73 Gottes Liebe muss spürbar sein, wenn Gottes Kinder sich versammeln

These 73

Johannes 13, 34+35: „So gebe ich euch nun ein neues Gebot: Liebt einander. So wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben. Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine Jünger seid.“

Jesus wusste: Taten sprechen lauter als Worte! Wenn in den Versammlungen der Christen keine Liebe spürbar ist kauft kein Mensch der Kirche ab, dass dort ein Gott der Liebe wohnt. Die Botschaft von Gottes Liebe ist nur dann glaubwürdig, wenn diese Liebe unter seinen Nachfolgern erlebbar ist.

Genau das war das Erfolgsgeheimnis der ersten Christen. „Seht, wie sie einander lieben!“ So haben es die Zeitgenossen der ersten Christen gesagt (nachzulesen in einem Bericht des römischen Schriftstellers Tertullian). Die Liebe unter den Christen war revolutionär: Da wurden Standesgrenzen durchbrochen. Alle Schichten der Gesellschaft waren in der Gemeinde gleichgestellt. Die Christen hatten täglich Gemeinschaft. Und sie haben sogar ihren Besitz miteinander geteilt. Diese Liebe untereinander war so beeindruckend, dass sie zum regelrechten Markenzeichen der Christen wurde. Kein Wunder, dass die Kirche damals so rasant gewachsen ist!

Zur Liebe gehört, dass wir lernen, einander zu vergeben! Jesus war sogar der Meinung, dass wir den Gottesdienst lieber sein lassen sollen, solange wir noch nicht miteinander versöhnt sind (Matthäus 5, 23+24). In der Tat habe ich habe es immer wieder erlebt: Gottesdienste werden kraftvoll und intensiv, wenn Menschen Konflikte ausräumen und sich miteinander zu einer liebevollen Gemeinschaft verbinden lassen. Lieblosigkeit, Streit, Neid, Missgunst, Negatives Reden, Nörgelei, Kritiksucht und Lästerei vertreibt die Gegenwart Gottes hingegen sofort. Dann bleiben Gottesdienste leer, kraft- und fruchtlos und die Kirche fällt in sich zusammen.

Kalte Rechtgläubigkeit genügt nicht! Die Kirche Jesu kann nur dann wieder wachsen und Einfluss gewinnen, wenn sie reichlich schöpft und weitergibt aus der Quelle der Liebe Gottes und dadurch eine echte Gegenbewegung wird zur wachsenden Kälte und Individualisierung unserer Gesellschaft. Je kälter es um uns herum wird, umso mehr wird authentisch gelebte Liebe das Licht der Kirche hell erstrahlen lassen!