Den schlafenden Riesen wecken

„Die Arbeit macht mich fertig“ stöhnte der junge Mann, „und die Ernte ist sowas von mickrig!“ Viele Jahre hatte er im Ausland vergeblich sein Glück versucht und sich deshalb eigentlich gefreut, nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern heimzukommen und den elterlichen Hof zu übernehmen. Aber die Knochenarbeit, die ihn hier erwartete, hat ihn tief frustriert. „Sag mal, erntest Du mit der Sense?“ fragte ihn der alte Bauer vom benachbarten Hof. „Ja klar, genau wie mein Vater“, antwortete er. Der alte Bauer verzog das Gesicht. „Komm mit, ich zeig Dir was!“ Er führte ihn zu einer alten Scheune, in die der junge Mann noch nie hineingeschaut hatte. „Das hat Dein Vater gekauft als Du weg warst“ sagte sein Nachbar und öffnete das Tor. Der junge Mann wurde blass. DAS hatte er immer für völlig unerschwinglich gehalten: Ein Mähdrescher!

Szenenwechsel.

Angst erfüllt den Marktplatz. Das ganze Volk ist vor Gott zusammen gekommen, vom Baby bis zum Greis. Ein feindliches Heer ist im Anmarsch. Ein furchtbares Gemetzel scheint unausweichlich. Doch dann steht ein Prophet auf und gibt ihnen eine seltsame Anweisung: Sie sollen dem Heer entgegen ziehen ohne zu kämpfen! Statt Soldaten werden Musiker und Sänger an die Front gestellt. Als sie beginnen, Gott zu loben und anzubeten, geschieht das Unfassbare: Die Feinde vernichten sich gegenseitig… (2. Chronik 20)

Was diese beiden Geschichten miteinander zu tun haben? Ich bin überzeugt davon, dass die Kirche Jesu ein schlafender Riese ist mit einem gewaltigen Potenzial, dessen sie sich nur noch nicht bewusst ist und das sie leider noch nicht wirklich nutzt. Die Bibel ist voller Versprechen, dass Gott Gebet erhört und voller Geschichten, dass er es tatsächlich tut. Die Frage ist: Wenn wir Christen ein derart effektives Werkzeug und eine so mächtige Waffe haben – warum nutzen wir das so wenig?

Vielleicht, weil uns gar nicht bewusst ist, welches gewaltige Werkzeug wir da haben? Weil wir nie erlebt haben, welche Berge Gebet versetzen kann? Weil uns nie jemand gezeigt hat, wie man Beten lernen kann? Weil uns deshalb die Vorstellung, 1 Stunde zu beten unendlich mühsam statt erfrischend vorkommt?

Oder liegt es vielleicht daran, dass unsere Not noch nicht groß genug ist? Aber die Nachrichten sprechen doch eigentlich eine deutliche SpracheKirchliche Strukturen zerfallen, mit ihnen auch der Wertekonsens unserer Gesellschaft, die Spannungen steigen, die Währungskrise ist noch längst nicht überwunden, es gibt weltweit Krieg, Terror und Katastrophen, und vor allem: Menschen um uns herum gehen massenhaft verloren ohne Jesus! Es gibt also wahrlich Not genug.

Woran es auch immer liegen mag: Ich habe einfach keine Lust mehr, ineffizient zu arbeiten. Ich habe es satt, viel Arbeit und wenig Ertrag, viel Kampf und wenig Erfolg zu haben!  Die Ernte ist reif! Die Politik hat keine Antworten auf die wachsenden Probleme unserer Zeit. Ich finde: Wir können es uns schlicht nicht mehr länger leisten, den Mähdrescher in der Scheune stehen zu lassen!

Die Herrnhuter waren im 18. Jahrhundert nur eine relativ kleine Gemeinschaft in einem unbedeutenden Dorf mit 400 Einwohnern. Aber als sie begannen, rund um die Uhr zu beten, ging von dort eine Bewegung aus, die bis heute weltweit riesige Auswirkungen hat. Was würde wohl erst passieren, wenn plötzlich ganz viele Gemeinschaften in Deutschland das Gebet so ernst nehmen würden wie die Herrnhuter damals?

Ich bin sicher: Wenn wir erst einmal entdeckt haben, wie erfrischend Gebet ist und welche gewaltigen Auswirkungen es hat, werden wir uns selber wundern, warum Gebet so lange auf unserer Gemeindeprioritätenliste ganz unten statt ganz oben stand. Also holen wir endlich den Mähdrescher aus der Scheune, reihen uns ein in die Lobpreisarmee und sehen wir zu, wie teuflische Lügengebäude zusammenbrechen, eine reiche Ernte eingebracht wird und Gott unser Land heilt, wie er es versprochen hat!

Siehe auch:

Vater, warum?

Vater, es gibt da einiges, was ich nicht verstehe. Warum ist es oft so zäh und trocken in meinem Leben? Und warum geht es vielen Christen so schlecht? Warum liegt die Kirche am Boden? Und warum vergisst unser Land seine christlichen Wurzeln? Vater, sag mir: Warum nur?

Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet.1

Aha. Das soll also der ganze Grund sein? Dass wir Dich zu wenig bitten?

Ich habe es euch gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.2 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!3

Ja, das hab ich schon mal gelesen. Aber kann Gebet wirklich alles ändern?

Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.4  Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr solches nicht allein mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet: so ihr glaubt, werdet ihr’s empfangen.5 Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.6

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, Vater. Dann ist wohl mein Problem, dass ich viel zu wenig Glauben habe, oder?

Nicht nur. Denk daran, dass ich auch gesagt habe: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.7 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.8 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.9 

Was meinst Du damit, dass wir in Deinem Namen beten sollen? Ist das so eine Art magische Formel?

Johannes hat euch erklärt, worum es dabei geht, als er schrieb: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.10

O.K. das klingt logisch. Wir können ja nur in Deinem Namen beten, wenn wir auch das beten, was Du willst. Aber wie finden wir heraus, was Dein Wille ist?

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.11

Hm, Du meinst wohl: Wenn wir mit Dir eins sind, dann wird Dein Wille immer mehr auch unser Wille sein. Das leuchtet mir ein. Deshalb ist es wohl auch so wichtig, dass ich ein reines Herz habe, richtig? Schließlich hat Johannes doch geschrieben: Wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm.12

Ganz genau.

Ich verstehe. Aber wie kann ich darin wachsen, dass mein Gebet immer kraftvoller wird und wirklich Berge versetzt?

Denk an die Geschichte, mit der ich euch ermutigt habe, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.13

O.K., also ich muss einfach dranbleiben statt gleich aufzugeben. Deshalb war es Paulus wohl so wichtig, dass wir allezeitbeharrlich und ohne Unterlass danken und beten sollen, stimmt’s?

Genau, und denk bitte auch noch daran: Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.14

Also Du meinst: Da liegt eine ganz besondere Verheißung auf gemeinsamem Gebet?

Aber ja! Wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.15

Also Du meinst: Wenn alle Deine Kinder gemeinsam beten, dann wird sogar unser ganzes Land erneuert?

Muss ich alles zweimal sagen?

Wenn ich es mir genau überlege hast Du mir jetzt sogar schon 15 mal gesagt, dass Du unser Gebet erhören wirst.

Tja…

Vater, jetzt hab ich nur noch 1 Frage: Wenn Du doch so oft, so klar und so deutlich versprochen hast, dass Du unsere Gebete wirklich erhören wirst, warum beten wir Christen dann trotzdem so wenig? Vater, sag mir: Warum nur?

JETZT endlich stellst Du die eigentlich wichtige Warum-Frage, mein Sohn…


15 Verheißungen, dass Gott Gebet erhört: 1: Jakobus 4, 2 2: Psalm 50, 14-15 3: Matthäus 7, 7-11  (siehe auch Lukas 11, 9-13) 4: Jakobus 5,16 5: Matthäus 21, 21-22 6: Markus 11, 24 7: Johannes 16, 23 8: Johannes 14, 13 9: Johannes 15, 16 10: 1. Johannes 5, 14 11: Johannes 15, 7 12: 1. Johannes 3, 21-22 13: Lukas 18, 1-8 14: Matthäus 18, 19 15: 2. Chronik 7, 13-15 

Siehe auch:

Vom Zyniker zum Hoffnungsträger

Wie Identifikation uns zu wahren Weltverbesserern macht!

„Diese Politiker! Das sind doch allesamt Betrüger! Und die Bosse wirtschaften sowieso alle nur in die eigene Tasche auf Kosten der einfachen Leute!“ Wie ich dieses destruktive Niedermachen von Verantwortungs­trägern hasse! Erstens weiß niemand wirklich, wie es diesen Menschen tatsächlich geht und welchen Zwängen sie ausgesetzt sind. Zweitens finde ich es überheblich zu glauben, wir würden es besser machen. Drittens machen wir nichts besser sondern alles nur schlimmer mit diesen Schimpftiraden.

Natürlich ist es richtig, dass unsere Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Kirchen (z.T. schlimme) Fehler machen. Aber arrogantes Fingerzeigen hat noch nie etwas daran geändert. Wir haben viel zu viele Zyniker in unserer Gesellschaft, die zwar überall 1000 Fehler sehen, alles besser wissen, aber selbst überhaupt nichts besser machen.

Der Prophet Daniel hat uns einen wesentlich besseren Weg gezeigt, wie wir mit den Fehlern unserer Gesellschaft umgehen können. In Daniel 9, 4+5 betet er: Ach, mein Herr, du bist ein mächtiger und Ehrfurcht gebietender Gott! Du hältst deinen Bund und gibst denen Gnade, die dich lieben und deine Gebote halten. Aber wir haben Sünde auf uns geladen und haben getan, was nicht recht war. Wir sind von dir weggelaufen und wollten mit dir nichts mehr zu tun haben. Die Forderungen deiner Gebote und Gesetze haben wir nicht mehr beachtet.“

Daniel sagte also nicht: SIE haben alles falsch gemacht. Er sagte: WIR haben gesündigt. Er identifizierte sich mit dem Volk, für das er betete und er bekannte die Sünden des Volkes, als hätte er sie selbst begangen! Damit hat er die Grundlage dafür gelegt, dass Israel aus der Verbannung heimkehren und wiederhergestellt werden konnte.

Solch eine Identifikation mit dem eigenen Volk fällt gerade uns Deutschen besonders schwer aufgrund unserer dunklen, schuldbeladenen Geschichte. Erst seit der Fußball-Weltmeister­schaft 2006 haben viele Deutsche – auch Christen – zaghaft angefangen, sich ganz neu mit diesem Land zu identifizieren und eine Liebe dafür zu entwickeln.

Genau diese Liebe brauchen wir – für unsere Familien, Firmen, Gemeinden, Dörfer, Städte, Kirchen und Gemeinden! Wollen Sie, dass sich in Ihrem Umfeld etwas zum Positiven verändert? Dann entwickeln Sie eine Liebe für die Menschen und identifizieren Sie sich mit ihnen. Empfinden Sie sich als Teil des Teams und nicht als kritische, skeptische Beobachter.

Blogbild Zyniker Hoffnungstraeger

Beim Fußball kann man immer wieder gut beobachten, wie und warum das funktioniert: Schlechte Fans machen ihre Mannschaft nieder, wenn sie schlecht spielt und Fehler macht. Aber das macht alles nur noch schlimmer. Die Spieler werden noch nervöser und machen noch mehr Fehler. Gute Fans dagegen identifizieren sich mit ihrem Team auch dann, wenn es schlecht läuft. Stellvertretend für die Mannschaft bringen sie lautstark ihren Zusammenhalt und ihre Siegermentalität zum Ausdruck. Immer wieder kann man beobachten, dass eine solche Fankultur tatsächlich die Mannschaft ansteckt und den Trend umkehrt. VfB Stuttgart-Fans wie ich haben das am Ende der letzten Saison erlebt, als die Mannschaft fast abgestiegen wäre und die Fans trotzdem bis zum Schluss das Team angefeuert, aufgemuntert und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet haben.

Genauso sucht Gott Menschen, die im besten Sinne Fans ihrer Mitmenschen werden, indem sie sie lieben, an ihren Leiden, Sünden und Krankheiten anteil nehmen, als wären es ihre eigenen und solange beten, mitarbeiten, liebevoll ermahnen und ermutigen, bis sich der negative Trend ins Positive umkehrt.

Lassen Sie uns umkehren von Hochmut und Zynismus. Dann werden wir zu Hoffnungsträgern, die Gott gebrauchen kann, um unser Land zu verändern! Wollen Sie, dass sich in Ihrem Umfeld etwas zum Guten wendet? Dann beginnen Sie mit diesem Satz: „Ich liebe meine Gemeinde (Kirche, Familie, Firma, Schule, Stadt, Nation etc.)!“ Damit schaffen Sie die Grundvoraussetzung für alle Gebete, Gespräche und praktischen Schritte, die dauerhafte positive Veränderungen bringen.

Siehe auch:

Unterschätze nicht die Macht…

„Don’t underestimate the force.“ Diesen Satz habe ich kürzlich auf einem Notizbuch gelesen und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Als alter Star Wars-Fan wusste ich natürlich sofort, was gemeint ist: Darth Vader warnt mit diesem Satz in Episode 4 einen General, der nicht so recht an die übernatürlichen Kräfte glauben will, die „die Macht“ den Yedi-Rittern verleiht.

Nun ist mir vollkommen klar, dass das esoterisch-pseudoreligiöse Konzept der Star Wars-Filme in keiner Weise zum biblischen Christentum passt. Aber mir scheint trotzdem, dass hier ein Riesenproblem von uns Christen angesprochen wird, v.a. wenn man den Satz um 1 Wort ergänzt: „Unterschätze nicht die Macht… Gottes!“

Ich glaube: Genau das ist unser Problem!

Das würden wir natürlich nie so sagen. Theologisch ist uns ja allen klar, dass Gott absolut allmächtig ist. Aber was tun wir, wenn wir echt ein Problem haben? Vielleicht kurz beten. Aber dann: Lösungskonzepte suchen, Leute um Rat und Hilfe bitten, alles in Bewegung setzen, was unser Problem lesen könnte. Tief in unserem Inneren glauben wir unbewusst offenbar doch eher dem Satz: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott. Sonst wären unsere Prioritäten anders. Wenn wir der Macht Gottes und des Gebets mehr zutrauen würden, würden wir ganz automatisch wesentlich mehr beten statt nur grübeln und kämpfen.

Dabei ist die Bibel doch voll von Verheißungen, dass Gott ernstliches Gebet tatsächlich erhört. Das gilt ganz besonders, wenn wir uns mit Anderen zusammen tun und gemeinsam beten. Schauen wir uns doch unter den vielen Verheißungen zum Gebet nur mal kurz diese eine an: „Und ich sage euch auch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde darin eins werden, eine Bitte an Gott zu richten, dann wird mein Vater im Himmel diese Bitte erfüllen.“ (Matth. 18, 19)

Was für ein Versprechen: Wenn wir uns einig sind, wofür wir beten wollen wird Gott uns erhören. Jesus nennt keine Ausnahmen und keine Einschränkungen. Unglaublich! Jetzt stell Dir doch nur mal kurz vor, wie das wäre, wenn das wirklich stimmen würde…

Mein Punkt ist: Ich glaube wirklich, dass das stimmt. Weil ich es schon erlebt habe:

Es ist schon einige Jahre her, als meine Frau als frischgebackene hauswirtschaftliche Betriebsleiterin auf Jobsuche war. Wir wagten es, Gott im Gebet eine ganz konkrete Wunschliste vorzulegen: Die Arbeitsstelle sollte 1. nahe bei unserem zukünftigen Zuhause sein, sie sollte 2. regelmäßige Arbeitszeiten und freie Wochenenden bieten, sie sollte 3. Spaß machen und 4. auch noch gut bezahlt sein. Wer die Branche kennt weiß, dass das ziemlich anspruchsvolle Wünsche waren. Aber wir waren einfach so überzeugt davon, dass unser himmlischer Vater uns ganz bestimmt gerne beschenken wird. Kurz darauf wurde meine Frau von der Personalchefin eines Modezentrums angerufen, bei dem sie sich gar nicht beworben hatte. Über 2 Ecken hatte die Personalchefin erfahren, dass meine Frau auf Stellensuche ist. Sie bot ihr die Leitung der kleinen firmeneigenen Personalkantine an. Das war eine regelmäßige Arbeit von Montag bis Freitag, niemals abends oder am Wochenende. Der Betrieb lag nur 5 Autominuten von unserem zukünftigen Zuhause entfernt. Das angebotene Gehalt war überaus lukrativ. Später erwähnte die Personalchefin, dass sie „versehentlich“ eine zu hohe Eingruppierung angeboten hatte – die sie dann aber nicht mehr zurücknehmen wollte. Da das Kochen schon immer der Bereich in der Hauswirtschaft war, der meiner Frau am meisten Spaß machte, nahm sie die Stelle gerne an…

Auch in unserem Hauskreis setzen wir fest darauf, dass Jesus das wirklich ernst gemeint hat. Wir haben so viele Gebetserhörungen erlebt in den letzten Jahren: Heilungen, Versorgung, Veränderungen, neue Perspektiven in hoffnungsloser Lage… Einfach genial, was Gott alles schon getan hat. In manchen Dingen warten wir noch auf die Erhörung. Aber ich kann mir mittlerweile einfach nicht mehr vorstellen, dass ein Gebetsanliegen, das wir gemeinsam klar und spezifisch vor Gott gebracht haben, einfach so unbeantwortet bleibt. Unser Gott hat sich nun einmal hinreißen lassen, uns dieses bedingungslose Versprechen zu geben. Und so wie ich das sehe steht er dazu.

Also, lass es mich Dir noch einmal sagen:Blogbild unterschätze nicht die MachtUnterschätze nicht die Macht Gottes! Unterschätze nicht die Macht des Gebets!

Mach doch mal dieses Experiment: Lege Dich mit Deinen Freunden oder Deinem Partner auf ein Gebetsanliegen fest, das in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist. Dann legt es Gott gemeinsam im Gebet vor. Ihr braucht nicht stundenlang beten. Stellt Euch einfach vor, Ihr hättet einen Termin beim US-Präsidenten im Oval Office. Da plappert man nicht endlos sondern man sagt prägnant und klar, was einem auf dem Herzen liegt. Betet nicht für 1000 Sachen oder allgemein für den Weltfrieden sondern konkret für etwas ganz Spezifisches und Überprüfbares. Und dann geht voller Erwartung auseinander und seht, was Gott tut. Manchmal braucht man Geduld. Gott hat nicht versprochen, immer sofort zu reagieren. Aber er wird reagieren! Ganz bestimmt! Das hat er fest versprochen!

Ich finde übrigens: Gebet macht Spaß. Es ist spannend. Es macht Hoffnung. Es reißt uns aus Resignation und Entmutigung und macht uns zu Hoffnungsträgern. Probiere es aus. Ich bin mir sicher, dass Du bald auch angesteckt sein wirst von der Begeisterung über die Macht Gottes und des Gebets!

Möge nicht nur seine Macht sondern Gott selbst mit Dir sein!

Mehr dazu:

Warum Gebet und Genuss zusammengehört…

…und warum „In meinem Herzen Feuer“ viel mehr ist als einfach nur ein weiteres Buch zum Thema Gebet

Ich habe schon einige Bücher über Gebet gelesen. Sie waren alle sehr überzeugend und hinterließen in mir das (leider wenig nachhaltige) Gefühl: JA, DU SOLLTEST mehr beten! Das neue Buch von Dr. Johannes Hartl hat in mir hingegen eher das Gefühl hinterlassen: JA, DU DARFST mehr beten! Du darfst Dich auf die Abenteuerreise des Gebets begeben! Du darfst die Gottesbegegnung noch viel mehr genießen lernen!

Wenn Johannes HarBuchcover In meinem Herzen Feuertl über Gebet spricht tut er das oft in etwa so, wie wenn ein 5-Sterne-Koch in poetischer Sprache von auserlesenen Köstlichkeiten schwärmt. Viele der im Buch beschriebenen Speisen erschienen mir zwar vertraut, einige waren für mich allerdings auch eine gewisse Zumutung: Die Einübung des Schweigens, kontemplatives Gebet, Gebet im Kloster – da schluckt ein protestantischer Pietist wie ich es bin. Aber zugleich fällt auf: Johannes Hartl spricht mit einer solchen Liebe von Jesus und vom Wort Gottes wie gerade wir Pietisten es doch eigentlich immer betont haben und doch leider immer weniger tun, seit auch immer mehr Evangelikale meinen, dass Bibeltreue für Enge, Gesetzlichkeit, Lieblosigkeit und Denkfaulheit steht. Johannes Hartl widerlegt alle diese Klischees eindrücklich: Seine abenteuerlichen Reiseberichte, seine ungeheure Belesenheit, seine Offenheit für andere Menschen und Kulturen und seine intellektuelle Wachheit zeugen von einer ungezähmten Neugier, die ansteckend wirkt. Für ihn ist es gerade die Liebe und Hingabe an Jesus und an sein Wort, die von Enge und Oberflächlichkeit befreit und in die Weite und in die Freiheit führt. Und ins Gebet, das für Johannes Hartl nicht nur geistliche Disziplin sondern gelebte Liebe, Genuss, Reichtum und Verschwendung bedeutet. Ein Schlüsselsatz des Buches ist für mich:

„Seine Gegenwart wahrnehmen zu lernen, ist der Schlüssel zu einem Gebet, das nicht mehr Leistung oder Anstrengung ist, als es Leistung oder Anstrengung ist, etwas Schönes zu sehen und es schön zu nennen.“

Ja, das scheint mir wirklich ein zentraler Schlüssel für Gebet zu sein und zugleich eine Antwort auf meine drängende Frage, warum wir angesichts der destruktiven Megatrends unserer Zeit nicht schon längst gemeinsam solange beten, bis er gemäß seinem Versprechen unser Land heilt. Wir wissen vielleicht viel über Gott. Aber das heißt eben noch lange nicht, ihn zu kennen! Hartls Therapievorschlag für die Christenheit lautet deshalb:

„Das Staunen neu zu lernen, Jesus wirklich kennenzulernen und sich von ihm faszinieren zu lassen, das wäre tatsächlich unsere Rettung und unsere Verwandlung.“

Damit drückt Johannes Hartl haargenau das aus, was mich beim Projekt „AUFATMEN in Gottes Gegenwart“ seit langem bewegt. Die Faszination der Gottesbegegnung ist Johannes Hartl sogar noch wichtiger als die dramatischen Gebetserhörungen und Kraftwirkungen, die er als Folge des Gebets erlebt hat. Hartls Berichte, was Gebet alles bewegen kann, sind dennoch ein wichtiger Teil dieses Buchs. Sie lassen mich neu träumen davon, was wohl geschehen würde, wenn wir uns nicht nur in Augsburg sondern in allen Regionen Deutschlands über die Konfessionsgrenzen hinweg zusammentäten, um gemeinsam zu beten!

Ehrlich gesagt: Bis vor kurzem hätte ich mir kaum vorstellen können, ein Buch eines katholischen Theologen weiter zu empfehlen. Das Revolutionäre an diesem Buch liegt auch darin, dass es eine Entwicklung befeuert, die man ohne Übertreibung als kirchenhistorisch bezeichnen darf. Nachdem jüngst die seit 1909 andauernde Spaltung zwischen Evangelikalen und Pfingstlern überwunden und mit der Versöhnungsarbeit zwischen den einst blutig verfolgten Täufern und den Landeskirchen begonnen wurde deutet sich jetzt an, dass es pünktlich zum 500 jährigen Jubiläum der Reformation möglich werden könnte, dass einer der tiefsten Risse in der Einheit der weltweiten Christenheit zu heilen beginnt und Protestanten und Katholiken langsam zueinander finden. Welch ein gewaltiges Hoffnungszeichen! Einheit als Folge von Gebet ist deshalb für mich eines der heimlichen Hauptthemen dieses Buches. Auch deshalb empfehle ich von Herzen: Unbedingt lesen!!

Die Nachricht hinter den Nachrichten

Welche Botschaft sich hinter den Schreckensmeldungen unserer Zeit verbirgt

Ich schaue gerne Nachrichtensendungen an und informiere mich gerne im Internet darüber, was alles passiert in der Welt. Aber seit einiger Zeit vergeht mir der Spaß. Die schlechten Nachrichten häufen sich. Die Dramatik nimmt in bedrückender Weise zu. Dabei meine ich jetzt nicht nur die schlimmen Berichte aus den Kriegsgebieten wie Irak, Syrien, Libyen, Israel, Ukraine, Nigeria, Sudan usw. Genauso drücken mich die Berichte über Hetze, Hass und Gewalt mitten in Europa, mitten in Deutschland. Fast noch mehr Sorge bereitet mir die Frühsexualisierung und Pornografisierung unserer Jugend bei gleichzeitiger Verstaatlichung der Kindererziehung und Wegfall der Ideale von Treue und Familie. Wie sollen in unserer Gesellschaft emotional gesunde Kinder aufwachsen, wenn es immer weniger lebenslange Partnerschaften gibt? Und was wird mit unserer destabilisierten Gesellschaft passieren, wenn eine neue Finanzblase platzt und alle Rettungsschirme schon verbraucht sind?

Beim Nachdenken über diese Probleme regt sich in mir der Kampfgeist. Wir müssen doch aufstehen und etwas tun! Dann freue mich über all die Initiativen wie Petitionen, Demonstrationen, Großveranstaltungen usw. Ja, ich glaube wirklich, dass wir mehr denn je gerufen sind, aufzustehen und Salz und Licht unserer Gesellschaft zu sein. Nicht zuletzt die Onlinepetition zum Bildungsplan hat gezeigt, dass wir durchaus etwas bewegen können.

Aber am Ende denke ich: Auch wenn wir zu einer noch viel größeren Einheit finden und viel aktiver werden: Es wird wohl trotzdem nicht reichen. Wir werden die destruktiven Megatrends wohl nicht aufhalten können. Das könnte mich in die Verzweiflung treiben. Müssen wir denn wirklich hilflos zusehen, wie alles zerbricht?

In meinem Lied „Show your presence („Offenbare Deine Gegenwart“) habe ich dazu die folgenden Zeilen formuliert:

„Wenn alles gesagt und getan ist, wenn es keinen Weg mehr gibt, wohin wir uns wenden können, und wenn alle menschliche Hoffnung erloschen ist, dann begreifen wir es wieder: Es gibt nur 1 Ort, wo wir hingehen können, um Heilung für unsere Wunden zu finden. Wir werden Dein Angesicht suchen weil wir wissen: Wir brauchen Dich!“

Bild Video Show your presenceDas Lied ist inspiriert von 2. Chronik 7, 14, wo Gott uns verspricht, dass es trotz allem Chaos noch 1 Chance zur Rettung gibt, nämlich wenn das „Volk, das meinen Namen trägt, dann Reue zeigt, wenn die Menschen zu mir beten und meine Nähe suchen und zu mir zurückkehren, will ich sie im Himmel erhören und ihnen die Sünden vergeben und ihr Land heilen.“

Das klingt phantastisch. Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber der Punkt ist: ES IST WAHR! Es gibt ganze Bücher in der Bibel, deren Geschichten immer nur diese 1 Botschaft haben: Gott hat diese Verheißung tatsächlich ernst gemeint! Und wer sich mit Erweckungsgeschichte oder den phantastischen Entwicklungen in Ländern wie Südkorea beschäftigt stellt fest: Hinter den Erfolgen stand und steht immer eine große Gebetsbewegung!

Aber leider sieht es bislang so aus, als ob ich mit meinem Lied zu optimistisch war. Trotz aller Schreckensnachrichten scheinen wir noch nicht wirklich zu begreifen, dass Gebet tatsächlich unsere einzige Rettung ist. Noch sind Gebetsabende meist die am schlechtesten besuchten Veranstaltungen im Gemeindeprogramm. Dabei haben Gebetsveranstaltungen so viele Vorteile:

  • Sie sind längst nicht so aufwändig und kräfteraubend wie Gottesdienste oder Evangelisationen. Im Gegenteil: Wenn wir dabei Gottes Gegenwart suchen statt nur Gebetsanliegen abzuarbeiten sind sie erfrischender als alles andere.
  • Im Gegensatz zu Protestaktionen verursachen Gebetsabende niemals Missverständnisse, Ärger oder Gegenproteste.
  • Gebetsveranstaltungen sind maximal effizient, denn wir erreichen 2 Ziele gleichzeitig: Die Erneuerung unseres Herzens UND unserer Gesellschaft.

Deshalb stellt sich mir die große Frage: Warum tun wir es nicht einfach? Warum folgen wir nicht einfach den Ortwin Schweitzers und Johannes Hartls dieser Welt, kehren um und fangen an, gemäß Gottes Anweisung als ganzes Volk Gottes gemeinsam zu beten und Gottes Angesicht zu suchen? Es wäre so einfach!

DIE NACHRICHT HINTER DEN NACHRICHTEN HEISST DESHALB: Allein den Betern kann es noch gelingen! GENAU JETZT ist die Zeit, unsere Prioritäten zu ändern und uns Zeit zu nehmen, um über alle Konfessions- und Generationsgrenzen hinweg gemeinsam Gottes Angesicht zu suchen, bis er kommt, um unser Land zu heilen!

Warum tun wir es nicht einfach?

Siehe auch: