Den schlafenden Riesen wecken

„Die Arbeit macht mich fertig“ stöhnte der junge Mann, „und die Ernte ist sowas von mickrig!“ Viele Jahre hatte er im Ausland vergeblich sein Glück versucht und sich deshalb eigentlich gefreut, nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern heimzukommen und den elterlichen Hof zu übernehmen. Aber die Knochenarbeit, die ihn hier erwartete, hat ihn tief frustriert. „Sag mal, erntest Du mit der Sense?“ fragte ihn der alte Bauer vom benachbarten Hof. „Ja klar, genau wie mein Vater“, antwortete er. Der alte Bauer verzog das Gesicht. „Komm mit, ich zeig Dir was!“ Er führte ihn zu einer alten Scheune, in die der junge Mann noch nie hineingeschaut hatte. „Das hat Dein Vater gekauft als Du weg warst“ sagte sein Nachbar und öffnete das Tor. Der junge Mann wurde blass. DAS hatte er immer für völlig unerschwinglich gehalten: Ein Mähdrescher!

Szenenwechsel.

Angst erfüllt den Marktplatz. Das ganze Volk ist vor Gott zusammen gekommen, vom Baby bis zum Greis. Ein feindliches Heer ist im Anmarsch. Ein furchtbares Gemetzel scheint unausweichlich. Doch dann steht ein Prophet auf und gibt ihnen eine seltsame Anweisung: Sie sollen dem Heer entgegen ziehen ohne zu kämpfen! Statt Soldaten werden Musiker und Sänger an die Front gestellt. Als sie beginnen, Gott zu loben und anzubeten, geschieht das Unfassbare: Die Feinde vernichten sich gegenseitig… (2. Chronik 20)

Was diese beiden Geschichten miteinander zu tun haben? Ich bin überzeugt davon, dass die Kirche Jesu ein schlafender Riese ist mit einem gewaltigen Potenzial, dessen sie sich nur noch nicht bewusst ist und das sie leider noch nicht wirklich nutzt. Die Bibel ist voller Versprechen, dass Gott Gebet erhört und voller Geschichten, dass er es tatsächlich tut. Die Frage ist: Wenn wir Christen ein derart effektives Werkzeug und eine so mächtige Waffe haben – warum nutzen wir das so wenig?

Vielleicht, weil uns gar nicht bewusst ist, welches gewaltige Werkzeug wir da haben? Weil wir nie erlebt haben, welche Berge Gebet versetzen kann? Weil uns nie jemand gezeigt hat, wie man Beten lernen kann? Weil uns deshalb die Vorstellung, 1 Stunde zu beten unendlich mühsam statt erfrischend vorkommt?

Oder liegt es vielleicht daran, dass unsere Not noch nicht groß genug ist? Aber die Nachrichten sprechen doch eigentlich eine deutliche SpracheKirchliche Strukturen zerfallen, mit ihnen auch der Wertekonsens unserer Gesellschaft, die Spannungen steigen, die Währungskrise ist noch längst nicht überwunden, es gibt weltweit Krieg, Terror und Katastrophen, und vor allem: Menschen um uns herum gehen massenhaft verloren ohne Jesus! Es gibt also wahrlich Not genug.

Woran es auch immer liegen mag: Ich habe einfach keine Lust mehr, ineffizient zu arbeiten. Ich habe es satt, viel Arbeit und wenig Ertrag, viel Kampf und wenig Erfolg zu haben!  Die Ernte ist reif! Die Politik hat keine Antworten auf die wachsenden Probleme unserer Zeit. Ich finde: Wir können es uns schlicht nicht mehr länger leisten, den Mähdrescher in der Scheune stehen zu lassen!

Die Herrnhuter waren im 18. Jahrhundert nur eine relativ kleine Gemeinschaft in einem unbedeutenden Dorf mit 400 Einwohnern. Aber als sie begannen, rund um die Uhr zu beten, ging von dort eine Bewegung aus, die bis heute weltweit riesige Auswirkungen hat. Was würde wohl erst passieren, wenn plötzlich ganz viele Gemeinschaften in Deutschland das Gebet so ernst nehmen würden wie die Herrnhuter damals?

Ich bin sicher: Wenn wir erst einmal entdeckt haben, wie erfrischend Gebet ist und welche gewaltigen Auswirkungen es hat, werden wir uns selber wundern, warum Gebet so lange auf unserer Gemeindeprioritätenliste ganz unten statt ganz oben stand. Also holen wir endlich den Mähdrescher aus der Scheune, reihen uns ein in die Lobpreisarmee und sehen wir zu, wie teuflische Lügengebäude zusammenbrechen, eine reiche Ernte eingebracht wird und Gott unser Land heilt, wie er es versprochen hat!

Siehe auch:

Die 4 G-heimnisse des Gemeindewachstums

Meine Kirche leidet unter einem dramatischen Mitgliederverlust: 2014 hat sie 1,8 % (= 416.000!) ihrer Mitglieder verloren. Das ist ein Anstieg um über 50 % im Vergleich zu 2012. Rein rechnerisch hieße das: In 55 Jahren ist’s vorbei mit der EKD. Die Frage ist: Wird die evangelische Kirche diesen Trend in absehbarer Zeit wieder umkehren können?

Ich glaube nicht. Die Postmoderne macht ja nur sichtbar, was lange verdrängt wurde: Kirche im Sinne der Nachfolger Jesu war noch nie Volkskirche sondern schon immer eine Minderheit. Ich sehe weit und breit kein Rezept, wie man Kirchenmitglieder, die mit Jesusnachfolge nichts am Hut haben, auf Dauer in der Kirche halten könnte.

Wir müssen die Frage deshalb anders stellen: Wie kann die Schar der Jesusnachfolger wachsen, auch wenn die Mitgliederdatenbanken kleiner werden? Die Urgemeinde hatte da offenbar den Bogen raus! Sie hatte kein Geld, keine Gebäude, keine Hauptamtlichen, keine Gemeindewachstumskonzepte und sie litt unter massiver Verfolgung. Und trotzdem ist sie extrem gewachsen! Wie hat sie das nur hingekriegt? Die Antwort liegt auf der Hand:

4G Blogbild

Die simplen 4 G-heimnisse des Gemeindewachstums

1 Gottes Wort

BibelFür die ersten Gemeindeleiter hatte die Verkündigung von Gottes Wort oberste Priorität. Als die Orga-Aufgaben immer größer wurden setzten sie schnell Diakone ein, damit ihnen weiter genügend Zeit fürs Predigen bleibt. Auch heute gilt: Ohne klare Verdündigung von Gottes Wort kann Kirche nicht wachsen.

Die Kirche kann allerdings nur dann Gottes Wort verkünden, wenn sie überzeugt ist, dass die Bibel Gottes Wort ist. Denn sie hat ja sonst keine Informationsquelle über Gott und seine Worte! Wer die Bibel ganz oder teilweise zum Menschenwort erklärt entzieht der Kirche ihr einziges Fundament.

Immer wieder höre ich: Ich glaube an Jesus, nicht an die Bibel. Was für ein schräger Gegensatz! Denn Jesus IST das fleischgewordene Wort Gottes. Außer den Berichten der Bibel wissen wir nichts über ihn. Wer die Bibel verwässert, verwässert auch Jesus und produziert eine dünne, belanglose Kirchenbrühe, für die sich kein Mensch interessiert. Überwinden wir doch endlich diesen seltsamen Fundamentalismusreflex, der das Ernstnehmen der Bibel mit Gesetzlichkeit verwechselt. Alle Anstrengungen zur Rettung der Kirche in Ehren. Aber ohne eine Verkündigung, die auf einer Ehrfurcht und Liebe für Gottes Wort basiert, wird das auf Dauer leider nix.

2 Gebet

GebetFür die ersten Gemeindeleiter besaß auch Gebet höchste Priorität. Sie schoben alles beiseite, um dafür genügend Zeit zu haben. Und bis heute gilt: Solange Gebetsabende die am schlechtesten besuchten Gemeindeveranstaltungen sind bleibt jeder Aufbruch ein Sturm im Wasserglas. Die entscheidenden Schlachten werden am Ende eben doch im Gebet geschlagen. All die Anstrengungen zur Rettung der Kirche in Ehren. Aber ohne eine leidenschaftliche Kultur des Gebets und der Anbetung wird das auf Dauer leider nix.

3 Gemeinschaft

HändeDie Christen der Urgemeinde trafen sich täglich, um gemeinsam zu essen und anzubeten. Ihre Liebe zueinander war ihr Markenzeichen, das ihnen so viel Gunst und Zulauf brachte. Jesus hat dieses Prinzip bestätigt: Die Welt erkennt Gott an der Liebe der Christen zueinander! Solange Christen sich ignorieren oder streiten bleiben unsere evangelistischen Bemühungen Rohrkrepierer. All die Anstrengungen zur Rettung der Kirche in Ehren. Aber ohne eine von gelebten Herzensbeziehungen getragene Einheit wird das auf Dauer leider nix.

4 Heiliger Geist

Taube Heiliger GeistDie ersten Christen waren geprägt vom Erlebnis, dass der Heilige Geist alles ändert. Gemeinschaft und Gebet hatten sie ja schon länger. Aber erst Pfingsten löste diese unvergleichliche Wachstumsdynamik aus. Auch heute ist Gemeindewachstum niemals nur mit Managementmethoden und klugen Predigten zu schaffen. All die Anstrengungen zur Rettung der Kirche in Ehren. Aber solange der Heilige Geist nur eine theoretisch/theologische Größe ist wird das auf Dauer leider nix.

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Ich liebe ja gute Gemeindewachstumskonzepte wie z.B. Promiseland von Willow-Creek, das wir in unserer Gemeinde sehr erfolgreich in der Kinderarbeit anwenden. Ich engagiere mich auch gerne für eine gute Gottesdienstgestaltung, gute Gebäude, effiziente Mitarbeitergewinnung, gute Technik usw. Aber ich habe eben auch erlebt: Alle diese Dinge sind Add-Ons! Sie fruchten nur, wenn die 4 G’s des Gemeindewachstums gelebt werden.

In christlichen Gremien habe ich beobachtet, dass über die 4 G‘s schon immer mal wieder gesprochen wird, vorzugsweise in Andachten zum Sitzungsbeginn. Dann nicken alle still – um sich danach den wirklich harten Themen zuzuwenden: Veranstaltungen organisieren, Mitarbeitersituation, Zustand der Gebäude, Finanzen usw. All die viele wichtige Arbeit, die in diesen Gremien geleistet wird, in höchsten Ehren. Ich wünsche mir, dass diese Arbeit fruchtet. Aber dafür brauchen wir einen Mentalitätswechsel. Wir brauchen eine Sicht dafür, dass die wirklich harten, entscheidenden Themen, um die wir uns in erster Linie kümmern müssen, diese 4 G-heimnisse des Gemeindewachstums sind. Unsere Tagesordnungen und Leitungsstrukturen sollten dominiert sein von diesen Fragen: Wie bringen wir Gottes Wort zu den Menschen? Wie entwickeln wir eine leidenschaftliche Gebetskultur? Wie wachsen lebendige Herzensbeziehungen?

Die Austrittswelle rollt. Menschen gehen verloren. Wir brauchen den Turnaround. Jetzt. Also ehren und verkündigen wir Gottes Wort. Beten wir. Kämpfen wir um Herzenseinheit unter allen, die Jesus lieben. Und rechnen wir in allem mit der Kraft des Heiligen Geistes. DAS muss unsere Hauptagenda sein. Wenn wir uns darauf bis zum Reformationsjubiläum 2017 einigen könnten wäre auch mir nach Feiern zumute.

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Unterschätze nicht die Macht…

„Don’t underestimate the force.“ Diesen Satz habe ich kürzlich auf einem Notizbuch gelesen und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Als alter Star Wars-Fan wusste ich natürlich sofort, was gemeint ist: Darth Vader warnt mit diesem Satz in Episode 4 einen General, der nicht so recht an die übernatürlichen Kräfte glauben will, die „die Macht“ den Yedi-Rittern verleiht.

Nun ist mir vollkommen klar, dass das esoterisch-pseudoreligiöse Konzept der Star Wars-Filme in keiner Weise zum biblischen Christentum passt. Aber mir scheint trotzdem, dass hier ein Riesenproblem von uns Christen angesprochen wird, v.a. wenn man den Satz um 1 Wort ergänzt: „Unterschätze nicht die Macht… Gottes!“

Ich glaube: Genau das ist unser Problem!

Das würden wir natürlich nie so sagen. Theologisch ist uns ja allen klar, dass Gott absolut allmächtig ist. Aber was tun wir, wenn wir echt ein Problem haben? Vielleicht kurz beten. Aber dann: Lösungskonzepte suchen, Leute um Rat und Hilfe bitten, alles in Bewegung setzen, was unser Problem lesen könnte. Tief in unserem Inneren glauben wir unbewusst offenbar doch eher dem Satz: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott. Sonst wären unsere Prioritäten anders. Wenn wir der Macht Gottes und des Gebets mehr zutrauen würden, würden wir ganz automatisch wesentlich mehr beten statt nur grübeln und kämpfen.

Dabei ist die Bibel doch voll von Verheißungen, dass Gott ernstliches Gebet tatsächlich erhört. Das gilt ganz besonders, wenn wir uns mit Anderen zusammen tun und gemeinsam beten. Schauen wir uns doch unter den vielen Verheißungen zum Gebet nur mal kurz diese eine an: „Und ich sage euch auch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde darin eins werden, eine Bitte an Gott zu richten, dann wird mein Vater im Himmel diese Bitte erfüllen.“ (Matth. 18, 19)

Was für ein Versprechen: Wenn wir uns einig sind, wofür wir beten wollen wird Gott uns erhören. Jesus nennt keine Ausnahmen und keine Einschränkungen. Unglaublich! Jetzt stell Dir doch nur mal kurz vor, wie das wäre, wenn das wirklich stimmen würde…

Mein Punkt ist: Ich glaube wirklich, dass das stimmt. Weil ich es schon erlebt habe:

Es ist schon einige Jahre her, als meine Frau als frischgebackene hauswirtschaftliche Betriebsleiterin auf Jobsuche war. Wir wagten es, Gott im Gebet eine ganz konkrete Wunschliste vorzulegen: Die Arbeitsstelle sollte 1. nahe bei unserem zukünftigen Zuhause sein, sie sollte 2. regelmäßige Arbeitszeiten und freie Wochenenden bieten, sie sollte 3. Spaß machen und 4. auch noch gut bezahlt sein. Wer die Branche kennt weiß, dass das ziemlich anspruchsvolle Wünsche waren. Aber wir waren einfach so überzeugt davon, dass unser himmlischer Vater uns ganz bestimmt gerne beschenken wird. Kurz darauf wurde meine Frau von der Personalchefin eines Modezentrums angerufen, bei dem sie sich gar nicht beworben hatte. Über 2 Ecken hatte die Personalchefin erfahren, dass meine Frau auf Stellensuche ist. Sie bot ihr die Leitung der kleinen firmeneigenen Personalkantine an. Das war eine regelmäßige Arbeit von Montag bis Freitag, niemals abends oder am Wochenende. Der Betrieb lag nur 5 Autominuten von unserem zukünftigen Zuhause entfernt. Das angebotene Gehalt war überaus lukrativ. Später erwähnte die Personalchefin, dass sie „versehentlich“ eine zu hohe Eingruppierung angeboten hatte – die sie dann aber nicht mehr zurücknehmen wollte. Da das Kochen schon immer der Bereich in der Hauswirtschaft war, der meiner Frau am meisten Spaß machte, nahm sie die Stelle gerne an…

Auch in unserem Hauskreis setzen wir fest darauf, dass Jesus das wirklich ernst gemeint hat. Wir haben so viele Gebetserhörungen erlebt in den letzten Jahren: Heilungen, Versorgung, Veränderungen, neue Perspektiven in hoffnungsloser Lage… Einfach genial, was Gott alles schon getan hat. In manchen Dingen warten wir noch auf die Erhörung. Aber ich kann mir mittlerweile einfach nicht mehr vorstellen, dass ein Gebetsanliegen, das wir gemeinsam klar und spezifisch vor Gott gebracht haben, einfach so unbeantwortet bleibt. Unser Gott hat sich nun einmal hinreißen lassen, uns dieses bedingungslose Versprechen zu geben. Und so wie ich das sehe steht er dazu.

Also, lass es mich Dir noch einmal sagen:Blogbild unterschätze nicht die MachtUnterschätze nicht die Macht Gottes! Unterschätze nicht die Macht des Gebets!

Mach doch mal dieses Experiment: Lege Dich mit Deinen Freunden oder Deinem Partner auf ein Gebetsanliegen fest, das in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist. Dann legt es Gott gemeinsam im Gebet vor. Ihr braucht nicht stundenlang beten. Stellt Euch einfach vor, Ihr hättet einen Termin beim US-Präsidenten im Oval Office. Da plappert man nicht endlos sondern man sagt prägnant und klar, was einem auf dem Herzen liegt. Betet nicht für 1000 Sachen oder allgemein für den Weltfrieden sondern konkret für etwas ganz Spezifisches und Überprüfbares. Und dann geht voller Erwartung auseinander und seht, was Gott tut. Manchmal braucht man Geduld. Gott hat nicht versprochen, immer sofort zu reagieren. Aber er wird reagieren! Ganz bestimmt! Das hat er fest versprochen!

Ich finde übrigens: Gebet macht Spaß. Es ist spannend. Es macht Hoffnung. Es reißt uns aus Resignation und Entmutigung und macht uns zu Hoffnungsträgern. Probiere es aus. Ich bin mir sicher, dass Du bald auch angesteckt sein wirst von der Begeisterung über die Macht Gottes und des Gebets!

Möge nicht nur seine Macht sondern Gott selbst mit Dir sein!

Mehr dazu:

Einheit macht’s möglich

Samstag, 4.10.2014: 170 Besucher drängen in den kleinen Saal des Jugendzentrums am Gymnasium in Holzgerlingen, um bei der 1. Schönbuch Worship Night dabei zu sein. Nach einer ersten ausgiebigen Lobpreiszeit werden die meist jugendlichen Besucher in einer betont einfach gehaltenen Predigt ermutigt, Menschen zu vergeben, von denen sie verletzt wurden – um selbst frei zu werden. Wer möchte schreibt auf einen Zettel, wem er vergeben will. Die Zettel werden für alle sichtbar verbrannt. Danach macht Stefan Waidelich (vielen noch bekannt von der Band normal generation?) deutlich: Wir sind nicht nur Opfer sondern wir brauchen alle selbst Vergebung. Viele stehen auf, um deutlich zu machen: Ich will mein Leben Jesus anvertrauen und seine Vergebung in Anspruch nehmen. Manche lassen sich noch persönlich segnen. Der Abend endet in einer großen Party, die wohl nur von der Party im Himmel getoppt wird.

Zwischenablage01Keine Frage: Im Vergleich zu anderen christlichen Veranstaltungen sind 170 Leute kleine Fische. Aber für unsere Region war es doch bedeutend. Denn die SWN wurde von 3 landeskirchlichen Gemeinden, dem evangelischen Jugendwerk, einer freikirchlichen Gemeinde und dem Schülerbibelkreis des Gymnasiums offiziell unterstützt. Dazu haben Christen aus noch weiteren Gemeinden mitgearbeitet. So etwas ist (leider) noch selten. An der SWN wurde für mich aber erneut ganz praktisch deutlich, wie wertvoll und wichtig Einheit ist:

  • Einheit öffnet Türen! Ohne die Hilfe des Jugendwerks wäre die Nutzung des Saals des Jugendzentrums an der Schule wohl nicht möglich gewesen. Ohne die breite Unterstützung wäre es wohl auch nicht möglich gewesen, in der Schule Plakate aufzuhängen und das tolle SWN-Teaservideo zu zeigen, das für sich schon eine starke Botschaft enthält. Mir zeigt das wieder: Wenn wir nicht Einheitnur in unseren frommen Kreisen bleiben sondern in die Gesellschaft hinein wirken wollen müssen wir uns zusammentun!
  • Einheit macht das Evangelium glaubwürdig! An diesem Abend wurde kein einziges Mal von einer bestimmten Kirche gesprochen. Es ging ausschließlich um Jesus und um dieses eine Evangelium, das allen Christen gemeinsam anvertraut ist. Diese Botschaft hat Kraft und ist attraktiv wie eh und je, wenn wir sie gemeinsam und in Einheit weitersagen. Jesus hat den engen Zusammenhang von Einheit und Glaubwürdigkeit unmissverständlich klar gemacht. Also wird es höchste Zeit, dass wir aufhören, immer nur eigene kleine Gemeindesüppchen zu kochen!

Eins muss ich in Bezug auf die SWN noch erwähnen: Neben Einheit ist ohne Zweifel Gebet ein weiterer entscheidender Faktor. Die SWN wurde den ganzen Abend über von Christen im Gebet begleitet und getragen. Und wieder habe ich erlebt: Die Atmosphäre ist einfach völlig anders, wenn gebetet wird.

Einheit und Gebet: Beides brauchen wir! Dringend! Um des Evangeliums willen. Und um der vielen Menschen willen, die Gottes Liebe und Vergebung so dringend brauchen.

Warum Gebet und Genuss zusammengehört…

…und warum „In meinem Herzen Feuer“ viel mehr ist als einfach nur ein weiteres Buch zum Thema Gebet

Ich habe schon einige Bücher über Gebet gelesen. Sie waren alle sehr überzeugend und hinterließen in mir das (leider wenig nachhaltige) Gefühl: JA, DU SOLLTEST mehr beten! Das neue Buch von Dr. Johannes Hartl hat in mir hingegen eher das Gefühl hinterlassen: JA, DU DARFST mehr beten! Du darfst Dich auf die Abenteuerreise des Gebets begeben! Du darfst die Gottesbegegnung noch viel mehr genießen lernen!

Wenn Johannes HarBuchcover In meinem Herzen Feuertl über Gebet spricht tut er das oft in etwa so, wie wenn ein 5-Sterne-Koch in poetischer Sprache von auserlesenen Köstlichkeiten schwärmt. Viele der im Buch beschriebenen Speisen erschienen mir zwar vertraut, einige waren für mich allerdings auch eine gewisse Zumutung: Die Einübung des Schweigens, kontemplatives Gebet, Gebet im Kloster – da schluckt ein protestantischer Pietist wie ich es bin. Aber zugleich fällt auf: Johannes Hartl spricht mit einer solchen Liebe von Jesus und vom Wort Gottes wie gerade wir Pietisten es doch eigentlich immer betont haben und doch leider immer weniger tun, seit auch immer mehr Evangelikale meinen, dass Bibeltreue für Enge, Gesetzlichkeit, Lieblosigkeit und Denkfaulheit steht. Johannes Hartl widerlegt alle diese Klischees eindrücklich: Seine abenteuerlichen Reiseberichte, seine ungeheure Belesenheit, seine Offenheit für andere Menschen und Kulturen und seine intellektuelle Wachheit zeugen von einer ungezähmten Neugier, die ansteckend wirkt. Für ihn ist es gerade die Liebe und Hingabe an Jesus und an sein Wort, die von Enge und Oberflächlichkeit befreit und in die Weite und in die Freiheit führt. Und ins Gebet, das für Johannes Hartl nicht nur geistliche Disziplin sondern gelebte Liebe, Genuss, Reichtum und Verschwendung bedeutet. Ein Schlüsselsatz des Buches ist für mich:

„Seine Gegenwart wahrnehmen zu lernen, ist der Schlüssel zu einem Gebet, das nicht mehr Leistung oder Anstrengung ist, als es Leistung oder Anstrengung ist, etwas Schönes zu sehen und es schön zu nennen.“

Ja, das scheint mir wirklich ein zentraler Schlüssel für Gebet zu sein und zugleich eine Antwort auf meine drängende Frage, warum wir angesichts der destruktiven Megatrends unserer Zeit nicht schon längst gemeinsam solange beten, bis er gemäß seinem Versprechen unser Land heilt. Wir wissen vielleicht viel über Gott. Aber das heißt eben noch lange nicht, ihn zu kennen! Hartls Therapievorschlag für die Christenheit lautet deshalb:

„Das Staunen neu zu lernen, Jesus wirklich kennenzulernen und sich von ihm faszinieren zu lassen, das wäre tatsächlich unsere Rettung und unsere Verwandlung.“

Damit drückt Johannes Hartl haargenau das aus, was mich beim Projekt „AUFATMEN in Gottes Gegenwart“ seit langem bewegt. Die Faszination der Gottesbegegnung ist Johannes Hartl sogar noch wichtiger als die dramatischen Gebetserhörungen und Kraftwirkungen, die er als Folge des Gebets erlebt hat. Hartls Berichte, was Gebet alles bewegen kann, sind dennoch ein wichtiger Teil dieses Buchs. Sie lassen mich neu träumen davon, was wohl geschehen würde, wenn wir uns nicht nur in Augsburg sondern in allen Regionen Deutschlands über die Konfessionsgrenzen hinweg zusammentäten, um gemeinsam zu beten!

Ehrlich gesagt: Bis vor kurzem hätte ich mir kaum vorstellen können, ein Buch eines katholischen Theologen weiter zu empfehlen. Das Revolutionäre an diesem Buch liegt auch darin, dass es eine Entwicklung befeuert, die man ohne Übertreibung als kirchenhistorisch bezeichnen darf. Nachdem jüngst die seit 1909 andauernde Spaltung zwischen Evangelikalen und Pfingstlern überwunden und mit der Versöhnungsarbeit zwischen den einst blutig verfolgten Täufern und den Landeskirchen begonnen wurde deutet sich jetzt an, dass es pünktlich zum 500 jährigen Jubiläum der Reformation möglich werden könnte, dass einer der tiefsten Risse in der Einheit der weltweiten Christenheit zu heilen beginnt und Protestanten und Katholiken langsam zueinander finden. Welch ein gewaltiges Hoffnungszeichen! Einheit als Folge von Gebet ist deshalb für mich eines der heimlichen Hauptthemen dieses Buches. Auch deshalb empfehle ich von Herzen: Unbedingt lesen!!

Die Nachricht hinter den Nachrichten

Welche Botschaft sich hinter den Schreckensmeldungen unserer Zeit verbirgt

Ich schaue gerne Nachrichtensendungen an und informiere mich gerne im Internet darüber, was alles passiert in der Welt. Aber seit einiger Zeit vergeht mir der Spaß. Die schlechten Nachrichten häufen sich. Die Dramatik nimmt in bedrückender Weise zu. Dabei meine ich jetzt nicht nur die schlimmen Berichte aus den Kriegsgebieten wie Irak, Syrien, Libyen, Israel, Ukraine, Nigeria, Sudan usw. Genauso drücken mich die Berichte über Hetze, Hass und Gewalt mitten in Europa, mitten in Deutschland. Fast noch mehr Sorge bereitet mir die Frühsexualisierung und Pornografisierung unserer Jugend bei gleichzeitiger Verstaatlichung der Kindererziehung und Wegfall der Ideale von Treue und Familie. Wie sollen in unserer Gesellschaft emotional gesunde Kinder aufwachsen, wenn es immer weniger lebenslange Partnerschaften gibt? Und was wird mit unserer destabilisierten Gesellschaft passieren, wenn eine neue Finanzblase platzt und alle Rettungsschirme schon verbraucht sind?

Beim Nachdenken über diese Probleme regt sich in mir der Kampfgeist. Wir müssen doch aufstehen und etwas tun! Dann freue mich über all die Initiativen wie Petitionen, Demonstrationen, Großveranstaltungen usw. Ja, ich glaube wirklich, dass wir mehr denn je gerufen sind, aufzustehen und Salz und Licht unserer Gesellschaft zu sein. Nicht zuletzt die Onlinepetition zum Bildungsplan hat gezeigt, dass wir durchaus etwas bewegen können.

Aber am Ende denke ich: Auch wenn wir zu einer noch viel größeren Einheit finden und viel aktiver werden: Es wird wohl trotzdem nicht reichen. Wir werden die destruktiven Megatrends wohl nicht aufhalten können. Das könnte mich in die Verzweiflung treiben. Müssen wir denn wirklich hilflos zusehen, wie alles zerbricht?

In meinem Lied „Show your presence („Offenbare Deine Gegenwart“) habe ich dazu die folgenden Zeilen formuliert:

„Wenn alles gesagt und getan ist, wenn es keinen Weg mehr gibt, wohin wir uns wenden können, und wenn alle menschliche Hoffnung erloschen ist, dann begreifen wir es wieder: Es gibt nur 1 Ort, wo wir hingehen können, um Heilung für unsere Wunden zu finden. Wir werden Dein Angesicht suchen weil wir wissen: Wir brauchen Dich!“

Bild Video Show your presenceDas Lied ist inspiriert von 2. Chronik 7, 14, wo Gott uns verspricht, dass es trotz allem Chaos noch 1 Chance zur Rettung gibt, nämlich wenn das „Volk, das meinen Namen trägt, dann Reue zeigt, wenn die Menschen zu mir beten und meine Nähe suchen und zu mir zurückkehren, will ich sie im Himmel erhören und ihnen die Sünden vergeben und ihr Land heilen.“

Das klingt phantastisch. Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber der Punkt ist: ES IST WAHR! Es gibt ganze Bücher in der Bibel, deren Geschichten immer nur diese 1 Botschaft haben: Gott hat diese Verheißung tatsächlich ernst gemeint! Und wer sich mit Erweckungsgeschichte oder den phantastischen Entwicklungen in Ländern wie Südkorea beschäftigt stellt fest: Hinter den Erfolgen stand und steht immer eine große Gebetsbewegung!

Aber leider sieht es bislang so aus, als ob ich mit meinem Lied zu optimistisch war. Trotz aller Schreckensnachrichten scheinen wir noch nicht wirklich zu begreifen, dass Gebet tatsächlich unsere einzige Rettung ist. Noch sind Gebetsabende meist die am schlechtesten besuchten Veranstaltungen im Gemeindeprogramm. Dabei haben Gebetsveranstaltungen so viele Vorteile:

  • Sie sind längst nicht so aufwändig und kräfteraubend wie Gottesdienste oder Evangelisationen. Im Gegenteil: Wenn wir dabei Gottes Gegenwart suchen statt nur Gebetsanliegen abzuarbeiten sind sie erfrischender als alles andere.
  • Im Gegensatz zu Protestaktionen verursachen Gebetsabende niemals Missverständnisse, Ärger oder Gegenproteste.
  • Gebetsveranstaltungen sind maximal effizient, denn wir erreichen 2 Ziele gleichzeitig: Die Erneuerung unseres Herzens UND unserer Gesellschaft.

Deshalb stellt sich mir die große Frage: Warum tun wir es nicht einfach? Warum folgen wir nicht einfach den Ortwin Schweitzers und Johannes Hartls dieser Welt, kehren um und fangen an, gemäß Gottes Anweisung als ganzes Volk Gottes gemeinsam zu beten und Gottes Angesicht zu suchen? Es wäre so einfach!

DIE NACHRICHT HINTER DEN NACHRICHTEN HEISST DESHALB: Allein den Betern kann es noch gelingen! GENAU JETZT ist die Zeit, unsere Prioritäten zu ändern und uns Zeit zu nehmen, um über alle Konfessions- und Generationsgrenzen hinweg gemeinsam Gottes Angesicht zu suchen, bis er kommt, um unser Land zu heilen!

Warum tun wir es nicht einfach?

Siehe auch: