„Ehe für alle“ – Fortschritt wohin?

Ein Diskussionsbeitrag von Gastautor Dr. Reinhard Junker
Der Artikel kann mit ausführlicheren Anmerkungen hier als PDF heruntergeladen werden.

„Ehe für alle“ – klingt gut und einladend, es wird niemand „diskriminiert“, es gelten gleiche Rechte für alle, niemandem wird etwas weggenommen. Und wenn Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen, ist das doch wertvoll und verdient Unterstützung, unabhängig davon, ob es sich um eine hetero- oder homosexuelle Beziehung handelt. Wo also  ist das Problem?

In diesem Beitrag möchte ich zunächst darlegen, was aus christlicher Sicht zur Ehe gesagt werden kann und anschließend die Argumente untersuchen, die spezifisch von kirchlicher Seite für die „Ehe für alle“ vorgebracht werden. Im zweiten Teil soll es um Argumente gehen, die unabhängig von christlicher Dogmatik und Ethik in der Diskussion über die „Ehe für alle“ (Efa) vorherrschen: Wie begründen die Befürworter die Efa und aus welchen Gründen lehnen sie ihre Gegner ab? In einem dritten Teil werden einige Konsequenzen erörtert.

1. „Ehe für alle“ aus christlicher Sicht

Beim Thema „Ehe“ fängt man aus christlicher Sicht am besten buchstäblich bei Adam und Eva an. Nach dem biblischen Schöpfungszeugnis schuf Gott den Menschen als Mann und Frau, beide zusammen zu seinem Bilde (1. Mose 1,27), unterschiedlich – nicht nur körperlich, sondern auch in ihrem Fühlen, Denken und Handeln. Das unterstreicht 1. Mose 2, wo gesagt wird, dass die Frau als „passende Entsprechung“ zu Adam geschaffen wurde. Die Frau ergänzt den Mann im Sinne einer Gleichstufigkeit und Gleichwertigkeit.[1] Auch wird die Unterschiedlichkeit von Anfang an betont, die schon vor dem Fall schöpfungsmäßig vorgegeben ist. Beide werden mit einer bipolaren Sexualität ausgestattet: „Er schuf sie männlich und weiblich.“ 1. Mose 2,18.20 bringt die Zuordnung und das Miteinander der beiden Geschlechter zum Ausdruck: Der Mann ist hilfs- und ergänzungsbedürftig; „es ist nicht gut“, dass Adam allein ist.[2] Der Mann ist unvollständig und bedarf eines passenden Gegenübers. Die wunderhafte Erschaffung Evas nicht aus Staub (wie bei Adam), sondern aus der „Seite“ (wahrscheinlich aus der Herzgegend) bringt zum Ausdruck, wie wesensverwandt beide sind. Der abschließende Jubelruf Adams in 2,23 und 2,24 bestätigt, wie großartig Gottes Idee der Ehe ist, die hier eingesetzt wird.

Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist also schöpfungsmäßig gegeben, es handelt sich um eine geschöpfliche Grundtatsache, und so ist auch die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott als Grundordnung eingesetzt worden. Jesus bestätigt dies nach dem Zeugnis der Evangelien ausdrücklich und uneingeschränkt mit Verweis auf die Heilige Schrift (Mt 19,4-5: „Habt Ihr nicht gelesen?“) und zitiert sinngemäß aus 1. Mose 1 und wörtlich aus 1. Mose 2. Es geht in Mt 19,3ff. zwar um die Frage der Ehescheidung, aber Jesus begründet die Antwort auf die ihm gestellte Frage mit Verweis auf den Anfang und bekräftigt damit, dass die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau geschöpfliche Realitäten sind und dass die Ehe von Gott selber am Anfang eingesetzt wurde. Entscheidend ist hier die Grundhaltung Jesu zur (damals gegebenen) Heiligen Schrift, die er als Autorität anerkennt.

Paulus geht noch weiter: Auch er zitiert 2. Mose 2,24 und nimmt die Ehe von Mann und Frau als Bild für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde (bzw. Kirche). So wie Christus die Kirche geliebt und sich für die hingegeben hat, so sollen Männer ihre Frauen lieben (Eph 5, 25). Das darf den Männern durchaus zu denken geben, und Paulus wiederholt das sinngemäß in V. 29. Dieser Vergleich macht nochmals klar: So wie Christus und seine Kirche lebenslang in einer Liebes- und Treuebeziehung zusammengehören, so auch Mann und Frau in der Ehe. Wir befinden uns hier im Zentrum dessen, was die christliche Lehre und Botschaft ausmachen: Schöpfung und Erlösung (hier: die Hingabe Jesu an die Kirche, wie Paulus es formuliert).

Folgen wir der Heiligen Schrift, ist also klar: Die Ehe ist ausschließlich eine auf lebenslange Treue angelegte Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Theologe Wolfhart Pannenberg schreibt dazu: „Denn eine Kirche, die sich dazu drängen ließe, homosexuelle Betätigung nicht mehr als Abweichung von der biblischen Norm zu behandeln und homosexuelle Lebensgemeinschaften als eine Form persönlicher Liebesgemeinschaft neben der Ehe anzuerkennen, eine solche Kirche stünde nicht mehr auf dem Boden der Schrift, sondern im Gegensatz zu deren einmütigem Zeugnis. Eine Kirche, die einen solchen Schritt tut, hätte darum aufgehört, evangelische Kirche in der Nachfolge der lutherischen Reformation zu sein.“[3]

Einwände

Trotz dieses klaren biblisch-exegetischen Befundes werden von kirchlicher Seite Argumente für eine „Ehe für alle“ (Efa) angeführt, die nachfolgend genannt und bewertet werden sollen.

Zunächst fällt auf, dass auf die Schöpfungstexte meist gar nicht eingegangen wird, obwohl es für einen Christen in dieser Frage kaum eine grundsätzlichere Begründung als die geschöpfliche Wirklichkeit geben kann. Stattdessen wird auf das Liebesgebot Jesu und auf heutige Kenntnisse über Homosexualität verwiesen und der Begriff „Ehe“ wird mit neuem Inhalt gefüllt. So seien „Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung“ und dafür biete die Ehe beste Voraussetzungen, heißt es in einer Stellungnahme der EKD, in der die Efa gutgeheißen wird. Damit werde die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau nicht geschmälert, sondern unterstrichen.[4] Matthias Hestermann vom Gesprächskreis „Offene Kirche“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg nimmt ebenfalls Bezug auf eine lebenslange Verantwortung, die Menschen füreinander übernehmen, daher sei eine Home-Ehe gerechtfertigt.[5] Mit solchen Argumentationen wird jedoch „Ehe“ grundlegend neu definiert – darauf soll weiter unten eigens eingegangen werden.
Weiter wird argumentiert, man müsse die Bibel von ihrer Mitte her verstehen, dazu gehöre, dass Jesus niemanden ausgrenzen wolle.[6] Die Befürworter der Efa betonen in diesem Zusammenhang, dass Jesus Christus die Liebe über das Gesetz gestellt habe[7], aus zentralen biblischen Geboten ergebe sich „der Impuls zu einer Öffnung der Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.[8]

Entgegnung: Diese Argumentation ist aus zwei Gründen unhaltbar, aus einem logischen und aus einem exegetischen.

Zum einen: Weder aus dem Liebesgebot Jesu noch aus irgendwelchen anderen Worten oder Taten Jesu kann logisch etwas darüber gefolgert werden, was „Ehe“ bedeutet. Dass Jesus sich ausgegrenzten Menschen zugewendet hat, hat mit der Definition von Ehe und somit mit der Efa schlicht nichts zu tun. Diese Argumentation könnte allenfalls greifen, wenn „Ehe“ neu definiert wird (dazu siehe den 2. Teil).

Zum anderen: Man kann nicht bestimmte Jesusworte (und Taten) gegen andere (oder auch gegen die der Apostel[9]) ausspielen oder als höher- oder geringerwertig einstufen. Denn sie stammen alle aus denselben Quellen, den Evangelien (bzw. dem ganzen Neuen Testament).[10] Mit welcher Begründung wollte man Jesu Aussagen über Ehe und Ehescheidung in Mt 19,3ff. als ungültig oder zeitbedingt erklären, das Liebesgebot aber nicht? Wenn manche Jesusworte als maßgeblich akzeptiert und gegen andere ausgespielt werden, bedeutet das einen selektiven Umgang mit Jesu Worten, und man stellt sich damit über die Heilige Schrift. Dann aber kann man nicht behaupten, man berufe sich auf die Bibel. Denn unter diesen Umständen ist nicht das uns in der Heiligen Schrift gegebene Wort Gottes entscheidend, sondern das, was man selber dafür hält. „Wenn Du glaubst, was Dir am Evangelium gefällt, und zurückweist, was Dir nicht gefällt, vertraust Du nicht dem Evangelium, sondern Dir selbst“ (Aurelius Augustinus[11]). Es kommt hinzu, dass Jesus ausdrücklich das Halten der Gebote gefordert hat; Jesusliebe und das Halten der Gebote gehören zusammen: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh 14,15; vgl. 2. Joh 4-6). Das Gesetz ist durch das Evangelium nicht außer Kraft gesetzt, sondern erfüllt worden. Zudem ist ja auch das Liebesgebot ein Gebot. Stünde die Liebe über den Geboten, wäre auch das Liebesgebot betroffen, was zu einem Selbstwiderspruch führen würde.

Wenn von Befürwortern der Efa doch einmal auf 1. Mose 1 und 2 Bezug genommen wird, dann in einer kritischen Haltung. Diese Texte seien veraltet bzw. spiegelten ein veraltetes Verständnis von Mann und Frau wider. Auch die durchweg negative Bewertung praktizierter Homosexualität  in biblischen Texten wird auf diese Weise abgetan. Man wisse heute, dass Homosexualität wie z. B. die Haarfarbe angeboren sei, während Jesus das nicht bekannt war; Gott habe manche Menschen so geschaffen; das müsse die Theologie heute berücksichtigen.[12] Abgesehen davon, dass hier erneut moderne Einschätzungen und Meinungen über die Heilige Schrift gestellt werden[13], ist die Behauptung, Homosexualität sei angeboren (und somit auch von Gott geschaffen), unbewiesen und aufgrund vieler Studien auch unwahrscheinlich. Die Entwicklung von Homosexualität scheint vielmehr durch besondere Umstände während der Entwicklung in Kindheit und Jugendzeit begünstigt zu werden.[14] Jesus als Sohn Gottes und Schöpfungsmittler wusste natürlich über Homosexualität Bescheid (vgl. Mt 19,12). Und die Behauptung, Paulus habe in der damaligen Lebenswelt noch auf Treue angelegte homosexuelle Partnerschaften nicht im Blick haben können, ist mittlerweile widerlegt.“[15]

2. Zum Artikel 6 des deutschen Grundgesetzes

Wir wenden uns nun den Aussagen des deutschen Grundgesetzes zu Ehe und Familie zu und fragen, ob die Efa damit vereinbar ist, welche Begründungen für eine Vereinbarkeit vorgetragen werden und wie diese zu bewerten sind.

Im Grundgesetz widmet sich Artikel 6 dem Thema Ehe und Familie. Absatz 1 und 2  formulieren:
„(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ Hier ist nicht nur von der Ehe die Rede, sondern – unterscheidend davon – auch von Familie; im Weiteren dann – in unmittelbarem Zusammenhang – von der Erziehung der Kinder. Es ist also im Kontext völlig klar, dass mit Ehe nur eine Verbindung von Mann und Frau gemeint ist, auch wenn das nicht ausdrücklich gesagt wird. Die Väter des Grundgesetzes hatten natürlich an nichts anderes gedacht, es war zu selbstverständlich, als dass das extra hätte gesagt werden müssen.[16] Da im unmittelbaren Zusammenhang von Kindern die Rede ist, die nun einmal nur aus einer Verbindung von Mann und Frau hervorgehen können, ist jeder Zweifel über die grundgesetzmäßige Bedeutung von „Ehe“ ausgeschlossen. Das wird noch dadurch unterstrichen, dass damals öffentlich praktizierte Homosexualität unter Strafe gestellt war. Weiter bestätigt wird das durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts (BVG) aus den Jahren 2002 und 2012, in denen expressis verbis zum Ausdruck gebracht wird, dass eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen wird.[17]

Wenn also andere Beziehungen anders behandelt werden als die Ehe von Mann und Frau, ist das eine gerechtfertigte Ungleichbehandlung. Es wird zurecht ein Unterschied gemacht; genauer: Der Unterschied ist bereits in der Sache vorhanden. Gleiches wird gleich und Unterschiedliches unterschiedlich gehandhabt. Jeder Mensch hat genau einen Vater und eine Mutter, daher ist die Ehe von Mann und Frau etwas Exklusives und entsprechende Ungleichbehandlung („Diskriminierungen“) sind angebracht. Es gibt in der Gesellschaft unzählige sachlich begründete „Diskriminierungen“ im Sinne von Ungleichbehandlungen, ohne dass jemals ein Problem darin gesehen würde.[18]

Fazit: Um Abbau von „Diskriminierung“ und „Gleichstellung“ kann es bei der Efa gar nicht gehen. Denn die Ehe von Mann und Frau ist in relevanten Punkten etwas substantiell anderes als andere Beziehungen. Die Frage ist vielmehr, ob ein Unterschied für eine unterschiedliche Behandlung relevant ist oder ob in den relevanten Punkten überhaupt Gleichheit gegeben ist, die eine Gleichstellung begründet. Letzteres ist bei der Ehe eben nicht der Fall – für einen Christen in erster Linie aus biblischen Gründen. Doch auch wenn Gottes Wort nicht als maßgeblich anerkannt wird, gibt es Grund genug, einen Unterschied zu machen: Nur aus der Verbindung von Mann und Frau kann potentiell Nachwuchs hervorgehen. Nur diese Verbindung kann potentiell zum Erhalt des Gemeinwesens der kommenden Generationen beitragen. Hier kann man nichts „gleichstellen“ und eine Ungleichbehandlung ist sachlich gerechtfertigt.

Begründung für Efa

Trotz der klaren Aussagen des Artikels 6 des Grundgesetzes (GG) und der Urteile des BVG aus den Jahren 2002 und 2012 behaupten die meisten Befürworter der Efa, diese sei mit dem GG vereinbar. Im Wesentlichen werden dafür zwei Begründungen genannt: 1. Es gebe in der Gesellschaft einen Wandel des Eheverständnisses, 2. Es sei ein Abbau von Diskriminierung gefordert.

Zu 1.: Bezüglich der „Ehe für alle“ wird argumentiert, dass Artikel 6, Absatz 1 des Grundgesetzes heute anders gelesen werden müsse, nämlich „im Lichte des 21. Jahrhunderts“, während er früher sehr wörtlich verstanden worden sei.[19] Es ist die Rede von einem „Verfassungswandel“; beim Ehebegriff des Grundgesetzes stehe nach heutigem Verständnis der Gedanke im Vordergrund, dass Menschen einander beistünden und Verantwortung füreinander übernähmen.[20] Der Ehebegriff habe sich so sehr gewandelt, dass man heute etwas signifikant anderes darunter verstehen müsse als früher. Er könne an die jeweiligen zeitlichen Vorstellungen angepasst werden, da der Grundgesetzgeber den Begriff der Ehe nicht definiert habe.[21] 
Damit ist also nicht mehr wesentlich, dass ein Mann und eine Frau eine Treuebeziehung eingehen, und es ist nicht mehr wesentlich, dass nur aus einer solchen Beziehung potentiell (!) Nachwuchs hervorgehen kann. Was eine Ehe ist, ergibt sich nicht mehr als der natürlichen (bzw. geschöpflichen) sich ergänzenden Verschiedenartigkeit der Geschlechter. Stattdessen soll „dauerhafte Verantwortung“ das Kriterium sein (derzeit zwischen zwei Personen).
Ein zentraler Begriff des menschlichen Miteinanders erhält somit eine völlig neue, weitreichend veränderte Bedeutung. „Ehe für alle“ geht also nur durch eine grundlegende Umdefinierung von Ehe und auch nur durch Missachtung der unbestreitbaren natürlichen leiblichen und geistig-seelischen Unterschiede von Mann und Frau.

Einwände: Wenn der Ehebegriff wirklich so grundlegend wandelbar wäre, hätte das Grundgesetz (GG) an dieser Stelle seine Funktion als Korrektiv verloren. „Grundrechte haben eine leitende und schützende Funktion für jeden einzelnen Bürger und für die Gesellschaft.“[22] Der einzige Sinn einer Verfassung ist gerade der Schutz vor dem Zeitgeist, und es geht immer darum, wie die Gesetze ursprünglich gemeint waren. Sonst bräuchten wir keine Verfassung und man könnte sonst fast Beliebiges in die Verfassung hineinlesen oder aus ihr herausstreichen, womit sie faktisch unwirksam gemacht würde. Es steht einem Parlament und überhaupt niemandem zu, den Ehebegriff umzudefinieren.[23] Wie bereits erläutert war es für die Väter des Grundgesetzes nicht erforderlich, „Ehe“ zu definieren; der Begriff „Ehe“ ist vorstaatlich und kann vom Gesetzgeber gar nicht definiert werden, genauso wenig wie z.B. „Menschenwürde“.[24] Wer darauf verweist, dass das GG „Ehe“ nicht definiert habe und daraus den Schluss zieht, eine Ehe könne auch unter gleichgeschlechtlichen Partnern vollzogen werden, sollte bedenken, dass das GG auch nicht definiert, dass eine Ehe zwischen nur zwei Personen geschlossen wird.[25] Darauf kommen wir weiter unten zurück.

Vor diesem Hintergrund kommentiert Matthias von Gersdorff die Umdefinierung der Ehe treffend: „Wer so denkt, braucht gar keine Verfassung. Für ihn ist die Kultur oder besser gesagt, der Zeitgeist, die absolute Richtschnur für politisches und gesellschaftliches Leben. … Recht wird in dieser Welt von demjenigen definiert, der die Deutungshoheit über die Kultur besitzt. Kultureller Einfluss ersetzt geradezu das Recht. Wer gesellschaftlichen Einfluss besitzt, der definiert auch, was Recht ist. Er definiert also, was die Ehe ist, was Eigentum ist, was ‚Recht auf Leben‘ ist etc.“[26]
Der Journalist Jürgen Liminski weist darauf hin, dass bis auf spezielle Ausnahmen bei allen 5000 Gesellschaften, „die wir seit dem ersten Geschichtsschreiber Herodot kennen“, das „konjugale Prinzip“ vorherrschend war, das heißt die Verbindung von Mann und Frau. Dies sei der „Kern der Gesellschaft, aus ihr entsteht die Generationenfolge, in ihr wurzelt die Identität der Familienmitglieder … Ausnahmen entstanden meistens aus Not. … Es ist nicht das Recht, das Gleichgeschlechtlichen gemeinsame Kinder verbietet, sondern die Natur.“[27]

Befürworter der Efa weisen darauf hin, dass sich die Ehe auch früher gewandelt habe, etwa dass z. B.  konfessionsverschiedene Ehen oder Ehen zwischen Bürgerlichen und Adligen ein Tabu gewesen seien[28] oder dass Vernunftehen früher gegenüber Liebesheiraten vorherrschten; doch das alles betrifft nicht die Bedeutung dessen, was eine Ehe ist.[29] Der Wandel in der Praktizierung von Ehen kann keine Begründung für eine Neudefinition von Ehe sein.

Wenn „dauerhafte Verantwortung“ das Kriterium für eine „Ehe“ ist, ist zu erwarten, dass weitere Änderungen folgen werden und sie werden auch schon reichlich gefordert.[30] Warum soll das nur für zwei Menschen gelten? Wenn Ehe aber alles Mögliche sein kann, ist der Ehebegriff faktisch aufgelöst.

Die Folgen sind darüber hinaus von grundsätzlicher Art: Eine klar verständliche Bedeutung der Sätze des Artikels 6 wäre verloren gegangen, wenn einfach zu verstehende Sätze und Begriffe scheinbar nach Belieben umgedeutet werden können. Somit wird Sprache geradezu absurd. Wenn der Wortsinn nicht mehr gilt, ist klare Kommunikation nicht mehr möglich.

Zu 2.:Als Begründung für die Efa wird häufig auch auf den Gleichheitsgrundsatz und der Abbau von Diskriminierungen verwiesen. So hieß es in einem der Gesetzesentwürfe zur Efa: „Gleichgeschlechtlichen Paaren ist bis heute die Ehe verwehrt, was eine konkrete und symbolische Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität darstellt.”[31] Im Juni 2015 kam von den Landesregierungen Niedersachsens und Thüringens eine Bundesratsinitiative, in der es heißt: „Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, die verfassungswidrige Diskriminierung eingetragener Lebenspartnerschaften zu beenden.“[32]  

Dieses Argument ist falsch, denn es wird niemand diskriminiert, weil er ein Mann oder sie eine Frau ist oder wegen der sexuellen Orientierung. Sondern es wird ein Unterschied zwischen der „klassischen“ Ehe und anderen Beziehungen gemacht – wie oben dargelegt aus gutem Grund.

3. Konsequenzen der „Ehe für alle“

Es wird oft gesagt, die Efa nehme niemandem etwas weg; das war auch in der kurzen Debatte im Bundestag am 30. 6. 2017 zu hören, nach der 393 Parlamentarier für die Efa stimmten. Auf den zweiten Blick kommen aber Zweifel auf.

Efa bedeutet auch Kinder für alle, da damit auch das Adoptionsrecht gegeben ist. Manchen Kindern werden dadurch die wahren Eltern bzw. das Aufwachsen mit Vater und Mutter vorenthalten;[33]die Kinder werden aber irgendwann nach ihren wahren Eltern fragen. Welche Folgen wird das haben? Außerdem ist zu bedenken: „Heranwachsende werden im Prozess der Identifikation mit ihrem biologischen Geschlecht verunsichert, wenn ihnen vorgespiegelt wird, daß Menschen gleichen Geschlechtes ‚heiraten‘. Die Ausbildung stabiler mit sich selbst identischer Persönlichkeiten wird behindert.“[34] 
Frauen werden als Leihmütter benötigt und verlieren ihre Würde als Mütter.
Wie dargelegt wird klare Sprache vernebelt und das Rechtsverständnis verliert an Glaubwürdigkeit, wenn Begriffe umdefiniert werden.[35]

„Ehe für alle“ – nur ein Anfang?

Wie oben erläutert geht Efa nur durch eine Neudefinition von Ehe, was mit einem Wandel des Eheverständnisses in der Gesellschaft begründet wird und damit, dass das GG „Ehe“ nicht definiere. Beide (wie gezeigt unhaltbaren) Begründungen begünstigen weitere Veränderungen: Auch Beziehungen zwischen mehr als zwei Personen und alle auf Dauer angelegten Verantwortungsgemeinschaften fallen unter das neue Kriterium und wären dann vom GG ebenfalls nicht ausgeschlossen, wenn wirklich nicht klar wäre, was das GG mit „Ehe“ meint.[36] Die faktisch der Efa zugrunde gelegte Neudefinition von „Ehe“ ermöglicht keine Abgrenzung und keine Privilegierung der Ehe im ursprünglichen Sinne des Artikels 6 GG. Wenn es wirklich um „Ehe für alle“ geht, kann man die Institution „Ehe“ gleich ganz abschaffen.[37]

Es muss in diesem Zusammenhang zu denken geben, dass gerade diejenigen, die bisher abfällig über die Ehe geredet und jahrelang die Ehe als Auslaufmodell diffamiert haben, sie jetzt für alle haben wollen.[38] Ist es also überhaupt glaubwürdig, dass es den Befürwortern der Efa wirklich um die „Ehe“ geht – oder ist die Efa nur ein Schritt zu ihrer Abschaffung?

Kirchenrat Hans Lachenmann analysiert m.E. treffend, wenn er feststellt: „Bei der Offensive der Schwulen- und Lesbenbewegung geht es nur vordergründig um die Gleichberechtigung der Homosexuellen und gegen deren ‚Diskriminierung‘ durch die Gesellschaft. Es geht um die Frage, welches Menschenbild unsere Kultur prägen soll: Das jüdisch-christliche Menschenbild von 1. Mose 1,27f oder das Menschenbild, das die Polarität der Geschlechter (Die Doppelikone ‚Adam und Eva‘ als Ebenbild Gottes) einebnet in einen ‚Monoïkismus‘[39] (G.-F. Dumont), von dem nach der Gleichsetzung von Ehe und ‚Homo-Ehe‘ auch noch weitere ‚Lebensformen‘ ableitbar sind.“[40]

Die Efa muss im größeren Zusammenhang des Gender Mainstreaming angesehen werden. Nach den Vorstellungen der „Gender“-Lehre ist die Zweigeschlechtlichkeit keine natürliche (oder geschöpfliche) Gegebenheit, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt, das es zu überwinden gelte zugunsten einer sexuellen Vielfalt – zugunsten einer vom Menschen selbst konstruierten Welt. Markus Till schreibt dazu auf seinem Blog zurecht: „Dieser Wandel wird nach meiner festen Überzeugung schwerwiegende Folgen für unsere Gesellschaft nach sich ziehen, denn die immer lauter werdende Ermutigung zum ‚Anything goes‘ bringt am Ende eben weniger und nicht mehr verbindliche Partnerschaften und damit auch weniger Schutzräume für das gesunde Aufwachsen von Kindern hervor.“[41]

Zur Konstruktion einer eigenen Wirklichkeit anstelle der Akzeptanz des geschöpflich Gegebenen gehört auch eine entsprechende Sprache und in diesem Zusammenhang muss die oben angesprochene Umdefinition des Begriffs „Ehe“ gesehen werden. So werden an sich klare Texte dekonstruiert und „ihre“ Bedeutung (nach den eigenen Vorstellungen) neu konstruiert. Diese Zusammenhänge können hier nur angedeutet werden. Aus christlicher Sicht sind solche Entwicklungen Symptome eines Aufstandes gegen die geschöpfliche Wirklichkeit und Schöpfungsordnung Gottes.

Mit der „Ehe für alle“ werden fundamentale Grenzen durchbrochen – Grenzen, die durch die Schöpfung vorgegeben sind (oder für den Nicht-Schöpfungsgläubigen: durch die Natur gegeben). „Ehe für alle“ steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Nicht die vorgegebene Schöpfung bildet den Rahmen für das Leben, sondern es wird eine Wirklichkeit nach eigenem Gutdünken selbst konstruiert. Auf Dauer kann es aber nicht gut gehen, wenn man die geschöpflichen Vorgaben auflöst. Die Nichtakzeptanz der geschöpflichen Wirklichkeit und deren Ersetzung durch eigene, letztlich realitätsferne Konstrukte bedeutet nichts anderes als eine Art Vergewaltigung der Wirklichkeit, mit bösen Folgen.[42] Das Verbleiben an den geschöpflichen Vorgaben bzw. eine Umkehr zu diesen ist daher das Gebot der Stunde.

