88 Gemeinde kann nur wachsen, wenn die Vielfalt der Gaben zusammenspielt!

These 88

1. Korinther 12, 7+27: „Jedem von uns wird eine geistliche Gabe zum Nutzen der ganzen Gemeinde gegeben. … So bildet ihr gemeinsam den Leib von Christus, und jeder Einzelne gehört als ein Teil dazu.“

Das Bild hat sich tief in unsere kollektive Vorstellung von Gemeinde eingebrannt: Vorne eine Kanzel, davor die Bänke. Dort die Mitarbeiter, da die Konsumenten. Das Problem an diesem Bild: Es ist grundfalsch.

KirchenbänkeIn der ursprünglichen Gemeinde gab es keine Aufteilung zwischen Mitarbeitern und sonstigen Gemeindegliedern. ALLE waren Mitarbeiter. Mehr noch: ALLE wurden als wichtig für das Wachstum der Gemeinde angesehen. Denn Gott hat seine Gaben auf alle Gemeindeglieder verteilt. Und ALLE Gaben werden gebraucht, damit die Gemeinde insgesamt wachsen und gedeihen kann.

Höchste Zeit also, von unserer Pfarrer-/Priester-/Pastorenzentrierung und unserer künstlichen Mitarbeiter-/Gemeindemitglieder-Aufteilung umzukehren und stattdessen die in der gesamten Gemeinde verteilten Gaben zu suchen, zu entdecken, zu fördern, zu schulen und an geeigneter Stelle in Aktion zu bringen. Und das nicht nur bei „gereiften“ Gemeindegliedern! Jesus hat seine Jünger vom ersten Moment an mit ihrer Aufgabe konfrontiert (Von jetzt an wirst Du Menschen fischen) und sie mit „Training on the job“ ins kalte Wasser geschmissen. So können auch wir schon in der Jugendarbeit beginnen, junge Christen von Anfang an zu Beteiligten zu machen, die aktiv mitarbeiten und mitgestalten.

Wichtig ist dabei:

  • Jeder ist Teil eines Teams, so wie die Glieder an einem Leib nur im Team ein sinnvolles Ganzes ergeben.
  • Jesus ist das Haupt des Leibes. Ihm folgen und dienen wir gemeinsam.

Wenn wir das beachten, wird es zwar immer wieder rumpeln und holpern, weil man einen solchen Organismus, in dem jeder aktiv ist, nicht vollständig kontrollieren und vor allen Fehlern bewahren kann. Aber der Lohn ist eine Gemeinde voller Leben statt einem ordentlichen Friedhof mit Grabesruhe! Wer die Milch will, darf den Mist nicht scheuen. Vertrauen wir einfach darauf: Solange Jesus das Haupt ist hat ER alles unter Kontrolle!