Von Aufbrüchen, Todestälern und Triumphen

Vom 26. bis zum 28. Oktober 2018 fand in der Christusgemeinde in Emmendingen die ChristusKonferenz zum Thema “Aufatmen in Gottes Gegenwart” statt. Die 4 Vorträge der Konferenz sind nun online verfügbar.

In seinem Vortrag “Gottes Präsenz in allen Lebenslagen” macht Pastor Waldemar Justus anhand von Psalm 23 deutlich: Gottes Gegenwart wird in allen Lebensphasen verheißen: Im Aufbruch, im Todestal und im Triumph! Stephanus konnte sogar während seiner Steinigung die Herrlichkeit Gottes sehen! Wie ist so etwas möglich? Und was bedeutet “Triumph” für Christen überhaupt? Können Christen denn sicher sein, dass am Ende ihres Weges ein Triumph auf sie wartet?

Als Jesus getauft und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, sah das wie ein Aufbruch aus – der aber direkt in die Wüste führte! Warum war diese Wüstenzeit notwendig? Und was bedeutet es eigentlich, “voll des Heiligen Geistes” zu sein? Und wie wird und wie bleibt man eigentlich voll des Heiligen Geistes? Diese Fragen beantwortet Markus Till im Vortrag “Mit Kraft gestärkt durch Gottes Geist” anhand von Lukas 3, 21 bis 4, 15.

Niemand hat wohl das Thema Leid so gründlich durchbuchstabiert wie Hiob. In seinem 2. Vortrag “Gottes Gegenwart im Leid” zeigt Markus Till anhand des Buchs Hiob 6 konkrete und praktische Lehren auf, die wir unbedingt beachten müssen, damit Krisen uns nicht hart und bitter sondern reifer machen.

Auch Petrus musste durch ein tiefes Todestal. Aber gerade diese Krise war es, die ihn grundlegend verändert hat. In seinem 3. Vortrag “Nach der Nacht folgt ein neuer Morgen” geht Markus Till der Frage nach: Wie konnte eigentlich aus dem ehrgeizigen Maulhelden Petrus ein weiser, heldenhafter Kirchenleiter werden? Natürlich hat dabei Pfingsten eine große Rolle gespielt. Aber noch ein anderer Faktor war dafür absolut entscheidend…

Stimmen zur ChristusKonferenz:

“Die tiefgehenden Predigten waren sehr stärkend für meinen eigenen Glauben. Die spürbare Nähe zu Jesus bewegte mich sehr.”

“Die Auslegung von Psalm 23 hat mich stark angesprochen.”

“Obwohl ich die ausgewählten Passagen bereits gut kenne, erstaunten mich die neuen Impulse und Betrachtungswinkel.”

“Mich beeindruckte die warmherzige und freundliche Art von Markus Till. Er spricht eine einfache Sprache und trifft dabei das Herz.”

“Die ChristusKonferenz war intensiv in den biblischen Botschaften und dabei sehr praxisnah.”

“Besonders begleitet mich der letzte Vortrag und die Frage: “Das Kreuz ist die Tür zu Gottes verwandelnder Gnade. Bin ich bereit, meinen Stolz an dieser Demütigung zerbrechen und sterben zu lassen?”

Wissen oder Wahrheit?

„Mein ganzes Leben lang habe ich mich mit der Liebe beschäftigt,“ sagte Tom. „Ich kenne alle relevanten wissenschaftlichen Abhandlungen. Sämtliche Diskussionen dazu habe ich intensiv verfolgt. Für meine sexualwissenschaftlichen Forschungen habe ich mehrere Preise bekommen. Bei diesem Thema macht mir niemand etwas vor. Auch Du nicht, mein Freund.“ Jim schien beeindruckt zu sein. Er nippte kurz an seiner Kaffeetasse und fragte dann: „Sag mal, aber Du bist doch gar nicht verheiratet. Warst Du eigentlich schon mal so richtig verliebt?“ Ein Knistern lag in der Luft. Tom dachte nach. „Na ja, es gab da schon so ein paar Affären. Aber ganz ehrlich: Wirklich verliebt war ich immer nur in die Wissenschaft.“ Jim trank seine Tasse leer, stellte sie ab und schaute Tom direkt in die Augen. „Dann lass Dir sagen, mein Freund: Von Liebe hast Du nun wirklich überhaupt keine Ahnung.“

Kennt man automatisch die Wahrheit, wenn man über alles Bescheid weiß? Was ist Wahrheit eigentlich? Diese Frage hat schon Pilatus bewegt. Und sie ist brandheiß bis heute.

Einige sind ja der Meinung, dass es so etwas wie objektive Wahrheit überhaupt nicht gäbe. Alles sei relativ. Allein der Blickwinkel des Betrachters entscheide darüber, ob etwas für ihn wahr sei oder nicht. Für den Nächsten könne dann aber wieder eine ganz andere Sichtweise wahr sein.

Aber das ist zu kurz gedacht. Denn natürlich kann es am Ende nur 1 objektive Wahrheit geben. Entweder ist die Erde eine Scheibe oder eine Kugel. Entweder ist Elvis tot oder nicht. Das eine schließt das Andere aus. Das gleiche gilt in der Theologie: Entweder ist Jesus leiblich auferstanden oder im Grab verwest. Entweder war sein Tod am Kreuz ein stellvertretendes Sühneopfer oder nicht. Gott ist nicht schizophren.

Christen sind überzeugt: Diese eine Wahrheit ist in der Bibel zu finden. Aber heißt das, dass wir einfach nur die Bibel lesen müssen, um die Wahrheit zu finden?

Tatsächlich hat Jesus betont, dass wir an seinem Wort bleiben müssen, um die freimachende Wahrheit erkennen zu können (Joh.8,31-32). Und Jesus hatte – wie alle Juden – allerhöchsten Respekt vor den heiligen Schriften. Er hat ausdrücklich betont, dass er sie in keinster Weise auflösen will. Kein einziges Satzzeichen wollte er in Frage stellen. Die Schrift war für Jesus in jeder nur denkbaren Art und Weise durch und durch wahr. Deshalb fragte er so oft: „Habt ihr nicht gelesen?“ Selbst im Angesicht Satans hat Jesus mit der Schrift argumentiert. Die moderne Idee, dass wir biblische Aussagen eher als  Meinungsäußerung, Diskussionsbeitrag oder Erfahrungen antiker Menschen mit Gott sehen müssten, statt in ihnen Gottes heiliges Wort mit allerhöchster, unhinterfragbarer Autorität zu sehen, war Jesus ganz offensichtlich vollkommen fremd.

Aber Jesus hat nicht nur über sein Wort gesprochen, wenn es um die Wahrheit ging. In Johannes 16, 13 sagt er: “Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.” Warum betont Jesus hier so sehr den Heiligen Geist bei der Frage, wie wir Wahrheit finden können? Ganz einfach: Weil Wahrheit nun einmal mehr ist als mit Worten vermittelbares und mit dem Verstand erfassbares Wissen.

Das wird ganz deutlich bei der Antwort Jesu, was eigentlich das wichtigste aller Gebote sei. Seine Antwort ist bezeichnend: Wir sollen Gott lieben in 4 Dimensionen: Mit unserem Verstand, unserem Herzen, unserer Seele und ganzer Kraft.

Das bedeutet: Die Liebe zu Gott, die das Zentrum unseres Christseins sein soll, ist zum einen nicht denkbar ohne unseren Verstand. Ein uninformierter, gefühlsduseliger Glaube trägt nicht. Gott hat uns einen Kopf zum Denken gegeben, zum Studieren, zum Forschen in der Schrift. Wenn wir Gott lieben, werden wir auch seine Gebote lieben, sagte Jesus. Anders gesagt: Dann werden wir jedes Wort Gottes absolut ernst nehmen. Wir werden uns Gottes Worten unterordnen und darauf achten, dass sie uns zurechtbiegen, nicht umgekehrt. Das gehört zur Liebe zu Gott dazu. Aber es ist eben noch nicht die ganze Geschichte.

Ohne Seele und Herz ist die Liebe zu Gott nicht komplett. Liebe hat eine Dimension, die mit Worten allein nicht fassbar ist. Die Breite, Länge, Höhe und Tiefe der alle Erkenntnis übersteigenden Liebe Gottes können wir niemals vollständig durch die theologische Analyse von Bibelstellen erfassen. Wir brauchen dafür das Wirken des Heiligen Geistes. ER ist es, der uns einen Geschmack vermittelt von der majestätischen Heiligkeit Gottes. ER ist es, der uns staunen lässt über die Größe und Allmacht des Schöpfers des Universums. ER ist es, der in uns eine Ahnung weckt von der innigen, geradezu zärtlichen Liebe des himmlischen Vaters, durch die wir zu ihm ganz ohne Scham “Abba” – Papa sagen können. Ohne diese geistgewirkte Begegnung mit dem allmächtigen, ehrfurchterregenden, heiligen, liebenden, gnädigen und barmherzigen Gott fehlt uns eine entscheidende Dimension der Wahrheit.

Bibelwissen ist für Christen alternativlos. Es kann uns aber auch die falsche Sicherheit vorgaukeln, dass wir damit die Wahrheit bereits im Griff hätten (so wie Tom dachte, mit seinen Forschungspreisen alles über die Liebe zu wissen). Wenn wir uns mit der Bibel in der Hand vom Heiligen Geist (und somit von Gott!) unabhängig machen, dann wird die Bibel sogar zum Götzen. Deshalb warnte uns Paulus ausdrücklich, dass wir uns bloß nicht einbilden sollen, alles zu wissen. Erkenntnis bläht auf, sagte er. Und der Buchstabe tötet. Vielleicht hatte er dabei vor Augen, dass die Pharisäer (wie er selbst ja einer war) großartige Kenner der heiligen Schriften waren und trotzdem Gottes Sohn ans Kreuz gebracht und die Christen verfolgt haben.

Echte, freimachende Wahrheit wächst in uns deshalb nicht nur durch Schriftstudium allein sondern auch durch Hingabe und Gebet, durch das Anschauen seiner Heiligkeit und durch Anbetung seiner abgrundtiefen Liebe. Auch damit bekommen wir die Wahrheit nicht in den Griff. Aber in der engen Verbindung mit IHM dürfen wir hoffen, dass die Wahrheit in Person – Jesus Christus – uns immer mehr in den Griff bekommt.

Wenn in der Begegnung mit Gott geistgewirkte Wahrheit in uns wächst, wenn tief in unserem Innersten eine Ahnung von seiner unermesslichen Liebe und Heiligkeit heranreift, dann lebt unser Glaube nicht mehr nur aus dogmatisch korrekten Gedankengebäuden und der Abgrenzung von Irrlehren sondern vor allem aus der Geborgenheit und Sicherheit einer Liebe, von der uns weder Tod noch Leben noch irgendetwas anderes jemals trennen kann.

Wissen ist gut (kann uns aber auch hochnäsig werden lassen). Wirklich frei macht uns nur die Wahrheit. Um sie zu erkennen brauchen wir die Schrift – und wir sind absolut angewiesen auf das Wirken des Heiligen Geistes.

Siehe auch:

Der mit Gott kämpft

Was uns biblische Namen über Gottes Gnade sagen

„Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. 9 mal in der Bibel stellt sich Gott mit diesen Worten vor. Was leider nur Wenige wissen: Dahinter steckt eine unglaublich berührende Botschaft! Das wird deutlich, wenn man sich diese 3 Personen und ihre Namen einmal genauer anschaut:

Der Name Abraham bedeutet „Vater vieler Völker“. Das erinnert natürlich an Gottes Verheißung, Abraham unzählige Nachkommen zu schenken. Allerdings hat Abraham diesem Versprechen nicht immer vertraut. Als seine Frau Sara lange kinderlos blieb, schlief er schließlich mit seiner Sklavin Hagar. Daraus ging Ismael hervor und damit auch der von der Bibel vorhergesagte Dauerstreit zwischen den Kindern Saras (den Juden) und den Kindern Hagars (den Arabern). Der Name „Vater vieler Völker“ ist deshalb unweigerlich auch mit Abrahams mangelndem Gottvertrauen und dem daraus entstandenen Konflikt zwischen seinen Nachkommen verknüpft.

Der Name Isaak bedeutet „Gott hat jemand zum Lachen gebracht“. Damit wird auf das ungläubige Gelächter von Abraham und Sara angespielt, als der Engel ihnen verkündete, dass die alte Sara schwanger werden wird. Isaak hat Abraham und Sara also immer daran erinnert, dass ihr Gottvertrauen auch durch schwere Krisen ging.

Im Namen Jakob ist das hebräische Wort für „betrügen“ enthalten. Tatsächlich hat Jakob betrogen, vor allem als er sich mit drastischen Lügen den Segen des Erstgeborenen erschlich. Entsprechend fragte sein Bruder Esau: „Heißt er darum Jakob, weil er mich nun schon zweimal betrogen hat?

Das bedeutet also: Wenn Gott sich als der „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ bezeichnet, nennt er sich damit auch der Gott des Vaters (zu) vieler Völker, des Gelächters und des Betrügers! Ist das nicht unfassbar?

Offenbar schämt sich Gott nicht dafür. Das Versagen dieser Menschen, das sich sogar in ihren Namen wiederspiegelt, hält Gott nicht davon ab, sich zu ihnen zu stellen und ihre Namen direkt mit seinem eigenen zu verknüpfen!

Dass Gott sich zu fehlerhaften Menschen stellt lesen wir oft in der Bibel. Die schonungslose Ehrlichkeit, mit der die Bibel sogar die blamabelsten Pleiten der großen biblischen Glaubenshelden schildert, ist verblüffend. Und trotzdem hat Gott alle diese Menschen gesegnet und sogar Geschichte mit ihnen geschrieben!

Und das, obwohl Gott oft mit ihnen zu kämpfen hatte. Das mündete im Falle Jakobs sogar in einen handfesten Ringkampf, der dazu führte, dass Jakob in „Israel“ umbenannt wurde, was u.a. bedeutet: „Der mit Gott kämpft“. Dieser Name ist in der wechselvollen Geschichte Israels Programm geblieben. Und trotz all dieser Kämpfe hat Gott nicht aufgehört, sich selbst als der „Gott Israels“ zu bezeichnen und treu zu diesem Volk zu stehen.

Diese Leute, mit denen Gott Geschichte schrieb, waren also keine jederzeit blindvertrauenden Gehorsamsmaschinen. Das waren Menschen mit Fehlern, mit Schwächen, mit Brüchen, mit Kanten, mit einem eigenen Willen, der nicht immer stromlinienförmig mit Gottes Willen zusammenpasste.

Offensichtlich kann Gott damit umgehen. Denn trotz all dieser Macken ist Gott regelrecht stolz auf diese Menschen und rühmt sie in Hebräer 11 als Glaubenshelden, an denen er Freude hat und „die zu gut für diese Welt waren“. Wow!

Das tröstet mich. Denn auch mit mir hat Gott oft zu kämpfen. Und ich mit ihm, wenn ich ihn mal wieder nicht verstehe. Aber wenn Gott sich so begeistert zu diesen Menschen stellt gibt mir das Zuversicht, dass diese wundervollen Worte auch mir und meinem Namen gelten:

„Aber jetzt, so spricht der HERR, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, DU BIST MEIN.“ (Jesaja 43, 1)

Hoffnung für die Welt

Link zum YouTube-Video

Dunkelheit bedeckt die ganze Welt.
Die Menschen sehen nicht den Weg, wohin ihre Reise geht.
Doch wer sich an Deine Worte hält,
über dem geht auf das Licht, das die Finsternis durchbricht.

