Den schlafenden Riesen wecken

„Die Arbeit macht mich fertig“ stöhnte der junge Mann, „und die Ernte ist sowas von mickrig!“ Viele Jahre hatte er im Ausland vergeblich sein Glück versucht und sich deshalb eigentlich gefreut, nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern heimzukommen und den elterlichen Hof zu übernehmen. Aber die Knochenarbeit, die ihn hier erwartete, hat ihn tief frustriert. „Sag mal, erntest Du mit der Sense?“ fragte ihn der alte Bauer vom benachbarten Hof. „Ja klar, genau wie mein Vater“, antwortete er. Der alte Bauer verzog das Gesicht. „Komm mit, ich zeig Dir was!“ Er führte ihn zu einer alten Scheune, in die der junge Mann noch nie hineingeschaut hatte. „Das hat Dein Vater gekauft als Du weg warst“ sagte sein Nachbar und öffnete das Tor. Der junge Mann wurde blass. DAS hatte er immer für völlig unerschwinglich gehalten: Ein Mähdrescher!

Szenenwechsel.

Angst erfüllt den Marktplatz. Das ganze Volk ist vor Gott zusammen gekommen, vom Baby bis zum Greis. Ein feindliches Heer ist im Anmarsch. Ein furchtbares Gemetzel scheint unausweichlich. Doch dann steht ein Prophet auf und gibt ihnen eine seltsame Anweisung: Sie sollen dem Heer entgegen ziehen ohne zu kämpfen! Statt Soldaten werden Musiker und Sänger an die Front gestellt. Als sie beginnen, Gott zu loben und anzubeten, geschieht das Unfassbare: Die Feinde vernichten sich gegenseitig… (2. Chronik 20)

Was diese beiden Geschichten miteinander zu tun haben? Ich bin überzeugt davon, dass die Kirche Jesu ein schlafender Riese ist mit einem gewaltigen Potenzial, dessen sie sich nur noch nicht bewusst ist und das sie leider noch nicht wirklich nutzt. Die Bibel ist voller Versprechen, dass Gott Gebet erhört und voller Geschichten, dass er es tatsächlich tut. Die Frage ist: Wenn wir Christen ein derart effektives Werkzeug und eine so mächtige Waffe haben – warum nutzen wir das so wenig?

Vielleicht, weil uns gar nicht bewusst ist, welches gewaltige Werkzeug wir da haben? Weil wir nie erlebt haben, welche Berge Gebet versetzen kann? Weil uns nie jemand gezeigt hat, wie man Beten lernen kann? Weil uns deshalb die Vorstellung, 1 Stunde zu beten unendlich mühsam statt erfrischend vorkommt?

Oder liegt es vielleicht daran, dass unsere Not noch nicht groß genug ist? Aber die Nachrichten sprechen doch eigentlich eine deutliche SpracheKirchliche Strukturen zerfallen, mit ihnen auch der Wertekonsens unserer Gesellschaft, die Spannungen steigen, die Währungskrise ist noch längst nicht überwunden, es gibt weltweit Krieg, Terror und Katastrophen, und vor allem: Menschen um uns herum gehen massenhaft verloren ohne Jesus! Es gibt also wahrlich Not genug.

Woran es auch immer liegen mag: Ich habe einfach keine Lust mehr, ineffizient zu arbeiten. Ich habe es satt, viel Arbeit und wenig Ertrag, viel Kampf und wenig Erfolg zu haben!  Die Ernte ist reif! Die Politik hat keine Antworten auf die wachsenden Probleme unserer Zeit. Ich finde: Wir können es uns schlicht nicht mehr länger leisten, den Mähdrescher in der Scheune stehen zu lassen!

Die Herrnhuter waren im 18. Jahrhundert nur eine relativ kleine Gemeinschaft in einem unbedeutenden Dorf mit 400 Einwohnern. Aber als sie begannen, rund um die Uhr zu beten, ging von dort eine Bewegung aus, die bis heute weltweit riesige Auswirkungen hat. Was würde wohl erst passieren, wenn plötzlich ganz viele Gemeinschaften in Deutschland das Gebet so ernst nehmen würden wie die Herrnhuter damals?

Ich bin sicher: Wenn wir erst einmal entdeckt haben, wie erfrischend Gebet ist und welche gewaltigen Auswirkungen es hat, werden wir uns selber wundern, warum Gebet so lange auf unserer Gemeindeprioritätenliste ganz unten statt ganz oben stand. Also holen wir endlich den Mähdrescher aus der Scheune, reihen uns ein in die Lobpreisarmee und sehen wir zu, wie teuflische Lügengebäude zusammenbrechen, eine reiche Ernte eingebracht wird und Gott unser Land heilt, wie er es versprochen hat!

Siehe auch:

Unterschätze nicht die Macht…

„Don’t underestimate the force.“ Diesen Satz habe ich kürzlich auf einem Notizbuch gelesen und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Als alter Star Wars-Fan wusste ich natürlich sofort, was gemeint ist: Darth Vader warnt mit diesem Satz in Episode 4 einen General, der nicht so recht an die übernatürlichen Kräfte glauben will, die „die Macht“ den Yedi-Rittern verleiht.

Nun ist mir vollkommen klar, dass das esoterisch-pseudoreligiöse Konzept der Star Wars-Filme in keiner Weise zum biblischen Christentum passt. Aber mir scheint trotzdem, dass hier ein Riesenproblem von uns Christen angesprochen wird, v.a. wenn man den Satz um 1 Wort ergänzt: „Unterschätze nicht die Macht… Gottes!“

Ich glaube: Genau das ist unser Problem!

Das würden wir natürlich nie so sagen. Theologisch ist uns ja allen klar, dass Gott absolut allmächtig ist. Aber was tun wir, wenn wir echt ein Problem haben? Vielleicht kurz beten. Aber dann: Lösungskonzepte suchen, Leute um Rat und Hilfe bitten, alles in Bewegung setzen, was unser Problem lesen könnte. Tief in unserem Inneren glauben wir unbewusst offenbar doch eher dem Satz: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott. Sonst wären unsere Prioritäten anders. Wenn wir der Macht Gottes und des Gebets mehr zutrauen würden, würden wir ganz automatisch wesentlich mehr beten statt nur grübeln und kämpfen.

Dabei ist die Bibel doch voll von Verheißungen, dass Gott ernstliches Gebet tatsächlich erhört. Das gilt ganz besonders, wenn wir uns mit Anderen zusammen tun und gemeinsam beten. Schauen wir uns doch unter den vielen Verheißungen zum Gebet nur mal kurz diese eine an: „Und ich sage euch auch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde darin eins werden, eine Bitte an Gott zu richten, dann wird mein Vater im Himmel diese Bitte erfüllen.“ (Matth. 18, 19)

Was für ein Versprechen: Wenn wir uns einig sind, wofür wir beten wollen wird Gott uns erhören. Jesus nennt keine Ausnahmen und keine Einschränkungen. Unglaublich! Jetzt stell Dir doch nur mal kurz vor, wie das wäre, wenn das wirklich stimmen würde…

Mein Punkt ist: Ich glaube wirklich, dass das stimmt. Weil ich es schon erlebt habe:

Es ist schon einige Jahre her, als meine Frau als frischgebackene hauswirtschaftliche Betriebsleiterin auf Jobsuche war. Wir wagten es, Gott im Gebet eine ganz konkrete Wunschliste vorzulegen: Die Arbeitsstelle sollte 1. nahe bei unserem zukünftigen Zuhause sein, sie sollte 2. regelmäßige Arbeitszeiten und freie Wochenenden bieten, sie sollte 3. Spaß machen und 4. auch noch gut bezahlt sein. Wer die Branche kennt weiß, dass das ziemlich anspruchsvolle Wünsche waren. Aber wir waren einfach so überzeugt davon, dass unser himmlischer Vater uns ganz bestimmt gerne beschenken wird. Kurz darauf wurde meine Frau von der Personalchefin eines Modezentrums angerufen, bei dem sie sich gar nicht beworben hatte. Über 2 Ecken hatte die Personalchefin erfahren, dass meine Frau auf Stellensuche ist. Sie bot ihr die Leitung der kleinen firmeneigenen Personalkantine an. Das war eine regelmäßige Arbeit von Montag bis Freitag, niemals abends oder am Wochenende. Der Betrieb lag nur 5 Autominuten von unserem zukünftigen Zuhause entfernt. Das angebotene Gehalt war überaus lukrativ. Später erwähnte die Personalchefin, dass sie „versehentlich“ eine zu hohe Eingruppierung angeboten hatte – die sie dann aber nicht mehr zurücknehmen wollte. Da das Kochen schon immer der Bereich in der Hauswirtschaft war, der meiner Frau am meisten Spaß machte, nahm sie die Stelle gerne an…

Auch in unserem Hauskreis setzen wir fest darauf, dass Jesus das wirklich ernst gemeint hat. Wir haben so viele Gebetserhörungen erlebt in den letzten Jahren: Heilungen, Versorgung, Veränderungen, neue Perspektiven in hoffnungsloser Lage… Einfach genial, was Gott alles schon getan hat. In manchen Dingen warten wir noch auf die Erhörung. Aber ich kann mir mittlerweile einfach nicht mehr vorstellen, dass ein Gebetsanliegen, das wir gemeinsam klar und spezifisch vor Gott gebracht haben, einfach so unbeantwortet bleibt. Unser Gott hat sich nun einmal hinreißen lassen, uns dieses bedingungslose Versprechen zu geben. Und so wie ich das sehe steht er dazu.

Also, lass es mich Dir noch einmal sagen:Blogbild unterschätze nicht die MachtUnterschätze nicht die Macht Gottes! Unterschätze nicht die Macht des Gebets!

Mach doch mal dieses Experiment: Lege Dich mit Deinen Freunden oder Deinem Partner auf ein Gebetsanliegen fest, das in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist. Dann legt es Gott gemeinsam im Gebet vor. Ihr braucht nicht stundenlang beten. Stellt Euch einfach vor, Ihr hättet einen Termin beim US-Präsidenten im Oval Office. Da plappert man nicht endlos sondern man sagt prägnant und klar, was einem auf dem Herzen liegt. Betet nicht für 1000 Sachen oder allgemein für den Weltfrieden sondern konkret für etwas ganz Spezifisches und Überprüfbares. Und dann geht voller Erwartung auseinander und seht, was Gott tut. Manchmal braucht man Geduld. Gott hat nicht versprochen, immer sofort zu reagieren. Aber er wird reagieren! Ganz bestimmt! Das hat er fest versprochen!

Ich finde übrigens: Gebet macht Spaß. Es ist spannend. Es macht Hoffnung. Es reißt uns aus Resignation und Entmutigung und macht uns zu Hoffnungsträgern. Probiere es aus. Ich bin mir sicher, dass Du bald auch angesteckt sein wirst von der Begeisterung über die Macht Gottes und des Gebets!

Möge nicht nur seine Macht sondern Gott selbst mit Dir sein!

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