Kommt, wir wollen wieder zum Herrn zurückkehren!

Ein prophetischer Ruf für das 21. Jahrhundert

Woran krankt die Kirche Jesu in unserem Land? Sind wir zu zögerlich bei der Digitalisierung? Haben wir ein demographisches Problem? Ist die Säkularisierung und Individualisierung die Ursache für den Schrumpfkurs, unter dem so viele Landes- und Freikirchen leiden? Oder sind wir einfach zu wenig nahe an den Menschen dran?

Es gibt einen dramatischen prophetischen Aufruf, der eine völlig andere Diagnose stellt:

Unser Fokus ist das Problem! Wir haben Gott aus dem Blick verloren. Der Prophet macht das an vielen konkreten Beobachtungen fest:

  • Die Liebe zu Gott, die für Jesus doch das allerwichtigste im Glauben ist, hat sich unter Gottes Leuten als so vergänglich erwiesen wie der Morgennebel oder wie der Tau, der bei den ersten Strahlen der Sonne verdunstet (13,3).
  • Stattdessen hängen sie an menschengemachten Dingen, denen sie ihre Zeit und Aufmerksamkeit opfern (4,12;8,6;13,2).
  • Der Wohlstand wird gar nicht mehr als Geschenk und Segen Gottes wahrgenommen (2,10;7,15;8,14;11,3).
  • Die Menschen wenden sich nicht an Gott, sondern an andere Menschen, wenn sie Hilfe brauchen (8,9+10). Aber gerade dieses Sich-Einlassen auf das Denken und die Methoden von Menschen, die gar nicht zu Gottes Volk gehören, raubt Gottes Volk die Kraft (7,8).
  • Die Leute, die Gott extra gesandt hat, um zu warnen (12,11) und Gottes Volk den Kopf zurechtzusetzen (6,5) werden angefeindet, zu Dummköpfen und Wahnsinnigen erklärt (9,7+8).

Es ist offenbar gerade auch der Wohlstand, der diese Fokusverschiebung fördert (10,1;13,6). Die Gottvergessenheit führt letztlich zu sehr konkretem sündigem Verhalten (4,1-2+11;7,1), das wiederum verhindert, dass die Menschen zu Gott zurückkehren können (5,4;14,2). Aber es ist meist gar kein Bewusstsein vorhanden, dass Gott alle diese Sünden genau wahrnimmt (7,2).

Der Prophet wählt ein drastisches Bild, um den Zustand von Gottes Volk zu beschreiben: In Gottes Augen ist sein Volk wie eine geliebte Prostituierte (3,1;8,9). Es wird von Gott geliebt, aber es erwidert Gottes Liebe nicht mehr und verkauft sich stattdessen an andere Männer. Gott lässt diese Treulosigkeit nicht kalt. Es veranlasst ihn zu harten Konsequenzen. Aber selbst die offenkundigen Anzeichen des Gerichtshandelns Gottes werden von Gottes Leuten nicht als solche erkannt. Gott würde doch niemandem etwas zuleide tun und seinen Segen zurückziehen, oder? Schließlich kennt Gottes Volk doch seinen Gott (8,2) und der fromme Betrieb funktioniert ja wie eh und je (8,13). Aber der Prophet macht klar: Nein, es ist tatsächlich Gott selbst, der strafend handelt (2,15;5,14;6,1;9,17;12,3+15).

Und wer ist schuld an dem ganzen Desaster? Der Prophet macht in besonderer Weise die geistlichen Leiter verantwortlich (4,4b), weil sie ein schlechtes Vorbild sind (5,1) und sich weigern, Gott zu kennen (4,6b). Der Mangel an Gotteserkenntnis bei den geistlichen Leitern überträgt sich auf das Volk mit katastrophalen Folgen: „Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis.“ (4,6a) Es ist leicht zu verführen und zeigt keinen Verstand (7,11). Die Rituale funktionieren zwar immer noch. Aber Gott hasst diesen oberflächlichen Kult (6,6;8,12+13), während gleichzeitig die Herzen der Menschen von Gott entfernt sind und ihr Handeln Gottes Vorstellungen widerspricht. „Handle nach den Grundsätzen von Liebe und Gerechtigkeit und vertrau immer auf deinen Gott.“ (12,7) Das wäre Gott sehr viel wichtiger als ein gut funktionierender frommer Betrieb.

Wie kann das Fokusproblem gelöst werden? Es gibt nur einen Weg zur Heilung: Umkehr zu Gott! Der Ruf des Propheten klingt wie ein leidenschaftlicher, fast verzweifelter Schrei:

„Kommt, wir wollen wieder zum Herrn zurückkehren! Er hat uns in Stücke gerissen, aber er wird uns auch wieder heilen. Er hat uns mit seinen Schlägen verwundet, aber er wird unsere Wunden verbinden. Nur noch zwei Tage, dann wird er uns wieder Kraft zum Leben geben, am dritten Tag wird er uns wieder aufrichten, damit wir in seiner Gegenwart leben können. Kommt, wir wollen den Willen des Herrn erkennen! Ja, lasst uns alles daransetzen, dass wir den Herrn erkennen! Dann wird er erscheinen – das ist so sicher wie der Morgen, mit dem jeder Tag beginnt, oder wie der Regen, der jedes Frühjahr kommt.“ (6,1-3; siehe auch 10,12;14,3+4)

Die Hoffnung des Propheten ist, dass konkrete Not die Menschen zur Umkehr bewegen wird (5,15). Die Frage ist nur: Wie groß muss die Not noch werden, bis der Ruf des Propheten gehört wird?

Bibelleser haben es längst erkannt: Dieser prophetische Ruf ist alt. Er stammt aus dem 8. Jahrhundert vor Christus und galt dem Volk Israel der damaligen Zeit. Die Kapitel- und Versangaben in den Klammern beziehen sich auf das Buch Hosea. Das Buch beeindruckt mich tief. Ich möchte es jedem Leser selbst überlassen, inwieweit Hoseas Beobachtungen von damals auch auf unsere heutige Situation zutreffen und welche Parallelen es zur Kirche Jesu des 21. Jahrhunderts gibt. Tatsache ist: Hoseas Vorhersagen gehen weit über seine eigene Zeit hinaus. Er hat den Prophetentest aus 5, Mose 18, 22 in beeindruckender Weise bestanden. Er hatte Israel ein schweres Gericht angekündigt: Israel wird „lange Zeit ohne König oder Fürst sein“, „ohne Opfer, Tempel, Priester“ (3,4), es soll „zu Flüchtlingen unter allen Völkern werden“ (9,17). Vor allem seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n.Chr. haben sich Hoseas Vorhersagen buchstäblich erfüllt. Umso tröstlicher ist es, was Hosea ebenfalls ankündigt: „Ich will nicht handeln nach der Glut meines Zorns, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und will nicht in grimmigem Zorn kommen. Sie werden dem HERRN nachfolgen, der brüllen wird wie ein Löwe; wenn er brüllt, so werden die Söhne zitternd vom Meer herbeieilen; wie Vögel werden sie aus Ägypten zitternd herbeieilen und wie Tauben aus dem Land Assyrien; und ich werde sie in ihren eigenen Häusern wohnen lassen, spricht der HERR.“ (11,9-11, s.a.12,10;14,5-9) Teile dieser Vorhersage erfüllen sich gerade jetzt vor unseren Augen. Die Herzenshinwendung des Volkes Israel zu Gott, die z.B. auch von Sacharja (Sach.12,10) und Paulus (Röm.11,26;2.Kor.3,16) vorhergesagt wurde, steht überwiegend noch aus. Wir dürfen erwartungsvoll gespannt sein. Wesentlich wichtiger ist für uns aber der Blick auf uns selbst. Werden wir unsere Herzen Gott zuwenden? Dazu noch zwei wichtige Beobachtungen:

Der Prophet ruft nicht besserwisserisch: „Kehrt gefälligst endlich wieder zum Herrn um!“ Nein, er identifiziert sich mit seinem Volk. Er sagt: Kommt, WIR wollen wieder zum Herrn zurückkehren! Er hat UNS in Stücke gerissen, aber er wird UNS auch wieder heilen.“ Hier redet kein distanzierter Rechthaber von oben herab sondern jemand, der sich selbst als Teil einer sündigen Gemeinschaft versteht. Diese Art von Propheten brauchen wir auch heute.

Im Neuen Testament hören wir einen ganz ähnlichen Ruf zur Umkehr zu Gott inklusive einer ähnlich dramatischen Gerichtsdrohung:  „Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr nicht mehr wie am Anfang in der Liebe lebt. Erkenne doch, wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast! Kehre wieder zu mir zurück und bemühe dich so, wie du es am Anfang getan hast. Wenn du dich nicht änderst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seinem Platz unter den Gemeinden wegnehmen.“ (Offb.2,4-5) Dieser Ruf zur Umkehr wandte sich gerade nicht an „liberale“ Namenschristen sondern an eine Gemeinde mit einer offenkundig soliden Theologie, die falsche Lehre identifizieren und sich davon distanzieren konnte. Dafür wird diese Gemeinde auch ausdrücklich von Gott gelobt. Trotzdem gilt ganz offensichtlich auch für die Frömmsten unter den Frommen: So leicht verrutscht der Fokus. So leicht gerät Gott und die Liebe zu ihm aus dem Mittelpunkt.

Deshalb ist der prophetische Ruf von Hosea weit mehr als ein Zeugnis über Gottes Reden an Menschen aus längst vergangenen Zeiten. Sein Ruf gilt auch den Jesusnachfolgern des 21. Jahrhunderts:

Kommt, wir wollen wieder zum Herrn zurückkehren!

Wer kommt mit?

Wo sind die Beunruhigten und die Zerbrochenen?

Erinnern Sie sich noch an die Debatte um den Rinderwahnsinn? Ich kannte damals Menschen, die keine Gummibärchen mehr essen wollten aus lauter Angst, sich anzustecken. Das war nicht die einzige Welle der Angst, die durch unser Land rollte. Waldsterben, Ozonloch, Vogel- und Schweinegrippe… Manche Alarmrufe hatten ohne Zweifel ihre Berechtigung und haben teilweise auch zu guten und not-wendenden Konsequenzen geführt. Manche erinnern mich im Nachhinein aber auch an ein Gerichtswort aus Psalm 53:

Angst und Schrecken packt sie, wo es keinen Grund dafür gibt. (Psalm 53, 6)

Auch unter uns Christen gibt es viel Beunruhigung: Altvertraute Gewissheiten scheinen wegzubrechen. Quälende Fragen bringen selbst langjährige Christen in Bedrängnis: Kann man der Bibel noch vertrauen? Ist sie wirklich Gottes Wort? Gibt es da nicht jede Menge Fehler und Widersprüche in der Bibel? Sind nicht viele ihrer Aussagen kulturell veraltet und wissenschaftlich überholt? Ist dieses Buch nicht vor allem eine Sammlung historischer Texte von menschlichen Gotteserfahrungen statt zeitloses Gotteswort? Müssen wir die Botschaft des Evangeliums gar grundlegend überdenken?

Tatsächlich gibt es Passagen in der Bibel, die schwer zu verstehen sind und zumindest auf den ersten Blick widersprüchlich und fehlerhaft wirken. Trotzdem beunruhigt mich das nicht wirklich. Denn die Eigenschaften der Bibel sind insgesamt so einzigartig und spektakulär, dass mein Vertrauen in die göttliche Inspiration dieser Texte durch einzelne Stellen, die ich im Moment nicht verstehe, nicht erschüttert wird. Die These, dass die Bibel allein ein Produkt des menschlichen Geistes sein könnte, halte ich aus vielerlei Gründen für unhaltbar. Menschen können so ein Buch nicht hervorbringen. Es gibt weltweit und historisch gesehen unter den unzähligen Büchern dieser Welt kein einziges Buch, das sich auch nur annähernd mit der Bibel messen könnte. Ich stehe in Ehrfurcht und Staunen vor diesem buchgewordenen Wunder Gottes.

Nein, mich beunruhigen in der Bibel weniger die Stellen, die mir nicht einleuchten. Mich beunruhigen vielmehr die Stellen, die mir einleuchten. Es gibt in der Bibel höchst beunruhigende Botschaften, die sonnenklar und eindeutig sind und die sich zudem quer durch die ganze Bibel ziehen. Und eine dieser Botschaften lautet:

In Bezug auf Gottes Wort gibt es für uns Menschen nur eine einzige angemessene Haltung: Ehrfürchtiges Vertrauen und demütiger Gehorsam.

Der immer wieder unternommene Versuch, das Zweifeln an Gottes Wort geistlich zu verklären, hat in der Bibel keine erkennbare Basis. „Hat Gott wirklich gesagt…?“ (1. Mose 3, 1) Dieser von der teuflischen Schlange gestreute Zweifel hat nicht nur in der Paradiesgeschichte katastrophale Konsequenzen. Als Israel an Gottes Verheißung zweifelte musste es noch einmal 40 Jahre durch die Wüste gehen (4.Mos.14). Wenn Gott spricht und wir Menschen uns verschließen, dann löst das in der Bibel meistens ein Drama aus.

Im Alten wie im Neuen Testament stellt Gottes Reden die Menschen immer vor die Wahl: Hören oder ignorieren. Gehorchen oder ungehorsam sein. Und in der Folge: Segen oder Fluch. Man könnte ein ganzes Buch füllen mit biblischen Beispielen für dieses simple Prinzip, das sich geradezu erschreckend konsequent durch alle Texte zieht.

Da ist es kein Wunder, dass Jesus ausführlich und mit eindringlichen Bildern über die extreme Wichtigkeit sprach, ein Hörer und ein Täter von Gottes Wort zu sein. Die Standfestigkeit unseres Lebenshauses hängt davon ebenso ab wie die  Frage, ob unser Leben Frucht bringt oder verdorrt. König Josia kannte dieses Prinzip offenbar. Als er die Worte der wiederentdeckten Heiligen Schrift hörte, zerriss er seine Kleider, weil ihm die schrecklichen Folgen des Ungehorsams gegenüber Gottes Wort offenkundig bewusst waren. Genau dieser Ausdruck von Ehrfurcht und Erschrecken vor Gottes Worten wird von Gott ausdrücklich gelobt:

„Dein Herz war berührt und du hast vor Gott Buße getan, als du seine Worte über diese Stadt und ihre Einwohner hörtest. Du hast Buße getan, deine Kleider zerrissen und vor mir geweint. Deshalb habe ich dich erhört, spricht der Herr.“ (2. Chronik 34,27).