Hinweis: In der PDF-Version sind viele Zitate, die hier aus Platzgründen nur in Kurzform oder paraphrasiert wiedergegeben wurden, komplett enthalten.

[1] Das ist gegenüber den außerbiblischen Schöpfungstexten einzigartig und liegt in der Ebenbildlichkeit des Menschen begründet. Auf das Verhältnis von Mann und Frau aus biblischer Sicht wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen.

[2] Nach dem wiederholten „Es war (sehr) gut“ in 1. Mose, sticht das „es ist nicht gut …“ umso deutlicher heraus.

[3] Beiträge zur Ethik, Göttingen, S. 102.

[4] EKD 28. 6. 2017: https://www.ekd.de/Stellungnahme-des-Rates-der-EKD-zur-Debatte-um-die-Ehe-fuer-alle-24373.htm.

[5] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.streit-um-segnung-homosexueller-paare-zeitgeist-darf-nicht-der-massstab-sein.39f8c2e6-2166-4b51-a35a-38fce8a305d7.html

[6]  Vgl. z. B.: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/sollte-sich-die-kirche-an-einer-homosexuellen-parade-beteiligen-101831.html

[7] http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.wildberg-ehe-fuer-alle-geraet-zum-hauptthema.17b725df-9ca2-4baf-88ef-d79c6baa81a3.html

[8] http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/kritik-an-bedford-strohm-weil-er-die-ehe-fuer-homosexuelle-befuerwortet-90949.html

[10] Die damit zusammenhängenden bibelwissenschaftlichen Fragen sollen hier nicht aufgeworfen werden. Im Zusammenhang mit der Efa wird darauf nach meinen Beobachtungen nicht Bezug genommen.

[11] zitiert unter https://theoblog.de/das-ganze-evangelium/5021/.

[12] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.streit-um-segnung-homosexueller-paare-zeitgeist-darf-nicht-der-massstab-sein.39f8c2e6-2166-4b51-a35a-38fce8a305d7.html

[13] Das müsste schlüssig begründet werden und darf nicht einfach nur behauptet werden. Oder soll „veraltet“ heißen, dass heute eben gilt, was „modern“ ist?

[14] Zwillings- und Geschwisterstudien sprechen deutlich gegen die „Veranlagung“-These. Die Behauptung, Homosexualität sei Sache der Vererbung oder Anlage ist daher aus sachlichen Gründen zurückzuweisen. Außerdem: Auch wenn Dispositionen angeboren sein mögen, kann es moralisch verwerflich sein, den Neigungen nachzugeben. Paulus mahnt: „Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt“ (Gal. 5,24).

[15] http://www.mariowahnschaffe.de/blog/einzelpredigten/prof-dr-siegfried-zimmer-und-die-schwule-frage

[16] Begriffe mit einer klaren Bedeutung müssen nicht definiert werden genauso wenig man z. B. „Mensch“ oder „Menschenwürde“ definieren muss.

[17] BVG 17. 7. 2002: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2002/07/fs20020717_1bvf000101.html,

BVG 19. 6. 2012: http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2012/bvg12-059.html

[18] Zwei Beispiele von vielen: Nur wer die Hochschulreife hat, darf studieren; nur wer den Führerschein erworben hat, darf einen PKW fahren usw.

[19] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ehe-fuer-alle-thomas-heilmann-erklaert-seine-position-a-1154998.html

[20] http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/ehe-fuer-alle-gastbeitrag-ehe-fuer-alle-15092764.html?printPagedArticle=true#pageIndex2

Weitere Belege siehe PDF-Version.

[21] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ehe-fuer-alle-ist-ohne-grundgesetzaenderung-moeglich-15092930.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

[22] „Ehe für alle – eine Gewissensfrage?“ Eine Stellungnahme der Deutschen Evangelischen Allianz,http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/ehe-fuer-alle-eine-gewissensfrage.html

[23] Vgl.  http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=14851

[24] Ein Leser macht in einer Zuschrift an die FAZ klar, warum die Möglichkeit eine Umdefinierung zur Beliebigkeit des Ehebegriffs würde: „Das hieße für Art. 6 GG: ‚Ehe und Familie, wie auch immer sie im Zuge der Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Gegebenheiten verstanden werden, stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung.‘ Daraus geht unmittelbar die Absurdität der Auffassung hervor, denn wie kann etwas besonders geschützt werden, was gar nicht definiert ist?“ (Andres Lang, Birkenau, Leserbrief am 13. 7. 17)

[25] Das Grundgesetz hat nur wenige Begriffe definiert aus dem einfachen Grund, dass die Bedeutung von Begriffen lexikalisch fixiert ist, im Hinblick auf die damals üblichen Verwendungen und Referenzen der Begriffe.

[26] http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2017/07/heiko-maas-und-die-homo-ehe-ersetzt-der.html

[27] http://www.deutschlandfunk.de/metzner-vs-liminski-ist-die-gleichstellung-von.2927.de.html?dram:article_id=391174, http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2017/07/01/artikel/selbstmord-der-zivilisation.html

[28] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ehe-fuer-alle-thomas-heilmann-erklaert-seine-position-a-1154998.html, http://www.deutschlandfunk.de/metzner-vs-liminski-ist-die-gleichstellung-von.2927.de.html?dram:article_id=391174

[29] Die im Text https://www.welt.de/debatte/kommentare/article166332757/Das-Herz-des-Grundgesetzes-ist-gross-genug-fuer-alle.html von Bundesjustizminister Heiko Maas gezogenen Vergleiche gehen an der Sache völlig vorbei.

[30] Zahlreiche Belege dazu sind in der PDF-Version zusammengestellt. Selbst innerhalb der Kirche gibt es bereits Bestrebungen zur Anerkennung von Polyamorie: http://www.deutschlandfunkkultur.de/mehr-als-die-monogame-ehe.1278.de.html?dram:article_id=260748

[31] http://www.deutschlandfunk.de/ehe-fuer-alle-abstimmung-wohl-am-freitag.2852.de.html?dram:article_id=389737

[32] http://www.faz.net/aktuell/politik/bundeslaender-mit-rot-gruen-koalition-wollen-homo-ehe-13625827.html

[33] Die Tatsache, dass viele Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen, ändert daran nichts; niemand wird schließlich behaupten wollen, dass es keinen Unterschied ausmacht, ob beide Eltern oder nur ein Elternteil für die Kinder da sind.

„Nicht Erwachsene haben ein Recht auf ein Kind, auch Heteropaare nicht, sondern Kinder ein Recht auf Mama und Papa. …  Dem Recht auf Adoption folgt dann automatisch das Recht auf künstliche Befruchtung“ (Birgit Kelle, https://www.welt.de/debatte/kommentare/article166078234/Wir-erleben-gerade-die-Vernichtung-der-Ehe.html)

[34] Stellungnahme Gemeindenetzwerk unter http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=14851; vgl. https://philosophia-perennis.com/2017/06/30/regenbogenfamilien-der-mensch-ist-kein-spielzeug/). Zur Frage, ob Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen, keinerlei Benachteiligung haben, siehe https://www.mercatornet.com/features/view/hijacking-science-how-the-no-differences-consensus-about-same-sex-families/18900 und http://www.dijg.de/homosexualitaet/adoptionsrecht/gleichgeschlechtliche-elternschaft/

[35] Vgl. die Einschätzung des ehem. Bundesverfassungsrichters Hans Hugo Klein unter http://cicero.de/innenpolitik/ehe-fuer-alle-aus-meiner-sicht-ein-verfassungsbruch).

[36] Es würde auch nichts nützen, die Ehe ausdrücklich als Verbindung genau zweier Menschen zu definieren, denn das könnte später geändert werden – mit derselben Begründung wie für die Efa: gesellschaftlicher Wandel, Verfassungswandel.

[37] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-zur-ehe-fuer-alle-die-ehe-wird-abgeschafft-15079952.html

[38] http://www.sueddeutsche.de/politik/ehe-fuer-alle-hauptsache-liebe-1.3567789, http://cicero.de/innenpolitik/ehe-fuer-alle-weshalb-ueberhaupt-heiraten

[39] Monoikismus ist eine extreme bzw. extremistische Auffassung von Gleichheit.

[40] http://www.cbb-baden.de/pdf/doks%20gegenwind.pdf

[41] M. Till, Offener Brief an H. Bedford-Strohm, 31. 5. 17, http://blog.aigg.de/?p=1136

[42] „… Joseph D. Unwin (1895 – 1936), hat allerdings in einer umfangreichen Untersuchung über ‚Sex and Culture‘ an 80 unzivilisierten und 8 Hochkulturen über 5000 Jahre herausgefunden, dass alle Hochkulturen streng monogam begannen und eine Generation nach dem Zerfall der Familienstrukturen untergingen. Die ‚Ehe für alle‘ könnte diesen Prozess beschleunigen und dem großen Kulturhistoriker Arnold Toynbee recht geben, der sagte: ‚Zivilisationen gehen nicht zugrunde, sie begehen Selbstmord‘“ (JürgenLiminski, http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2017/07/01/artikel/selbstmord-der-zivilisation.html).

Links oder rechts? Was sollten Christen wählen?

Deutschland wohin? Gedanken zur Bundestagswahl 2017 (Teil 1)

Die christliche Botschaft hat zunächst einmal nichts mit Politik zu tun, denn das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt. Aber als Bürger unseres Landes und als gute Demokraten sollten auch Christen sich mit Politik befassen und gründlich überlegen, welcher Partei man seine Stimme geben möchte. Ein Wahl-o-mat kann dabei helfen. Aber es macht Sinn, sich auch noch ein wenig tiefgehender mit der Frage zu beschäftigen: Welches Gedankengut steckt eigentlich hinter diesen politischen Strömungen, die man im Allgemeinen als „links“ und „rechts“ bezeichnet?

Linke Politik vertraut auf das Gute im Menschen

Viele Positionen linker Parteien zeigen: Linke Politik geht sehr stark davon aus, dass der Mensch im Kern gut ist und nur durch Ungerechtigkeit und negative Einflüsse böse wird. Deshalb setzt sich linke Politik ganz besonders dafür ein, alle Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Durch höhere Steuern und starke Sozialsysteme soll das Geld kräftig von den Reichen zu den Armen umverteilt werden. Einheitliche, kostenlose Bildungssysteme und notfalls auch Quotenregelungen sollen zur Angleichung der Lebensumstände von Menschen unterschiedlichen Bildungsstands, Geschlechts, sexueller Orientierung und kulturellem Hintergrund führen. Gesellschaftliche Schichten (Arbeiter, Akademiker, Führungselite etc.) sollen dadurch mindestens wesentlich durchlässiger, idealerweise ganz aufgelöst werden. Kriminalität und soziale Spannungen werden eher auf mangelhafte Chancengleichheit zurückgeführt, statt die individuelle Verantwortung des Einzelnen zu betonen. Nicht das Fordern wird betont sondern die Notwendigkeit staatlicher Förderung und die freie Entfaltung des Individuums. Im Extrem führt linkes Denken zum Traum von einem Staat, in dem Allen Alles gleichermaßen gehört (Kommunismus) und der nicht mehr durch Gesetze, Polizei und Armee kontrolliert werden muss (Anarchie).

Rechte Politik rechnet mit dem Bösen im Menschen

Rechte Positionen rechnen viel eher damit, dass der Mensch im Kern auch etwas Böses in sich trägt, das unabhängig von den Umständen zu Egoismus, Aggression und Faulheit neigt. Rechte Politik geht davon aus, dass Menschen aktiv gelockt (Karriere, Gehalt, Status, Steuervorteile) und mit Druckmitteln (z.B. Noten, Versetzungsdruck, gelockerter Kündigungsschutz etc.) angespornt werden sollten, Leistung zu bringen und Verantwortung für Andere zu übernehmen (z.B. für eine Familie mit Kindern oder für einen Betrieb), weil sie es von sich aus nur mangelhaft täten. Der Staat sollte Ungleichheiten nicht übermäßig ausgleichen, denn „Leistung muss sich lohnen“. Die soziale Marktwirtschaft ist mehr noch als der pure Kapitalismus die konsequente Antwort auf dieses kritische Menschenbild, weil sie berücksichtigt, dass auch Unternehmer letztlich Egoisten sind, die ihre Arbeitnehmer hemmungslos ausbeuten würden, wenn man sie nur ließe. Natürlich sind eine starke Polizei und Armee bei diesem Menschenbild absolut unverzichtbar, um die nationale und internationale Ordnung aufrecht zu erhalten.

Welche Politik ist die richtige?

Die Bibel hat ein klares Votum zu der Frage, ob der Mensch im Kern gut oder böse ist: “Die Gedanken und Taten der Menschen schon von Kindheit an böse.” (1. Mose 8, 21) Fakt ist: In der Praxis konnten sich kommunistische und anarchistische Sozialutopien noch nie bewähren, im Gegenteil: Immer sind sie in schlimme Diktaturen umgekippt. Aber auch die sanfteren Formen linker Politik sind nicht ohne Folgen. Viele Experten sind der Meinung, dass der aktuelle wirtschaftliche Erfolg Deutschlands stark auf der Agenda 2010 basiert, in der Gerhard Schröder neben dem Fördern auch das Fordern deutlich stärker in den Mittelpunkt gestellt hat – eigentlich eine typisch rechte Position. Inzwischen ist nicht nur die SPD wieder deutlich nach links gerückt. Bei den meisten Parteien ist ein Bestreben sichtbar, die damalige Agendapolitik wieder in Richtung eines stärkeren Sozialstaats zu ändern. Der Linksruck ist auch in der Bildungspolitik sichtbar, in der der Trend zur Einheitsschule und zur Absenkung des Leistungsniveaus immer deutlicher wird. Er zeigt sich auch im offenbar mangelhaften Bewusstsein der Notwendigkeit einer starken Polizei und Armee, denn alle Regierungen haben hier in den vergangenen Jahren erheblich eingespart. Auch die Naivität im Umgang mit antidemokratischen und antisemitischen Tendenzen bei muslimischen Einwanderern in der Flüchtlingskrise ist ein Symptom davon. Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein zu lascher Staat zu gefährlichen und kriminellen Parallelgesellschaften führt. Das jüngste Beispiel für den Linkstrend ist die sog. “Ehe für Alle”: Während die Verfasser des Grundgesetzes noch die Ehe aus Mann und Frau als kinderzeugende Verantwortungsgemeinschaft und als Keimzelle der Gesellschaft besonders fördern wollten wird jetzt vor allem dem Wunsch nach freier individueller Lebensgestaltung Rechnung getragen.

Woher kommt der Linkstrend in der Politik?

Umfragen haben gezeigt, dass die meinungsbildenden politischen Journalisten in großer Mehrheit stark links orientiert sind. Das übt natürlich einen erheblichen Druck auf die Politik aus und hat zu der eigenartigen Entwicklung beigetragen, dass das Wort „links“ heute eher modern und menschenfreundlich klingt während „rechts“ eher mit Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus assoziiert wird. Dabei hat die Geschichte vielfach gezeigt, dass äußerst linke Politik genauso gefährlich ist wie äußerst rechte Politik und dass extrem linke und rechte Politik sich auf bizarre Weise angleicht („Querfront“). Besonders brisant ist, dass auch am linken politischen Rand Gewalt als Mittel des politischen Kampfes entschuldigt oder sogar offensiv gerechtfertigt wird. Wer jedoch von einem negativen Menschenbild ausgeht muss jegliche Gewalt, die nicht rechtsstaatlich kontrolliert wird, unter allen Umständen strikt ablehnen.

Muss christliche Politik nicht der Bergpredigt folgen?

Aber müssten Christen nicht zwangsläufig eine Politik unterstützen, die Jesu Forderungen nach Barmherzigkeit, Nächsten- und Feindesliebe besonders betont? Sollten Christen somit nicht viel eher einer linken Politik mit starkem Sozialstaat, bedingungslos offenen Grenzen und gewaltfreien Ordnungsmächten das Wort reden?

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass die Bibel dem Staat und der Kirche 2 grundsätzlich verschiedene Rollen zuweist: Die Bergpredigt ist an die Kirche gerichtet. Polizisten und Soldaten hingegen können und dürfen ihren Feinden nicht die andere Wange hinhalten. Gott hat ihnen das „Schwert“ in die Hand gegeben, um Ordnung zu schaffen (Römer 13, 1-7). Das Neue Testament kennt sehr wohl auch das Leistungsprinzip: “Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen” (2. Thess. 3, 10). Es überrascht deshalb nicht, dass traditionell eher das rechte Parteienspektrum (also CDU/CSU) den Bezug zum christlich-/biblischen Erbe besonders betont.

Neben der Bergpredigt gibt es eine Reihe anderer biblischer Aussagen, die Christen bei der Suche nach der richtigen Partei berücksichtigen sollten:

  • Ehrfurcht vor Gott! Der Gottesbezug in der Verfassung und im Eid, den unsere Politiker ablegen, ist von großer Bedeutung.
  • Weitere Wegweiser aus den 10 Geboten, z.B. Sonntagsschutz, Lebensschutz, keine Neiddebatten.
  • Der respektvolle Umgang mit den Fremden, mit den Armen und den Benachteiligten („Witwen und Waisen“) war für Gott schon immer wichtig.
  • Die wertschätzende Haltung zu den Juden und zu Israel!
  • Da im biblischen Menschenbild ALLE Menschen gleichermaßen etwas Böses in sich tragen ist ideologische, nationale oder gar rassische Überheblichkeit mit der Bibel unvereinbar.

Wo Politik meint, diese und weitere biblischen Werte nicht zu brauchen und sich vor Gott nicht verantworten zu müssen, droht immer ein Abgleiten in Populismus, gewissenloses Machtstreben, dümmliche schwarz-weiß-Propaganda auf Kosten der Wahrheit bis hin zu Rassismus, Antisemitismus (oft als Israelkritik getarnt), fehlender Achtung vor dem Leben (insbesondere vor dem werdenden und dem sterbenden) und ein Zerfall der Diskussionskultur (z.B. durch vorschnelle Stigmatisierung mit der Nazi- und Rassismuskeule). Das gilt für das linke genauso wie für das rechte politische Spektrum.

Der indische Autor Vishal Mangalwadi hat mit seinem „Buch der Mitte“ eindrücklich nachgewiesen: Wenn wir unser christliches Erbe aufgeben, wird weder linke noch rechte Politik uns helfen können, weil eine rein humanistische, gottlose Ethik keine Stabilität schaffen kann. Unser Staat braucht zwingend die Verankerung in einer orientierungsgebenden biblischen Wahrheit, die über dem Zeitgeist und philosophischen Strömungen steht. Noch profitieren wir davon, dass unsere Verfassung, unser Grundgesetz sowie unsere soziale Marktwirtschaft in phantastischer Weise das biblische Menschenbild und die biblischen Werte berücksichtigen. Unsere Verfassung garantiert, dass niemand unkontrollierte Macht bekommt und dass niemand Andere ausbeuten kann. Christen, die der Bibel vertrauen, können deshalb gar nicht anders als überzeugte Demokraten und Fans unserer Verfassung sein. Auch wenn die Kirche Jesu nicht primär einen politischen Auftrag hat: Als Nachfolger Jesu dürfen und sollen wir nach Kräften mithelfen, „der Stadt Bestes“ zu suchen, indem wir für unser Land beten. Und wir sollen Salz und Licht sein, indem wir uns und unsere Meinung konstruktiv einbringen und als überzeugte Demokraten diesen Staat nach Kräften unterstützen.

Teil 2: Kann man als Christ die AfD unterstützen?

Mehr dazu:

Kann man als Christ die AfD unterstützen?

Deutschland wohin? Gedanken zur Bundestagswahl 2017 (Teil 2)

Ich kann nachvollziehen, warum einige Christen dieser Tage dazu aufrufen, keinesfalls die AfD zu unterstützen. Die „Dresdner Rede“, in der Björn Höcke eine Abkehr von der Erinnerungskultur an die deutschen Verbrechen an den Juden gefordert hat, war in erschreckendem Ausmaß rechtsextrem. Zwar gibt es jetzt ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn, aber führende AfD-Vertreter wie Gauland oder Meuthen haben sich gegen den Parteiausschluss ausgesprochen und sogar erklärt, dass Höcke “zur Seele der Partei gehöre”. Solange nicht absehbar ist, wie einflussreich die rechtsextremen Kräfte in der AfD noch werden, finde ich eine grundlegende Skepsis gegenüber dieser Partei verständlich. Für mich persönlich kommt deshalb eine Wahl der AfD nicht in Frage.

Trotzdem wundere ich mich über die Einseitigkeit vieler Kommentare. Denn der Zusammenhalt und die Stabilität unserer Gesellschaft wird ja nicht nur durch Rechtsextremismus gefährdet sondern durch eine ganze Reihe weiterer Faktoren:

  • Linksextremismus
  • Islamismus bzw. der politische Islam
  • Antisemitismus
  • Terrorismus
  • Schwächung unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands
  • Schwächung der Familie, der Keimzelle unserer Gesellschaft
  • Schwächung von Mitgefühl und Empathie (z.B. durch Auflösung der Mutter-Kind-Bindung, Tötung von Ungeborenen im Mutterleib, schrankenlose Pornografie und Prostitution)
  • Auflösung der gemeinsamen Wertebasis

Welche dieser Faktoren sich am Ende als besonders gefährlich (vielleicht sogar weit gefährlicher als Rechtsextremismus) erweisen, ist aktuell m.E. vollkommen offen. Weltweit werden Demokratien zur Zeit durch Islamismus (Türkei) und Linksextremismus (Venezuela) gekippt. Womöglich ist es aber auch vor allem die Kombination mehrerer Faktoren, die unserer Gesellschaft gefährlich werden könnte. Die große Frage, die sich jeder (christliche) Wähler stellen sollte, ist deshalb: Welche Partei ist insgesamt für unsere Gesellschaft am gefährlichsten, weil sie naiv mit diesen Gefahren umgeht oder sie sogar offen fördert? Und welche Partei ist wohl der größte Stabilitätsfaktor, weil sie diese Gefahren am klarsten anspricht und bekämpft? Dazu ein paar subjektive Denkanstöße:

  • In der Partei ‘Die Linke’ gibt es deutliche Sympatie für linksextreme Posititionen und Verbindungen in die linksextreme Szene hinein. Auch die grüne Jugend hat sich mit der jüngst verbotenen linksradikalen Internetszene solidarisch erklärt.
  • Bis zum Hamburger G20-Gipfel war es völlig normal, dass Linke, Grüne, Sozialdemokraten, Gewerkschaften, ja sogar kirchliche Organisationen bei den sog. Antirassismus- oder Anti-Globalisierungsdemonstrationen Seit an Seit mit linksradikalen, gewalttätigen „Antifaschisten“ marschiert sind. Auch die vielen antidemokratischen Umtriebe der Antifa (Anschläge auf konservative Politiker, Bedrohung von Gastwirten, die AfD-Veranstaltungen ausrichten, Zerstörung von Wahlplakaten etc.) werden kaum kommentiert, wie selbst die FAZ moniert.
  • Es war Angela Merkel, die im Beisein eines türkischen AKP-Ministers (!) erklärt hat, dass der Islam zu Deutschland gehöre (ohne näher zu definieren, welchen Islam sie damit meint) und die den Pakt mit Erdogan vorangetrieben hat. Die teils aus der Türkei und Saudi-Arabien finanzierten Islamverbände wurden von allen Parteien außer der AfD lange Zeit hofiert und (sogar von der EKD) zum Islamunterricht in deutschen Schulen eingeladen. Bis heute werden selbst liberale Muslime immer wieder mit der Islamophobiekeule ins Abseits getrieben, wenn sie sich kritisch zu den antidemokratischen, antisemitischen und menschenrechtsfeindlichen Tendenzen im Islam äußern.
  • Alle Parteien bis hin zu Teilen der CDU haben mit der sog. „Ehe für Alle“ das jahrtausendealte Ehebild als lebenslanger Treueverbindung eines Mannes und einer Frau aufgelöst. Es war zudem die CDU-Frau Ursula von der Leyen, die initial den massiven Ausbau der Fremdbetreuung von Kindern vorangetrieben hat mit dem Resultat, dass heute die Kinder immer früher und länger von der Mutter weggerissen werden mit allen Folgen, die Bindungsforscher dadurch für die emotionale Gesundheit von Kindern befürchten. Die AfD ist nach meiner Kenntnis die einzige Partei, die offen dafür eintritt, Vollzeitmütter zu unterstützen und das Steuersystem so zu gestalten, dass Familien mit 1 Gehalt auskommen können. Das von linken Politikern als “Herdprämie” denunzierte Betreuungsgeld der CSU wurde auch für die CDU kein Herzensanliegen.
  • Die AfD ist die einzige Partei, die sich klar gegen eine Indoktrination durch die Ideologie der sexuellen Vielfalt im Zusammenhang mit dem Gender Mainstreaming ausgesprochen hat. In Hessen hingegen hat auch die CDU die Forderung nach Akzeptanz sexueller Vielfalt (sogar gegen das Votum des Landeselternbeirats) durchgedrückt. Die AfD ist auch die einzige Partei, die sich klar gegen Abtreibung ausgesprochen hat. Die FDP hingegen hat sich in ihrem Programm sogar für die Freigabe von Leihmutterschaft ausgesprochen, einem absolut menschenverachtenden Geschäft.
  • Es war Angela Merkel, die unter dem Beifall von SPD, Grünen und Linken mehrere Monate lang die Grenzen völlig geöffnet hat (mit der seltsamen These, man könne Grenzen nicht schützen), ohne zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen zu unterscheiden. Die massiven, damals allgemein völlig unterschätzten Folgen (Anwachsen von Islamismus, Antisemitismus, Terrorismus, Überlastung des Sozialsystems) sind noch gar nicht absehbar.
  • Nachdem die fürchterlich schlecht organisierte Energiewende unsere einst florierenden Energiekonzerne an den Rand des Ruins getrieben haben bedroht nun die oft weitgehend faktenfreie Dämonisierung des Verbrennungs- und v.a. des Dieselmotors unsere Autoindustrie und damit einen Hauptfaktor unseres Wohlstands. Inzwischen haben die Grünen ein baldiges Ende des Verbrennungsmotors sogar zur Koalitionsbedingung gemacht.

Diese wenigen subjektiven Gedanken können vielleicht deutlich machen: In der Gesamtsicht ist die Frage, welche Partei die Stabilität unserer Gesellschaft am meisten gefährdet, gar nicht so leicht zu beantworten. Fakt ist: JEDE Partei hat sich in Bezug auf eine oder mehrere dieser Gefahren als mindestens äußerst naiv erwiesen oder sie sogar aktiv gefördert. Deshalb muss sich jeder selbst ein Bild machen und entscheiden, welche Wahlentscheidung man am ehesten verantworten kann. Und natürlich müssen Christen überlegen, welche Partei am ehesten das biblische Menschenbild berücksichtigt und darauf basierend eine erfolgversprechende Politik gestalten wird (siehe Teil 1 dieses Artikels).

Sind Kleinparteien eine Alternative? Unser Parteiensystem ist schon jetzt wesentlich zersplitterter als noch vor einigen Jahren, was Koalitionen immer komplizierter macht. Und es verwischt die Unterschiede zwischen den Parteien, weil letztlich jede Partei bereit sein muss, mit fast jeder Partei zu koalieren, um funktionierende Regierungen zu ermöglichen. Deshalb würde ich hinter den Versuch, eine neue, christlichere Partei über die 5%-Hürde zu pushen, zumindest ein Fragezeichen machen, zumal die Christen in Deutschland politisch gesehen äußerst unterschiedlich ticken und deshalb bislang leider auch keine politische Kraft entwickeln.

Gar nicht wählen wäre definitiv die schlechteste aller Alternativen. Christen haben die Pflicht, unsere Demokratie zu stärken, indem sie zur Wahl gehen und im Vorfeld sich für einen sachlichen Diskurs einsetzen.

Es gibt unter den Parteien keinen Heilsbringer. Ich freue mich deshalb über jeden Christen, der sich in einer Partei für christliche / biblische Werte einbringt. Es wäre doch schön, wenn Christen in der AfD dafür sorgen könnten, dass die Rechtsextremen nicht die Oberhand gewinnen. Und es wäre schön, wenn Christen bei den Grünen, in der SPD oder in der CDU dafür sorgen könnten, dass der naive Umgang mit Islamismus, Linksextremismus sowie der ehe- und familienfeindliche Kurs beendet wird. Schön wäre es auch, wenn wir Christen Vorbilder darin wären, unterschiedliche politische Positionen stehen zu lassen, sachlich und respektvoll zu diskutieren und lernen „wie man streiten und sich dennoch lieben kann.“ (Manfred Siebald) Denn das macht doch echte Demokraten aus und sollte umso mehr für Christen selbstverständlich sein.

Und besonders wichtig ist es in diesen Tagen, dass Christen außer ihrer Wählerstimme noch ihren direkten Draht in die absolute Schaltzentrale der Macht nutzen und ihre Gebete für unser Land vor Gottes Thron bringen. Gebet für unsere Politiker und für eine Erweckung und Reformation der Kirche Jesu, die als Salz und Licht in der Gesellschaft dringend benötigt wird, ist heute nötiger denn je.

Zum Teil 1 dieses Artikels: Links oder Rechts? Was sollten Christen wählen?

Ehe für Alle: Zeit zum Aufwachen

Mit der Einführung der “Ehe für alle” vollzieht die Politik nur den Meinungswandel nach, der sich in unserer Gesellschaft längst vollzogen hat. Als Nation entfernen wir uns seit Jahren von unseren christlichen Fundamenten.

Seien wir ehrlich: Wir Christen haben unsere Salz- und Lichtkraft weitgehend verloren. Während die CSD-Bewegung ohne Scham durch die Straßen unserer Städte marschiert sind die Märsche für Jesus längst wieder eingeschlafen und die ‘Demo für alle‘ krebst bei einigen 100 Teilnehmern herum. Die evangelische Kirche hat die gleichgeschlechtliche Ehe schon 2015 aktiv befürwortet. Die Regeln einiger Landeskirchen zur “Trauung für alle” gehen schon jetzt weiter als die bisherigen staatlichen Regeln zur eingetragenen Lebenspartnerschaft. Aktuell hat die EKD erneut ein klares Votum für die Ehe für alle veröffentlicht. Wie können wir von der Politik erwarten, dass sie näher an den biblischen Vorgaben bleibt als die Kirche?

Machen wir uns nichts vor: Die Abkehr von unseren christlichen Fundamenten wird weitergehen. Schon seit Jahren wird auch in der ev. Kirche an der Öffnung des Ehebegriffs für die Polyamorie gearbeitet. Ist der Ehebegriff erst einmal aufgelöst gibt es kein logisches Argument mehr, warum nicht auch andere Partnerschaften die gleichen Rechte bekommen sollten. Die Ideologie der “sexuellen Vielfalt” wird das Ideal der lebenslangen Treuepartnerschaft von Mann und Frau weiter verdrängen.

Täuschen wir uns nicht: Ehe und Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Wenn die bisher vom Grundgesetz geschützte Institution Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau umdefiniert wird (siehe dazu ein guter Kommentar der FAZ) hat das – genau wie die Lockerung des Abtreibungsrechts oder die massive Förderung der Berufstätigkeit von Müttern mit Kleinstkindern – gravierende Konsequenzen, zuerst für Kinder, auf Dauer aber natürlich für die ganze Gesellschaft. Wegschauen hilft nicht. Die Zeitgeistwelle, die die biblischen Fundamente unserer Gesellschaft wegspült, wird vermutlich schneller als wir denken auch über die scheinbar sicher geglaubten Fundamente unserer ganz persönlichen Lebensumstände hereinbrechen. Denken wir also nicht, all das würde uns persönlich nichts angehen.

Seien wir uns im Klaren darüber: Politiker können diese Entwicklung nicht aufhalten. Deutschland braucht eine neue Reformation und eine Erweckung! Die Kirche Jesu muss aufwachen aus ihrem Kirchenschlaf, um unser Land für das Evangelium zu gewinnen! Nur so kann das Problem der Abkehr von den biblischen Werten an der Wurzel gepackt und gewendet werden. Vergangene Erweckungsbewegungen haben bewiesen, dass sie die Gesellschaft tatsächlich nachhaltig verändern können. Verschiedene Signale deuten darauf hin, dass eine Erweckung auch heute wieder möglich ist. Also arbeiten wir dafür. Und beten wir. Denn es stimmt mehr denn je: Allein den Betern kann es noch gelingen.

Siehe auch:

Frühsexualisierung: Protestgrund oder Panikmache?

Der Protest der Demo für Alle gegen Frühsexualisierung ist lächerlich. Das behauptete zumindest die heute-Show vom 23.10.2015. Um das zu belegen präsentierte Pseudojournalist Lutz Van der Horst einem Demoteilnehmer die „Standards zur Sexualaufklärung in Europa“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (hier zu sehen ab Minute 0:57) und behauptete: Da steht doch überhaupt nichts über Frühsexualisierung drin! Er habe es extra gelesen! Also alles dumpfe Panikmache, oder?

Grund genug, in dieses “Standardwerk” mal reinzuschauen. Es ist öffentlich zugänglich und kann hier heruntergeladen werden. Besonders interessant ist die Altersmatrix (ab S. 41) mit altersspezifischen Empfehlungen für eine adäquate Sexualerziehung. Dort wird gleich deutlich gemacht: Sexualerziehung beginnt für die BZgA mit 0 (!) Jahren, denn: „Kinder haben schon im frühen Alter sexuelle Gefühle. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr … beginnen Kinder, ihren eigenen Körper zu entdecken (frühkindliche Masturbation, Selbststimulation), und möchten vielleicht den Körper ihrer Freunde untersuchen (Doktorspiele).“ (S. 27)

Und was soll laut BZgA und WHO somit nun unseren Kleinkindern in der KiTa standardmäßig noch vor dem 4. Lebensjahr beigebracht werden (Seite 42)?

  • Vergnügen und Lust, den eigenen Körper zu berühren, frühkindliche Masturbation
  • Entdeckung … der eigenen Genitalien
  • Die eigenen … Wünsche und Grenzen ausdrücken, beispielsweise beim „Doktorspiel
  • Grundlagen der menschlichen Fortpflanzung, darüber sprechen, das richtige Vokabular kennen, Körperteile benennen.
  • Das Recht, Fragen zur Sexualität zu stellen und Geschlechtsidentitäten zu erkunden.
  • Das Recht, Nacktheit und den Körper zu erkunden und neugierig zu sein; Neugier gegenüber dem eigenen Körper und dem anderer
  • Geschlechterrollen, Bewusstsein für die Vielfalt von Beziehungen

Liebe Leser: Haben Sie vielleicht eine Idee, wie man sich das praktisch vorstellen darf, dass KiTa-Erzieher in angemessener Form mit Kleinkindern über frühkindliche Masturbation, Zärtlichkeit, Geschlechtsidentitäten, das Recht auf Nacktheit und die menschliche Fortpflanzung sprechen (und zwar wohlgemerkt „mit dem richtigen Vokabular“)? Also irgendwie fehlt mir da die Phantasie. Aber schauen wir, wie die Empfehlungen für die höheren Altersgruppen aussehen:

  • Im Kindergarten (4-6 Jahre) sollen die Kinder selbst über sexuelle Themen sprechen. Sie sollen aufgeklärt werden über „Freundschaft und Liebe zu Menschen des gleichen Geschlechts“. Sie sollen die „verschiedenen Normen zur Sexualität“ anerkennen und die Fähigkeit erlangen, „Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten“. Hm, da frage ich mich: Interessieren sich Kindergartenkinder wirklich für die Frage, wie sie eine Partnerschaft (womöglich zum gleichen Geschlecht) aufrechterhalten können?
  • Ab der 1. Schulklasse (6-9 Jahre) sollen die Kinder informiert werden über verschiedene Methoden zur Empfängnisverhütung, Heirat und Scheidung, Sex in den Medien, eine „angemessene Sexualsprache“ und „Krankheiten in Verbindung mit Sexualität“. Und nicht zuletzt sollen sie „ein Verständnis für akzeptablen Sex“ entwickeln. Da gesellt sich dann also zum „ABC“ und „1×1“ das „S E X“…
  • Im Alter von 9-12 Jahren sollen die Kinder informiert werden über „Lust, Masturbation, Orgasmus“, die „Unterschiede zwischen Geschlechtsidentität und biologischem Geschlecht“ („Genderorientierung“) und „verschiedene Formen von Verabredungen (Dating)“. Sie sollen „bewusst entscheiden, sexuelle Erfahrungen machen zu wollen oder nicht“, sie sollen ein Bewusstsein entwickeln, dass beide Geschlechter für die Empfängnisverhütung verantwortlich sind und daher die Fähigkeit entwickeln, „wirksam Kondome und andere Verhütungsmittel anzuwenden“ und sie sollen „verschiedene Ausdrucksformen von Sexualität (Küssen, Berühren, Streicheln usw.) anerkennen“. Und sie sollen über die „äußeren Einflüsse wie „Gruppenzwang, Pornografie, Gender sowie des sozioökonomischen Status bei sexuellen Verhaltensweisen“ diskutieren. Das sind ja auch sicher zentrale Themen, mit denen 9-jährige sich auseinandersetzen sollten, oder?
  • Die 12-15-jährigen sollen sich über Empfängnisverhütung austauschen, informiert werden über „Genuss von Sexualität (sich Zeit lassen)“, sie sollen die Fähigkeit entwickeln, „Sexualität in respektvoller Weise zu genießen“ und eine „Verhandlungs- und Kommunikationskompetenz für ein sicheres und lustvolles Sexualleben entwickeln“. Wie sich da wohl die exotischen Kinder fühlen, die mit 12 immer noch keinen Sex hatten???
  • Die über 15-jährigen sollen dann auch noch über „sexuell abweichendes Verhalten/Perversionen“, „Prostitution“ sowie „das Recht auf Schwangerschaftsabbruch“ informiert werden. Stimmt. Das hat (gerade) noch gefehlt.

Blogbild Sexualstandard

In all dem wird die grundlegende Philosophie dieser „Standards“ deutlich: Die Autoren grenzen sich bewusst ab von pädagogischen Ansätzen, in denen voreheliche Keuschheit oder Enthaltsamkeit gefördert werden soll (Seite 31). Stattdessen sollen die Kinder und Jugendlichen bewusst gefördert und „befähigt“ werden, „ihre Sexualität zu verstehen und zu genießen“ (Seite 22). Die jederzeitige Gewährleistung der „Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen“ (S. 19) wird in dieser Denkweise sogar als Recht und als wesentliches Element “sexueller Gesundheit” angesehen.

