Warum wir der Bibel vertrauen können 2: Das Rätsel der Auferstehung

Das Leben und Sterben Jesu war in der Antike offensichtlich so bekannt, dass man es nicht ernsthaft bestreiten konnte. Jedenfalls tut das keine antike Quelle. Auch der jüdische Talmud wirft Jesus zwar Zauberei vor, bestätigt aber seine Existenz und Hinrichtung. Aber was wirklich erstaunlich ist: Es gibt auch keine antike Quelle, die behauptet, dass Jesus in Wahrheit im Grab verwest wäre! Das wäre ja der naheliegendste Einwand gegen das um sich greifende Christentum gewesen. Um dem christlichen Spuk ein schnelles Ende zu bereiten hätten die Gegner nur den Leichnam Jesu öffentlich präsentieren müssen. Jedoch wird das leere Grab nirgends bestritten.

Stattdessen wurden immer wieder Theorien entwickelt, um das leere Grab zu erklären. Schon die Bibel berichtet vom Gerücht, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen, während die Wachsoldaten schliefen. Allein die Existenz dieses Gerüchts macht deutlich, wie groß schon damals die Erklärungsnot gewesen sein muss. Denn dass die unbewaffneten, kriegsunerfahrenen, eingeschüchterten und schwer enttäuschten Jünger sich kurzerhand aufraffen, todesmutig einen von Soldaten bewachten Leichnam zu stehlen, ist schwer vorstellbar. Die Aussage, dass die Soldaten geschlafen hätten, war gleich doppelt fragwürdig: Erstens wurde das Einschlafen während der Wache schwer bestraft. Und was noch seltsamer ist: Wenn die Soldaten tatsächlich eingeschlafen sind, woher wussten sie dann, dass die Jünger den Leichnam gestohlen haben?

Trotz dieser Unstimmigkeiten hat dieses Gerücht in unterschiedlichen Varianten bis heute überlebt. Seit damals sind noch ein paar mehr Theorien dazu gekommen:

  • War Jesus nur scheintot?
  • Hatten die Jünger eine Art kollektiver Halluzinationen?
  • Haben die Jünger die Auferstehungsgeschichte frei erfunden?

Die Idee, Jesus sei nur scheintot gewesen, kann man schnell abhaken. Selbst wenn – was extrem unwahrscheinlich ist – die römischen Henker versagt und den Körper Jesu vorschnell abgehängt hätten, selbst wenn Jesus den massiven Blutverlust im Grab trotz fehlender Flüssigkeitszufuhr überlebt hätte, selbst wenn er sich selbständig aus seinen Bandagen befreien, den schweren Stein beiseiteschieben und die Wachen hätte austricksen können: Wie um alles in der Welt hätte ein halb verbluteter, geschundener, traumatisierter und pflegebedürftiger Jesus die Jünger auf die Idee bringen können, dass er ein vom Tod auferstandener Gott und Messias ist?

Kollektive Halluzinationen können wir ebenso schnell vergessen. „Erscheinungen“ von Toten waren in der antiken Welt nichts Ungewöhnliches. Aber sie waren nur ein neuer Beweis dafür, dass die Person wirklich tot ist. Sie hätten daher niemand in Aufruhr versetzt. Hinzu kommt: Halluzinationen können Einzelne haben, aber nicht ganze Gruppen. Die Illusion hätte sich spätestens dann in Luft aufgelöst, wenn die vernünftig gebliebenen Realisten die Träumer daran erinnert hätten, dass Jesus nebenan im kühlen Grab verwest!

Aber selbst wenn man eine dieser Theorien glauben möchte: In jedem Fall wären dann die zahlreichen detaillierten Berichte der Bibel zur leiblichen Auferstehung Jesu frei erfundene Märchen. Besonders dreist wäre die Behauptung von Paulus, dass mehr als 500 überwiegend noch lebende Zeugen den Auferstandenen gesehen haben. Selbst wenn wir den Aposteln so viel Verschlagenheit unterstellen bleibt die große Frage: WARUM in aller Welt haben sie sich so etwas ausgedacht? Und warum ist diese Botschaft auf so fruchtbaren Boden gestoßen?

Das Problem war ja nicht nur, dass die Idee eines gekreuzigten (und damit in den Augen der Juden verfluchten) Gottessohns sowohl bei Juden wie bei Griechen äußerst unattraktiv war. Noch viel schlimmer ist: Jedem Verkündiger und jedem neuen Anhänger dieser Lehre musste klar gewesen sein, dass man sich damit nichts als Ärger und Todfeinde einhandelt!

Tatsächlich wurde die erste christliche Generation massiv verfolgt. Mehrere römische Historiker schildern eindrücklich, mit welch unfassbar grausamen Methoden die Christen massenhaft hingerichtet wurden. Vermutlich starben 11 der 12 Apostel den Märtyrertod. Und dann gab es da nicht einen Einzigen, der im Angesicht seiner Henker schwach wurde und zugab, dass alles nur eine Lüge oder ein schöner Traum gewesen ist?

Menschen riskieren ihr Leben für Überzeugungen – aber nicht für eigene Lügen! Nein, diese ersten Christen müssen zutiefst von der Auferstehung überzeugt gewesen sein, anders kann man sich ihren Enthusiasmus, ihre Ausstrahlung, ihren Erfolg in der Verbreitung ihrer Botschaft, ihre Leidens- und Opferbereitschaft und ihre fehlende Furcht vor dem Tod nicht erklären.

Fakt ist, dass bis heute niemand schlüssig erklären konnte…

… was die Jünger Jesu samt dem hoch gebildeten Christenhasser Paulus und sogar Jesu leiblichen Bruder Jakobus in so kurzer Zeit um 180° umgedreht und zu todesmutigen Botschaftern der Auferstehungsbotschaft gemacht hat.

… wieso diese Botschaft so kurz nach Jesu Tod mitten in Jerusalem nicht entkräftet werden konnte sondern vielmehr derart erfolgreich eingeschlagen hat, dass in kürzester Zeit eine große Gemeinde entstand, die die Basis für eine historisch einmalige weltweite Missionsbewegung wurde.

Bislang gibt es dafür nur eine schlüssige Erklärung: Jesus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Warum wir der Bibel vertrauen können 3: Die eingetroffenen Vorhersagen

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