Gott erwartet Umkehr, wenn sein Wort uns mit unserem Fehlverhalten konfrontiert. Er ist offenkundig nicht bereit, Kompromisse mit unserem Eigensinn einzugehen. Gott gibt uns sein Wort aber auch nicht, damit wir uns damit zu Rechthabern und überlegenen Frömmlern aufspielen können. Josia hatte ja überhaupt keinen Fehler gemacht. Aber er hat sich trotzdem erschüttern lassen. Er hat sich gebeugt und gedemütigt unter die Schuld des Volkes. Diese demütige Identifikation mit den Sünden seiner Gemeinschaft war die Grundlage für Gottes Segen während des ganzen Lebens von Josia. Es ist genau dieser zerbrochene Geist, den wir auch heute wieder brauchen. Gott sagte zu Jesaja:

„Ich achte auf die, die gedemütigt worden sind und einen gebrochenen Geist haben und vor meinem Wort zittern.“ (Jesaja 66,2)

Deshalb müssen wir uns fragen: Wo sind die Menschen in unserem Land, die sich Gottes Sichtweise aus seinem Wort zeigen und sich dadurch zerbrechen lassen über den Zustand ihres Herzens und den Zustand der Kirche Jesu? Wo sind die Menschen, die sich dann nicht von anderen rechthaberisch distanzieren sondern sich mit der ganzen Kirche Jesu identifizieren und sich unter ihre Schuld beugen? Wo sind die Menschen, die dann schließlich ihre Menschenfurcht überwinden und in prophetischer Klarheit Gottes Wort hochhalten und die Kirche zur Umkehr rufen – aus Liebe und nicht aus Rechthaberei?

Der Segen begann in Israel immer dann, wenn Menschen sich von Gottes Wort treffen und zerbrechen ließen. Nachdem der Prophet Nathan König David mit Gottes Wort konfrontiert hatte, schrieb David:

„Das Opfer, das dir gefällt, ist ein zerbrochener Geist. Ein zerknirschtes, reumütiges Herz wirst du, Gott, nicht ablehnen.“ (Psalm 51, 19)

Diesen Menschen mit einem zerbrochenen Herzen hat Gott seine Nähe verheißen:

„Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.“ (Psalm 34,19)

Und genau bei diesen Menschen nimmt Gott Wohnung:

„Ich wohne an der hohen, heiligen Stätte und bei denen, die einen zerschlagenen und gedemütigten Sinn haben, um die Gedemütigten neu zu beleben, und die zerschlagenen Herzen wieder aufleben zu lassen.“ (Jesaja 57, 15)

Gott, der mitten unter seinem Volk wohnt: Da leuchtet bereits die Verheißung des neuen Jerusalems auf. Einen Vorgeschmack davon bekommen wir, wo wir unseren Stolz und unseren Eigensinn zerbrechen lassen durch Gottes Wort, das wie ein Hammer unser steinernes Herz zerschlägt (Jer.23,29) und durch ein fleischernes ersetzt (Hes.36,26).

Nicht nur die dramatischen Warnungen in den letzten Versen der Bibel (Offb.22,18-19) machen es überdeutlich: Wir sollten tatsächlich nichts so sehr fürchten wie die Gefahr, Gottes Worte zu ignorieren, leichtfertig zu übergehen, zu verdrehen, zu verkürzen oder etwas hinzuzufügen. Aber die Bibel macht auch immer wieder deutlich: Wer Gott und sein Wort fürchtet muss sonst nichts und niemanden mehr fürchten. Der braucht nicht mehr panisch zu werden, wenn Weltuntergangspropheten Angst und Schrecken verbreiten. Himmel und Erde werden zwar vergehen. Aber Gottes lebensspendende Worte bleiben in Ewigkeit (Luk.21,33). An ihnen dürfen und sollen wir (uns) festhalten. Ohne Gottes Wort sind wir dazu verdammt, uns ausschließlich an menschlicher Weisheit zu orientieren. Dann setzt sich der durch, der am lautesten schreit, der die Schaltstellen der Macht besetzt und der die manipulativen Möglichkeiten von Medien und Rhetorik am besten zu nutzen weiß. Aber unter Gottes Wort und Wahrheit dürfen und müssen wir uns alle gemeinsam beugen. Wir müssen uns allesamt verantworten vor dem, dessen Weisheit selbst die beeindruckendste Weisheit dieser Welt als Torheit entlarvt (1.Kor.3,19). Eine gesunde Ehrfurcht vor Gottes Wort ist der beste (und einzige!) Schutz vor unserer menschlichen Neigung, unsere eigene Klugheit absolut zu setzen und auf unseren eigenen Wegen in den Abgrund zu rennen.

Wenn das Weizenkorn nicht stirbt kann es keine Frucht bringen (Joh.12,24). An Gottes Worten seinen Stolz und Eigensinn zerbrechen zu lassen heißt hingegen, die Grundlage zu legen für ein gesegnetes und fruchtbares Leben.

Nicht einschlafen!

Wir Deutschen sind Weltmeister im Warnen: Vor Farbstoffen in Lebensmitteln, vor Weichmachern in Plastikspielzeug, vor giftigen Gasen an der Verkehrskreuzung – und vor Müdigkeit beim Autofahren. In Autos mit Müdigkeitssensor fordert uns eine Kaffeetasse dazu auf, uns wieder fit zu machen, bevor wir in einen lebensgefärhlichen “Sekundenschlaf” fallen.

Auch in der Bibel gibt es jede Menge Warnungen: Vor Kriegen, Katastrophen und Christenverfolgung zum Beispiel. Wer genauer hinschaut merkt aber, dass der Hauptfokus auf dem folgenden Vierklang liegt:

  1. Jesus kommt wieder!
  2. Es gibt ein endzeitliches Gericht für alle Menschen!
  3. Es gibt eine ewige Verlorenheit!
  4. Die endzeitlichen Ereignisse werden sehr überraschend hereinbrechen!

Diesen Vierklang packt Jesus in die unterschiedlichsten Geschichten und Gleichnisse:

Die Hauptaussage ist immer die gleiche. Sie wird uns gleich 14 mal im Neuen Testament* vorgehalten: Seid wachsam! Werdet nicht müde im Glauben! Wer sich vom Alltag einlullen lässt, wer nicht mehr für Jesus brennt, wer sich nur noch um sich selbst und nicht um Andere kümmert ist in großer Gefahr – so wie bei einem Autofahrer schon ein Sekundenschlaf genügen kann, um irreparable, ewige Schäden anzurichten.

Niemand braucht diese Warnungen so dringend wie wir Christen der westlichen Kirche. Unser Luxus und scheinbaren Sicherheiten geben uns das Gefühl, auch ohne eine enge, lebendige Gottesbeziehung durchs Leben und in den Himmel zu kommen. Das verführt uns, das Beten, das Bibellesen und unsere Berufung schleifen zu lassen. Genau davor warnt uns die Bibel wieder und wieder und wieder.

Warum hört man dann in unseren Kirchen so wenig von diesen Warnungen? Dafür habe ich eigentlich nur eine Erklärung: Wir glauben Jesus nicht mehr so wirklich. Dass er wirklich wiederkommt. Dass unsere irdischen Entscheidungen ewige Konsequenzen haben. Dass es eine Gerichtsverhandlung für jeden Menschen gibt. Dass es einen leid- und qualvollen Ort der ewigen Gottverlassenheit gibt, den Jesus „Hölle“ nennt.

Vielleicht haben wir ja auch Angst, aus der Frohbotschaft des Evangeliums eine Drohbotschaft zu machen, wenn wir von den biblischen Warnungen reden. Aber das ist doch Unsinn: Berechtigte Warnungen sind keine Drohung sondern ein Ausdruck von Liebe! Es wäre unfassbar lieblos, ein Kind nicht vor der heißen Herdplatte zu warnen.

Deshalb sollten wir alle immer mal wieder unseren Glaubens-Müdigkeitssensor aktivieren. Sehr geeignet sind für mich dafür die folgenden 3 Fragen:

  1. Wann habe ich mich das letzte Mal beim Bibellesen oder Beten von Gott ganz persönlich angesprochen gefühlt?
  2. Wann habe ich zum letzten Mal intensiv für einen anderen Menschen gebetet?
  3. Wann habe ich zum letzten Mal mit einem Nichtchristen über Jesus gesprochen?

Wenn mir auf diese Fragen spontan keine Antworten einfallen ist mir das ein deutlicher Hinweis auf akute Müdigkeitserscheinungen im Glauben. Der Punkt ist ja: Ich kann ungeheuer umtriebig sein (vielleicht sogar mit guten geistlichen Dingen) und trotzdem müde werden in meiner Liebe und Leidenschaft für Jesus. Zu den Ephesern sagte Jesus: “Ich weiß alles, was du tust. … Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr mich und euch einander nicht mehr so liebt wie am Anfang!” Ohne diese Liebe ist alle unsere (geistliche) Geschäftigkeit und Rechtgläubigkeit am Ende wertlos.

Je mehr ich darüber nachdenke merke ich, wie mein geistlicher Müdigkeitssensor wieder einmal Alarm schlägt. Deiner auch? Dann lass uns doch gleich jetzt zu Jesus gehen, um uns neu erfrischen zu lassen in seiner Gegenwart. Lassen wir bei ihm unser Öl nachfüllen (d.h. lassen wir uns neu mit dem Heiligen Geist erfüllen). Lassen wir uns anstecken von seiner Liebe für die Menschen um uns herum. Wuchern wir mit unseren Talenten! Kümmern wir uns um unsere Nächsten! Und stärken wir die, die um uns herum müde geworden sind. Genau dazu hat uns Jesus immer wieder aufgerufen.

* “Seid wachsam” im NT: Mk 13,9, Mk 13,33, Mk 13,35, Mk 13,37, Mk 14,38, Lk 21,34, Lk 21,36, Apg 20,31, 1Kor 16,13, Eph 6,18, 1Thess 5,6, 1Petr 5,8, 2Petr 3,17, Offb 16,15

Siehe auch:

Advent: Warten auf den explosivsten Tag der Weltgeschichte

O.K. ich gebe es zu: Mit Advent und vorweihnachtlicher Kerzenromantik konnte ich nie viel anfangen. Aber das ändert sich seit mir aufgefallen ist, dass Advent ja nie nur als Einstimmung auf Weihnachten gedacht war. Ein zentraler Aspekt von Advent (=“Ankunft“) war schon immer die Besinnung darauf, dass Jesus wiederkommt!

Dass diesen Aspekt leider kaum jemand auf dem Radar Adventskranzhat ist eigentlich höchst seltsam. Bei den ersten Christen war das nämlich genau umgekehrt: Nirgends lesen wir in der Bibel, dass sie sich großartig mit der Erinnerung an Jesu Geburt beschäftigt hätten. Aber die Erwartung der Wiederkehr Jesu war ein Riesenthema für sie! Das hat ihnen inmitten von Verfolgung Kraft und Hoffnung verliehen. Ihre Leidenschaft und Opferbereitschaft hatte ohne Zweifel viel mit dieser Erwartung zu tun. Die Apostel hatten die Christen damals zwar um Geduld gebeten und in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass ein Tag bei Gott durchaus 1000 Jahre dauern kann. Aber gleichzeitig hielt Paulus die Sehnsucht nach Jesu Wiederkehr sogar für ein zentrales Merkmal eines Christen! Offensichtlich ist die Erwartung der Wiederkunft Jesu wichtig für ein gesundes Christsein, weil sie unsere Prioritäten und Perspektive auf die Welt geraderückt. Und angemessen ist die Erwartung des baldigen Kommens Jesu in jedem Fall. Schließlich kann jeder von uns schon heute vor seinem Schöpfer stehen – auch wenn Jesus erst in 1000 Jahren wiederkommen sollte.

Wobei: Noch nie in der Geschichte hatten wir so viel Grund, die baldige Wiederkunft Jesu zu erwarten wie heute! Jesus hat uns ja Mut gemacht, die Zeichen der Zeit zu beachten. Und die haben noch nie eine so klare Sprache gesprochen: Immer öfter hören wir von Katastrophen, Kriegen und Verfolgung. Seit Beginn der Weltmissionsbewegung vor etwa 300 Jahren hat sich das Evangelium in bemerkenswertem Tempo über die ganze Welt verbreitet. Seit 1948 sammelt sich das Volk Israel wieder in seinem Land. Es haben sich also schon unheimlich viele Vorhersagen der Bibel erfüllt, die sich auf die Zeit vor Jesu Wiederkunft beziehen.

Natürlich wird trotzdem kein Mensch je vorhersagen können, wann Jesus wiederkommt. Es gibt auch Bibelstellen, die nahelegen, dass vorher noch manches geschehen muss. So sagt die Bibel z.B., dass alle Völker das Evangelium hören werden. Aber noch immer wurde etwa 25 % der Weltbevölkerung nicht wirklich mit dem Evangelium erreicht. Aber selbst wenn es noch etwas länger dauert – in jedem Fall gilt:

ER WIRD KOMMEN!

Und zwar plötzlich und überraschend, wie ein Dieb in der Nacht, den niemand erwartet. Er wird auf dem Ölberg erscheinen, genau wie er damals in den Himmel gegangen ist. Dann wird er sein ewiges Reich aufrichten. Er wird all den Terroristen, Kriegstreibern, Unterdrückern, Ausbeutern, Vergewaltigern, Räubern, Lügnern und Betrügern machtvoll entgegentreten. Im Gericht wird er endlich der heiß ersehnten Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen. Alle, die in seinem Buch geschrieben stehen, wird er bei sich versammeln, ihre Tränen abwischen und ein Fest mit ihnen feiern.

Ölberg

So kostbar die Rückbesinnung auf Jesu Geburt auch ist: Hätten wir angesichts dieser gewaltigen Aussichten nicht allen Grund, ein vorwärts- statt rückwärtsgewandtes Adventsfest zu feiern?

Mein Vorschlag: Vergessen wir den Humbug vom alle Jahre wiederkommenden Christuskind. Er wird EINMAL kommen, und zwar nicht als blondgelocktes Mädel mit Flügel und Krönchen sondern als ehrfurchtsgebietender Herrscher. Nutzen wir den Advent, um uns wie die ersten Christen auf diesen explosivsten Tag der Weltgeschichte zu besinnen. Füllen wir das Öl in unseren Lampen nach, rüsten wir uns für die angekündigten Erschütterungen, die wie Geburtswehen über die Erde kommen und lassen wir uns anstecken mit der Sehnsucht nach Jesu Wiederkehr, die die ganze Schöpfung durchdringt. Und wenn wir die „Ankunfts-Kerzen“ anzünden verbinden wir das am besten mit diesem letzten Gebet der Bibel:

„Komm, Herr Jesus!“

Siehe auch:

Von Aufbrüchen, Todestälern und Triumphen

Vom 26. bis zum 28. Oktober 2018 fand in der Christusgemeinde in Emmendingen die ChristusKonferenz zum Thema “Aufatmen in Gottes Gegenwart” statt. Die 4 Vorträge der Konferenz sind nun online verfügbar.

In seinem Vortrag “Gottes Präsenz in allen Lebenslagen” macht Pastor Waldemar Justus anhand von Psalm 23 deutlich: Gottes Gegenwart wird in allen Lebensphasen verheißen: Im Aufbruch, im Todestal und im Triumph! Stephanus konnte sogar während seiner Steinigung die Herrlichkeit Gottes sehen! Wie ist so etwas möglich? Und was bedeutet “Triumph” für Christen überhaupt? Können Christen denn sicher sein, dass am Ende ihres Weges ein Triumph auf sie wartet?

Als Jesus getauft und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, sah das wie ein Aufbruch aus – der aber direkt in die Wüste führte! Warum war diese Wüstenzeit notwendig? Und was bedeutet es eigentlich, “voll des Heiligen Geistes” zu sein? Und wie wird und wie bleibt man eigentlich voll des Heiligen Geistes? Diese Fragen beantwortet Markus Till im Vortrag “Mit Kraft gestärkt durch Gottes Geist” anhand von Lukas 3, 21 bis 4, 15.

Niemand hat wohl das Thema Leid so gründlich durchbuchstabiert wie Hiob. In seinem 2. Vortrag “Gottes Gegenwart im Leid” zeigt Markus Till anhand des Buchs Hiob 6 konkrete und praktische Lehren auf, die wir unbedingt beachten müssen, damit Krisen uns nicht hart und bitter sondern reifer machen.

Auch Petrus musste durch ein tiefes Todestal. Aber gerade diese Krise war es, die ihn grundlegend verändert hat. In seinem 3. Vortrag “Nach der Nacht folgt ein neuer Morgen” geht Markus Till der Frage nach: Wie konnte eigentlich aus dem ehrgeizigen Maulhelden Petrus ein weiser, heldenhafter Kirchenleiter werden? Natürlich hat dabei Pfingsten eine große Rolle gespielt. Aber noch ein anderer Faktor war dafür absolut entscheidend…

Stimmen zur ChristusKonferenz:

“Die tiefgehenden Predigten waren sehr stärkend für meinen eigenen Glauben. Die spürbare Nähe zu Jesus bewegte mich sehr.”

“Die Auslegung von Psalm 23 hat mich stark angesprochen.”

“Obwohl ich die ausgewählten Passagen bereits gut kenne, erstaunten mich die neuen Impulse und Betrachtungswinkel.”

“Mich beeindruckte die warmherzige und freundliche Art von Markus Till. Er spricht eine einfache Sprache und trifft dabei das Herz.”

“Die ChristusKonferenz war intensiv in den biblischen Botschaften und dabei sehr praxisnah.”

“Besonders begleitet mich der letzte Vortrag und die Frage: “Das Kreuz ist die Tür zu Gottes verwandelnder Gnade. Bin ich bereit, meinen Stolz an dieser Demütigung zerbrechen und sterben zu lassen?”

Wissen oder Wahrheit?

„Mein ganzes Leben lang habe ich mich mit der Liebe beschäftigt,“ sagte Tom. „Ich kenne alle relevanten wissenschaftlichen Abhandlungen. Sämtliche Diskussionen dazu habe ich intensiv verfolgt. Für meine sexualwissenschaftlichen Forschungen habe ich mehrere Preise bekommen. Bei diesem Thema macht mir niemand etwas vor. Auch Du nicht, mein Freund.“ Jim schien beeindruckt zu sein. Er nippte kurz an seiner Kaffeetasse und fragte dann: „Sag mal, aber Du bist doch gar nicht verheiratet. Warst Du eigentlich schon mal so richtig verliebt?“ Ein Knistern lag in der Luft. Tom dachte nach. „Na ja, es gab da schon so ein paar Affären. Aber ganz ehrlich: Wirklich verliebt war ich immer nur in die Wissenschaft.“ Jim trank seine Tasse leer, stellte sie ab und schaute Tom direkt in die Augen. „Dann lass Dir sagen, mein Freund: Von Liebe hast Du nun wirklich überhaupt keine Ahnung.“

Kennt man automatisch die Wahrheit, wenn man über alles Bescheid weiß? Was ist Wahrheit eigentlich? Diese Frage hat schon Pilatus bewegt. Und sie ist brandheiß bis heute.

Einige sind ja der Meinung, dass es so etwas wie objektive Wahrheit überhaupt nicht gäbe. Alles sei relativ. Allein der Blickwinkel des Betrachters entscheide darüber, ob etwas für ihn wahr sei oder nicht. Für den Nächsten könne dann aber wieder eine ganz andere Sichtweise wahr sein.

Aber das ist zu kurz gedacht. Denn natürlich kann es am Ende nur 1 objektive Wahrheit geben. Entweder ist die Erde eine Scheibe oder eine Kugel. Entweder ist Elvis tot oder nicht. Das eine schließt das Andere aus. Das gleiche gilt in der Theologie: Entweder ist Jesus leiblich auferstanden oder im Grab verwest. Entweder war sein Tod am Kreuz ein stellvertretendes Sühneopfer oder nicht. Gott ist nicht schizophren.

Christen sind überzeugt: Diese eine Wahrheit ist in der Bibel zu finden. Aber heißt das, dass wir einfach nur die Bibel lesen müssen, um die Wahrheit zu finden?

Tatsächlich hat Jesus betont, dass wir an seinem Wort bleiben müssen, um die freimachende Wahrheit erkennen zu können (Joh.8,31-32). Und Jesus hatte – wie alle Juden – allerhöchsten Respekt vor den heiligen Schriften. Er hat ausdrücklich betont, dass er sie in keinster Weise auflösen will. Kein einziges Satzzeichen wollte er in Frage stellen. Die Schrift war für Jesus in jeder nur denkbaren Art und Weise durch und durch wahr. Deshalb fragte er so oft: „Habt ihr nicht gelesen?“ Selbst im Angesicht Satans hat Jesus mit der Schrift argumentiert. Die moderne Idee, dass wir biblische Aussagen eher als  Meinungsäußerung, Diskussionsbeitrag oder Erfahrungen antiker Menschen mit Gott sehen müssten, statt in ihnen Gottes heiliges Wort mit allerhöchster, unhinterfragbarer Autorität zu sehen, war Jesus ganz offensichtlich vollkommen fremd.

Aber Jesus hat nicht nur über sein Wort gesprochen, wenn es um die Wahrheit ging. In Johannes 16, 13 sagt er: “Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.” Warum betont Jesus hier so sehr den Heiligen Geist bei der Frage, wie wir Wahrheit finden können? Ganz einfach: Weil Wahrheit nun einmal mehr ist als mit Worten vermittelbares und mit dem Verstand erfassbares Wissen.

Das wird ganz deutlich bei der Antwort Jesu, was eigentlich das wichtigste aller Gebote sei. Seine Antwort ist bezeichnend: Wir sollen Gott lieben in 4 Dimensionen: Mit unserem Verstand, unserem Herzen, unserer Seele und ganzer Kraft.

Das bedeutet: Die Liebe zu Gott, die das Zentrum unseres Christseins sein soll, ist zum einen nicht denkbar ohne unseren Verstand. Ein uninformierter, gefühlsduseliger Glaube trägt nicht. Gott hat uns einen Kopf zum Denken gegeben, zum Studieren, zum Forschen in der Schrift. Wenn wir Gott lieben, werden wir auch seine Gebote lieben, sagte Jesus. Anders gesagt: Dann werden wir jedes Wort Gottes absolut ernst nehmen. Wir werden uns Gottes Worten unterordnen und darauf achten, dass sie uns zurechtbiegen, nicht umgekehrt. Das gehört zur Liebe zu Gott dazu. Aber es ist eben noch nicht die ganze Geschichte.

Ohne Seele und Herz ist die Liebe zu Gott nicht komplett. Liebe hat eine Dimension, die mit Worten allein nicht fassbar ist. Die Breite, Länge, Höhe und Tiefe der alle Erkenntnis übersteigenden Liebe Gottes können wir niemals vollständig durch die theologische Analyse von Bibelstellen erfassen. Wir brauchen dafür das Wirken des Heiligen Geistes. ER ist es, der uns einen Geschmack vermittelt von der majestätischen Heiligkeit Gottes. ER ist es, der uns staunen lässt über die Größe und Allmacht des Schöpfers des Universums. ER ist es, der in uns eine Ahnung weckt von der innigen, geradezu zärtlichen Liebe des himmlischen Vaters, durch die wir zu ihm ganz ohne Scham “Abba” – Papa sagen können. Ohne diese geistgewirkte Begegnung mit dem allmächtigen, ehrfurchterregenden, heiligen, liebenden, gnädigen und barmherzigen Gott fehlt uns eine entscheidende Dimension der Wahrheit.

Bibelwissen ist für Christen alternativlos. Es kann uns aber auch die falsche Sicherheit vorgaukeln, dass wir damit die Wahrheit bereits im Griff hätten (so wie Tom dachte, mit seinen Forschungspreisen alles über die Liebe zu wissen). Wenn wir uns mit der Bibel in der Hand vom Heiligen Geist (und somit von Gott!) unabhängig machen, dann wird die Bibel sogar zum Götzen. Deshalb warnte uns Paulus ausdrücklich, dass wir uns bloß nicht einbilden sollen, alles zu wissen. Erkenntnis bläht auf, sagte er. Und der Buchstabe tötet. Vielleicht hatte er dabei vor Augen, dass die Pharisäer (wie er selbst ja einer war) großartige Kenner der heiligen Schriften waren und trotzdem Gottes Sohn ans Kreuz gebracht und die Christen verfolgt haben.

Echte, freimachende Wahrheit wächst in uns deshalb nicht nur durch Schriftstudium allein sondern auch durch Hingabe und Gebet, durch das Anschauen seiner Heiligkeit und durch Anbetung seiner abgrundtiefen Liebe. Auch damit bekommen wir die Wahrheit nicht in den Griff. Aber in der engen Verbindung mit IHM dürfen wir hoffen, dass die Wahrheit in Person – Jesus Christus – uns immer mehr in den Griff bekommt.

Wenn in der Begegnung mit Gott geistgewirkte Wahrheit in uns wächst, wenn tief in unserem Innersten eine Ahnung von seiner unermesslichen Liebe und Heiligkeit heranreift, dann lebt unser Glaube nicht mehr nur aus dogmatisch korrekten Gedankengebäuden und der Abgrenzung von Irrlehren sondern vor allem aus der Geborgenheit und Sicherheit einer Liebe, von der uns weder Tod noch Leben noch irgendetwas anderes jemals trennen kann.

Wissen ist gut (kann uns aber auch hochnäsig werden lassen). Wirklich frei macht uns nur die Wahrheit. Um sie zu erkennen brauchen wir die Schrift – und wir sind absolut angewiesen auf das Wirken des Heiligen Geistes.

Siehe auch:

Der mit Gott kämpft

Was uns biblische Namen über Gottes Gnade sagen

„Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. 9 mal in der Bibel stellt sich Gott mit diesen Worten vor. Was leider nur Wenige wissen: Dahinter steckt eine unglaublich berührende Botschaft! Das wird deutlich, wenn man sich diese 3 Personen und ihre Namen einmal genauer anschaut:

Der Name Abraham bedeutet „Vater vieler Völker“. Das erinnert natürlich an Gottes Verheißung, Abraham unzählige Nachkommen zu schenken. Allerdings hat Abraham diesem Versprechen nicht immer vertraut. Als seine Frau Sara lange kinderlos blieb, schlief er schließlich mit seiner Sklavin Hagar. Daraus ging Ismael hervor und damit auch der von der Bibel vorhergesagte Dauerstreit zwischen den Kindern Saras (den Juden) und den Kindern Hagars (den Arabern). Der Name „Vater vieler Völker“ ist deshalb unweigerlich auch mit Abrahams mangelndem Gottvertrauen und dem daraus entstandenen Konflikt zwischen seinen Nachkommen verknüpft.

Der Name Isaak bedeutet „Gott hat jemand zum Lachen gebracht“. Damit wird auf das ungläubige Gelächter von Abraham und Sara angespielt, als der Engel ihnen verkündete, dass die alte Sara schwanger werden wird. Isaak hat Abraham und Sara also immer daran erinnert, dass ihr Gottvertrauen auch durch schwere Krisen ging.

Im Namen Jakob ist das hebräische Wort für „betrügen“ enthalten. Tatsächlich hat Jakob betrogen, vor allem als er sich mit drastischen Lügen den Segen des Erstgeborenen erschlich. Entsprechend fragte sein Bruder Esau: „Heißt er darum Jakob, weil er mich nun schon zweimal betrogen hat?

Das bedeutet also: Wenn Gott sich als der „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ bezeichnet, nennt er sich damit auch der Gott des Vaters (zu) vieler Völker, des Gelächters und des Betrügers! Ist das nicht unfassbar?

Offenbar schämt sich Gott nicht dafür. Das Versagen dieser Menschen, das sich sogar in ihren Namen wiederspiegelt, hält Gott nicht davon ab, sich zu ihnen zu stellen und ihre Namen direkt mit seinem eigenen zu verknüpfen!

Dass Gott sich zu fehlerhaften Menschen stellt lesen wir oft in der Bibel. Die schonungslose Ehrlichkeit, mit der die Bibel sogar die blamabelsten Pleiten der großen biblischen Glaubenshelden schildert, ist verblüffend. Und trotzdem hat Gott alle diese Menschen gesegnet und sogar Geschichte mit ihnen geschrieben!

Und das, obwohl Gott oft mit ihnen zu kämpfen hatte. Das mündete im Falle Jakobs sogar in einen handfesten Ringkampf, der dazu führte, dass Jakob in „Israel“ umbenannt wurde, was u.a. bedeutet: „Der mit Gott kämpft“. Dieser Name ist in der wechselvollen Geschichte Israels Programm geblieben. Und trotz all dieser Kämpfe hat Gott nicht aufgehört, sich selbst als der „Gott Israels“ zu bezeichnen und treu zu diesem Volk zu stehen.

Diese Leute, mit denen Gott Geschichte schrieb, waren also keine jederzeit blindvertrauenden Gehorsamsmaschinen. Das waren Menschen mit Fehlern, mit Schwächen, mit Brüchen, mit Kanten, mit einem eigenen Willen, der nicht immer stromlinienförmig mit Gottes Willen zusammenpasste.

Offensichtlich kann Gott damit umgehen. Denn trotz all dieser Macken ist Gott regelrecht stolz auf diese Menschen und rühmt sie in Hebräer 11 als Glaubenshelden, an denen er Freude hat und „die zu gut für diese Welt waren“. Wow!

Das tröstet mich. Denn auch mit mir hat Gott oft zu kämpfen. Und ich mit ihm, wenn ich ihn mal wieder nicht verstehe. Aber wenn Gott sich so begeistert zu diesen Menschen stellt gibt mir das Zuversicht, dass diese wundervollen Worte auch mir und meinem Namen gelten:

„Aber jetzt, so spricht der HERR, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, DU BIST MEIN.“ (Jesaja 43, 1)

Hoffnung für die Welt

Link zum YouTube-Video

Dunkelheit bedeckt die ganze Welt.
Die Menschen sehen nicht den Weg, wohin ihre Reise geht.
Doch wer sich an Deine Worte hält,
über dem geht auf das Licht, das die Finsternis durchbricht.

Jesus,
Du bist die Hoffnung für die Welt.
Du bist der Gott, dem wir vertrauen.
Du bist die Wahrheit und der Weg, der uns zum Leben führt.

Jesus,
Du hast die Finsternis besiegt.
Du hast für uns Dein Blut vergossen
und Du regierst für allezeit!

Text und Melodie: Markus Till
© 2005 SCM Hänssler, 71087 Holzgerlingen
Noten in: Feiert Jesus 4, Nr. 82
Das Akkordsheet kann hier heruntergeladen werden.

Vocal: Natalie Cuc
Arrangement: Florian Ostertag und Tobi Wörner
Gitarren: Florian Ostertag
Solo-Gitarre: Winnie Schweizer
Bass: Patrick Müller
Keyboards: Benjamin Krauße
Mastering: Tobi Wörner
Aufnahme und Mix: Tobi Wörner und Florian Ostertag

Nonbiblipedia

Was macht mir Hoffnung für 2018?

Wenn ich ehrlich bin: Gott allein. Menschlich gesehen ist nicht zu erwarten, dass der Sinkflug der Kirche aufzuhalten ist. Aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

Es wird nicht gehen durch effizientere Methoden. Es wird nicht gehen durch bessere Kommunikation. Es wird nicht gehen durch schickere Programme. Es wird nicht gehen durch klügere Argumente. Wenn wir ehrlich sind müssen wir zugeben: Die lähmende Macht der Bequemlichkeit, die alle Teile der Kirche erfasst hat, wird die kleinen Siege, die wir mit solchen Mitteln gewinnen können, mehr als verschlucken.

Es wird deshalb nur gehen durch brennende, vom Heiligen Geist entzündete Herzen. Es wird nur gehen durch opferbereite Leidenschaft für Jesus. Was wir brauchen ist nichts weniger als eine Erweckung. Sonst bleiben wir bei weitem zu seicht und zu oberflächlich, um dem Zeitgeist trotzen zu können.

Hoffnung machen mir deshalb die vielen Hände, die sich trotzig glaubend zum Gebet falten und nicht aufhören, Gott zu suchen. Hoffnung machen mir Lehrer und Prediger, die mehr denn je auf die Kraft von Gottes Wort vertrauen und mutig das rettende Evangelium verkünden. Hoffnung machen mir Hirten, die den Menschen auch auf dunkelsten Abwegen nachgehen und sie zum Vater nach Hause lieben. Hoffnung machen mir Gemeinden, in denen etwas von der Herrlichkeit und Freiheit der Familie Gottes sichtbar und spürbar ist.

Hoffnung macht mir vor allem, dass Gott uns ganz gewiss nicht vergessen hat. Im Gegenteil: Ich bin überzeugt, dass er mehr tun wird, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden. Es ist ein Vorrecht und ein Abenteuer, mit ihm unterwegs zu sein. Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2018 und wünsche allen Lesern neue, tiefe Begegnungen mit diesem Gott, der uns sagt:

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6)

Mist!

Weihnachten, das ist: Kerzen. Gute Gerüche. Alles glitzert. Das Fest der Liebe und Harmonie. Eine romantische Weihnachtskrippe. Das traute Paar und ein holder Knabe im lockigen Haar. Wie herzerwärmend. Die Frage ist nur: Entspricht DAS der Weihnachtsgeschichte?

In der biblischen Weihnachtsgeschichte will einiges so gar nicht zu dieser Weihnachtsromantik passen. Im Gegenteil: Da gibt es Krieg und Unterdrückung im von den Römern besetzten Israel. Maria wird verachtet und ausgegrenzt, weil sie unehelich schwanger wird. Dann die beschwerliche Reise kurz vor der Geburt. Kein ordentlicher Platz zum Übernachten. Maria muss ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen, wo es nicht nach Honig, Zimt und Mandelsternen riecht sondern nach Mist und Gülle. Eine Geburt in einem Raum mit Dreck und Ungeziefer. Direkt danach fängt Herodes an, alle Neugeborenen umzubringen, damit ihm keine Konkurrenz erwachsen kann. Um der Mörderbande zu entkommen muss die Familie Hals über Kopf ins fremde Ägypten flüchten. Eine Horrorgeschichte…

Aber ich bin überzeugt: Es lohnt sich, sich diese Geschichte mal so ganz roh und ungeschminkt anzuschauen. Denn nur dann wird die wahre Botschaft hinter dieser Geschichte lebendig. Und diese Botschaft ist:

Gottes Liebe ist so groß, dass sie den Dreck nicht scheut! Er ist kein Adliger, der sich zu fein ist für das einfache Volk. Im Gegenteil: Er kommt ganz auf unser Niveau herab. Mehr noch: Er begibt sich mitten hinein in das ganze Drama der menschlichen Existenz. Von Geburt an erfährt Jesus am eigenen Leib so ziemlich alles, was man sich an menschlicher Not vorstellen kann. Ist das nicht Wahnsinn?

Stell Dir das mal vor: Donald Trump hätte nach seiner Wahl und vor seiner Einsetzung als Präsident erst einmal all sein Geld und seinen Besitz weggegeben. Und dann hätte er gesagt: Die Tage bis ich eingesetzt werde nutze ich, um zu schauen, wie es den Armen in meinem Land geht. Deshalb werde ich für einige Zeit als Obdachloser leben, ohne Scheckkarte, Bodyguards und Handy.

Unvorstellbar. Aber die Weihnachtsgeschichte ist sogar noch unglaublicher! Hier ist es der Schöpfer und Herrscher des Universums, der ein Kind einfacher, armer, verfolgter und bedeutungsloser Eltern wird. Was sagt das aus über unseren Gott? Über seine Liebe für uns? Wir dürfen neu das Staunen lernen über diese unglaubliche Geschichte und diesen unglaublichen Gott!

Der Dreck, Mist und Gestank im Stall ist also kein Störfaktor in der Weihnachtsgeschichte, im Gegenteil: Gerade der Mist bringt zum Ausdruck, wie Gott ist! Wie sehr er uns liebt! Wie opferbereit seine Liebe für uns ist!

Aber der Mist hat noch eine weitere Bedeutung. Die große Frage ist ja: Aus welcher Quelle kommt eigentlich all der Mist, die Gewalt, der Krieg, die Unterdrückung, die Verachtung, die Ausgrenzung, einfach all diese Dunkelheit in der Welt, von der auch in der Weihnachtsgeschichte berichtet wird? Wenn wir die Bibel ernst nehmen kommt all das aus unserem menschlichen Herzen! So sagt es Jesus zumindest:

Denn von innen, aus dem Herzen eines Menschen, kommen böse Gedanken wie Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Vergnügungssucht, Neid, Verleumdung, Stolz und Unvernunft. (Markus 7, 21)

Puh, das klingt aber nicht sehr nett. Wir wollen doch alle lieber herzensgut sein und unserem Herzen folgen können. Aber wenn wir ehrlich sind spüren wir: Unser Herz ist tatsächlich nicht so sauber, nicht so menschenfreundlich, wie wir uns das gerne vormachen. Wenn Gott auf unser Herz blickt sieht er so manches, was ihm stinkt und zu dem er sagt: So ein Mist! Dieser Neid, den er da hat. Diese Lügen, die sie verbreitet, um groß rauszukommen. Diese Vergnügungssucht, durch die er seine Zeit für Quatsch vergeudet. So ein Mist…

Die größte Nachricht von Weihnachten ist deshalb: Jesus scheut den Mist unseres Herzens nicht! Er kommt genau an diesen dunklen Ort, den wir vor allen verstecken wollen und den am besten niemand sehen soll. Aber Moment. Ist das wirklich eine gute Nachricht, wenn Jesus die Abgründe unseres Herzens aufdeckt?

Tatsächlich ist das nicht angenehm. Und trotzdem ist das eine gute Nachricht! Denn nur wenn Jesus in unser Herz kommen darf mit all den Fehlern, den dunklen Stellen, der Schuld und der Sünde, nur dann kann er unser Herz auch heilen. Nur dann kann er Vergebung bringen. Nur dann kann er Frieden bringen.

An Weihnachten wird ja oft darüber gesprochen, dass die Engel Frieden verkündigt haben und den Menschen ein Wohlgefallen. Als würde Gott einfach Zuckerguss über den Mist der Welt gießen. Das klingt zwar nett, hat aber nie funktioniert, wie man in unserer Welt schmerzlich sehen kann.

Hat sich die Bibel also getäuscht? Ist der von den Engeln angekündigte Frieden ausgeblieben? Nein. Die Bibel ist nicht das Problem sondern unsere Übersetzung. Richtig übersetzt heißt dieser Vers nämlich so: “Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens” (Lukas 2, 14). Und wer sind die Menschen seines Wohlgefallens? Na klar, die Menschen, die Jesus in den Mist ihres Herzens hineingelassen haben! Die es zugelassen haben, dass Jesus aufräumen, Vergebung bringen, helfen und heilen darf. Diese Menschen finden Frieden. Und je mehr Menschen diese Vergebung finden und diesen Frieden mit Gott, umso mehr kann tatsächlich auch Friede auf Erden wachsen. Echter Friede. Nicht so ein Heia-Popeia-Weihnachtsromantikaufguss sondern echte Versöhnung, die nur Jesus schenken kann.

Klick zum Lied: “Wie die Hirten”

Die Frage an Dich ist jetzt ganz einfach: Kannst Du das zugeben vor Deinem Gott, dass Dein Herz so ist wie dieser Stall: Dunkel, stinkig, unaufgeräumt, unansehnlich. Und wärst Du bereit, Jesus da hineinzulassen: In dieses Herz voller Mist, Sünde und Schuld?

Jesus hat gesagt: “Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.” Wenn wir Jesus die Tür unseres Herzens öffnen, dann wird wirklich Weihnachten. Dann wird etwas geboren in Dir, was echtes neues Leben bringt. Etwas, was wirklich Frieden bringt.

Diesen Frieden wünsche ich Dir – von ganzem Herzen!

Wie die Hirten
Text und Musik: Markus Till

O mein Jesus, Du kamst in die Welt
wurdest gebor’n in einem Stall im kleinen Betlehem.
Du hast Deinen Thron vertauscht
mit einer Krippe und mit Stroh.
Du zogst Windeln an statt Deinem Königskleid.

O mein Jesus, wer kann versteh’n
was Du dort in jener Nacht hast für uns getan.
Deine Herrlichkeit und Macht
hast Du verlassen und Du kamst
bis hinab in uns’re tiefste Niedrigkeit.

Wie die Hirten komm ich zu Dir
an Deine Krippe und beug’ die Knie.
Deine Liebe ist so groß und ich weiß: Sie gilt auch mir!
So wie Du Dich für mich gabst, geb’ ich mich Dir.

Alle Engel beten Dich an
alle Zeit vor Deinem Thron bis in Ewigkeit.
Doch weil Du uns so sehr liebst kamst Du zu uns in uns’re Welt
mitten in den Schmutz und  in die Dunkelheit.

O mein Jesus, Du kamst auch zu mir
in den Schmutz und in die Nacht meiner Sünden.
Doch Du wurdest mir zum Licht und Deine Liebe macht mich heil.
Staunend seh’ ich, Herr, was Du für mich getan!

Das Akkordsheet zum Lied: Wie die Hirten