Damit die Kinder die notwendigen Fähigkeiten zum Ausleben ihrer Sexualität entwickeln können halten es die Autoren für erforderlich, dass „die betreffenden Themen nach Möglichkeit eingeführt werden, bevor das Kind die entsprechende Entwicklungsphase erreicht, um es auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten.“ (S. 25) Mit anderen Worten: Noch bevor die Kinder ein Bedürfnis verspüren, sich mit Themen wie Empfängnisverhütung, Homosexualität, Ausdrucksformen der Sexualität etc. auseinanderzusetzen sollen die Kinder mit diesen Themen konfrontiert werden. Birgit Kelle fragt zurecht: „Ist es nicht auch sexuelle Belästigung von Kindern, ihnen Themen aufzudrängen, die sie noch nicht begreifen? Ihnen Bilder zu zeigen, die ihnen peinlich sind. Jeder Exhibitionist im Park gilt als Belästiger, aber sexuelle Praktiken im Unterricht besprechen zu müssen im Kreise seiner halbwüchsigen Freunde, das soll Bildung sein?“

Aber mindestens so erschütternd wie die Inhalte des Textes ist das, was nicht drin steht:

3 Themen werden in diesen Standards nirgends thematisiert:

  • Schamgrenzen: Gerade wenn in einem Klassenverbund sexuelle Themen im Dialog thematisiert werden (wie es die Standards ausdrücklich empfehlen) ist es unumgänglich, dass Kinder durch Gruppenzwang unter Druck gesetzt werden, in Gespräche involviert zu werden, die sie eigentlich gar nicht möchten und die ihnen peinlich sind. Die “Standards” thematisieren dieses Problem mit keinem Wort.
  • Die Worte „Treue“, „Verbindlichkeit“ oder „Warten“ kommen in dem Papier kein einziges Mal vor. Das Wort „Ehe“ wird lediglich im Erklärtext im negativen Zusammenhang einer überkommenen Sexualpädagogik behandelt. Das bedeutet: Das Leitbild der verbindlichen Lebenspartnerschaft wird hier ersetzt durch das Leitbild des jederzeitigen Auslebens sexueller Wünsche nach dem Lustprinzip. Dem Prinzip der sexuellen Vielfalt folgend werden dabei alle denkbaren sexuellen Spielarten als gleichwertig betrachtet.
  • Nirgends wird besprochen, dass Sexualität immer die Bereitschaft bedingt, Verantwortung für Kinder zu übernehmen. Denn eine 100%ig sichere Verhütungsmethode gibt es nun einmal nicht, auch wenn das die ausführliche Thematisierung der Optionen zur Empfängnisverhütung suggerieren möchte. Stattdessen sollen die Jugendlichen informiert werden über ihr „Recht auf Schwangerschaftsabbruch“ (Seite 54), wobei natürlich nirgends thematisiert wird, welche traumatischen, oft lebenslangen Folgen Abtreibungen häufig bei Müttern und Verwandten verursachen.

Der Sexualpädagoge Nikolaus Franke fasst treffend zusammen, was hier passiert: „Die Gendertheorien haben die deutsche Sexualpädagogik zu einer Gesinnungspädagogik verkommen lassen. …  Wenn wir in den Blick nehmen, welche Vorstellungen und Normen seitens der Sexualpädagogik der Vielfalt besonders vehement kritisiert, lächerlich gemacht und welche Setzungen vorgenommen werden, kommen wir zu einem frappierenden Befund:

Erstens: die Entkopplung der Sexualität und der Frau von Fruchtbarkeit, Familie und Kind. Es ist augenfällig, dass nahezu alle Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Lust in den Vordergrund stellen, nicht etwa den Zusammenhang von Zeugung und Sexualität adressieren.

Zweitens: die Abwertung der Modelle Ehe und Familie. Schauen Sie sich die pädagogischen Entwürfe an. Da werden zig Lebensmodelle gleichrangig nebeneinander gestellt, unabhängig von ihrer demoskopischen Häufigkeit. Teilweise werden klassische Ehen gar nicht mehr genannt oder mit Negativattributen belegt. Der Familienbegriff wird neu definiert und ausgeweitet.

Drittens: die Förderung kindlicher (und jugendlicher) Sexualität. Es ist paradox, dass sich gerade die Republik empört, weil in einem Mainzer Kindergarten Kinder andere Kinder sexuell missbraucht haben, wobei doch das Institut für Sexualpädagogik in Dortmund nach wie vor emsig bemüht ist, Erzieher und Einrichtungen dahingehend zu beraten, dass Kinder zu gegenseitigen Doktorspielen und dem Einrichten von Kuschelecken ermutigt werden. Man nennt diesen missbrauchsbegünstigenden Cocktail übrigens ein »sexualfreundliches Klima« in der Kita. Das ist der eigentliche Skandal.

Viertens schließlich: die Enttabuisierung, Entpathologisierung und Normalisierung aller Formen sexueller Praktiken, Orientierungen und Identitäten. Es handelt sich hier um eine dekonstruktivistische Verunsicherungspädagogik, die Zuschreibungen, Normierung hinterfragen und Identitätsschablonen erschüttern möchte.“

Birgit Kelle kommentiert treffend: „Eine ganze Bildungsnation beschäftigt sich also derzeit damit, Kindern möglichst früh und möglichst viele sexuelle Möglichkeiten zu eröffnen, doch nirgendwo scheint Platz zu sein zur Erziehung in der Frage: Wie gründe ich eine glückliche Familie?“

Dass viele voreheliche sexuelle Erfahrungen das Eheglück und die Stabilität einer späteren Ehe mindern, hat eine Studie gezeigt. Die rein lustorientierte Sexualpädagogik, die hier propagiert wird, ist also ein direkter Angriff auf die Familie, dem zentralen Stabilitätsfaktor unserer Gesellschaft.

Ist Protest gegen diese Entwicklungen in der Sexualpädagogik also angesagt? Dazu Nikolaus Franke: „Ganz zweifellos hat man den bisherigen Vorstellungen von »Normalität« den Kulturkrieg erklärt. Wenn Eltern das nicht wollen, kommen sie nicht daran vorbei, sich bei den Entscheidern unbeliebt zu machen. Nur dann werden ihre berechtigten Sorgen ernst genommen. Es wird höchste Zeit, dass der Protest größer wird.

Nun hat der Protest in Baden-Württemberg schon deutliche Erfolge gezeigt: Der Bildungsplan wurde weitgehend entschärft. Trotzdem ist das Ziel nicht erreicht. Denn nach wie vor gibt es Politiker und Initiativen, die die Ideologie der sexuellen Vielfalt in die Schulen tragen wollen, wie z.B. Antje Schmelcher in der FAZ berichtet. Pro Familia ist weiter in den Schulen unterwegs, z.B. mit dem Film „Sex we can!?“, der direkte Aufforderungen enthält, sich für sexuelle Erfahrungen zu öffnen. Die enthaltenen pornographischen Szenen führen dazu, dass der Film auf YouTube unter den Jugendschutz fällt – trotzdem wird er den Kindern in der Schule gezeigt. Die Eltern der Schüler werden darüber nicht informiert, die Klassenlehrer werden ausgeladen. Entsprechend äußert die Erziehungswissenschaftlerin Karla Etschenberg: „Nicht Bildungspläne sind das Problem, sondern dass immer mehr Initiativen in die Schulen drängen, deren Interessen und Ziele nicht transparent sind. Da ist Widerstand angesagt.“

Hier einige empfehlenswerte Artikel zum Thema:

Siehe auch:

Das 2-Reiche-Missverständnis

Soll man alle Migranten willkommen heißen? Darf man den IS mit Waffengewalt bekämpfen? Diese Fragen werden auch unter Christen hitzig diskutiert. Wer hat recht? Das pazifistische Lager der Willkommenskultur? Oder die Befürworter von mehr staatlichen Maßnahmen gegen Überfremdung, Parallelgesellschaften und Terror?

Klare Antwort: Beide!

Die Kirche Jesu hat natürlich die Aufgabe, alle Fremden herzlich aufzunehmen (Matthäus 25, 35) und für Frieden und Versöhnung zu beten und zu arbeiten. Sie ist gerufen, die Feinde zu lieben, die andere Wange hinzuhalten und das Böse mit dem Guten zu überwinden. Sie ist durch und durch pazifistisch und darf niemals das Schwert in die Hand nehmen (wie sie es zur Zeit der Kreuzzüge leider getan hat).

Blogbild 2 Reiche ohne Text

Dem Staat hingegen hat Gott sehr wohl das Schwert in die Hand gegeben, um für Ordnung zu sorgen (Römer 13, 1-7). Die Bibel erklärt auch warum: Wir Menschen werden eben nicht nur böse, wenn wir ungerecht behandelt werden (wie linke Ideologen oft behaupten) sondern wir haben grundsätzlich die Neigung zu Egoismus, Gewalt und Unterdrückung Anderer. Deshalb ist eine bewaffnete Polizei sowie eine Armee (als internationale Polizei) unverzichtbar, um das Chaos einzudämmen, das die menschliche Bosheit anrichtet. Gerade wir Deutschen sind heute dankbar, dass alliierte Armeen das Böse, das von unserem Land ausging, mutig bekämpft haben. Diplomatie allein genügt leider nicht in der gefallenen Welt. Die Schwerter werden erst dann zu Pflugscharen umgeschmiedet, wenn Jesus wiederkommt.

Ich bin dankbar für eine Politik, die christliche Werte auch bei staatlichen Entscheidungen berücksichtigt, die ein Herz hat für die Not der Flüchtlinge und die Gewalt so gut wie möglich zu vermeiden versucht. Aber auch christliche Politiker einer christlichen Partei können als Vertreter des Staates zu dem Schluss kommen, dass für die Aufrechterhaltung der Ordnung Armutsmigranten abgeschoben, Einwanderungsbewegungen begrenzt, Grenzen kontrolliert und Soldaten in den Krieg geschickt werden müssen. Auch Christen können den wichtigen Beruf eines Polizisten oder Soldaten ergreifen und dort als Vertreter des Staats in Situationen kommen, in denen sie nicht die andere Wange hinhalten sondern ihre Waffe gebrauchen müssen.

Staat und Kirche sind nun einmal 2 grundverschiedene Reiche mit unterschiedlichen Aufgaben und Berufungen. Wer vom Staat Pazifismus nach den Regeln der Bergpredigt verlangt hat die Bibel gründlich missverstanden.

Textbild Staat und Kirche

Also: Arbeiten wir daran, dass die Kirche ihrer Aufgabe gerecht wird: Beten wir für Frieden und Versöhnung. Heißen wir Flüchtlinge herzlich willkommen und helfen wir, dass sie, wenn sie auf Dauer bleiben, sich rasch integrieren – nicht zuletzt dadurch, dass wir ihnen die christliche Botschaft, die unser Land geprägt hat, nahe bringen. Beten wir zugleich für die Politiker um Weisheit, dass sie wirksame Antworten finden auf die komplizierten Herausforderungen unserer Zeit, dass sie mutig und entschlossen handeln, um Ordnung und Frieden zu sichern. Und beten wir für die Polizisten und Soldaten, die für unsere Sicherheit den Kopf hinhalten. Auch sie brauchen unsere Solidarität, Wertschätzung und Unterstützung.

Und berücksichtigen wir doch in unseren Diskussionen zukünftig die notwendige Unterscheidung zwischen Kirche und Staat. Dann könnten wir uns viele Missverständnisse und Konflikte ersparen.

Siehe auch:

Was kommt, wenn die Familie geht?

Familie mit Vater, Mutter und Kindern hat ein Imageproblem. In Film und Fernsehen kommt sie seit langem kaum noch vor. Sie wird als „traditionell“, altbacken, überkommen und verstaubt dargestellt. Man sagt, sie sei auf dem Rückzug bzw. sie stehe gar vor dem Aussterben. Wer sich wie Birgit Kelle lautstark für sie einsetzt wird hierzulande gerne als “antifeministisch” oder “rechtspopulistisch” diffamiert.

Nun aber hat Papst Franziskus eindringlich dazu aufgerufen, sich für die Familie zu engagieren. Aus gutem Grund. Denn was kommt denn eigentlich, wenn die Familie geht? Kann sie wirklich durch fröhliche, bunte Patchwork- und Regenbogenfamilien ersetzt werden, wie es z.B. den Grundschülern in Schleswig-Holstein vermittelt werden sollte?Blogbild Familie gestern morgen1

In Ihrem Buch „Die Patchwork-Lüge“ (hier eine äußerst lesenswerte Rezension) hat die Autorin Melanie Mühl dargelegt: Alternative Familienformen sind kein Paradies! Sie bedeuten immer, dass Kindern mindestens ein Elternteil entrissen wurde. Viele Studien belegen, dass die Trennung der Eltern ein erhebliches Risiko für die Kinder bedeutet: Erhöhter Alkohol-, Nikotin- und Drogenmissbrauch, größeres Depressionsrisiko, instabilere Partnerschaften und höhere Selbstmordraten sprechen eine deutliche Sprache. Gezeigt wurde jüngst auch, dass Erziehung durch homosexuelle Paare ebenfalls ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme mit sich bringt.

Patchworkfamilien sind wertvoll, weil die Ehe der leiblichen Eltern nun einmal zerbrechen kann. Niemand von uns hat das Recht, diese Familien gering zu schätzen, im Gegenteil: Sie verdienen ebenso wie Alleinerziehende unseren vollen Respekt und dazu ganz besonders viel Unterstützung und Solidarität! Aber sie taugen keinesfalls als ein der Familie gleichwertiges Ideal.

Wenn die Familie geht kommen aber nicht nur Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien. An ihre Stelle treten noch mehr Phänomene:

Kinderlosigkeit

Deutschland ist schon jetzt Weltmeister in der Kindervermeidung. Nur 1,4 Kinder pro Frau bedeutet nüchtern betrachtet: Die Bevölkerung halbiert sich alle 2 Generationen. Noch schlimmer wird es dadurch, dass gerade die Hochgebildeten das Kinderzeugen auf dem Karrierealtar opfern. Die gleichzeitige massive Zuwanderung von Menschen aus fremden Kulturen, die zudem meist deutlich mehr Kinder bekommen, wird unsere Gesellschaft zwangsläufig grundlegend verändern. Träumen wir wirklich alle von Multikulti? Oder verdrängen wir bloß die Realitäten?

Verantwortungslosigkeit

Immer mehr Menschen finden keine Antwort auf die Frage, ob sie single sind oder in einer Beziehung stehen. Sie haben zwar jemand, mit dem sie immer wieder das Bett teilen. Aber das ist mit keinerlei Verbindlichkeit oder Verantwortung verbunden. „Mingle“ nennt man diesen halbgaren Zwischenzustand. Schon jeder dritte Deutschen findet das erstrebenswert. Lustprinzip und Sex ohne Verantwortung – das führt in eine Gesellschaft nach der Maxime: Wenn jeder für sich selber sorgt ist für alle gesorgt. Wollen wir das?

Lieblosigkeit

Im kommen ist auch das Modell der Co-Elternschaft: 2 Menschen beliebigen Geschlechts tun sich zu einer Zweckgemeinschaft zusammen, um ein Kind aufzuziehen. Liebe spielt keine Rolle. Das hat einen großen Vorteil: Da die Eltern gar nicht zusammen sind droht auch keine Scheidung. Toll! Ist das wirklich die Atmosphäre, in der unsere Kinder zukünftig aufwachsen sollen?

Orientierungslosigkeit

Eine EKD-Studie hat belegt: Die Familie ist der primäre Ort, in dem religiöse Wertvorstellungen an die nächste Generation weiter gegeben werden. Jahrtausendelang hat das funktioniert – jetzt werden wir Zeugen eines großen Traditionsabbruchs: Selbst unter den verbliebenen Kirchenmitgliedern haben nur noch 22 % der Jugendlichen einen Bezug zur Kirche. Die einstigen Volkskirchen werden in absehbarer Zeit nur noch eine von vielen Minderheiten sein. Wie wird sich das auf den Wertekonsens auswirken, auf dem das Zusammenleben in unserer Gesellschaft basiert?

Zitat FamilieFür mich kann all das nur heißen: Ohne die Wärme und Geborgenheit der Familie wird es kalt in unserem Land. Wenn unsere Kinder sexuelle Vielfalt und Lustprinzip statt die Ideale lebenslanger Partnerschaft, gegenseitiger Verantwortung und Treue gelehrt bekommen, sägen wir den Ast ab, auf dem wir alle sitzen.Die Leidtragenden sind unsere Kinder, die zwar vor angeblich veralteten Rollenbildern aber nicht vor einem erkalteten Zuhause geschützt  werden.

Deshalb danke, Papst Franziskus, für den Weckruf. Der Einsatz für die Familie ist in der Tat dringend notwendig und im wahrsten Sinne des Wortes not-wendend. Am 11. Oktober bei der Demo für Alle in Stuttgart ist wieder eine gute Gelegenheit, dies öffentlich deutlich zu machen (hier ein gutes Video dazu)!

Siehe auch:

„Now is the time to wake up“

Ein Weckruf aus dem nahen Osten

Auf meinem Facebook-Profil und in den Medien nehme ich in der Flüchtlingsdiskussion zur Zeit 2 Lager wahr:

  • Die einen rufen zu Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur auf.
  • Die anderen warnen vor Überfremdung, Islamisierung und antidemokratischen Parallelgesellschaften.

Nicht selten schimpfen die Einen („Rechtspopulisten!“, „Fremdenfeinde!“) auf die Anderen („naive Gutmenschen!“). Der Streit droht, unsere Gesellschaft und ganz Europa zu spalten und zu radikalisieren.

Gernot Elsner bat jüngst auf Facebook, den Brief eines Pastors aus dem Nahen Osten zu teilen und bekannt zu machen. Der Pastor dient jeden Monat tausenden von Flüchtlingen. Das Besondere an dem Brief ist: Er vertritt ganz entschieden beide Positionen! Er sagt: GERADE weil die muslimischen Flüchtlinge eine echte Gefahr für Europa sind, die wir keinesfalls verharmlosen dürfen, müssen wir Christen jetzt aktive Nächstenliebe zeigen! Mit allergrößter Dringlichkeit ruft er uns auf, das zu tun, was auch unsere Kanzlerin gefordert hat: Den Menschen in Liebe begegnen, ihnen als Christen aber auch eine klare Botschaft zu bringen und zu sein.

Nachfolgend eine Übersetzung des Briefs (das englische Original ist unten angehängt), den ich nicht nur für Pastoren sondern für alle Christen Europas für äußerst lehrreich halte. Gib ihn weiter, wenn Du das auch so siehst.

Brief Fluechtlinge englischEin Brief an christliche Leiter in Europa von einem Pastor im nahen Osten

Liebe Pastoren in Europa,

ich grüße Euch in Christus,

wir befinden uns in einem sehr kritischen Zeitabschnitt in Bezug auf die Flüchtlinge, die Eure Länder überfluten. Ihr habt eine goldene Möglichkeit. Ihr könnt sie entweder ergreifen oder verpassen und Europa für immer verlieren.

Die Familien, die an Euren Küsten ankommen, sind zerbrochen, verwundet und bedürftig. Ein warmherziges Willkommen kann ihre Perspektive und ihren Glauben rasch verändern. Sie fliehen von der Tyrannei des Islam und sind verwirrt in Bezug auf ihre Überzeugungen. Sie sind aufgewachsen mit der Überzeugung, zur besten Nation und Religion zu gehören, die je auf Erden geschaffen wurde, und ihr Denken wurde darauf programmiert, dass alle anderen verloren sind. Ihnen wurde nie erlaubt, zu denken oder zu zweifeln. Es sei alles so von Gott gewollt.

Jetzt ist die Zeit, zu handeln. Jetzt ist die Zeit, aufzuwachen mit einer neuen Mission, die dieses Mal mit den richtigen Waffen operiert. Benutzt Gebet, Glauben, Evangelisation, praktische Hilfe und viel Liebe. Muslime sind die Opfer des Islam, sie brauchen jemanden, der ihnen die Augen öffnet und sie befreit. Ihr braucht keine Missionare mehr zu schicken. Sie stehen auf Eurer Türschwelle. Baut Beziehungen mit ihnen, mit einzelnen Familien, nicht in großen Gruppen.

Lasst sie das wahre Gesicht des Christentums sehen. Das Christentum, das Gott im Geist anbetet, nicht das Christentum der Götzen. Das Christentum mit Gott hingegebenen Familien, nicht das Christentum der unmoralischen Werte. Das Christentum der offenbarten Kraft des Heiligen Geistes, nicht das Christentum der lauwarmen Kirchen. Das Christentum des alten erweckten Europas, nicht das Europa des Atheismus. Unser Herr sitzt immer noch auf dem Thron.

Unterschätzt niemals den kleinen Prozentsatz an Menschen, die jetzt in Eure Länder kommen. Sie werden sehr bald die Mehrheit werden. Sie müssen den Islam gar nicht predigen. Sie müssen gar nicht kämpfen. Die meisten Eurer Familien haben 1 Kind und einen Hund. Ihre Familien haben 6 oder 7 Kinder. Es ist eine Strategie. Seid gewarnt, der Feind ist so doppelzüngig. Einer unserer alten arabischen Dichter hat einst geschrieben: „Wenn Ihr die Zähne des Löwen seht, denkt niemals, dass der Löwe lächelt.“

Muslime sind nicht unsere Feinde. Sie sind unsere geliebten menschlichen Brüder mit vielen wunderbaren nahöstlichen Gewohnheiten. Sie sind großzügige Gastgeber, großherzig zu den Armen, und sie sind emotional eng mit ihren Familien und Gemeinschaften verbunden. Beeilt Euch und kümmert Euch um sie, bevor sie den Islam umarmen.

Die Geschichte wird eines Tages bezeugen, dass Gott Euch in seiner Weisheit den Hungrigen geschickt hat, damit Ihr ihm Essen gebt, den Durstigen, damit Ihr ihm zu trinken gebt, den Fremden, um ihn aufzunehmen und den Nackten, um ihn anzuziehen. Wie werdet Ihr reagieren? Einige werden Euch natürlich ausnutzen, aber andere werden sich in Euren Gott verlieben.

Durchbrecht die Sprachbarriere und nutzt hingegebene arabisch sprechende Christen in Euren Ländern. Durchbrecht kulturelle Barrieren und versucht, die Denkweise der Muslime zu verstehen. Durchbrecht die Entfernungsbarrieren und bittet Missionsteams aus der arabischen Welt um Hilfe durch Kurzzeiteinsätze. Ihr habt eine großartige Gelegenheit, ich flehe Euch an, Eure Augen dafür zu öffnen bevor es zu spät ist.

Ein sorgenvoller Pastor im nahen Osten

Hier das englische Original:

Can you please share this letter to Christian leaders in Europe by a pastor in the Middle East

Dear Pastors in Europe,

Greetings in Christ,

We are in a very critical period of time concerning the refugees flooding into your countries. You have a golden opportunity. You either choose it or lose it and lose Europe forever.

Families arriving to your seashores are broken, wounded and needy. A warm welcome may change their perspectives and beliefs in no time. They are fleeing from the tyranny of Islam and are in real struggle about their convictions. They grew up with the mentality of being the best nation and religion ever created upon the earth and are brainwashed that all others are lost. They were never allowed to think or doubt. It all came down from God.

Now is the time to act. Now is the time to wake up with a new crusade carrying the real weapons this time. Use prayer, faith, evangelism, social aid and much love. Moslems are the victims of Islam, they need someone to open their eyes and liberate them. You don’t need to send missionaries anymore. They are at your doorsteps. Build relationships with them, one family at a time not in big groups.

Let them see the real face of Christianity. The Christianity of worshiping God in spirit, not the Christianity of idols. The Christianity of families dedicated to God, not the Christianity of immoral values. The Christianity of the demonstrated power of the Holy Spirit not the Christianity of lukewarm churches. The Christianity of the old revived Europe not the Europe of atheism. Our Lord is still on the throne.

Do not ever underestimate the small percentages coming now to your countries. They will become the majority very soon. They don’t have to preach Islam. They don’t have to fight. Most of your families have one child and a dog. Their families have six or seven children. It is a strategy. Be cautious, the enemy is so devious. One of our old famous Arabic poets once wrote, “if you see the teeth of the lion, do not ever think that the lion is smiling”.

Moslems are not our enemies. They are our beloved brothers in humanity with many wonderful Middle eastern habits. They are generous in hospitality, merciful to the poor, and emotionally tied to their families and communities. Hurry up and take care of them before they embrace Islam.

The history will witness one day that God in His wisdom have sent to you the hungry to give him meat, the thirsty to give him a drink, the stranger to take him in and the naked to clothe him. How will you respond? Some will take advantage of you for sure, but others will fall in love with your God.

Break the language barriers and use dedicated arabic speaking christians in your countries. Break the cultural barriers and try to understand a Moslem’s mind. Break the long distance barriers and ask the help of some outreach teams from the Arab world for short terms. You have a wonderful opportunity, I beg you to open your eyes before it becomes too late.

A burdened Pastor in the Middle East.

Siehe auch:

Die Flüchtlingsfrage: Es kann nur 1 Antwort geben!

Ja, die Flüchtlingsfrage ist kompliziert. Einfach alle Menschen willkommen heißen ist viel zu einfach gedacht. Der Oxford-Ökonom Paul Collier hat dargelegt: Gerade eine uneingeschränkte Willkommenskultur tötet, weil sie Menschen falsche Hoffnungen macht und sie den kriminellen Schleusern in die Arme treibt. Zudem führt sie dazu, dass die Herkunftsländer dauerhaft unterentwickelt bleiben, weil der massenhafte Exodus der Gebildeten einen “Braindrain” zur Folge hat. Unser Staat steht also schon aus moralischen Gründen vor der Aufgabe, Armutsmigration einzudämmen.

Und ja, unser Staat muss sich auch viel aktiver damit auseinandersetzen, dass ein erschreckend hoher Anteil der muslimischen Flüchtlinge einen antidemokratischen Scharia-Islam härtester Prägung mitbringt. Wer davor die Augen verschließt und schon den simplen Hinweis auf diese Tatsache als „Islamophobie“ brandmarkt verhindert die dringend notwendige Suche nach Lösungen für die daraus resultierenden Integrationsprobleme und treibt Ausländerfeinden erst recht Anhänger zu.

Aber wie gehen wir nun konkret vor Ort mit den Flüchtlingen um, die bei uns sind und zu uns kommen? Thomas Maurer kümmert sich selbst als Pate um Flüchtlinge und engagiert sich im Arbeitskreis Flüchtlinge seiner Stadt als Vertreter von CVJM und evangelischer Kirchengemeinde. Er hat auf diese Frage eine eindeutige Antwort:

„Sehr viele von den Flüchtlingen kommen aus lebensgefährlichen Umständen zu uns. Es sollte daher aus menschlichen und christlichen Beweggründen selbstverständlich sein, ihnen beizustehen.“

Auch zu der Herausforderung, dass Flüchtlinge z.T. eine problematische kulturelle Prägung mitbringen, hat Thomas Maurer eine klare Meinung:

„Ich muss mich entscheiden, ob ich, anstatt wie die Pegida Fronten aufzubauen, persönliche Begegnungen als Chance sehe, um den Flüchtlingen als Christ zu begegnen. Der Islam baut durchaus strategisch in Ländern Einflussgebiete und Macht aus. Darauf wird zu Recht hingewiesen. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass Jesus für jeden einzelnen Menschen, egal ob Moslem oder Europäer gestorben ist. Ich teile mit vielen die Meinung, dass es eine Führung Gottes ist, dass gerade so viele Flüchtlinge und eben auch eine große Anzahl Moslems in unser Land kommen. Die Herausforderung dabei ist es, die Menschen vor Ort mit den Flüchtlingen in Kontakt bringen und Hilfsbereitschaft zu fördern. Es liegt mir sehr am Herzen, eine positive Grundstimmung zu fördern und Vorurteile auf beiden Seiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Mir ist es wichtig, offen auf all diese Menschen zuzugehen und bewusst Gutes über sie zu reden. Kommt es dabei zu Problemen, sollten diese offen angesprochen werden. Nur so können die Mohammedaner lernen, was bei uns in Deutschland kulturell ggf. anders ist und wo sie ihre Verhaltensweisen im Sinne eines guten Miteinanders anpassen können.“

Die Notwendigkeit der offenen Ansprache kultureller Differenzen wird in der Flüchtlingsdebatte leider oft vergessen. Der Flüchtlingsstrom ist ja nicht das Hauptproblem. Deutschland ist schon mit weit größeren Flüchtlingsströmen fertig geworden. Problematisch ist vielmehr der ausgehöhlte Glaubens- und Wertekonsens unserer Gesellschaft! Sogar die linke TAZ hat bemerkt: „Wer keine eigenen Werte zu verteidigen hat, kann auch nicht tolerant sein. Wahrer Multikulturalismus setzt eine Leitkultur voraus.“ Wenn wir Flüchtlingen unsere demokratischen Werte nicht klar vermitteln entstehen gefährliche Parallelgesellschaften. Deshalb ist gerade jetzt der Dienst von Christen an Flüchtlingen gleich in mehrfacher Hinsicht so unglaublich wertvoll. Sie können zeigen, dass auch bei uns Menschen leben, die einen klaren Glaubens- und Wertekompass haben, wie Thomas Maurer berichtet:

„Wir haben in Holzgerlingen hauptsächlich muslimische Flüchtlinge. Daraus ergibt sich die einmalige Gelegenheit, diesen Menschen als bekennende Christen zu begegnen. Dies geschieht im ersten Schritt durch praktische Hilfe dort wo Not besteht, aber auch durch Gespräche und Verhaltensweisen die uns erfahrbar machen als Menschen, die von Evangelium geprägt sind. Ich sehe es gleichzeitig als Herausforderung und Chance, diesen Menschen von Jesu Liebe zu erzählen. Wenn Offenheit da ist, können wir die Möglichkeit nutzen und auch zu unseren Veranstaltungen und Gottesdiensten einladen. In den persönlichen Begegnungen können wir Jesus vorleben und auch zu einer Beziehung mit Jesus einladen. Ich bin überzeugt, dass Gott jedes Herz berühren kann. Ich möchte authentisch und persönlich Zeugnis geben von meinem Glauben, mit dem Wissen, dass Gott wirken kann durch mein Wort.“

Aber ist es überhaupt richtig, mit Flüchtlingen über Jesus zu sprechen? Nutzen wir nicht ihre Krise aus, um sie „religiös über den Tisch zu ziehen“? Ganz im Gegenteil, sagt Thomas Maurer:

„Basis einer guten Patenschaft ist das persönliche Gespräch. Viele Flüchtlinge haben großes Interesse, zu erfahren wie wir leben und was wir glauben. Ernsthafte und authentische Religiosität wird von den Mohammedanern sehr geschätzt. Ein Christ, der zu seinem Glauben keine Stellung bezieht, ist für einen Mohammedaner dagegen eher befremdlich. Mit Christen, die ihren Glauben an Jesus erklären, wird gerne über den Glauben geredet. Dabei können wir die Religionsfreiheit in unserem Land nutzen, ohne die Flüchtlinge dabei zu bedrängen. Moslems haben hier die Möglichkeit Christ zu werden, ohne mit Verfolgung rechnen zu müssen wie in vielen ihrer Heimatländer.“Blogbild Flüchtlinge Auf die Frage, wie wir mit Flüchtlingen umgehen sollen, die in unserer Umgebung wohnen und ankommen, kann es für Christen somit nur 1 Antwort geben: “Den Ausländer, der bei euch wohnt, sollt ihr wie einen von euch behandeln und ihr sollt ihn lieben wie euch selbst.” (3. Mose 19, 34)Und Jesus sagt dazu: “Ich war ein Fremder, und ihr habt mich in euer Haus eingeladen.” Mit anderen Worten: Wer Flüchtlingen dient, dient Gott!

Und was ist, wenn wir selbst keine Möglichkeit haben, uns aktiv um Flüchtlinge zu kümmern? Auch dazu hat Thomas Maurer eine Antwort: „Vielen Dank für jedes Gebet, das die Begegnungen mit den Flüchtlingen begleitet.“

Siehe auch:

Sex und Kultur

Die aufrüttelnde Studie von Joseph D. Unwin

Immer wieder begegnet mir die Meinung, dass Christen sich viel zu sehr um Fragen der Sexualmoral drehen. Wer sich heute noch gegen Sex vor der Ehe oder gegen die “Ehe für alle” ausspricht würde das Christentum ewiggestrig, moralinsauer und intolerant erscheinen lassen. Entsprechend empfiehlt jetzt ein Gremium der evangelischen Kirche, vom Zeitgeist zu lernen und sich der sexuellen Freiheit und Vielfalt zu öffnen. Die evangelische Frauen- sowie Männerarbeit setzt sich schon länger für die Anerkennung vielfältiger, auch polyamorer Beziehungsformen ein. Und überhaupt: Kann denn Liebe Sünde sein? Ist es nicht ein Gebot der Nächstenliebe, all die vielfältigen sexuellen Neigungen und Praktiken einfach für gleichwertig normal zu halten?

Der Diplom-Soziologe Konstantin Mascher hat für das deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft eine spannende Zusammenfassung des Buchs “Sex and Culture” von Joseph D. Unwin verfasst. In diesem bis heute einzigartigen Werk aus dem Jahr 1934 untersucht der damalige Ethnologe der Universität Cambridge, ob es einen Zusammenhang zwischen der Sexualmoral und dem Kulturniveau einer Gesellschaft gibt. Über seine Ergebnisse war Unwin selbst völlig überrascht:

Die Untersuchung von 80 Naturvölkern ergab einen nahezu strikten Zusammenhang zwischen dem Kulturniveau und der vorehelichen sexuellen Regulierung. Alle höher entwickelten Gesellschaften bestanden auf vorehelicher Keuschheit. Alle Gesellschaften, die voreheliche Keuschheit forderten, hatten ein höher entwickeltes kulturelles Niveau:Vergleich Kulturniveau und SexualmoralVergleichsskala voreheliche Keuschheit (oben) und Kulturniveau (unten) bei 80 Naturvölkern

Bei der Untersuchung von 16 höher entwickelten Kulturen stellte Unwin fest, dass sie am Anfang ihres kulturellen Aufstiegs neben der vorehelichen Keuschheit zusätzlich auf einer absoluten ehelichen Treue und Monogamie bestanden: „In der Vergangenheit stiegen unterschiedliche Gesellschaften auf in unterschiedlichen Teilen der Erde, gediehen prächtig, und gingen wieder nieder. In jedem Fall fing die Gesellschaft ihre historische Karriere in einem Zustand der absoluten Monogamie an.“

Unwin prüfte weiterhin, wie sich Veränderungen in der Sexualmoral auf die kulturelle Entwicklung auswirken. Dafür untersuchte er die historischen Verläufe von 6 Hochkulturen. Das Ergebnis war verblüffend: „Diese Gesellschaften lebten in unterschiedlichen geographischen Regionen; sie gehörten zu unterschiedlichen Rassen; aber ihre Geschichte der Heiratsordnung ist dieselbe. Am Anfang hatte jede Gesellschaft dieselben Ideen in Bezug auf die sexuellen Regulierungen. … Jede Gesellschaft reduzierte die Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung auf ein Minimum, wies große soziale Energie auf und florierte. Dann erweiterte sie die Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung; ihre Energie wurde weniger und löste sich auf. Das einzig Außergewöhnliche an dem Ganzen ist die absolut gleichförmige Wiederholung.

Bei Griechen und Römern z.B. sei zu erkennen, wie sich die Gesellschaft, in der sich die Einehe als Norm etablierte und Promiskuität verboten war, innerhalb von drei Generationen festigte und zu einer gewissen Vormachtstellung gelangte. In den kulturellen Hochphasen kam es zu einer Aufwertung der Genussorientierung (Hedonismus) und damit auch zu einer Aufweichung der Sexualnormen. Die Scheidung wurde erleichtert und der außer- und voreheliche Geschlechtsverkehr zunehmend akzeptiert. Nach einer relativ kurzen Phase von Wohlstand und sexueller Freizügigkeit kippte die Situation: In den wohlhabenden Schichten wurden immer weniger Kinder geboren und die Bemühungen des Staates, die Geburtenrate anzuheben, griffen nicht mehr. Der kulturelle Abstieg und die feindliche Übernahme durch fremde, aufstrebende Kulturen waren nicht mehr abzuwenden. Die Generation, die von der “sozialen Energie” der Gründerzeit ihrer Väter zehrte, deren Verzichtbereitschaft jedoch verwarf, hatte den eigenen Erben nicht mehr viel weiterzugeben. Aus dem empirischen Material folgerte Unwin, dass sich die Folgen einer veränderten Sexualnorm nach ca. 100 Jahren (3 Generationen) bemerkbar machen.

Unwins Fazit: „Der kulturelle Zustand jedweder Gesellschaft in jedweder geographischen Umgebung wird durch die vergangenen und gegenwärtigen Methoden der Regulierung der Beziehungen der Geschlechter zueinander bestimmt.” „Manchmal hört man, dass jemand die Vorteile eines hohen kulturellen Niveaus genießen möchte und gleichzeitig die Begrenzung der sexuellen Triebbefriedigung abschaffen wolle. Das Wesen des menschlichen Organismus scheint jedoch so beschaffen zu sein, dass diese Wünsche unvereinbar sind, sogar einander widersprechen. Solch ein Reformer gleicht dem törichten Jungen, der den Kuchen essen und gleichzeitig behalten will. Jede menschliche Gesellschaft hat die Freiheit, sich zu entscheiden, ob sie hohe soziale Energie oder sexuelle Freizügigkeit will. Die Fakten zeigen, dass beides gleichzeitig nicht länger als eine Generation möglich ist.Unwin ZitatAber warum wird diese verblüffende Studie heute nirgends diskutiert? Der katholische Theologe Dr. Spindelböck schreibt dazu: “Die Grundthese Unwins, wonach es einen eindeutig feststellbaren empirischen Zusammenhang zwischen vorehelicher sexueller Enthaltsamkeit und strikter Monogamie auf der einen und dem höheren kulturellen Status einer Gesellschaft auf der anderen Seite gibt, ist bis jetzt nicht widerlegt. … Die von Unwin in seiner Hauptthese aufgezeigten Zusammenhänge sind zwar in einschlägigen Kreisen bekannt und anerkannt; im öffentlichen gesellschaftlichen Diskurs hindert es gegenwärtig eine so genannte „political correctness“ im Rahmen der Gender- und Homosexualitäts-Ideologie, dass die Ergebnisse Unwins zum Gegenstand weiterer Analysen und Schlussfolgerungen gemacht werden.”

Prägend sind stattdessen bis heute die Sexualstudien des oft als Held der “sexuellen Revolution” gefeierten Alfred Kinsey, obwohl sie z.T. unter kriminellen Umständen zustande kamen und Dokumente schlimmsten Kindesmissbrauchs beinhalten (Achtung: Dieser schockierende Bericht darüber ist nichs für schwache Nerven, ebensowenig die verstörende Originalschrift von Kinsey über die Sexualität von Kindern). Kinsey war ein wichtiger Wegbereiter des heutigen enttabuisierten “anything goes-Klimas”, in dem ethisch/moralische Bewertungen sexuellen Verhaltens grundsätzlich verpönt sind. Somit hat sich 1 Vorhersage Unwins schon jetzt bestätigt: In der Zeit des Wohlstands werfen wir sexuelle Einschränkungen über Bord und hören lieber auf Leute, die uns sagen, was wir gerne hören wollen (2. Tim. 4, 3), selbst wenn sie noch so fragwürdig sind.

Wird Unwin auch mit der anderen Vorhersage recht behalten, dass das Verwerfen sexueller Einschränkungen nach 3 Generationen zum Niedergang der Gesellschaft führt? Wenn man die sexuelle Befreiung in der 68er-Generation verortet wären wir jetzt schon auf halber Strecke. Und tatsächlich sind wir inzwischen Weltmeister im Senken der Geburtenrate. Die wenigen Kinder reißen wir zudem frühzeitig von den Eltern weg und destabiliseren sie dadurch emotional. Gleichzeitig wird der Wertekonsens unserer Gesellschaft durch Einwanderung aus fremden Kulturen und durch die Säkularisierung ausgehöhlt. Sind wir vielleicht tatsächlich dabei, unsere Gesellschaft zu destabiliseren? Dem Fazit von Konstantin Mascher ist m.E. jedenfalls zuzustimmen: “Eine Gesellschaft, die Egozentrismus und Hedonismus fördert, die die Zukunft nicht genügend in den Blick nimmt und auch nicht zum Verzicht bereit ist, richtet nachhaltigen Schaden an.”

Es stimmt schon: Die wichtigste Botschaft, die unsere Gesellschaft von uns Christen hören sollte ist nicht unsere Meinung zur Sexualmoral. Und richtig ist auch, dass wir sensibel darauf achten müssen, Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten nicht herabzuwürdigen sondern liebe- und respektvoll mit allen Menschen umzugehen.

Aber richtig ist auch: Wir erweisen unseren Mitmenschen einen Bärendienst, wenn wir ihnen nach dem Mund reden und die großartigen und heilsamen biblischen Werte über Sexualität, Treue und Verbindlichkeit (hier großartig erklärt von Johannes Hartl) verschweigen oder verschämt für uns behalten. Denn diese Werte sind nicht nur für einzelne Menschen sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes wichtig und heilsam.

Quellen:

Vielen Dank an Konstantin Mascher für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Artikels.

Siehe auch: