Vater, warum?

Vater, es gibt da einiges, was ich nicht verstehe. Warum ist es oft so zäh und trocken in meinem Leben? Und warum geht es vielen Christen so schlecht? Warum liegt die Kirche am Boden? Und warum vergisst unser Land seine christlichen Wurzeln? Vater, sag mir: Warum nur?

Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet.1

Aha. Das soll also der ganze Grund sein? Dass wir Dich zu wenig bitten?

Ich habe es euch gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.2 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!3

Ja, das hab ich schon mal gelesen. Aber kann Gebet wirklich alles ändern?

Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.4  Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr solches nicht allein mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet: so ihr glaubt, werdet ihr’s empfangen.5 Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.6

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, Vater. Dann ist wohl mein Problem, dass ich viel zu wenig Glauben habe, oder?

Nicht nur. Denk daran, dass ich auch gesagt habe: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.7 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.8 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.9 

Was meinst Du damit, dass wir in Deinem Namen beten sollen? Ist das so eine Art magische Formel?

Johannes hat euch erklärt, worum es dabei geht, als er schrieb: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.10

O.K. das klingt logisch. Wir können ja nur in Deinem Namen beten, wenn wir auch das beten, was Du willst. Aber wie finden wir heraus, was Dein Wille ist?

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.11

Hm, Du meinst wohl: Wenn wir mit Dir eins sind, dann wird Dein Wille immer mehr auch unser Wille sein. Das leuchtet mir ein. Deshalb ist es wohl auch so wichtig, dass ich ein reines Herz habe, richtig? Schließlich hat Johannes doch geschrieben: Wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm.12

Ganz genau.

Ich verstehe. Aber wie kann ich darin wachsen, dass mein Gebet immer kraftvoller wird und wirklich Berge versetzt?

Denk an die Geschichte, mit der ich euch ermutigt habe, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.13

O.K., also ich muss einfach dranbleiben statt gleich aufzugeben. Deshalb war es Paulus wohl so wichtig, dass wir allezeitbeharrlich und ohne Unterlass danken und beten sollen, stimmt’s?

Genau, und denk bitte auch noch daran: Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.14

Also Du meinst: Da liegt eine ganz besondere Verheißung auf gemeinsamem Gebet?

Aber ja! Wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.15

Also Du meinst: Wenn alle Deine Kinder gemeinsam beten, dann wird sogar unser ganzes Land erneuert?

Muss ich alles zweimal sagen?

Wenn ich es mir genau überlege hast Du mir jetzt sogar schon 15 mal gesagt, dass Du unser Gebet erhören wirst.

Tja…

Vater, jetzt hab ich nur noch 1 Frage: Wenn Du doch so oft, so klar und so deutlich versprochen hast, dass Du unsere Gebete wirklich erhören wirst, warum beten wir Christen dann trotzdem so wenig? Vater, sag mir: Warum nur?

JETZT endlich stellst Du die eigentlich wichtige Warum-Frage, mein Sohn…


15 Verheißungen, dass Gott Gebet erhört: 1: Jakobus 4, 2 2: Psalm 50, 14-15 3: Matthäus 7, 7-11  (siehe auch Lukas 11, 9-13) 4: Jakobus 5,16 5: Matthäus 21, 21-22 6: Markus 11, 24 7: Johannes 16, 23 8: Johannes 14, 13 9: Johannes 15, 16 10: 1. Johannes 5, 14 11: Johannes 15, 7 12: 1. Johannes 3, 21-22 13: Lukas 18, 1-8 14: Matthäus 18, 19 15: 2. Chronik 7, 13-15 

Siehe auch:

2 Gedanken zu „Vater, warum?

  1. Super formuliert.
    Ich denke, das Wichtigste ist ausdauernd, beharrlich zu beten, auch wenn man lange nichts sieht. Wenn wir den Willen Gottes erkannt haben und entspr, beten, können wir sicher sein, dass Gott eingreift, aber eben zu SEINER Zeit.

    • Liebe Margarete,
      für manche ist es unangenehm, weil sie es nicht gewöhnt, wenn man ihre Aussagen auf den Prüfstand der Logik stellt und diese Stück für Stück hinterfragt damit manches etwas klarer wird und vielleicht auch anwendbar ist. Gerade im christlichen Bereich, eben weil es keine Wissenschaft ist, werden zum großen Teil schwam-mige Aussagen gemacht, mit denen keiner etwas anfangen kann.
      Du schreibst „ich denke“. Was heißt das? Hast Du das nachste-hende ausprobiert oder meinst Du „es könnte sein“? Was heißt „ausdauernd und beharrlich“? Sollte man jeden Tag mehrere Male immer das gleiche und wie lange beten? Wenn Dich jemand um was bittetet, wirst Du bestimmt nicht sagen „du mußt mir tagelang
      immer das gleiche sagen, bis ich dir helfe“. Du würdest vielleicht wenigstens sagen „im Moment paßt es mir nicht oder warte noch 10 Tage oder einige Monate“ oder „dein Wunsch ist so unsinnig, daß ich dir überhaupt nicht helfen kann“. Das wäre dann eine Antwort mit der man was anfangen kann.
      In diesem Punkt bin ich selbst schwer am Schleudern und benötige dringend für gewisse Entscheidungen Antworten auf die ich warte und warte.
      Was heißt „wenn wir den Willen Gottes erkannt haben“? Wie soll das vor sich gehen? Wenn Du wirklich weißt, was Gott will, dann brauchst Du ja garnicht beten, weil er ja dann sowieso seinen Willen
      verwirklichen würde.
      Es scheint alles sehr undurchsichtig und kompliziert zu sein. Ich für mich haben Fragen über Fragen, aber keiner kann wirklich weiter-helfen. Man hört die haarsträubensten Antworten und kaum jemand ist bereit ganz ehrlich zu diskutieren.
      Der, der sagt „ich weiß es auch nicht“, ist mir noch ab liebsten, anstatt rechthaberisch irgend etwas von sich zu geben.
      Gut wäre es wenn man zu dem Thema „Gebetserhörungen“ Berichte hätte z.B. Heilung von Krankheiten usw.
      Es grüßt
      Friedemann

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