Jesus,
Du bist die Hoffnung für die Welt.
Du bist der Gott, dem wir vertrauen.
Du bist die Wahrheit und der Weg, der uns zum Leben führt.

Jesus,
Du hast die Finsternis besiegt.
Du hast für uns Dein Blut vergossen
und Du regierst für allezeit!

Text und Melodie: Markus Till
© 2005 SCM Hänssler, 71087 Holzgerlingen
Noten in: Feiert Jesus 4, Nr. 82
Das Akkordsheet kann hier heruntergeladen werden.

Vocal: Natalie Cuc
Arrangement: Florian Ostertag und Tobi Wörner
Gitarren: Florian Ostertag
Solo-Gitarre: Winnie Schweizer
Bass: Patrick Müller
Keyboards: Benjamin Krauße
Mastering: Tobi Wörner
Aufnahme und Mix: Tobi Wörner und Florian Ostertag

Nonbiblipedia

Was macht mir Hoffnung für 2018?

Wenn ich ehrlich bin: Gott allein. Menschlich gesehen ist nicht zu erwarten, dass der Sinkflug der Kirche aufzuhalten ist. Aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

Es wird nicht gehen durch effizientere Methoden. Es wird nicht gehen durch bessere Kommunikation. Es wird nicht gehen durch schickere Programme. Es wird nicht gehen durch klügere Argumente. Wenn wir ehrlich sind müssen wir zugeben: Die lähmende Macht der Bequemlichkeit, die alle Teile der Kirche erfasst hat, wird die kleinen Siege, die wir mit solchen Mitteln gewinnen können, mehr als verschlucken.

Es wird deshalb nur gehen durch brennende, vom Heiligen Geist entzündete Herzen. Es wird nur gehen durch opferbereite Leidenschaft für Jesus. Was wir brauchen ist nichts weniger als eine Erweckung. Sonst bleiben wir bei weitem zu seicht und zu oberflächlich, um dem Zeitgeist trotzen zu können.

Hoffnung machen mir deshalb die vielen Hände, die sich trotzig glaubend zum Gebet falten und nicht aufhören, Gott zu suchen. Hoffnung machen mir Lehrer und Prediger, die mehr denn je auf die Kraft von Gottes Wort vertrauen und mutig das rettende Evangelium verkünden. Hoffnung machen mir Hirten, die den Menschen auch auf dunkelsten Abwegen nachgehen und sie zum Vater nach Hause lieben. Hoffnung machen mir Gemeinden, in denen etwas von der Herrlichkeit und Freiheit der Familie Gottes sichtbar und spürbar ist.

Hoffnung macht mir vor allem, dass Gott uns ganz gewiss nicht vergessen hat. Im Gegenteil: Ich bin überzeugt, dass er mehr tun wird, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden. Es ist ein Vorrecht und ein Abenteuer, mit ihm unterwegs zu sein. Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2018 und wünsche allen Lesern neue, tiefe Begegnungen mit diesem Gott, der uns sagt:

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6)

Mist!

Weihnachten, das ist: Kerzen. Gute Gerüche. Alles glitzert. Das Fest der Liebe und Harmonie. Eine romantische Weihnachtskrippe. Das traute Paar und ein holder Knabe im lockigen Haar. Wie herzerwärmend. Die Frage ist nur: Entspricht DAS der Weihnachtsgeschichte?

In der biblischen Weihnachtsgeschichte will einiges so gar nicht zu dieser Weihnachtsromantik passen. Im Gegenteil: Da gibt es Krieg und Unterdrückung im von den Römern besetzten Israel. Maria wird verachtet und ausgegrenzt, weil sie unehelich schwanger wird. Dann die beschwerliche Reise kurz vor der Geburt. Kein ordentlicher Platz zum Übernachten. Maria muss ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen, wo es nicht nach Honig, Zimt und Mandelsternen riecht sondern nach Mist und Gülle. Eine Geburt in einem Raum mit Dreck und Ungeziefer. Direkt danach fängt Herodes an, alle Neugeborenen umzubringen, damit ihm keine Konkurrenz erwachsen kann. Um der Mörderbande zu entkommen muss die Familie Hals über Kopf ins fremde Ägypten flüchten. Eine Horrorgeschichte…

Aber ich bin überzeugt: Es lohnt sich, sich diese Geschichte mal so ganz roh und ungeschminkt anzuschauen. Denn nur dann wird die wahre Botschaft hinter dieser Geschichte lebendig. Und diese Botschaft ist:

Gottes Liebe ist so groß, dass sie den Dreck nicht scheut! Er ist kein Adliger, der sich zu fein ist für das einfache Volk. Im Gegenteil: Er kommt ganz auf unser Niveau herab. Mehr noch: Er begibt sich mitten hinein in das ganze Drama der menschlichen Existenz. Von Geburt an erfährt Jesus am eigenen Leib so ziemlich alles, was man sich an menschlicher Not vorstellen kann. Ist das nicht Wahnsinn?

Stell Dir das mal vor: Donald Trump hätte nach seiner Wahl und vor seiner Einsetzung als Präsident erst einmal all sein Geld und seinen Besitz weggegeben. Und dann hätte er gesagt: Die Tage bis ich eingesetzt werde nutze ich, um zu schauen, wie es den Armen in meinem Land geht. Deshalb werde ich für einige Zeit als Obdachloser leben, ohne Scheckkarte, Bodyguards und Handy.

Unvorstellbar. Aber die Weihnachtsgeschichte ist sogar noch unglaublicher! Hier ist es der Schöpfer und Herrscher des Universums, der ein Kind einfacher, armer, verfolgter und bedeutungsloser Eltern wird. Was sagt das aus über unseren Gott? Über seine Liebe für uns? Wir dürfen neu das Staunen lernen über diese unglaubliche Geschichte und diesen unglaublichen Gott!

Der Dreck, Mist und Gestank im Stall ist also kein Störfaktor in der Weihnachtsgeschichte, im Gegenteil: Gerade der Mist bringt zum Ausdruck, wie Gott ist! Wie sehr er uns liebt! Wie opferbereit seine Liebe für uns ist!

Aber der Mist hat noch eine weitere Bedeutung. Die große Frage ist ja: Aus welcher Quelle kommt eigentlich all der Mist, die Gewalt, der Krieg, die Unterdrückung, die Verachtung, die Ausgrenzung, einfach all diese Dunkelheit in der Welt, von der auch in der Weihnachtsgeschichte berichtet wird? Wenn wir die Bibel ernst nehmen kommt all das aus unserem menschlichen Herzen! So sagt es Jesus zumindest:

Denn von innen, aus dem Herzen eines Menschen, kommen böse Gedanken wie Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Vergnügungssucht, Neid, Verleumdung, Stolz und Unvernunft. (Markus 7, 21)

Puh, das klingt aber nicht sehr nett. Wir wollen doch alle lieber herzensgut sein und unserem Herzen folgen können. Aber wenn wir ehrlich sind spüren wir: Unser Herz ist tatsächlich nicht so sauber, nicht so menschenfreundlich, wie wir uns das gerne vormachen. Wenn Gott auf unser Herz blickt sieht er so manches, was ihm stinkt und zu dem er sagt: So ein Mist! Dieser Neid, den er da hat. Diese Lügen, die sie verbreitet, um groß rauszukommen. Diese Vergnügungssucht, durch die er seine Zeit für Quatsch vergeudet. So ein Mist…

Die größte Nachricht von Weihnachten ist deshalb: Jesus scheut den Mist unseres Herzens nicht! Er kommt genau an diesen dunklen Ort, den wir vor allen verstecken wollen und den am besten niemand sehen soll. Aber Moment. Ist das wirklich eine gute Nachricht, wenn Jesus die Abgründe unseres Herzens aufdeckt?

Tatsächlich ist das nicht angenehm. Und trotzdem ist das eine gute Nachricht! Denn nur wenn Jesus in unser Herz kommen darf mit all den Fehlern, den dunklen Stellen, der Schuld und der Sünde, nur dann kann er unser Herz auch heilen. Nur dann kann er Vergebung bringen. Nur dann kann er Frieden bringen.

An Weihnachten wird ja oft darüber gesprochen, dass die Engel Frieden verkündigt haben und den Menschen ein Wohlgefallen. Als würde Gott einfach Zuckerguss über den Mist der Welt gießen. Das klingt zwar nett, hat aber nie funktioniert, wie man in unserer Welt schmerzlich sehen kann.

Hat sich die Bibel also getäuscht? Ist der von den Engeln angekündigte Frieden ausgeblieben? Nein. Die Bibel ist nicht das Problem sondern unsere Übersetzung. Richtig übersetzt heißt dieser Vers nämlich so: “Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens” (Lukas 2, 14). Und wer sind die Menschen seines Wohlgefallens? Na klar, die Menschen, die Jesus in den Mist ihres Herzens hineingelassen haben! Die es zugelassen haben, dass Jesus aufräumen, Vergebung bringen, helfen und heilen darf. Diese Menschen finden Frieden. Und je mehr Menschen diese Vergebung finden und diesen Frieden mit Gott, umso mehr kann tatsächlich auch Friede auf Erden wachsen. Echter Friede. Nicht so ein Heia-Popeia-Weihnachtsromantikaufguss sondern echte Versöhnung, die nur Jesus schenken kann.

Klick zum Lied: “Wie die Hirten”

Die Frage an Dich ist jetzt ganz einfach: Kannst Du das zugeben vor Deinem Gott, dass Dein Herz so ist wie dieser Stall: Dunkel, stinkig, unaufgeräumt, unansehnlich. Und wärst Du bereit, Jesus da hineinzulassen: In dieses Herz voller Mist, Sünde und Schuld?

Jesus hat gesagt: “Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.” Wenn wir Jesus die Tür unseres Herzens öffnen, dann wird wirklich Weihnachten. Dann wird etwas geboren in Dir, was echtes neues Leben bringt. Etwas, was wirklich Frieden bringt.

Diesen Frieden wünsche ich Dir – von ganzem Herzen!

Wie die Hirten
Text und Musik: Markus Till

O mein Jesus, Du kamst in die Welt
wurdest gebor’n in einem Stall im kleinen Betlehem.
Du hast Deinen Thron vertauscht
mit einer Krippe und mit Stroh.
Du zogst Windeln an statt Deinem Königskleid.

O mein Jesus, wer kann versteh’n
was Du dort in jener Nacht hast für uns getan.
Deine Herrlichkeit und Macht
hast Du verlassen und Du kamst
bis hinab in uns’re tiefste Niedrigkeit.

Wie die Hirten komm ich zu Dir
an Deine Krippe und beug’ die Knie.
Deine Liebe ist so groß und ich weiß: Sie gilt auch mir!
So wie Du Dich für mich gabst, geb’ ich mich Dir.

Alle Engel beten Dich an
alle Zeit vor Deinem Thron bis in Ewigkeit.
Doch weil Du uns so sehr liebst kamst Du zu uns in uns’re Welt
mitten in den Schmutz und  in die Dunkelheit.

O mein Jesus, Du kamst auch zu mir
in den Schmutz und in die Nacht meiner Sünden.
Doch Du wurdest mir zum Licht und Deine Liebe macht mich heil.
Staunend seh’ ich, Herr, was Du für mich getan!

Das Akkordsheet zum Lied: Wie die Hirten

Dieser Tag

Jesus, wie wird es sein
an diesem Tag
an dem sich unsere Blicke treffen,
an dem Du, die Liebe meines Lebens,
sichtbar, spürbar, hörbar
vor mir stehst.

Eins weiß ich:
Dieser Tag
wird alles wert gewesen sein.

Danke, dass du bis dahin
an jedem einzelnen Tag
wie ein guter Freund
unsichtbar
an meiner Seite bleibst.

5 Thesen zu Partnerschaft und Sexualität

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Für gar nicht so wenige Christen ist dieses Thema einer der größten Beweise dafür, dass die Bibel Gottes Wort ist. Warum? Weil die Aussagen der Bibel dazu heutzutage so oft lächerlich gemacht und als mittelalterlich abgetan werden. Doch ein Blick in unsere Gesellschaft reicht, um zu sehen, dass die sogenannte sexuelle Befreiung keinesfalls zu mehr Entfaltung und Glück geführt hat. Andererseits erleben Christen, die es wagen, diese alten, verlachten Aussagen der Bibel ernst zu nehmen, dass die Prinzipien Gottes wirklich “funktionieren” und absolut beglückend sind.

Christen müssen sich nicht schämen für das, was die Bibel zu diesen Themen sagt. Im Gegenteil: Sie haben allen Grund, damit zu prahlen. Denn es ist definitiv das Beste, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. In jedem Fall weit besser als das, was BRAVO, Beate Uhse, RTLII oder Hollywood darüber vermittelt. Und es gibt einen einfachen Grund, warum das so ist:

Sexualität ist von Gott!

Es ist leider etwas Eigenartiges passiert: In unserer Gesellschaft hat sich die Meinung breitgemacht, dass freier Sex etwas tolles sei und die Christen gegen Sex seien. Etwa so: Der Teufel ist für Sex und Gott ist dagegen. Der Teufel gönnt es uns und Gott ist der ewige Miesmacher.

Leider haben die Christen viel zu diesem völlig falschen Bild beigetragen. Lange Zeit galt Sex unter Christen als Tabuthema, etwas Peinliches, etwas Unsauberes, etwas, über das man nicht spricht. Man hatte das Bild, dass die wirklich Heiligen sich vom Sex enthalten. Aber ist Gott wirklich gegen Sex? Die Wahrheit ist genau das Gegenteil:

Gott ist für Sex und der Teufel dagegen. Gott hat den Sex erfunden! Als Gott Mann und Frau schuf und sie zum ersten Mal zusammen kamen sagte er: SEHR GUT!!! Wenn ein Paar in den Flitterwochen zum 1. Mal zusammenkommt, sagt er: WUNDERVOLL!! Es hat wieder einmal funktioniert. Und Gott ist begeistert. Gott möchte, dass wir Spaß, Freude und Erfüllung finden in der Sexualität.

Sprüche 5, 18-19: “Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gemse – ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar!”

Gott hat die Sexualität geschaffen. Es war seine Idee! Deshalb weiß er auch am besten, wie sie funktioniert. Deshalb hat er uns Regeln gegeben dafür, wie wir Sexualität leben können, so dass sie uns beglückt und nicht kaputt macht.

Es ist der Teufel, der Sex hasst und ihn deshalb pervertiert und kaputt macht. Und mit dem Sex macht er die Menschen kaputt, die Familien, die Beziehungen, die Kinder.

Sex kann etwas wunderschönes, erfüllendes, verbindendes sein. Er kann aber auch frustrierend, abstoßend, ekelerregend, entwürdigend und zerstörerisch sein, wenn er vom Teufel pervertiert wird.

Umfragen zeigen immer wieder, dass die Menschen in unserer Gesellschaft trotz der Sexüberflutung nur wenig echte erfüllende Sexualität erleben. Der Grund ist naheliegend: Die Menschen haben die Gebrauchsanleitung Gottes verworfen. Denn nur der, der die Sexualität erfunden hat  weiß, wie sie wirklich funktioniert! Deshalb müssen wir diese Gebrauchsanleitung wieder ernst nehmen. Das Nachdenken über die folgenden 5 Thesen soll dabei helfen:

5 Thesen zum Thema Partnerschaft und Sexualität:

  1. Ich glaube, dass es gut ist, einige Freundschaften gehabt zu haben, bevor man sich endgültig bindet.
  2. Ich glaube, dass es für manche Menschen Liebe auf den ersten Blick gibt.
  3. Ich glaube, es ist nicht schwer, wahre Liebe von einer Schwärmerei zu unterscheiden.
  4. Bevor jemand gar keinen Partner findet, ist es O.K., auch einen Nichtchristen zu heiraten.
  5. Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist unbedenklich, solange das Paar eine echte Beziehung verbindet.

