Ehe für Alle: Zeit zum Aufwachen

Mit der Einführung der „Ehe für alle“ vollzieht die Politik nur den Meinungswandel nach, der sich in unserer Gesellschaft längst vollzogen hat. Als Nation entfernen wir uns seit Jahren von unseren christlichen Fundamenten.

Seien wir ehrlich: Wir Christen haben unsere Salz- und Lichtkraft weitgehend verloren. Während die CSD-Bewegung ohne Scham durch die Straßen unserer Städte marschiert sind die Märsche für Jesus längst wieder eingeschlafen und die ‘Demo für alle‘ krebst bei einigen 100 Teilnehmern herum. Die evangelische Kirche hat die gleichgeschlechtliche Ehe schon 2015 aktiv befürwortet. Die Regeln einiger Landeskirchen zur „Trauung für alle“ gehen schon jetzt weiter als die bisherigen staatlichen Regeln zur eingetragenen Lebenspartnerschaft. Aktuell hat die EKD erneut ein klares Votum für die Ehe für alle veröffentlicht. Wie können wir von der Politik erwarten, dass sie näher an den biblischen Vorgaben bleibt als die Kirche?

Machen wir uns nichts vor: Die Abkehr von unseren christlichen Fundamenten wird weitergehen. Schon seit Jahren wird auch in der ev. Kirche an der Öffnung des Ehebegriffs für die Polyamorie gearbeitet. Ist der Ehebegriff erst einmal aufgelöst gibt es kein logisches Argument mehr, warum nicht auch andere Partnerschaften die gleichen Rechte bekommen sollten. Die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ wird das Ideal der lebenslangen Treuepartnerschaft von Mann und Frau weiter verdrängen.

Täuschen wir uns nicht: Ehe und Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Wenn die bisher vom Grundgesetz geschützte Institution Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau umdefiniert wird (siehe dazu ein guter Kommentar der FAZ) hat das – genau wie die Lockerung des Abtreibungsrechts oder die massive Förderung der Berufstätigkeit von Müttern mit Kleinstkindern – gravierende Konsequenzen, zuerst für Kinder, auf Dauer aber natürlich für die ganze Gesellschaft. Wegschauen hilft nicht. Die Zeitgeistwelle, die die biblischen Fundamente unserer Gesellschaft wegspült, wird vermutlich schneller als wir denken auch über die scheinbar sicher geglaubten Fundamente unserer ganz persönlichen Lebensumstände hereinbrechen. Denken wir also nicht, all das würde uns persönlich nichts angehen.

Seien wir uns im Klaren darüber: Politiker können diese Entwicklung nicht aufhalten. Deutschland braucht eine neue Reformation und eine Erweckung! Die Kirche Jesu muss aufwachen aus ihrem Kirchenschlaf, um unser Land für das Evangelium zu gewinnen! Nur so kann das Problem der Abkehr von den biblischen Werten an der Wurzel gepackt und gewendet werden. Vergangene Erweckungsbewegungen haben bewiesen, dass sie die Gesellschaft tatsächlich nachhaltig verändern können. Verschiedene Signale deuten darauf hin, dass eine Erweckung auch heute wieder möglich ist. Also arbeiten wir dafür. Und beten wir. Denn es stimmt mehr denn je: Allein den Betern kann es noch gelingen.

Siehe auch:

5 Gründe, warum eine Erweckung bevorsteht

Die Kirche ist nicht mehr zu retten. So sieht es zumindest der humanistische Pressedienst. Sie sei in einer „Lose-Lose-Situation“: Passt sie sich dem Zeitgeist an, wird sie inhaltlich ausgehöhlt. Verwehrt sie sich einer „Modernisierung“ wird sie erst recht nicht mehr ernst genommen. Die ständig schrumpfenden Mitgliederzahlen scheinen das zu bestätigen.

Und trotzdem ist kein Niedergang des Christentums in Westeuropa zu erwarten. Ganz im Gegenteil: Es gibt mindestens 5 deutliche Anzeichen dafür, dass die Kirche Jesu vor einem Aufbruch ungekannten Ausmaßes steht:

1. Historische Versöhnungs- und Einheitsbewegungen

Weite Teile der Kirchengeschichte waren von Spaltungen geprägt. Heute sehen wir hingegen eine nie dagewesene Entwicklung hin zur Einheit der Kirche Jesu. Hier nur ein paar Schlaglichter:

  • 500 Jahre nach Beginn der blutigen Verfolgung der Täuferbewegungen haben die Lutheraner und die Schweizer Reformierten endlich für diese Verbrechen um Vergebung gebeten und mit den Täufern Versöhnungsgottesdienste gefeiert.
  • 100 Jahre, nachdem die sog. Berliner Erklärung einen tiefen Keil zwischen pfingstlich und evangelikal geprägte Christen getrieben hat, kam es 2009 zu einer Versöhnung. Der tiefe Riss, der noch vor 20 Jahren quer durch die deutsche Christenheit ging, wurde inzwischen faktisch weitgehend geschlossen. Damit wurden auch viele Vorbehalte gegen Gaben und Wirkungen des Heiligen Geistes überwunden. Lobpreis und Anbetung war vor 20 Jahren noch ein Spaltpilz – heute vereint es die Kirche Jesu!
  • Zwischen der evangelischen und katholischen Kirche gibt es 500 Jahre nach der Spaltung erstaunliche Annäherungen. Und dass ein katholischer Theologe heute einer der beliebtesten Sprecher auf protestantisch/evangelikalen Veranstaltungen ist, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.
  • Mehrfach hat der Papst um Vergebung für das Verhalten der katholischen Kirche gegenüber den Freikirchen gebeten und damit die Grundlage für ein neues Miteinander gelegt.

Allgemein ist zu beobachten, dass die Bedeutung institutioneller Differenzen rasant abnimmt. Wo immer Christen andere Christen mit authentischem Glauben finden, verbünden sie sich über alle Konfessionsgrenzen hinweg. Das hat es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben und kann nicht ohne Folgen bleiben. Schließlich hat Gott seinen Segen dorthin verheißen, wo seine Leute in Einheit zusammen sind (Ps. 133)!

2. Eine dynamisch wachsende Gebetsbewegung

Jeder Erweckung ging eine Gebetsbewegung voraus. So fällt z.B. der Beginn der Weltmissionsbewegung mit dem 100 Jahre andauernden 24-Stunden-Gebet der Herrnhuter Gemeinschaft zusammen. Seit kurzem sehen wir, wie die Zahl der Gebetshäuser in Deutschland stetig wächst. Beter vernetzen sich miteinander. Gebetswanderer durchschreiten betend unser Land. Bücher über Gebet sind Bestseller. Gebetskonferenzen werden so gut besucht, dass selbst die Tagesthemen berichten. Dieses Jahr haben sich erstmals tausende von Christen verbündet, um 40 Tage für eine Erweckung in Europa zu fasten. Das Gebet erlebt einen neuen Boom! Nach den vielen Erweckungen, die Europa bereits gesehen hat, ist es unvorstellbar, dass das dieses Mal ohne Folgen bleibt.

3. Die Rückkehr zu Gottes Wort

Lange Zeit schien es so, als ob das Vertrauen in die Bibel als das offenbarte, verlässliche Wort Gottes auch unter Evangelikalen immer weiter aufgegeben wird – bis Ende 2015 der Evangelist Ulrich Parzany in aller Deutlichkeit widersprach. Der Ruf, der Bibel mehr als dem Zeitgeist zu vertrauen, hallte wieder hörbar durchs Land. Der ehemalige württembergische ev. Landesbischof Prof. Gerhard Maier rief aus: Gebt den Protestanten das Bibelvertrauen zurück! Das bewegende Bekenntnis eines schwulen englischen Pfarrers zur Lehre Jesu erregt großes Aufsehen weit über die nationalen Grenzen hinaus. Der Umstand, dass gerade auch junge Theologen wieder lautstark für die Verlässlichkeit von Gottes Wort und gegen die Schwammigkeit kirchlicher Theologie auftreten, ließ jüngst den Leiter der ev. Nachrichtenagentur idea von einer „beginnenden Wende“ sprechen. Fakt ist: Durch ihren Subjektivismus und die daraus folgende Vielstimmigkeit, Widersprüchlichkeit und Uneinigkeit hat die liberale, universitäre Theologie massiv an Glaubwürdigkeit und Relevanz eingebüßt. An der Kirchenbasis findet sie immer weniger Gehör. Gleichzeitig wächst der Einfluss bibeltreuer Netzwerke wie z.B. der Gebetshausbewegung, dem Netzwerk Bibel und Bekenntnis, Evangelium 21 und den wachsenden freien Gemeinden wie z.B. dem Gospel Forum Stuttgart. Gerade erst hat das Gebetshaus Augsburg den Neubau eines großen Campus zur Ausbildung einer neuen Generation junger Leiter angekündigt. Die Ehrfurcht vor Gottes Wort kehrt in die Kirche Jesu zurück! Genau wie in den biblischen Zeiten eines Josia oder eines Hiskia wird das ganz sicher Wiederherstellung, Einheit und eine neue Dynamik mit sich bringen.

4. Die neue strukturelle Offenheit

Neuer Wein braucht neue Schläuche! Aber viele jahrhundertelang waren strukturelle Reformen im Bereich der Staatskirchen praktisch unmöglich. Jetzt öffnen sich selbst die großen Kirchen für frische Formen („fresh expressions“) von Gemeinde und Kirche. Die Bedeutung der „Parochie“ nimmt ebenso rasch ab wie die einst scharfe Trennung zwischen Klerus und Laien. Wie zu Zeiten der Reformation schauen die Kirchenmusiker und Prediger den Leuten wieder aufs Maul, um wie einst Paulus so viele Menschen wie möglich mit dem Evangelium zu erreichen. Die staatskirchlichen Fesseln beginnen abzufallen. Noch nie waren die Freiheiten so groß wie heute, dem Geist Gottes Raum zu geben, damit ER die kirchlichen Strukturen und Formen nach seinem Willen prägen kann.

5. Menschliche Sicherheiten zerbrechen

Nach dem Wirtschaftswunder, dem Entstehen einer friedlichen EU, der Euroeinführung und dem Ende des kalten Krieges schien alles so stabil und sicher zu sein, dass Gott verzichtbar erschien. Jetzt zerbricht in raschem Tempo ein Stabilitätsanker nach dem Anderen: Der kalte Krieg kehrt zurück. Die EU und die Nato bröckeln. Der Islamismus greift um sich und hat Verunsicherung und Terror im Gepäck. Das Platzen finanzieller Blasen sowie die Zinsabschaffung bei gleichzeitig wachsender Inflation lässt die Menschen um den Wert ihrer Ersparnisse fürchten. Die Globalisierung und die digitale Revolution drohen ganze Berufsgruppen arbeitslos zu machen. Die Parteienlandschaft wird unübersichtlicher und instabiler, die politischen Ränder werden immer stärker.

Die Erkenntnis, dass Humanismus und Aufklärung keine Selbstläufer sind sondern dass Gott und die Bibel für eine funktionierende und blühende Gesellschaft unverzichtbare Fundamente sind, wird deshalb auch in Westeuropa wieder um sich greifen. Der große Erfolg des wegweisenden „Buchs der Mitte“ belegt das schon jetzt.

Es ist nicht aufzuhalten

Jeder einzelne dieser 5 Punkte stellt schon für sich genommen ein (kirchen-)geschichtliches Erdbeben dar. Zusammengenommen halte ich es für völlig unvorstellbar, dass diese Entwicklungen folgenlos bleiben könnten. Dass im Moment noch wenig von einem neuen Aufbruch sichtbar ist muss nichts heißen. Ein Erdbeben, das unter Wasser geschieht, löst eine Welle aus, die einige Zeit völlig verborgen bleibt. Und doch ist ihre Kraft und Dynamik von nichts und niemandem aufzuhalten.

Als Daniel realisierte, dass die Wiederherstellung Israels bevorsteht lehnte er sich nicht zurück und wartete ab, was geschieht. Stattdessen betete und fastete er (Daniel 9, 2-3). Es gibt viele Daniels in diesen Tagen: Männer und Frauen, die die Stimme des guten Hirten hören, die Zeichen der Zeit erkennen und aktiv mitwirken, damit die Braut und Kirche Jesu schon bald in einer neuen Schönheit und Kraft hervortreten kann. Bist Du einer davon? Dann sei ermutigt und mach Dich bereit. Die Erweckung kommt.

Siehe auch:

2 Die Kirche braucht eine geistliche Erneuerung und Erweckung!

Epheser 5, 14: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“

Reformen allein werden die Kirche nicht retten. Änderungen der Struktur oder der Gottesdienstformen sind nur dann fruchtbar, wenn sie authentischer Ausdruck einer inneren geistlichen Erneuerung sind. Sie können nicht Ursache sondern nur Folge von neuem geistlichem Leben sein, das sich neue Strukturen und Formen sucht. Oder um es mit den Worten Jesu auszudrücken: Ohne neuen Wein helfen auch die besten neuen Schläuche nichts.

Auch theologische Rechthaber können die Kirche nicht erneuern, selbst dann nicht, wenn sie theologisch tatsächlich recht haben. Die Wahrheit ist im Neuen Testament nicht in erster Linie die richtige Erkenntnis (die bläht nur auf) sondern eine Person, die gesagt hat: Ich BIN die Wahrheit! Auch die Reformation hat nicht mit 95 Thesen begonnen sondern mit den lebensverändernden Begegnungen, die Luther mit Christus in seinem Wort hatte. Genauso braucht die Kirche auch heute in erster Linie eine neue, tiefgreifende Begegnung mit Christus und seinem Wort.

Erweckungszeiten haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass Menschen neu erkannten, wie verloren sie ohne Christus sind und wie dringend sie ihn und sein Erlösungswerk brauchen. Die geistgewirkte Erfahrung von Sündenerkenntnis, Gnade, Vergebung und Gottes Liebe weckte in den Menschen eine authentische Dankbarkeit, Liebe, Leidenschaft und Opferbereitschaft für Jesus. Das machte sie zu so effektiven Zeugen, dass die Kirche auch gegen größte Widerstände wuchs und wuchs und wuchs

Die Kirchengeschichte ist voller bewegender Berichte über solche Erweckungsbewegungen, in denen die müden Christen aus ihrem frommen Kirchenschlaf gerissen wurden. Die westliche Kirche profitiert bis heute von den Aufbrüchen des Pietismus, von der Erweckung unter John Wesley (die die methodistische Kirche hervorbrachte), von den großen Erweckungen unter Männern wie Jonathan Edwards, die die nordamerikanische Kirche bis heute prägen, und von vielen weiteren geistlichen Aufbrüchen.

Heute sehen wir große Erweckungen vor allem in Asien (z.B. China!), Afrika und Südamerika. Aber wir können uns sicher sein: Gott hat auch Europa nicht vergessen. Und Europa braucht mehr als alles andere dringend eine neue Erweckung! Wenn sie ausbleibt werden unfassbar viele Menschen verloren gehen. Die Kirche wird ihre prägende Kraft vollends verlieren. Dann werden andere Einflüsse die Oberhand gewinnen. Wir wollen uns die Folgen, von denen einige am Horizont bereits zu sehen sind, gar nicht ausmalen.

Erweckung kann man nicht machen. Aber wir können uns dafür bereit machen! Erweckung fällt nicht einfach so völlig unerwartet vom Himmel. Sie ist vielmehr immer dann zu erwarten, wenn die Christen sie für notwendig halten. Wenn sie erkennen, dass sie Erweckung brauchen. Wenn sie sich die Zeit nehmen, für Erweckung zu beten. Am besten, wir fangen gleich jetzt damit an. Überall, wo Christen das tun, hat Erweckung bereits begonnen.