Das Geheimnis gelingender Kommunikation…

… ist Vertrauen!

Missverständnisse sind etwas ganz normales. Das liegt daran, dass Begriffe oft mit ganz unterschiedlichen Inhalten, Assoziationen und Emotionen verknüpft werden können. Manchen Leuten leuchten z.B. beim Wort “Gemeinde” die Augen, weil sie damit liebevolle Gemeinschaft verbinden. Andere verziehen das Gesicht, weil sie Gemeinde als bürokratisches Konstrukt ohne menschliche Wärme erlebt haben. Deshalb lösen Begriffe beim Empfänger oft ganz andere Botschaften und Emotionen aus als die, die der Sender vermitteln wollte.

Aber das ist kein echtes Problem, solange man sich vertraut! Denn dann geht man davon aus, dass der Andere es vermutlich gut gemeint hat, selbst wenn die Botschaft schlecht angekommen ist. Dann fragt man im Zweifelsfall nach, wenn sich etwas verletzend oder verwirrend angehört hat – und alles klärt sich auf.

Aber wenn Vertrauen fehlt kommt man leicht auf die Idee, dass etwas wirklich böse, abwertend oder destruktiv gemeint war. Dann fragt man auch nicht nach, weil man ein konfrontatives Gespräch erwartet, dem man lieber aus dem Weg geht. Und so verfestigt sich Abneigung, Misstrauen und Trennung.

Blogbild KommunikationIch habe es so oft erlebt: Wenn Vertrauen fehlt ist die Kommunikation anstrengend, weil es immer wieder zu verletzenden Missverständnissen kommt, die – wenn überhaupt – nur mit großem Zeit- und Kraftaufwand behoben werden können.

So wichtig es ist, Missverständnisse aufzuklären: Unser großes Ziel muss Vertrauen sein! Dann sind auch die üblichen Missverständnisse kein großes Problem mehr. Vertrauen wächst durch Offenheit, Zeit füreinander, ehrliche Gespräche, Verständnis und Vergebung. Jede Minute für vertrauensbildende Gemeinschaft ist extrem gut investiert, weil sie uns vor kraft-, zeit- und nervenzehrenden Missverständnis-Konflikten bewahrt.

Übrigens: Die Missverständnisgefahr steigt massiv bei schriftlicher Kommunikation! Denn das bloße Wort ohne Tonfall und Mimik enthält wesentlich weniger Information als das gesprochene Wort des direkten Gegenübers. Wenn ich jemandem etwas schreibe kann ich die unmittelbare Reaktion des Botschaftsempfängers nicht erleben. Ich kann nicht sofort reagieren, wenn etwas falsch angekommen ist. Die Gefahr, dass es zu verletzenden Missverständnissen kommt, ist deshalb ungleich größer.

Daher mein Tipp: E-Mail, WhatsApp, Facebook usw. ist klasse, um Informationen auszutauschen. Aber wenn man es zum Diskutieren oder gar für die Klärung von Konflikten nutzt muss man jedes Wort aufs sorgfältigste abwägen. Das ist aufwändig und anstrengend. Auch im digitalen Zeitalter ist deshalb das persönliche Gesprächimmer immer noch der Königsweg und durch nichts zu ersetzen!

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