklärt. Kinder sind unsere Zukunft. Spätestens hier wird offensichtlich, wie Gottlosigkeit unsere Zukunft zerstört.

5 vor 12Ich muss es deshalb so drastisch ausdrücken: Der Kulturkampf, den wir heute erleben und der darauf abzielt, Gott nicht nur aus der Verfassung sondern aus allen gesellschaftlichen Bereichen zu verdrängen, bedroht die Grundfesten unserer Gesellschaft. Unser Wertekanon zerbröselt ohne höheren Maßstab. Die christlichen Werte wie Ehrlichkeit, Nächsten- und Feindesliebe, Menschenwürde, Vergebung, Demut, Dienen, Fleiß, Treue, Respekt vor Eltern und staatlichen Institutionen verflüchtigen sich rasch, wenn ihnen die Grundlage der Ehrfurcht vor Gott entzogen wird. Wenn Menschen sich nur noch vor sich selbst und nicht mehr vor Gott verantworten müssen ist Machtmissbrauch und Verantwortungslosigkeit endgültig Tür und Tor geöffnet. Und wo Gott verbannt wird werden Menschen anfällig für die Stimmen der Verführer. Das immer frechere Auftreten linker, rechter und islamischer Extremisten zeigt, wie sich das Vakuum füllt, wenn das Salz und Licht der Christen schwindet.

Drängender denn je brauchen wir deshalb die Stimme der Propheten, die wie Mose, Jona, Johannes der Täufer und Jesus zuerst Gottes Volk und dann der ganzen Gesellschaft zurufen: Kehrt um! Hört auf Gott! Und ihr werdet leben!

Aber wo bleiben die Propheten? Die Bibel sagt: Sie sind längst unter uns. Einer davon liest gerade diesen Artikel und hört den Ruf: Runter vom Sofa. Raus aus der frommen Kuschelecke. Rein in die Gesellschaft. JETZT ist die Zeit zum Aufstehen, sich einmischen und Gottes gute Worte und Werte weitergeben! Wenn wir das tun, jeder an seinem Platz, können wir ohne Zweifel gemeinsam Geschichte schreiben!

P.S.: Die Initiative Zeit zum Aufstehen hat inzwischen über 18.000 Unterstützer. Ich möchte herzlich dazu ermutigen, mit zu unterzeichnen.

P.P.S.: Die Volksinitiative „Für Gott in Schleswig-Holstein“ kann man hier unterstützen.

P.P.P.S.: Noch vor der Sommerpause soll in Stuttgart die nächste “Demo für alle” stattfinden. Ich lade schon jetzt herzlich ein, sich aktiv zu beteiligen.

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Zeit, Frieden zu stiften!

Meine Generation kannte keinen Krieg. Auch der RAF-Terror der 70er Jahre ist uns weitgehend fremd. Umso mehr wühlt es uns auf, wenn wir damit konfrontiert werden, dass Friede auch bei uns keine Selbstverständlichkeit ist. Entsprechend aufgescheucht erscheinen mir viele Reaktionen der letzten Tage. Es geht wild durcheinander. Alle wollen Frieden. Aber womit tragen wir wirklich zum Frieden bei?

Was NICHT dem Frieden dient:

Pauschalaussagen wie „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“, “Der Islam ist eine friedliche Religion” oder „Es gibt keine Islamisierung in Deutschland“ sind gut gemeint und haben das berechtigte, wichtige Anliegen, die vielen gut integrierten, freundlichen und friedliebenden Muslime in Deutschland vor Diffamierungen zu schützen. Aber sie sind trotzdem kontraproduktiv. Denn angesichts der täglichen Horrormeldungen islamisch motivierter Gewalt (allein im November 2014 wurden weltweit über 5000 (!) Menschen im Namen Allahs getötet) sind sie so offensichtlich falsch, dass sie zwangsläufig Misstrauen und Protest hervorrufen müssen. Zurecht merkt der FOCUS an: “Solche Sätze helfen niemandem, der sich durch den Islam bedroht fühlt, wie es mehr als die Hälfte der Deutschen nach der jüngsten Bertelsmann-Studie tun. Im Gegenteil: Floskeln dieser Art sind eher dazu angetan, die Frustration zu steigern. Denn in dem Satz schwingt die Belehrung mit, dass der mit der Angst einfach nicht richtig Bescheid weiß.”

Wie gefährlich der Islam tatsächlich sein kann und weltweit häufig ist haben zuletzt viele Journalisten und Experten gut herausgearbeitet: “In nicht weniger als 18 der 20 am höchsten eingestuften Länder gilt ‘Islamischer Extremismus’ als Haupttriebkraft der Verfolgung” stellt die WELT fest und weist darauf hin, dass es „historisch und aktuell keinen (!) Staat mit islamischer Bevölkerungsmehrheit und einer pluralistischen Ordnung (gibt), die Nichtmuslime gleichbehandelt.“ Die ZEIT ergänzt: „Der Islam, auch der moderate, ist noch immer zu oft eine Rutschbahn in die Entfremdung von der westlichen Lebensweise.“ Und CICERO äußert: „Diese Blutspur um die Welt reicht als Beleg: Mit dieser Religion stimmt in ihrem aktuellen Zustand etwas nicht. Sie verleitet ganz offenbar mehr als jede andere derzeit real existierende Religion dazu, im Namen eines Gottes zu morden.“ Diese Einschätzung wird von der Islam-Expertin Christine Schirrmacher  sachlich gut begründet. Die WELT hat deshalb recht: “Doch, dieses Massaker hat mit dem Islam zu tun. Dieses Beschwichtigen muss endlich aufhören” – übrigens auch bei den Kirchenvertretern, wie CHRIST UND GEGENWART ergänzt.

Zumal der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky nicht müde wird, auf die ganz reale Islamisierung mitten in Deutschland hinzuweisen. Es ist unerträglich, dass es in unserem Land wieder Orte gibt, in denen sich Juden nicht mehr offen als solche zeigen können. Islamistische Propaganda verbreitet sich natürlich auch bei uns. Der Verfassungsschutz verweist auf immerhin 6500 Salafisten (mit rasant wachsender Tendenz), von denen rund 800 als militant und etwa 200 gar als „tickende Zeitbomben“ bezeichnet werden müssen. Dass in Deutschland trotz mehrerer Versuche noch kein Anschlag geglückt ist, ist menschlich gesehen pures Glück.

Es ist nicht islamophob, ausländerfeindlich oder rechtspopulistisch, diese Fakten offen anzusprechen. Im Gegenteil: Schon 2006 forderten Schriftsteller und Journalisten (darunter Salman Rushdie) eindringlich, nicht wegen Angst vor „Islamophobie“ auf Kritik am Islam zu verzichten. Die WELT beklagt zurecht, wie sehr der notwendige gesellschaftliche Dialog leidet unter einer „Stimmung, die jede Kritik am Islam wahlweise als “rassistisch”, “Gefahr für die Demokratie”, “ausländerfeindlich” oder gar “rechtsradikal”, zumindest aber als “Panikmache” abtut.”

Genauso schädlich sind aber auch umgekehrt die Parolen von der „Lügenpresse“ und alle pauschalen Angriffe auf Politik und Medien. Ja, auch ich habe im letzten Jahr oft unter einseitiger Berichterstattung gelitten. Aber mit diesem Artikel will ich auch zeigen: Wir haben sehr wohl eine differenzierte, vielfältige Presselandschaft, für die wir dankbar sein können! Sie ist eine zentrale Stütze unserer freien Gesellschaft, deshalb müssen wir sie bei aller kritischen Begleitung nach Kräften stützen. Unliebsame Berichte, Kommentare und Satire müssen wir Demokraten aushalten, selbst wenn es verletzend ist.

Blogbild FriedenstaubeWas dem Frieden dient:

  • Fürchtet Euch nicht: Der Allianz-Vorsitzende Michael Diener und das Gospel-Forum haben recht: Angst ist ein schlechter Ratgeber! Gott ist in Kontrolle! Wir sollten immer aus dem Frieden Gottes heraus agieren, der höher ist als jede Vernunft und als alle noch so schwierigen Umstände.
  • Den Mund aufmachen – sachlich und differenziert: Wir Christen neigen dazu, uns um des lieben Friedens Willen aus allem heraushalten zu wollen. Damit überlassen wir das Feld den falschen Kräften. Gerade um des lieben Friedens Willen müssen wir als Meinungsmacher präsent sein in Politik, Medien, Gesellschaft und sozialen Netzwerken. Dafür müssen wir uns informieren und engagieren. Also auf Ihr Christen: Geht in die Politik! Werdet Journalisten! Mischt Euch ein!
  • Islamismus entschieden bekämpfen: Dafür hat z.B. der im Land von Stuttgart 21 bekannte Friedensstifter Heiner Geißler konkrete Vorschläge gemacht: Islamisten nach Möglichkeit ausweisen, Polizei und Verfassungsschutz stärken, Vollverschleierung verbieten, die Anwendung islamischen Rechts konsequent verhindern… Ich finde, das sind sinnvolle Ansätze.
  • Gelebte Mitmenschlichkeit: Mich begeistern all die Christen und Mitbürger, die sich engagieren für Flüchtlinge, für Begegnung mit Muslimen und anderen Migranten, die sich einsetzen gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit, für ein gastfreundliches Deutschland (Gastfreundlichkeit gegenüber Ausländern ist in der Bibel ein extrem hohes Gut!) und für ein gelingendes Miteinander durch Engagement in Kirchen, Vereinen, Diakonie, Schulen, Firmen und, und, und…
  • Gebet: Wir brauchen dringend eine strategische Allianz für intensives, konfessions- und generationsübergreifendes Gebet. Hier sind Pioniere gesucht, die das Volk Gottes dafür gewinnen, gemeinsam die mächtigste Waffe der Kirche zu ergreifen, die letztlich allein das Potenzial hat, das Ruder herumzureißen.

Lassen wir uns doch neu von Jesus ermutigen und herausfordern: „Gott segnet die, die sich um Frieden bemühen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Matth. 5, 9) Herr, hilf mir, mich nicht von Wut oder Angst mitreißen zu lassen sondern im umgekehrten Geist zu leben und ein Licht in der Finsternis zu sein.

Den Himmel gibt’s echt! Aber…

…gibt es auch lebende Menschen, die ihn schon gesehen haben?

Christliche Berichte über Nahtoderfahrungen (NTE) mit Himmelserlebnissen haben Hochkonjunktur. Kein Wunder. Wer würde sich nicht wünschen, einen Blick in die Ewigkeit werfen zu können? In manchen Kinos läuft unter dem Titel „Den Himmel gibt’s echt“ gerade sogar ein Film über einen Jungen, der während einer lebensbedrohlichen Krankheit den Himmel gesehen haben will. Was die Geschichte besonders macht: Der Junge erzählt auch von der Begegnung mit einer Schwester und seinem Großvater, die beide verstorben sind und die er nie kennen gelernt hat. Ist das ein Beweis, dass der Junge wirklich den Himmel gesehen hat? Jedenfalls ist es so beeindruckend, dass die Geschichte in den USA ein absoluter Renner ist.

Ich habe schon viele Himmelsberichte von Christen mit einer NTE gehört und gelesen. Vor allem die Bücher von Don Piper und Todd Burpo fand ich spannend und ermutigend. Zumal erst vor Kurzem eine Gruppe von Wissenschaftlern auf Basis einer großen Studie erklärt hat, dass die verschiedenen Erklärungsversuche zur Entstehung der NTE’s nicht ausreichen, um die außerkörperlichen Erlebnisse rational verständlich zu machen. Interessant ist auch die Geschichte eines renommierten Neurochirurgen, der immer glaubte, dass das Gehirn eine biologische Maschine ist. Seit seiner NTE ist er fest überzeugt, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper weiterlebt.NahTodErfahrung

Jedoch steht für mich fest: Nahtoderfahrungen können niemals eine solide Basis für Glaubensüberzeugungen sein! Dafür ist einfach viel zu unsicher, was davon wirklich real, was Traum und was reine Erfindung ist. Für Christen ist die Bibel die einzige verlässliche Quelle zur Frage, was nach dem Tod passiert. Und trotzdem kann es spannend sein, sich mit NTE-Berichten auseinanderzusetzen. Diesen Sommer hat meine Frau mich auf ein Buch über eine NTE gestoßen, das mich geradezu umgehauen hat. Autor ist der Journalist Clemens Hagen. Da er kein Christ ist hat mich besonders interessiert: Was erlebt wohl ein Nichtchrist in einer NTE? Sieht er auch einen Himmel?

Hagen berichtet zunächst (so wie übrigens in jeder 3. NTE) von einer blitzschnell ablaufenden Bilderfolge, die ihm noch einmal sein ganzes Leben vor Augen führt. Dann schildert er:

„Plötzlich ist mir sehr kalt. Und ich frage mich, ob es Trost gibt. So etwas wie das Jüngste Gericht? Habe ich in den 50 Jahren auf diesem Planten mehr richtig gemacht oder mehr falsch? Wohin wird die Waagschale sich neigen? Wer wird darüber befinden? Was geschieht nun mit mir? Gibt es Himmel? Gibt es Hölle? Gibt es Strafe? Gibt es Vergebung? Gibt es Gott?“

Er wird in ein tiefes, dunkles Wasser hinabgezogen und landet schließlich in einem Garten neben einem Apfelbaum. „Gerade möchte ich einen Apfel pflücken, da erscheint eine Gestalt. Sie ist dunkel und bedrohlich.“ Intuitiv spricht Hagen das Wesen als „Herr Vorsitzender“ an, als wäre er in einer Gerichtsverhandlung. Und tatsächlich sagt die Gestalt zu ihm: „Deine Taten, die guten wie die bösen, kannst du nicht mehr rückgängig machen.“ Dann führt der „Vorsitzende“ ihm Ereignisse vor Augen, in denen er andere Menschen geschädigt hat: Einen Jungen hatte er so gemobbt, dass dieser sich beinahe umgebracht hätte. Ein Mädchen hatte er verlassen, die von ihm schwanger war und dann das Kind abgetrieben hat. Als Chef hatte er mehrere Mitarbeiter entlassen, wodurch ganze Familien zerbrochen sind.

Aber Hagen sieht nicht ein, dass er deswegen ein schlechter Mensch sein soll. Es folgt eine Serie von grauenvollen Visionen. Immer wieder wird Hagen gefoltert und gequält. Egal, ob er einer verstörenden Sexorgie beiwohnt oder als gnadenloser Finanzer selbst zum grausamen Täter wird: Immer geht es um das abgrundtief Böse und die völlige Abwesenheit von Gutem, das dem Bösen Einhalt gebietet. So stelle ich mir die Hölle vor.

Interessanterweise erwähnt das Buch, dass solche höllischen Visionen unter Komapatienten weit verbreitet seien. Auch die wissenschaftliche Studie über NTE‘s berichtet, dass 46 % der Patienten sich verfolgt fühlten oder Angst hatten. Nahtoderlebnisse sind also bei weitem nicht immer so harmonisch und friedvoll, wie oft behauptet wird.

Langsam erwacht Hagen aus dem Koma und seine quälenden Visionen vermischen sich immer mehr mit der Realität. Trotzdem wird deutlich: Hagen hält das, was er erlebt hat, nicht nur für dunkle Alpträume sondern er ist überzeugt, dass er mit einer realen jenseitigen Welt in Berührung gekommen ist. Der Gedanke an den „Vorsitzenden“ lässt ihn nicht los. Als er einen Chor „O happy day“ singen hört kommen ihm die Tränen. In den letzten Zeilen des Buchs notiert er:

„Ich denke heute häufig an das Lieblingsbibelzitat meines leider viel zu früh verstorbenen Vaters. … Es lautet: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Es hat ihm Kraft gegeben zu einer Zeit, als er bereits wusste, dass sich sein Leben dem Ende zuneigt. Er hat sein Wissen damals ganz für sich behalten, um die Familie nicht zu beunruhigen. Nur in seiner Bibel markierte er mit Bleistift den Vers. Ach, so denke ich oft, hätte ich ihm damals nur sagen können, was ich ihm heute sagen könnte.“

Als ich das Buch zuschlage bin ich erst einmal platt. Wie könnte man noch deutlicher das biblische Bild einer bösen unsichtbaren Welt bestätigen, die durch unsere bösen Taten das Recht bekommt, uns anzuklagen und zu beherrschen. Einen unbiblischen Allversöhnungsglauben kann man aus NTE’s somit gleich gar nicht ableiten. Aber vor allem denke ich: Ganz egal, woher Hagens Visionen tatsächlich kamen: Könnte ich ihm doch nur sagen, dass seine Verfehlungen nicht so harmlos sind, wie er denkt, dass er Vergebung braucht und dass er vor seiner nächsten Begegnung mit dem „Ankläger der Brüder“ unbedingt den Einen kennenlernen muss, der unsere Strafe am Kreuz auf sich genommen, die Anklagen gelöscht und dadurch die Mächte des Bösen entwaffnet hat. Das wünsche ich allen meinen Mitmenschen. Herr hilf mir, alles zu tun, dass sie es rechtzeitig erfahren.

Enthüllende Studie

Am 28.10. weckte dieser Satz auf der Titelseite unserer Zeitung mein Interesse: „Zugleich bestätigt die Studie die alte kirchliche Weisheit, dass Sex vor der Ehe nicht gut ist. Je mehr Liebhaber die befragten Paare vor der Eheschließung hatten, desto schneller war ihr gemeinsames Liebesleben wieder zu Ende.“

Solche Töne hört man doch äußerst selten heutzutage. Also forschte ich nach den Hintergründen und wurde fündig: An der Universität Virginia wurde jüngst eine Studie veröffentlicht mit dem Titel: „Bevor ich es tue: Was haben voreheliche Erfahrungen mit der Qualität der Ehe heutiger junger Erwachsener zu tun?“ Das Hauptergebnis ist absolut bemerkenswert:

„Entgegen dem, was man intuitiv denken würde gilt: Je mehr Beziehungen man vor der Ehe hatte, je weniger wahrscheinlich ist es, dass man eine qualitativ hochwertige Ehe hat.“

Konkret: Während 53 % der Frauen, die bislang nur mit ihrem Ehemann geschlafen hatten, zufrieden mit ihrer Ehe waren sank dieser Wert auf 22 % bei den Frauen, die davor bereits 10 oder mehr Partner hatten.

Damit widerlegt die Studie die Vorstellung, dass das Sexleben Jugendlicher keine Auswirkungen auf den Rest ihres Lebens hätte. Anders ausgedrückt: Wer Jugendliche zum freien sexuellen Experimentieren ermutigt senkt ihre Chancen auf eine glückliche Ehe und auf ein stabiles Zuhause für deren Kinder.

Ein weiterer Teil der Studie beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass immer mehr Paare grundlegende Entscheidungen im Bereich Partnerschaft (Sex haben, zusammen ziehen, Kinder haben) nicht mehr bewusst treffen sondern in diese Entwicklungen „hinein rutschen“. Auch das hat Auswirkungen auf das Eheglück:

„Je stärker die Befragten ihre Beweggründe als eine Entscheidung statt als ein Rutschen interpretierten, je größer war die Qualität ihrer Ehe.“

Die Studie betont deshalb den Wert von Ritualen, um die Entscheidung für die Partnerschaft ganz bewusst fest zu machen. Es wurde sogar eine Korrelation zwischen der Größe der Hochzeitsgesellschaft und dem Eheglück gefunden!

Umso bitterer ist, was die FAZ am 23.10. (unbedingt lesen!) über die Entwicklungen in der deutschen Sexualerziehung berichtet:

„Ein weiteres Muster der emanzipatorischen, dekonstruktivistischen oder sexualfreundlichen Sexualpädagogik ist die Überbetonung des Lustaspekts von Sexualität, während das Gelingen stabiler Bindungen und tragfähiger Beziehungen bewusst vernachlässigt werden. Im Jahr 2004 analysierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die von ihr mitzuverantwortende Sexualaufklärung: „In den Richtlinien ist keine Zielführung der Sexualerziehung im Hinblick auf Ehe und Familie auszumachen.“

DAS ist für mich das schwerwiegendste Problem unserer heutigen Bildungspolitik: Jugendliche werden nicht mehr zu Ehe und Familie ermutigt! Stattdessen wird die „traditionelle Familie“ in Frage gestellt oder gar deren Ende herbeigeredet, was man nicht zuletzt daran sehen kann, wie Google diese Worte ergänzt.

google traditionelle familieDie Folgen sind schon jetzt deutlich sichtbar: Immer mehr Kinder wachsen in unverheirateten Lebensgemeinschaften oder bei Alleinerziehenden auf. Leider zeigen die nüchternen Zahlen des statistischen Bundesamts nicht, wie viel Leid, Zerbruch und Verletzungen zerstörte Beziehungen für die Menschen und ihre Kinder bedeuten.

Ich habe allerhöchsten Respekt vor Alleinerziehenden oder Patchworkfamilien. Aber das ändert nichts daran, dass es höchste Zeit ist, wieder neu für den Wert von Ehe, Familie und lebenslanger Treue mutig aufzustehen. Damit Google die Worte “traditionelle Familie” bald wieder mit “Glück”, “Zukunft” und “Geborgenheit” ergänzt.

 

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Warum ich es (trotz allem) richtig finde, wenn Christen auf die Straße gehen

Im August 2014 war ich zum ersten Mal auf einer Demo. Es ging um Solidarität mit Israel und Protest gegen Antisemitismus. Das hat mich aufgewühlt, nicht zuletzt auch wegen der Gegendemonstranten mit ihren schlimmen antisemitischen Parolen. Schade fand ich, dass wir angesichts der vielen rund um Stuttgart lebenden Christen nur 700 Teilnehmer waren. Aber irgendwie kann ich es auch verstehen. Lange Zeit hätte ich mir selbst nicht vorstellen können, demonstrieren zu gehen. Hat Paulus nicht gesagt, dass wir ein stilles und ruhiges Leben führen sollen statt öffentlichen Aufruhr zu stiften?

Zumal so eine Demo ihre Schattenseiten hat. Oft werden die knappen Parolen den komplexen Themen nicht wirklich gerecht. Das kann polarisierend wirken statt Dialog zu fördern. Und man hat immer wieder auch schräge Leute dabei, mit denen man nicht in einen Topf geworfen werden möchte. Medien fokussieren leider oft auf solche Randfiguren, um die ganze Demo schlecht oder lächerlich zu machen. Da fragt man sich dann: Ist das am Ende nicht kontraproduktiv? Ich kann verstehen, wenn Christen sich aus diesen Gründen an Demos grundsätzlich nicht beteiligen wollen.

demo für alle

Ich selbst sehe das inzwischen jedoch anders. Ich freue mich, wenn Christen öffentlich aufmerksam machen auf das unsägliche Leid der zahllosen missbrauchten und versklavten Prostitutierten in Deutschland oder auf das hierzulande leider viel zu wenig wahrgenommene Drama der weltweit 100 Millionen verfolgten und vertriebenen Christen. Auch finde ich es wichtig, dass Christen beim Marsch für das Leben den Wert des Lebensschutzes von der Zeugung bis zum Tod hochhalten.

Und ich meine auch, dass das seit der Onlinepetition zum Bildungsplan 2015 vieldiskutierte Thema der “sexuellen Vielfalt” uns alle weiter umtreiben sollte. Denn es geht hier ja um weit mehr als nur um die verfassungsrechtlich bedenkliche Verordnung einer Einheitsmeinung, laut der Jeder jede denkbare sexuelle Variante als gleichwertig zu akzeptieren hat. Es geht auch nicht nur um die gezielte Identitätsverwirrung (“Dekonstruktion”) durch Auswüchse einer mit vielen Steuermillionen finanzierten Genderideologie. Es geht darum, dass Schamgrenzen von Kindern durchbrochen werden, wenn sie im Klassenverband mit unterschiedlichsten Sexpraktiken konfrontiert werden oder wenn (wie die Bundesgesundheitszentrale in ihren “WHO-Standards für Sexualaufklärung” empfiehlt) schon im Kindergarten über sexuelle Themen gesprochen werden soll. Es geht darum, dass Sex von Verantwortung getrennt und das Ideal lebenslanger Treue aufgegeben wird. Es geht darum, dass Ehe und Familie schrittweise gezielt dekonstruiert werden mit vielfältigen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft  (dazu hier ein äußerst empfehlenswertes Interview mit dem Sexualpädagogen Nikolaus Franke).

Es geht aber auch um die zunehmende Verstaatlichung der Kindererziehung, die die wissenschaftlich belegte Tatsache ignoriert, dass die emotionale Nähe der Eltern, ganz besonders der Mutter, durch nichts zu ersetzen ist. Kleinkinder sind in Fremdbetreuung enormem Stress ausgesetzt. Sie brauchen Bindung, nicht Bildung! Die öffentliche Diffamierung von Hausfrauen (“Heimchen am Herd”) und der wachsende finanzielle und soziale Druck auf Eltern, ihre Kinder schon wenige Wochen nach der Geburt in eine Krippe zu geben (nicht zuletzt durch Abschaffung des Betreuungsgelds) haben Auswirkungen auf die emotionale Stabilität und Bindungsfähigkeit der nächsten Generation. Wenn aber immer weniger junge Menschen willens und in der Lage sind, lebenslange Partnerschaften aufzubauen bedeutet das zwangsläufig, dass immer weniger Kinder in einem gesunden Umfeld aufwachsen können. Dieser Trend kann im Osten Deutschlands längst beobachtet werden.

Die Väter des Grundgesetzes hatten noch betont, dass Erziehung Aufgabe der Eltern ist und dass Ehe und Familie besonders geschützt werden muss. Das Tempo, in dem wir heute zentrale Grundpfeiler unserer Zukunftssicherung über Bord werfen, ist beängstigend. Ich finde: Man kann und darf einfach nicht schweigen angesichts all des Leids, das durch diese Fehlentwicklungen erzeugt wird.

Jesus hat uns aufgetragen, Salz und Licht unserer Gesellschaft zu sein. Das heißt: Statt uns in fromme Burgen zurückzuziehen sollen wir uns einmischen, mitmachen, prägend wirken. Deshalb sollen Christen sich engagieren in Parteien, Medien, Betrieben, Schulen usw. Und sie sollen mehr denn je von ihrer „Geheimwaffe“ Gebet Gebrauch machen. Aber auch Demonstrationen sind nun einmal kein “Aufruhr” sondern ein wichtiges Element der Meinungs- und Willensbildung in einer Demokratie, das wir nicht ungenutzt lassen dürfen, um auf die Not derer aufmerksam zu machen, die sich selbst nicht helfen können. Und gerade in jüngster Zeit zeigt sich: Es lohnt sich! Die Demonstrationen verändern tatsächlich politische Entscheidungen und beeinflussen das öffentliche Meinungsbild.

Klar muss allerdings sein: Christen demonstrieren anders! Sachlich, nachdenklich, fröhlich, klug, intelligent. Wir heben nicht die Faust sondern höchstens die Hand zum Gebet. Wenn ich auf einer Demo merken würde, dass populistischem Dünnpfiff oder gar homophobem oder ausländerfeindlichem Gerede nicht gewehrt wird bin ich sofort wieder weg. Immer wieder erschrecke ich darüber, wie lieblos und abfällig sich sogar Christen über andere Menschen äußern. Liebe Demo-Organisatoren: BITTE tut alles, damit Polemik oder Diffamerierung anderer Menschen keinen Raum hat!

Am 11. Oktober 2015 ist in Stuttgart die nächste “Demo für alle” für Familie, Elternrechte und gegen Genderismus und Frühsexualisierung. Ich hoffe, dass viele Menschen kommen und ein klares Zeichen setzen, damit in unserem Land wieder bekannt wird: Ehe bleibt Ehe! Vater, Mutter, Kind – Familie gewinnt!

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