These 1: Ich glaube, dass es gut ist, einige Freundschaften gehabt zu haben, bevor man sich endgültig bindet.

Diese Meinung wird heute überall vertreten. Jede Partnerschaft, die wieder zerbricht, soll eine gute Vorbereitung auf die Ehe sein. Wenn man den Medien und dem Zeitgeist glaubt, sieht der normale Weg in die Ehe etwa so aus (wenn man überhaupt noch die Ehe anstrebt):

Partnerschaftsentwicklung heutzutage

Nach mehreren Freundschaften, in denen ich mit dem Partner alles mache, was ich auch mit einem Ehepartner machen würde (man will ja nicht die “Katze im Sack” kaufen!), finde ich den/die Richtige(n) und heirate. Vielleicht habe ich Glück und es geht gut. Ansonsten lasse ich mich eben scheiden und fange das „Spiel“ wieder von vorne an. Ist das wirklich gut so?? Eine Gegenthese:

Jede Partnerschaft, die zerbricht, zerstört ein Stück unserer Fähigkeit, zu vertrauen und uns zu öffnen.

Eine Partnerschaft einzugehen bedeutet: Sich öffnen, Vertrauen investieren, sich verletzbar machen, etwas von sich verschenken, sich binden, sich an jemand hängen. Wenn diese Bindung zerbricht, zerbricht wirklich etwas in uns, nämlich unsere Fähigkeit, uns wieder zu öffnen, wieder zu vertrauen, sich wieder verletzbar zu machen. Wir werden schon mit der Angst in die Partnerschaft gehen: Ob er/sie mich wieder enttäuscht? Und aus Angst vor einem erneuten Bruch öffnen wir uns schon ein Stück weniger, sind schon etwas vorsichtiger, kühler, distanzierter. Je öfter das passiert, um so beziehungsunfähiger werden wir.

Genau hier liegt der Grund dafür, warum die Beziehungen in unserer Gesellschaft immer oberflächlicher werden und die Fähigkeit zu dauerhafter Partnerschaft immer mehr zurückgeht.

Die Folgen sind weit beunruhigender als Umweltverschmutzung oder eine drohende Wirtschafts­krise: Die Partnerschaften werden immer unbeständiger, Familien gehen in die Brüche, Kinder wachsen ohne Orientierung auf und tragen von klein auf psychische Schäden mit sich herum in ihrer Identität und Beziehungsfähigkeit. Wenn diese Generation dann Familien gründet wird es ihnen noch schwerer fallen, stabile Partnerschaften und Familien zu bauen. Wir sind jetzt schon dabei, die Früchte zu ernten dessen, was wir durch die Abkehr von Gottes guten Geboten gesät haben.

Die Bibel macht uns daher einen anderen Vorschlag, wie ein guter Weg in die Ehe aussieht. Die Bibel kennt nur 3 Phasen: Alleine sein, verlobt sein und verheiratet sein. Was wir nirgends finden in der Bibel ist Freundschaft (im Sinne von sexuell angereicherter Partnerschaft ohne feste Bindung) und Scheidung. Das biblische Ideal sieht daher in etwa so aus (wobei das Leben natürlich immer komplizierter ist!!!):

Partnerschaftsentwicklung biblisch

Der entscheidende Unterschied zum ersten Modell ist, dass bereits die Freundschaft eine lebenslange Perspektive hat. In dem Moment, wo ich eine Bindung eingehe, dann muss die Perspektive ein „hoffentlich für immer“ sein.

Das bedeutet konkret: Gehe eine Bindung zu einer Person nur dann ein, wenn Du die Entscheidung getroffen hast: Mit dieser Person könnte ich mir vorstellen, mein ganzes Leben zu verbringen!!! Denn wenn Du einem Menschen sagst, dass Du vermutlich nur eine Zeit lang mit ihm/ihr zusammen bleiben willst dann zerstört das die Sicherheit und das Vertrauen, bedingungslos geliebt zu werden.

Solange Du diese Person noch nicht getroffen hast, genieße die Freiheit. Und dann prüfe genau, bevor Du eine Partnerschaft eingehst.

These 2:    Ich glaube, dass es für manche Menschen Liebe auf den ersten Blick gibt.

Das hört sich gut an, wenn man es zum ersten Mal hört. Jeder, der Titanic gesehen hat, ist fest überzeugt von dieser These. Das Problem dieser These ist, dass man den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein nicht verstanden hat:

Verliebtsein ist ein Gefühl. Wie alle Gefühle ist es äußerst unbeständig, wechselhaft, abhängig von den Hormonen, vom Wetter, von der Jahreszeitlove-150277_1280 und anderen äußeren Einflüssen. Es kann besonders ausgelöst werden vom Duft oder besonderen Aussehens- oder Verhaltensmerkmalen der anderen Person wie Frisur, Figur, der Humor oder die Muskeln einer Person.

Das Problem am Verliebtsein ist: Es ist nicht auf Dauer da. So wie die Umstände sich ändern, die Hormone nicht mehr so fließen, die Jahreszeit wechselt, der Duft, die Frisur und auch die Figur sich ändern kann, so wird auch dieses Gefühl des Verliebtseins verschwinden.

Wenn dieses Gefühl die Basis einer Partnerschaft ist, dann ist sie zum Scheitern verurteilt.

Als Europäer kennen wir das Konzept der Liebesheirat und halten es für das einzig wahre und sind entsetzt, dass in anderen Ländern der Ehepartner von den Eltern ausgesucht wird. Und natürlich ist Liebesheirat auch wirklich absolut klasse. Das Problem an der Liebesheirat, wie wir sie verstehen ist nur, dass wir Liebe mit Verliebtsein verwechseln. Wenn dieses Gefühl dann verschwindet sagen wir: Wir lieben uns nicht mehr. Wir sollten uns trennen. Und ab geht’s zum nächsten Lebensabschnittspartner….

Mit dieser Haltung ist es leider unmöglich, dauerhafte, tiefe vertrauensvolle Partnerschaften und Familien aufzubauen, die auch für Kinder ein gesundes Zuhause sein können. Diese Partnerschaften brauchen ein anderes Fundament, nämlich echte Liebe.

Liebe beruht auf einer Willensentscheidung, sich fest zu binden, dem anderen zu dienen, ihn zu beschenken, treu zu sein, sich für den anderen hinzugeben und aufzuopfern, ihn zu schätzen, zu ehren, zu fördern und ihm zu vergeben.

Aus dieser Entscheidung heraus wächst eine tiefe Vertrautheit, eine innige Partnerschaft, die viel tiefer ist als ein flattriges Gefühl und viel beständiger als zittrige Knie.

Aber echte Liebe ist eine Sache, die Zeit braucht, in die man viel investieren muss. Liebe kommt nicht von jetzt auf nachher. Sie ist die Frucht einer festen Entscheidung, von viel Beziehungsarbeit, Vergebung und Hingabe. Diese Liebe ist das schönste, was man sich vorstellen kann. Hier ist ein Mensch, dem ich rückhaltlos vertrauen kann, der zu mir steht, egal was passiert, ob ich krank werde, einen Unfall habe, ob ich meine Schönheit oder Intelligenz verliere oder mein Geld. Ich habe eine Zuflucht und ein Zuhause bei diesem Menschen, meinem Freund und Partner, meinem Geliebten und Gefährten. Diese Liebe ist es, die ein Leben lang hält und trägt.couple-157612_1280

Verliebtsein ist etwas Großartiges, etwas von Gott gewolltes, aber kein Fundament für eine lebenslange Partnerschaft. Für echte Liebe brauchst Du eine feste Entscheidung für einen Menschen, der zu Dir passt und mit dem Du ein echtes Team bilden kannst.

