72 Kirche kann sonntags nur das glaubhaft vermitteln, was montags gelebt wird

These 72

Römer 12, 1: „Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll.“

Gottesdienst ist im biblischen Sinne nicht primär eine 1-2 stündige wöchentliche Veranstaltung sondern ein Lebensstil der Nachfolge und der Hingabe – und zwar die ganze Woche hindurch.

In Amos 5, 21-24 sagt Gott, dass ihm Israels Gottesdienste im wahrsten Sinn des Wortes stinken und dass er ihre Anbetungsmusik nicht mehr hören kann: “Ich kann eure feierlichen Zusammenkünfte nicht riechen. … Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises!” Hatte sich das Volk etwa nicht geduscht und die Musiker nicht geübt? Oder hatte der Mann am Mischpult die Musik wieder mal viel zu laut eingestellt???

Nein, Gott interessiert sich nicht so sehr für die Dinge, die uns so oft umtreiben. Ihm geht es primär um unseren Lebensstil: “Stattdessen will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet.” Gott kann es einfach nicht ertragen, wenn wir sonntags von Liebe singen und montags unsere Mitmenschen lieblos und ungerecht behandeln. Gottesdienste können niemals Tiefgang entwickeln solange die Botschaft, die dort vermittelt wird, nicht authentisch in unseren Herzen lebt und praktisch in unserem Alltag Raum gewinnt.

Wenn wir lebendige, zündende Gottesdienste wollen müssen wir uns deshalb der Frage stellen: Wie leben wir unser Christsein eigentlich im Alltag? Solange wir uns von Anderen nur durch fromme Floskeln unterscheiden bleiben auch unsere Gottesdienste oberflächlich und unglaubwürdig. Der Funke springt sonntags nur dann über, wenn auch im Alltag das Feuer der Liebe Gottes in uns brennt!