Können Christen heute noch an Adam, Eva und die Arche glauben?

Können Christen heute noch an Adam, Eva und die Arche glauben?

Ist es angesichts der modernen wissenschaftlichen Er­kennt­nisse nicht vernunfts- und wissenschaftsfeindlich, die Erzählungen der biblischen Urgeschichte für historisch zu halten?

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Wer heute noch an Adam, Eva und die Arche glaubt, gilt inzwischen auch in vielen christlichen Kreisen im besten Fall als skurril, im schlechtesten Fall als ein Feind von Vernunft und Wissenschaft. Tatsächlich gibt es Beispiele von erschreckender Wissenschaftsfeindlichkeit unter Christen. Neulich schrieb mir jemand: In seiner Gemeinde sei gelehrt worden, dass der Teufel die Dino-Knochen vergraben habe, um den Menschen den Glauben an die Bibel zu vermiesen. Zum Glück ist derart schräger Unfug selten. Relativ weit verbreitet ist aber leider die Praxis, solche Fragen totzuschweigen. Die Folge ist am langen Ende, dass Menschen unsere Gemeinden und Gemeinschaften verlassen, weil sie diese Fragen nicht unter den frommen Teppich kehren wollen oder können.

Deshalb müssen wir uns dringend dieser Frage stellen: Wie sollen moderne, aufgeklärte Christen umgehen mit den teils krassen Unterschieden zwischen den biblischen Berichten zur Urgeschichte und den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft, wenn Sachkritik an der Bibel[1] aus Glaubensgründen nicht in Frage kommt?

Der Glaube an eine „junge Erde“: Die Faktenlage

Etwa 1800 Jahre lang hat praktisch die gesamte Kirche Jesu den biblischen Bericht über die Entstehung der Erde „wörtlich“[2] ernst genommen und geglaubt, dass sich die Geschichten von Adam, Eva, dem Sündenfall, der weltweiten Sintflut und der babylonischen Sprachverwirrung tatsächlich in etwa so ereignet haben. Weltweit gesehen gilt das auch heute noch für die Mehrheit der Christen. Vielen ist dabei durchaus bewusst, wie problematisch es ist, die gesamte Weltgeschichte, Archäologie und Geologie in einen Zeitraum von etwa 6.000 bis 10.000 Jahren zu pressen. Zwar gibt es eine Reihe von historischen Indizien, die durchaus für eine Historizität der biblischen Urgeschichte sprechen.[3] Auch in der Biologie und Geologie gibt es Fakten, die im Modell einer „jungen Erde“ sogar deutlich besser erklärt werden können (z.B. das Phänomen der „lebenden Fossilien“ oder der wiederbelebbaren Sporen in uralten Fossilien, in denen längst alle biologischen Materialen hätten zerfallen sein müssen). Richtig ist auch, dass es für einige geologische Phänomene, denen man früher eine Dauer von Jahrmillionen zuschrieb, inzwischen sehr überzeugende Kurzzeitmodelle gibt.[4] Andererseits deuten einige Fakten auch klar auf ein deutlich höheres Alter der Erde hin: Die radiometrischen Datierungen, die Entfernung der Sterne im Universum (deren Licht dann noch gar nicht bei uns angelangt sein dürfte) und einige geologische Phänomene, für die es bislang keine befriedigende Kurzzeitmodelle gibt.

Das naturhistorische Standardmodell: Nicht weniger problematisch

Fakt ist aber auch: Mit dem Problem schwerwiegender ungelöster Fragen sind die Anhänger einer jungen Erde keinesfalls allein. Ich kenne kein einziges Modell zur Entstehung des Kosmos, der Erde und der Organismenvielfalt, das nicht mit vergleichbar schwerwiegenden und grundlegenden Problemen zu kämpfen hätte. Das gilt gerade auch für das naturhistorische Standardmodell, in dem das Eingreifen eines wie auch immer gearteten Schöpfers oder Designers von vornherein aus Prinzip grundsätzlich ausgeschlossen wird. Die Probleme dieses Modells, das die Entstehung komplexer physikalischer und biologischer Systeme bis hin zum menschlichen Bewusstsein ausschließlich durch ungerichtete, absichtslose und somit letztlich zufällige Prozesse erklären möchte, sind in den letzten 150 Jahren nicht kleiner sondern im Gegenteil stetig größer geworden.[5] Noch nie wussten wir so viel darüber, wie unfassbar komplex und fein aufeinander abgestimmt die Elemente des Universums und des Lebens sind. Entsprechend groß ist die Ratlosigkeit in Bezug auf die Frage, wie diese hochkomplexen Systeme entstehen konnten.[6]

Die oft geäußerte Annahme, dass sich diese offenen Fragen in der Zukunft schon noch klären und die Erklärungslücken immer kleiner werden, entspricht seit Jahrzehnten nicht der wissenschaftlichen Realität. Durch Wissenszuwachs werden diese „Lücken“ größer, weil der Erklärungsbedarf einerseits zunimmt, andererseits die Defizite erklärender Evolutionstheorien immer offenkundiger werden. Und Tatsache ist natürlich auch: Mit der Behauptung, dass zukünftige Erkenntnisse die Probleme meines Welterklärungsmodells schon noch lösen werden, könnte man schlichtweg JEDES Modell zur Entstehung der Welt verteidigen und gegen JEDE Kritik immun machen. Dieses Pseudoargument trägt daher zum wissenschaftlichen Wettbewerb der verschiedenen Modelle absolut nichts bei, im Gegenteil: Es blockiert den Dialog und das ehrliche, offene Argumentieren.

Theistische Evolution: Ist der Mix aus Schöpfung und Evolution die Antwort?

Nicht wenige Christen wollen sich heute nicht entscheiden zwischen Schöpfung und Evolution. Stattdessen vertreten sie einen Mix aus beiden Modellen und bezeichnen dies als „theistische Evolution“. Dabei wird angenommen, dass Gott die Evolutionsprozesse benutzt habe, um die Organismenvielfalt zu erschaffen. Wie diese göttlichen Eingriffe in den Evolutionsprozess genau vonstatten gegangen sein sollen, wird dabei meist nicht näher erklärt.

Vertreter dieses Modells glauben oft, auf diese Weise Glaube und Naturwissenschaft versöhnen zu können. Dabei scheint ihnen nicht immer bewusst, dass sie mit dieser Sichtweise in der „Scientific Community“, also der akademischen naturwissenschaftlichen Welt, letztlich genauso im Abseits stehen wie die Anhänger einer Schöpfung ohne Evolution. Denn der akademische Wissenschaftsbetrieb ist nun einmal strikt naturalistisch ausgerichtet. Egal ob mit oder ohne Evolution: Wer mit göttlichen Eingriffen rechnet wird immer vom gleichen Schicksal heimgesucht: Keine Publikationen, keine Fördergelder, keine Vorträge an wissenschaftlichen Symposien, somit auch keine wissenschaftliche Karriere und kein Einfluss auf die wissenschaftliche Diskussion.[7] Kein Wunder, dass einige Vertreter der theistischen Evolution das Schöpfungshandeln Gottes inzwischen gänzlich auf die Zeit des Urknalls oder auf quantenphysikalische und somit äußerlich nicht fassbare Prozesse beschränken und behaupten: Gott habe nicht zielgerichtete Prozesse gebraucht, um sein Ziel der Erschaffung des Menschen zu erreichen – ein innerer Widerspruch und ein Dilemma, das letztlich nicht schlüssig aufgelöst werden kann. Reinhard Junker hat zudem in Anlehnung an J. G. West dargelegt, dass diese Denkweise das Modell der theistischen Evolution letztlich in eine frappierende Nähe zu gnostischen Lehren bringt.[8]

Wenig bekannt scheint unter den Anhängern einer theistischen Evolution auch zu sein, dass die Faktenlage in der Fossilienforschung („Paläontologie“) gerade nicht zur These einer schrittweisen Höherentwicklung der Lebewesen passt und somit auch einer theistischen Evolution widerspricht. So berichtet der Paläontologe Dr. Günter Bechly, dass die Baupläne der unterschiedlichen Tiergattungen im Fossilienbericht fast immer plötzlich und explosionsartig auftauchen.[9] Um diesem Befund gerecht zu werden müsste man eher von abschnittsweisen, über Jahrmillionen verteilten Schöpfungsakten ausgehen. Stimmt der biblische Schöpfungsbericht aus 1. Mose 1 also doch, nur dass (vielleicht in Anlehnung an 2. Petrus 3, 8) die „Tage“ nicht 24 Stunden sondern Jahrmillionen dauerten? Was auf den ersten Blick verlockend klingt, wirft aus biblischer und ethischer Perspektive eine ganze Reihe schwieriger Fragen auf[10]:

  • Wie passt dieses Modell zur biblischen Lehre, dass der Tod nicht Teil von Gottes guter Schöpfung sondern Folge der Sünde des Menschen ist (Römer 5, 12; Römer 8, 20ff.; 1. Korinther 15, 20ff.)? Wie kann dann noch der Zusammenhang zwischen Adam und Christus aufrecht erhalten werden, der für die Theologie von Paulus so zentral ist?
  • Warum sind viele der geschaffenen Tier- und Pflanzenformen längst schon wieder ausgestorben, bevor die Schöpfung zu ihrem „sehr guten“ Abschluss kam? Was sagt es über den Charakter Gottes, wenn Gott die Überproduktion von Nachkommen und ihren Tod durch Auslese der Schwächeren geradezu als Schöpfungsmethode verwendet?
  • Warum beginnt und endet Gottes Geschichte mit den Menschen in einem vergleichsweise winzigen Zeitabschnitt der gesamten Schöpfungs- und Menschheitsgeschichte?
  • Gibt es gar keine klare, grundsätzliche Abgrenzung zwischen Mensch und Tier, da beide doch nahe verwandt sind? Befindet sich der Mensch in einer Höherentwicklung? Sind wir selbst die „Neandertaler der Zukunft“? Gibt es Menschen, die höher entwickelt sind als andere? Wie passt das zur biblischen Lehre, dass alle Menschen gleichermaßen als Gottes Ebenbild geschaffen wurden?

Mischformen und Abwandlungen

Zwischen den geschilderten drei Erklärungsansätzen zur Entstehung unserer Welt gibt es noch zahlreiche Abwandlungen und Mischformen.[11] So geht zum Beispiel der bekannte Theologe Timothy Keller davon aus, dass Adam und Eva tatsächlich das historisch erste Menschenpaar nach dem Ebenbild Gottes waren, dass sie aber gleichzeitig das letzte Glied einer langen evolutionären Entwicklung darstellten.[12] Aufgrund bestimmter textlicher Eigenschaften des ersten Schöpfungsberichts in 1. Mose 1 argumentiert Keller dafür, dass die Aussageabsicht dieses Textes anders als die nachfolgenden Kapitel metaphorisch sei und nicht historisch. Daher sieht er auch Möglichkeiten, die Annahme einer „alten Erde“ mit der Aussageabsicht der biblischen Autoren zu vereinbaren und gleichzeitig an Adam und Eva als reale geschichtliche Personen zu glauben.

Auch wenn dieser Ansatz verschiedene neue Fragen und Probleme aufwirft[13] zeigt sich daran: Es gibt Theologen, die sowohl der Aussageabsicht der Schrift vertrauen und trotzdem in Bezug auf die tatsächlich abgelaufene Erdgeschichte zu unterschiedlichen Sichtweisen gelangen. Welches Modell am Ende sowohl mit der Aussageabsicht der Bibel als auch mit den Spuren aus der Entstehungsgeschichte der Erde am besten vereinbar ist, das kann, soll und wird auch unter Bibeltreuen weiter engagiert diskutiert werden.

Außerwissenschaftliche Vorurteile: ALLE müssen sich ehrlich machen!

Das geht aber nur auf Basis einer nüchternen, ehrlichen Bewertung aller Fakten. Und es geht nur, indem jede Seite sich offen und ehrlich den Tatsachen stellt – gerade auch denen, die dem eigenen Weltbild entgegenstehen (wie es nach meiner Erfahrung z.B. die Studiengemeinschaft Wort und Wissen seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise tut). Und das geht nur, wenn man andere Sichtweisen nicht von vornherein lächerlich macht, wie es Kritiker der vorherrschenden naturalistischen Ursprungsforschung leider oft erleben müssen.[14]

Für eine faire Debatte wäre es außerdem wichtig, ehrlich die außerwissenschaftlichen Vorent­scheidungen offen zu legen, die letztlich  in jedem Modell zur Entstehung unserer Welt eine erhebliche Rolle spielen:

  • Bibeltreue Christen haben sich zum Beispiel entschieden, der Aussageabsicht der Bibel vorbehaltlos zu vertrauen. Wenn ein Bibeltext historisch gemeint ist, dann wird er auch dann historisch ernst genommen, wenn wissenschaftliche Fakten aktuell dieser Annahme entgegenstehen.
  • Der akademische Wissenschaftsbetrieb hat sich entschieden, grundsätzlich ausschließlich natürliche Ursachen für die Entstehung unserer Welt in Erwägung zu ziehen. An diesem wissenschaftlich nicht begründ- und belegbaren Ausschluss göttlichen Wirkens hält man fest, selbst wenn wissenschaftliche Fakten aktuell dieser Annahme entgegenstehen.[15]

Außerwissenschaftliche Vorurteile sind also keine Spezialität bibeltreuer Christen. Sie sind auch im Wissenschaftsbetrieb ganz normal und für sich genommen überhaupt kein Grund, jemanden als vernunfts- oder wissenschaftsfeindlich zu diskreditieren. Wichtig ist nur, sich offen, ehrlich und vorurteilsfrei den Fakten und dem wissenschaftlichen Diskurs zu stellen, sich ergebnisoffen an der Erforschung der Ursprungsfragen zu beteiligen und dabei eigene außerwissenschaftliche Denkvoraussetzungen ehrlich offen zu legen. Es wäre schön, wenn dies auf allen Seiten gleichermaßen geschehen würde.

Warum ich Naturwissenschaft genial finde UND der Bibel vertraue

Ich bin ein großer Naturwissenschaftsfan! Ich bin tief beeindruckt von den gewaltigen naturwissenschaftlichen Erfolgen der letzten Jahrhunderte. Als Bibelleser bin ich von diesen Erfolgen auch nicht wirklich überrascht. Es war ja gerade das Christentum, das durch die biblische Trennung zwischen Schöpfer und Schöpfung wegbereitend für die Entstehung der modernen Naturwissenschaft war[16]. Speziell bei den Ursprungsfragen sehe ich die Festlegung auf den Naturalismus allerdings kritisch – und somit natürlich auch die Theorien, die auf der Basis dieses außerwissenschaftlichen Vorurteils entstanden sind. Die Naturwissenschaft ist zwar ungeheuer erfolgreich bei der Frage, WIE die Welt FUNKTIONIERT. Äußerst mager sehen ihre Erfolge aber aus bei der Frage, WOHER sie kommt und wie sie ENTSTANDEN ist. Gerade bei den Fragen nach dem Woher und Wohin finde ich es sehr vernünftig, die Begrenztheit menschlicher Erkenntnisfähigkeit besonders gut im Blick zu behalten. Wir wären nicht die erste Generation, die bei diesen Themen breit akzeptierte wissenschaftliche Sichtweisen gründlich revidieren muss. Günter Bechly hat diesbezüglich jüngst darauf hingewiesen, dass gerade die Evolutionsforschung aktuell in einer grundlegenden Krise steckt, die hinter den Kulissen und zum Teil sogar schon ganz offen diskutiert wird.[17]

Können Christen heute noch an Adam, Eva und die Arche glauben? Ja, natürlich! Und zwar ohne ihren Verstand an der Kirchengarderobe abgeben zu müssen. Es gibt so viele gute Gründe, warum es auch heute noch absolut vernünftig ist, den Aussageabsichten der Bibel vollständig zu vertrauen.[18] Deshalb können natürlich auch aufgeklärte Christen zu dem begründeten Schluss kommen, dass ein realer historischer Hintergrund hinter den biblischen Erzählungen in 1. Mose 1-11 den biblischen Texten und den wissenschaftlichen Fakten insgesamt am besten gerecht wird. Wer solche Christen lächerlich macht oder ihnen von vornherein Vernunfts- oder gar Wissenschaftsfeindlichkeit unterstellt ist nicht nur respekt- und lieblos, sondern offenbart auch ein trauriges Halbwissen in Bezug auf die heutige Sach- und Faktenlage.


Buchempfehlung: Im von Reinhard Junker herausgegebenen Sammelband “Genesis, Schöpfung und Evolution” finden sich eine Reihe von qualitativ hochwertigen Artikeln zu Themen rund um die biblische Urgeschichte – sachlich, fundiert und trotzdem zumeist auch für Laien verständlich. Bezogen werden kann das Buch hier beim SCM-Verlag.

Anmerkungen:

[1] Also z.B. die Ablehnung der Historizität biblischer Texte, obwohl sie aufgrund ihrer Texteigenschaften und ihres Kontexts von den biblischen Autoren offenkundig historisch gemeint sind und auch von anderen biblischen Autoren historisch gelesen werden – siehe dazu der AiGG-Artikel „Streit um das biblische Geschichtsverständnis“

[2] Zur Definition des Begriffs „wörtlich“ im Zusammenhang mit Bibelauslegung siehe der AiGG-Artikel „Ist die Bibel unfehlbar“?

[3] Siehe dazu der AiGG-Artikel: „Geschichten, die die Welt bewegen“

[4] Übersichtlich zusammengestellt von Manfred Stephan in „Einige Befunde aus verschiedenen Wissenschaften, die zu einer kürzeren Erdgeschichte passen oder der Aktualismus in Frage stellen“ W+W-Disk.-Beitr. 4/08; vgl. auch die Artikelsammlung zu „Gültigkeit und Grenzen geologischer Zeitbestimmung“

[5] Einige der zentralen Probleme wurden im AiGG-Artikel „4 Dinge, für die ich Atheisten bewundere“ kurz dargestellt.

[6] Dazu äußerte der US-amerikanische Chemiker Prof. James M. Tour im Jahr 2016: „Diejenigen die denken, dass die Wissenschaft die Details des Ursprungs des Lebens verstanden hätte, sind vollständig uninformiert. Niemand versteht es. … Die Basis, auf der wir als Wissenschaftler stehen, ist so wackelig, dass es das Beste wäre, die Situation ganz offen als das zu bezeichnen, was es ist: Ein Rätsel.“ (ab 1:07:13 im Vortrag: The Origin of Life: An inside story“, 2016)

[7] Den ideologischen Charakter des Gottesausschlusses in der universitären Ursprungsforschung und die massiven Folgen für wissenschaftliche Karrieren belegt der äußerst sehenswerte und Film „Expelled – Intelligenz streng verboten“ sowie der persönliche Erfahrungsbericht des Paläontologen Günter Bechly

[8] Reinhard Junker (2011) in Theistische Evolution und moderne Theologie: „Nichts Neues unter der Sonne“

[9] Näheres dazu im AiGG-Artikel „Evolution – ein Welterklärungsmodell am Abgrund?“

[10] Eine ausführliche Kritik des Konzepts „theistische Evolution“ findet sich im Buch „Leben durch Sterben? Reinhard Junker 1994. Eine detaillierte kritische Betrachtung moderner Konzepte von theistischer Evolution findet sich im Artikel „Theistische Evolution nach Denis Alexander und nach BioLogos“ von Reinhard Junker (2012) aus: Junker, R. (Hrsg.) Genesis, Schöpfung und Evolution. Studium Integrale. Holzgerlingen, 3. Auflage 2017 (so auch Text aus Anm. 8)

[11] Eine Übersicht gibt dazu das Video von Stephan Lange „Wie alt ist die Erde: 6000 oder 4,6 Milliarden Jahre?“

[12] Dargelegt in seinem Buch „Adam, Eva und die Evolution“, 2018

[13] siehe dazu die Rezension des Buchs „Adam, Eva und die Evolution“ von Dr. Reinhard Junker

[14] So erzählt Dr. Günter Bechly im äußerst empfehlenswerten 30-minütigen Interview, wie er aufgrund seines wachsenden Zweifels an der vorherrschenden naturalistischen Erklärung zur Entstehung der Welt letztlich seinen Job am Naturkundemuseum in Stuttgart verlor.

[15] Von besonderer Bedeutung ist dazu die oft scharf und emotional geführte Diskussion um das Design-Argument, ausführlich diskutiert von Markus Widenmeyer & Reinhard Junker unter „Der Kern des Design-Arguments in der Biologie und warum die Kritiker daran scheitern“ 12 / 2016

[16] Siehe dazu der AiGG-Artikel „Das bestätigte Weltbild“

[17] Siehe dazu der AiGG-Artikel „Evolution – Welterklärungsmodell am Abgrund?“

[18] Siehe dazu der AiGG-Artikel „10 Gründe, warum es auch heute noch vernünftig ist, der Bibel zu vertrauen“

6 Gedanken zu “Können Christen heute noch an Adam, Eva und die Arche glauben?

  1. Ernsthaft? Eine Erzählung, die Sonne und Mond erst am vierten Tag „erschafft“ soll „aufgrund ihrer Texteigenschaften und ihres Kontexts von den biblischen Autoren offenkundig historisch gemeint“ sein? Ist sie nicht genau aufgrund ihrer Texteigenschaften und ihres Kontextes“ offenkundig *nicht* historisch gemeint? *kopfschüttel*

  2. Warum den Kopf schütteln? Schon am ersten Tag wird laut biblischem Bericht das Licht geschaffen und es existiert schon etwas wie Morgen und Abend. Nur wird wohl erst mit Sonne Mond und Sterne die Dauer dieser Zeit festgelegt. Das heißt bis zum 3.Tag wurde schon das Himmelsgewölbe, das Wasser und die Pflanzen geschaffen. Wir haben hier also : Erde, Licht, Morgen und Abend, eine Atmosphäre und Wasser, Pflanzen. Was da nicht passt soll mir mal einer erklären. Die Grundvoraussetzungen für das Wachstum für Pflanzen wurden klar benannt.

  3. Den Aufsatz finde ich gut! Der Autor holt viele m.E. wirklich ab und versucht zu einem Ergebnis zu führen, das letztlich doch zu der Historizität der biblischen Texte insgesamt führt. Das ist wesentlich, da die Historizität der biblischen Texte die Grundlage für die daraus sich ergebenden geistlichen Aspekte und Lehren sind. Es wird also nicht etwas “erzählt”, um eine geistliche Lehre zu vermitteln, sondern diese ergibt sich aus dem historischen Bericht. Gott ist HISTORISCH! Er HAT so gehandelt, und das hat vielfältige Bedeutung. Beispiele: Darstellung seiner Macht, aber auch seiner Liebe; Darstellung unserer “Kleinheit”, obwohl wir de facto auch schon ein “Universum” sind, d.h. aus Elementen bestehen, die noch so viel kleiner sind als wir; Darstellung seiner Heiligkeit, aber auch seiner Gnade: Ihm zu widerstehen bedeutet den Tod, aber seine Gnade führt wieder zur “Auferstehung”, sowohl leiblich als auch geistlich (!). Das alles ist in der zurückliegenden Geschichte authentisch demonstriert und demzufolge tatsächlich auch geschehen, und zwar so, dass wir davon ausgehen können bzw. MÜSSEN, dass auch die vorausblickenden Aussagen für die Zukunft genauso real sind bzw. sein werden. Es wird (historisch) genau so geschehen! Andernfalls könnten oder müssten wir etwa schließen, dass nicht alles so ernst gemeint ist und es am Ende schon gut werden wird. Viele sind ja genau auf diesem “Trip”. Wirklich? Ich weiß nicht, ob ich es gut darstellen kann, aber mir geht es um diesen Aspekt: Wenn wir die Historizität der biblischen Berichte leugnen, verlieren wir letztlich die Basis für alles, was unseren Glauben ausmacht! Die philosophische Trennung zwischen Glaube und Realität oder Glaube und Wissen(-schaft) (“Glauben ist nicht wissen”) ist fatal! Die Bibel sagt das DURCHGEHEND anders! Ganz anders! Das ist keineswegs auf etwa die Urgeschichte beschränkt!

  4. Die Bibel ist das Wort Gottes, die Natur ist das Werk Gottes. Wenn in der Bibel über die Natur geschrieben wird (was an vielen Stellen geschieht) darf man fest davon ausgehen, dass es stimmt. Wenn zwischen Theologen (sie interpretieren die Bibel) und den Wissenschaftlern (sie interpretiern die Natur) ein Widerspruch besteht, dann ist es aus meiner Sicht auf fehlerhafte Interpretationen auf beiden Seiten zurückzuführen. Eine junge Erde ist weder wissenschaftlich haltbar, noch von der Kirchengeschichte und der Bibelauslegung die einzig mögliche wörtliche Interpretation. Andererseits ist die darwinistische Evolutionstheorie heute wissenschaftlich ebenfalls nicht mehr haltbar und widerspricht ganz klar den abrupt auftretenden Fossilienfunden und vielen Erkenntnissen über Biochemie, Populationsgenetik und Informationstheorien (siehe auch die erwähnten Beiträge von Günther Bechly).
    Ich empfehle den Leuten von Wort und Wissen sehr, ihre Position zum Alter der Erde zu überdenken. Diese Frage überschattet nach meinem Empfinden die exzellente Arbeit auf dem Gebiet der Biologie.
    Eine der für mich besten Quellen zu diesem Thema ist die Organisation Reasons to Believe http://www.reasons.org
    Da werden alle im Blog abgesprochenen biblischen und wissenschaftlichen Themen ausführlich behandelt und es wird gezeigt, dass die erwähnten Widersprüche auflösbar sind.

  5. “Eine junge Erde ist weder wissenschaftlich haltbar …” – die Wissenschaft kann das gar nicht feststellen! Wie ich vorher gesagt habe: Wenn Gott in seiner Schöpfermacht etwas erschafft, ist es für uns unmöglich, das zeitlich davor Liegende mit Sicherheit festzustellen. Es sei denn, aus dem biblischen Bericht geht hervor – und nein, das ist nicht nur Interpretation von Theologen, sondern vielfach einfach eine Frage der Übersetzung und des genauen Lesens – dass nur bestimmte Teile der Schöpfung betroffen waren. Wenn aber, wie im Schöpfungsbericht, auch der gesamte “Himmel” inklusive Mond und Sterne einbezogen sind, wie wollen wir wissenschaftlich feststellen, dass es anders war, als es da steht? Gott kann das genau so angeordnet haben, sodass es für uns “alt” erscheint wie etwas, das schon lange existiert, aber er hat es gerade erst erschaffen! So auch der Mensch: Adam und Eva wurden als erwachsene Menschen erschaffen, nicht als Babys oder gar Embryonen! Der Punkt: Die Formeln auf Grund heutiger Gesetze funktionieren vor dem Schöpfungszeitpunkt nicht mehr! Wie Gott das gemacht hat, wissen wir einfach nicht!
    Wenn es nun keinen wirklichen Grund gibt, an der wörtlichen Bedeutung des Schöpfungsberichts und anderer Texte, die sich darauf beziehen (wie z.B. 2.Mose 20,11), zu zweifeln, wieso sollten dann andere (theologische) Interpretationsmöglichkeiten in Betracht kommen?

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