Ob Du so einen Menschen gefunden hast, sieht man nicht auf den ersten Blick. Um das herausfinden zu können, braucht man Zeit, die man sich unbedingt lassen sollte, bevor man die zweitwichtigste Entscheidung im Leben trifft und die über den ganzen restlichen Lebensweg entscheidet!

These 3:    Ich glaube, es ist nicht schwer, wahre Liebe von einer Schwärmerei zu unterscheiden.

Doch es ist schwer! Es gibt das alte Sprichwort: Liebe macht blind. Dieses Sprichwort ist falsch. Liebe macht nicht blind, ganz im Gegenteil: Nichts befähigt mehr, einen Menschen wirklich kennen zu lernen als Liebe. Aber Verliebtsein macht sehr wohl blind! Die Hormone und das Kribbeln im Magen können uns im wahrsten Sinne des Wortes um den Verstand bringen. Das ist ja nichts Schlechtes, wenn wir am richtigen Partner dran sind. Aber es ist schon gefährlich, wenn sich unsere Gefühle auf die falsche Person eingeschossen haben…

Wir sollten Verliebtsein nicht fürchten oder meiden, im Gegenteil. Verliebtsein ist etwas Wundervolles, das Gott sich ausgedacht hat. Aber wir sollten so realistisch sein, um zu wissen, dass uns diese Gefühle auch auf Irrwege schicken können.

Und wenn wir das wissen, dann werden wir uns vornehmen, uns bei der zweitwichtigsten Entscheidung im Leben nicht nur von solchen Gefühlen steuern zu lassen. Diese Entscheidung braucht ein besseres Fundament. Wie sieht dieses Fundament aus?

Ein gutes Fundament für die Entscheidung für einen Partner hat 3 Elemente:

  1. Eine nüchterne Prüfung: Überlege doch mal gründlich, ob dieser Mensch zu Dir passt. Natürlich ist es nicht nötig, dass die Neigungen, die Zukunftsvorstellungen, die Vorlieben 100%ig übereinstimmen. Aber es macht Sinn, sich die Unterschiede zumindest einmal klar zu machen und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen.
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  2. Der Rat von anderen Menschen: Wenn mein eigener Verstand schon ausgeschaltet ist, dann brauche ich wenigstens den Verstand der Anderen, selbst wenn ich ihn eigentlich fürchte, weil ich Angst habe, sie könnten mir einen Rat entgegen meiner Gefühle geben. Aber wer diesen Rat meidet, begibt sich in die Gefahr, sich sein Leben im Überschwang der Gefühle durch die Entscheidung für einen falschen Partner kaputt machen zu lassen.
  1. Die Sicherheit, dass Gott ja sagt zu dieser Partnerschaft – wie auch immer Du diese Sicherheit findest: Es kann ein Friede in Deinem Herz und Deinem Gewissen sein oder aber die Bestätigung durch Mitchristen. Vorsicht: Christliche Zeichendeuterei hat schon die unmöglichsten Blüten getrieben. Zeichen von Gott können nur Bestätigungen sein, niemals ein Fundament für eine Partnerschaft.

Warum ist dieses Fundament so wichtig? Weil es uns tragen wird in schweren Zeiten! Denn in vielen Partnerschaften kommt der Zeitpunkt, wo der Teufel kommt und uns einredet: Diese Entscheidung war ein Fehler. Hättest Du nur diese oder diesen nicht geheiratet. Was antwortest Du dann? Jede Bestätigung von Geschwistern oder Gott ist wertvoll für diese Zeit. Sie wird Dich tragen und Dir helfen, treu zu sein, wenn Deine Gefühle am liebsten ausbrechen würden aus dieser Partnerschaft.

Deshalb ist es so wichtig, Dir und Deinen Gefühlen erst mal ein wenig zu misstrauen und die Entscheidung für eine(n) Partner(in) gründlich zu prüfen und auch den Rat von Anderen zu suchen. Wichtig ist dabei aber auch: Am Ende entscheidest Du, nicht andere Menschen! Lass Dich nicht fremdbestimmen. Denn Du trägst ja auch die Folgen Deiner Entscheidung.

These 4:    Bevor jemand gar keinen Partner findet, ist es O.K., auch einen Nichtchristen zu heiraten.

Auch diese These wird oft vertreten. Was ist schon dabei, wenn er/sie nett ist und liebevoll? Warum nicht? Vielleicht bekehrt sich die Person ja noch…

Es gibt einige gute Gründe, lieber auf einen christlichen Partner zu warten als auf eine spätere Bekehrung zu hoffen. Der erste ist: Es keine gute Basis für eine Partnerschaft, wenn ich den Anderen nicht so annehme wie er ist, sondern von vornherein hoffe, ihn umdrehen und bekehren zu können. Was würdest Du denken, wenn Dein Partner so über Dich denken würde?

Der 2. Grund ist die Bibel:

2. Korinther 6, 14: “Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?”

Das Bild vom Joch ist ein gutes Bild für die Ehe: Gemeinsam werden die Ochsen unter das Joch gespannt, damit sie mit vereinten Kräften ziehen können. Sie sind wie zusammengekettet. Es ist unsere Wahl, mit wem wir unter dieses Joch wollen. Aber wenn wir einmal darunter sind, ist es nicht mehr unsere Wahl, ob wir dort bleiben wollen oder nicht. Deshalb diese Ermahnung: Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Warum spricht hier die Bibel so deutlich?

Die Bibel nennt 3 Bereiche, die uns als Person ausmachen: Leib, Seele und Geist. Das Geheimnis einer tiefen, erfüllenden Partnerschaft liegt in der Einheit in allen 3 Lebensbereichen, im Leib, in der Seele, aber eben auch im Geist:

Geist Seele Leib

Gott wünscht sich für uns, dass unser Partner unser Liebhaber (Leib), unser bester Freund (Seele) und unser wichtigster Bruder/Schwester (Geist) sein kann. Dann können wir in allem eins sein. Dann können wir gemeinsame Ziele haben und entwickeln. Dann werden wir uns eins sein im Setzen unserer Prioritäten. Dann werden wir uns verstanden fühlen können in allen Lebensbereichen. Wir werden gleiche Werte und Normen haben, auch in der Kindererziehung. Eine solche Partnerschaft wird mit Menschen, die Jesus nicht kennen, nur eingeschränkt funktionieren, weil die Einheit im geistlichen Bereich unmöglich ist.

Am Anfang einer Partnerschaft fällt uns das nicht so auf, weil man noch sehr auf den körperlichen Bereich fixiert ist. Aber später, wenn die erste körperliche Faszination nachlässt, dann zeigt sich das wahre Fundament einer Ehe. Dann ist es so wichtig, dass wir diese Einheit haben in allen Bereichen.

Irgendwie neigen wir zu der Ansicht: Besser einen schlechten Partner als gar keinen Partner. Aber Vorsicht: Ehe kann etwas Wundervolles, Erfüllendes und Beglückendes sein. Sie kann aber auch eine zutiefst frustrierende Angelegenheit sein, die sich wie ein Gefängnis anfühlt, wenn wir nicht den richtigen Partner haben.

Es kann deshalb sehr wohl besser sein, Single zu sein als mit dem falschen Partner zusammen zu leben. Vielleicht sagen jetzt manche Singles zu Ehepaaren: Du hast gut reden als Verheirateter. Aber Tatsache ist: Ehe ist manchmal harte und schwere Arbeit und alles andere als romantisch. Wehe dem, der diese Arbeit tun muss mit dem falschen Partner, wo alle Arbeit und Bemühung nicht zum Ziel der Einheit und des Glücks führt.

These 5:    Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist unbedenklich, solange das Paar eine echte Beziehung verbindet.

Immer wieder hört man auch unter Christen die Ansicht, es würde nichts davon in der Bibel stehen, dass man mit dem Geschlechtsverkehr bis zur Ehe warten soll. Aber in 5.Mose 22,13-21 kann man z.B. nachlesen: In Israel war es absolut selbstverständlich, dass der erste Geschlechtsverkehr in der Hochzeitsnacht stattfindet. Auch im neuen Testament finden sich dazu Bibelstellen:

1. Korinther 7, 8-9: “Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.”

1.Korinther 7, 36: “Wenn aber jemand denkt, er handle ungeziemend mit seiner Jungfrau, wenn er in der Vollkraft steht, und es muss so geschehen, so tue er, was er will; er sündigt nicht; sie sollen heiraten.”

Paulus nennt 2 Alternativen: Entweder Enthaltsamkeit oder Heirat. Offensichtlich war auch für ihn Geschlechtsverkehr ohne Heirat überhaupt kein Thema.

Aber wenn Gott solche Anweisungen gibt, dann muss das Gründe haben. Es geht ihm ja nicht um spaßverderbende Verbote. Aber was sind Gottes gute Gründe für diese Regel?

  • Die Bibel sagt uns, dass beim Geschlechtsverkehr mehr passiert als nur ein körperlicher Akt. Sie sagt „Die 2 werden 1 Fleisch sein.“ In der Verlobungszeit wollen wir ja noch prüfen und uns eine Hintertür offenlassen. Wenn wir vor der Hochzeit miteinander schlafen und uns schon vorher vereinigen, berauben wir uns dieser Verlobungs- und Prüfungszeit, denn wir schaffen schon vorher endgültige Fakten.
  • Wer mit dem Geschlechtsverkehr bis zur Hochzeit wartet, erlebt diese als den Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts. Mit der festen Entscheidung für den Partner wird gleichzeitig das wunderbare Erlebnis der körperlichen Vereinigung verbunden. Die gefühlsmäßige Bindung an den Partner bekommt ein festeres Fundament. Wer die körperliche Vereinigung dagegen der äußeren Vereinigung vorzieht raubt der Hochzeit diesen Wert und macht sie zu einer reinen Festivität. Die Hochzeit, die uns eigentlich ein Leben lang an die zweitbeste Entscheidung unseres Lebens erinnern sollte, hat einen wichtigen Teil ihres Glanzes verloren.couple-1299677_1280
  • Entscheidend für tiefe, erfüllende Sexualität ist die absolute Gewissheit der Treue und ungeteilten Liebe des Partners, um sich ihm völlig hingeben zu können. Die Rahmenbedingungen für erfüllenden Geschlechtsverkehr sind deshalb nur in der Ehe (also nach dem endgültigen Versprechen) wirklich gegeben.
  • Etwas, auf das man warten muss, steigt im Wert. Wenn man es sich aber sofort nimmt und nicht warten kann, verliert es seinen Reiz (wie beim vorher ausgepackten Weihnachtsgeschenk!)
  • Eine Partnerschaft aufzubauen, ist viel Arbeit. Es braucht viel Zeit zum Reden, sich kennenlernen, Konfliktpunkte erkennen und daran arbeiten. Wer sich zu früh auf das Körperliche konzentriert vernachlässigt die wichtige Beziehungsarbeit.
  • Eine Schwangerschaft ist erst im geschützten Raum der Ehe möglich!

Wer sich vorgenommen hat, erst in der Hochzeitsnacht mit seinem Partner zu schlafen tut gut daran, sich für die Zeit davor ein paar Regeln für das Miteinander zu geben, z.B.:

  • Wir gehen nicht zu zweit in den Urlaub.
  • Wir übernachten nicht zu zweit miteinander im gleichen Raum.
  • Wir entkleiden uns nicht komplett voreinander.
  • Wir streicheln uns an bestimmten Stellen nicht bzw. nicht unter der Kleidung.

Warten ist manchmal schwer und in der heutigen Zeit geradezu verpönt. Aber die Belohnung ist einfach riesig und die Mühe allemal wert! Und im Warten zeigen wir dem Anderen: Du bist es mir wert, die Spannung auszuhalten bis zu dem Tag, an dem wir uns vor Gott und der Welt versprechen, für immer zusammen zu bleiben. Es gibt kein größeres Treueversprechen, keine größere Liebesbekundung und somit auch kein besseres Fundament für eine lebenslange Liebe!

Es gibt immer einen Neuanfang!

Vielleicht geht es manchen nicht gut bei diesen Gedanken. Vielleicht tragen wir Verletzungen mit uns herum. Vielleicht fühlt sich mancher betrogen und beraubt, weil Dinge schiefgelaufen sind oder Du hast Dich von Gefühlen fortreißen lassen zu Dingen, die Du jetzt bereust.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Es gibt immer einen Neuanfang bei Jesus. Was auch immer passiert ist, wir können es am Kreuz bereinigen und von vorne anfangen. Deshalb kann selbst eine Prostituierte, wenn sie umkehrt, im weißen Kleid heiraten, weil Jesus sie ganz neu anfangen lässt und ihr auch die körperliche Unschuld zurückgibt. Wenn Dinge schiefgegangen sind: Bereinige es, bring es ans Licht, lass Dir Vergebung und den Neuanfang zusprechen.

Und dann geh wieder von Herzen den Weg Gottes und lass Dich nicht davon abbringen! Achte darauf, was Du Dir anschaust, halte Dein Gewissen und Deine Seele rein und vermeide Pornographie!

Dann werden wir als Nachfolger Jesu einen Unterschied machen und ein Zeugnis sein für eine Gesellschaft, die sich eigentlich nach Familienglück sehnt aber immer mehr verlernt, wie wir dieses Glück finden können. Und vor allem werden wir glücklich werden, weil sich Gottes gute Gebote heilsam auswirken für alle, die sich daran halten.

Siehe auch:

Nicht einschlafen!

Wir Deutschen sind Weltmeister im Warnen: Vor Farbstoffen in Lebensmitteln, vor Weichmachern in Plastikspielzeug und neuerdings auch vor Müdigkeit beim Autofahren. In Autos mit Müdigkeitssensor fordert uns eine Kaffeetasse dazu auf, uns wieder fit zu machen, bevor wir in einen lebensgefärhlichen “Sekundenschlaf” fallen.

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Auch in der Bibel gibt es jede Menge Warnungen: Vor Kriegen, Katastrophen und Christenverfolgung zum Beispiel. Wer genauer hinschaut merkt aber, dass der Hauptfokus auf dem folgenden Vierklang liegt:

  1. Jesus kommt wieder!
  2. Es gibt ein endzeitliches Gericht für alle Menschen!
  3. Es gibt eine ewige Verlorenheit!
  4. Die endzeitlichen Ereignisse werden sehr überraschend hereinbrechen!

Diesen Vierklang packt Jesus in die unterschiedlichsten Geschichten und Gleichnisse:

Die Hauptaussage ist immer die gleiche. Sie wird uns gleich 14 mal im Neuen Testament* vorgehalten: Seid wachsam! Werdet nicht müde im Glauben! Wer sich vom Alltag einlullen lässt, wer nicht mehr für Jesus brennt, wer sich nur noch um sich selbst und nicht um Andere kümmert ist in großer Gefahr – so wie bei einem Autofahrer schon ein Sekundenschlaf genügen kann, um irreparable, ewige Schäden anzurichten.

Niemand braucht diese Warnungen so dringend wie wir Christen der westlichen Kirche. Unser Luxus und scheinbaren Sicherheiten geben uns das Gefühl, auch ohne eine enge, lebendige Gottesbeziehung durchs Leben und in den Himmel zu kommen. Das verführt uns, das Beten, das Bibellesen und unsere Berufung schleifen zu lassen. Genau davor warnt uns die Bibel wieder und wieder und wieder.

Warum hört man dann in unseren Kirchen so wenig von diesen Warnungen? Dafür habe ich eigentlich nur eine Erklärung: Wir glauben Jesus nicht mehr so wirklich. Dass er wirklich wiederkommt. Dass unsere irdischen Entscheidungen ewige Konsequenzen haben. Dass es eine Gerichtsverhandlung für jeden Menschen gibt. Dass es einen leid- und qualvollen Ort der ewigen Gottverlassenheit gibt, den Jesus „Hölle“ nennt.

Vielleicht haben wir ja auch Angst, aus der Frohbotschaft des Evangeliums eine Drohbotschaft zu machen, wenn wir von den biblischen Warnungen reden. Aber das ist doch Unsinn: Berechtigte Warnungen sind keine Drohung sondern ein Ausdruck von Liebe! Es wäre unfassbar lieblos, ein Kind nicht vor der heißen Herdplatte zu warnen.

Deshalb sollten wir alle immer mal wieder unseren Glaubens-Müdigkeitssensor aktivieren. Sehr geeignet sind für mich dafür die folgenden 3 Fragen:

  1. Wann habe ich mich das letzte Mal beim Bibellesen oder Beten von Gott ganz persönlich angesprochen gefühlt?
  2. Wann habe ich zum letzten Mal intensiv für einen anderen Menschen gebetet?
  3. Wann habe ich zum letzten Mal mit einem Nichtchristen über Jesus gesprochen?

Wenn mir auf diese Fragen spontan keine Antworten einfallen ist mir das ein deutlicher Hinweis auf akute Müdigkeitserscheinungen im Glauben. Der Punkt ist ja: Ich kann ungeheuer umtriebig sein (vielleicht sogar mit guten geistlichen Dingen) und trotzdem müde werden in meiner Liebe und Leidenschaft für Jesus. Zu den Ephesern sagte Jesus: “Ich weiß alles, was du tust. … Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr mich und euch einander nicht mehr so liebt wie am Anfang!” Ohne diese Liebe ist alle unsere (geistliche) Geschäftigkeit und Rechtgläubigkeit am Ende wertlos.

Je mehr ich darüber nachdenke merke ich, wie mein geistlicher Müdigkeitssensor wieder einmal Alarm schlägt. Deiner auch? Dann lass uns doch gleich jetzt zu Jesus gehen, um uns neu erfrischen zu lassen in seiner Gegenwart. Lassen wir bei ihm unser Öl nachfüllen (d.h. lassen wir uns neu mit dem Heiligen Geist erfüllen). Lassen wir uns anstecken von seiner Liebe für die Menschen um uns herum. Wuchern wir mit unseren Talenten! Kümmern wir uns um unsere Nächsten! Und stärken wir die, die um uns herum müde geworden sind. Genau dazu hat uns Jesus immer wieder aufgerufen.

* “Seid wachsam” im NT: Mk 13,9, Mk 13,33, Mk 13,35, Mk 13,37, Mk 14,38, Lk 21,34, Lk 21,36, Apg 20,31, 1Kor 16,13, Eph 6,18, 1Thess 5,6, 1Petr 5,8, 2Petr 3,17, Offb 16,15

Siehe auch:

Nutzlose Anbetung?

Menschen sind Anbeter. Gott hat in unseren Herzen ein tiefes Bedürfnis angelegt, ihn anzubeten. Tun wir das nicht nehmen zwangsläufig Götzen Gottes Platz in unseren Herzen ein. Das können Dinge wie Reichtum, Macht oder Ansehen sein bzw. alles, was uns dazu verhilft. Oder auch Menschen, Gruppen oder Ideologien, die wir vergöttern.

Besonders schlimm ist, wenn die Kirche nicht anbetet. Dann verliert sie ihre Mitte. Dann tritt Tradition und Institution an die Stelle der Liebe zu Jesus. Dann wird Glaube gesetzlich, rechthaberisch und förmlich. Dann wird Kirche geistlos, lieblos und konfliktgeladen. Dann trocknet Kirche aus und schrumpft sich zu Tode.

Man sollte meinen, die Kirche wäre gegen diese Gefahr gefeit. Schließlich sind alle Gottesdienste – egal ob modern oder traditionell – voller Anbetung. In allen Konfessionen und Traditionen leiten neue und alte Lieder, Liturgien und Gebete die Menschen an, Gott anzubeten.

Die große Frage ist: Warum erleben wir trotzdem so wenig Liebe und Leidenschaft für Jesus in der Kirche? Warum sind all die oben genannten Symptome fehlender Anbetung so offensichtlich vorhanden, wenn Anbetung doch so weit verbreitet ist?

Jesus gibt eine klare Antwort darauf: Anbetung ist kein Selbstläufer! Anbetung kann tatsächlich nutzlos sein:

„Diese Menschen ehren mich mit ihren Worten, aber nicht mit ihrem Herzen. Ihre Anbetung ist nutzlos, denn sie ersetzen die Gebote Gottes durch ihre eigenen Lehren.“ (Matthäus 15, 8+9)

Blogbild Nutzlose Anbetung

2 Fehlentwicklungen nennt Jesus hier, die die segensreichen Auswirkungen von Anbetung blockieren:

Wenn die Anbetung nicht von Herzen kommt

Landauf landab streiten sich Christen, ob neue Lobpreislieder gegenüber den alten Chorälen ein Fortschritt oder ein Rückschritt sind. Jesus macht deutlich: Wir streiten um die völlig falsche Frage! Die richtige Frage ist: Singen wir von Herzen? Singen wir authentisch? Solange wir beim Liedersingen nicht von Herzen meinen, was wir singen, ist das keine Anbetung – egal ob es sich um einen tiefsinnigen Choral oder einen hippen neuen Worshipsong handelt.

In Jesaja 29, 13 klagt Gott: „Dieses Volk sucht meine Nähe nur mit dem Mund und ehrt mich nur mit Lippenbekenntnissen. In seinem Herzen aber hält es einen weiten Abstand von mir. Seine Furcht vor mir erschöpft sich in auswendig gelernten Sprüchen.“

Gott sieht das Herz an, nicht unsere Formen. Die große Herausforderung für Gottesdienst- und Lobpreisleiter ist es, Lieder so auszuwählen und das Singen so anzuleiten, dass die Oberflächlichkeit durchbrochen wird. Ob wir mit neuen oder alten Liedern anbeten ist letztlich egal. Wichtig ist, dass wir dabei von Herzen auf Gott schauen und ehrlich das meinen, was in den Liedtexten steht!

Wenn der Anbetung die Ehrfurcht vor Gottes Worten fehlt

Es reicht nicht, sich in emotionale Worshipevents zu stürzen. Anbetung muss Hand in Hand gehen mit einer Liebe und Ehrfurcht für Gottes Wort. Denn echte Liebe zu Gott führt immer auch zu einer demütigen, hörenden Herzenshaltung seinem Wort gegenüber: „Wer meine Gebote kennt und sie befolgt, der liebt mich.“ (Johannes 14, 21)

Anders als wir empfindet Gott unseren Lobpreis nicht dann als Lärm, wenn die Lobpreiser zu laut sind oder die Töne nicht treffen. Was Gott wirklich nervt ist, wenn die Lebensführung der Lobpreiser nicht Gottes Geboten und Gerechtigkeit entspricht (Amos 5, 23+24)!

Deshalb müssen wir in unseren Gemeinden immer beides fördern: Eine authentische Kultur der Herzens-Anbetung. Und Liebe und Ehrfurcht für die Bibel. Wenn wir das tun wird unsere Anbetung ihre ganze segensreiche Kraft entfalten für unser eigenes Leben, unsere Familien, unsere Gemeinden und unsere Gesellschaft. Denn wo Gott im Geist und in der Wahrheit angebetet wird breitet sich sein Friedensreich aus. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten (Johannes 4, 23). Wirst Du einer davon sein?

Siehe auch: