57 Nur auf Basis einer glaubhaften Bibel kann Jesus glaubhaft verkündigt werden

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1. Johannes 1, 1-3: „Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens … was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch“

„Ich glaube nicht an die Bibel, ich glaube an Jesus!“ Diese oft gehörte Aussage klingt gut. Denn natürlich ist nur die Person Jesus tatsächlich göttlich. Die Bibel als gedrucktes Buch besteht nur aus Papier und Druckerschwärze. Deshalb sagen Viele: Die Bibel kann ruhig menschlich und fehlerhaft sein. Das tut meinem Glauben an Jesus keinen Abbruch.

Aber woher wissen wir denn, wer und wie dieser Jesus ist, an den wir glauben wollen? Woher wissen wir, was Jesus lehrte und tat? Woher wissen wir, welchen Weg uns Jesus weist? Woher wissen wir, auf welche Versprechen und Verheißungen Jesu wir uns verlassen können?

Richtig: Einzig und allein aus der Bibel! Die Bibel ist die einzige Quelle, die uns über Jesus Auskunft gibt. Wenn wir dieser Quelle nicht trauen verschwimmt auch die Person Jesus zwangsläufig im Nebel.

Deshalb gilt: Wenn wir der Bibel nicht vertrauen, können wir letztlich auch Jesus nicht wirklich vertrauen. Denn dann haben wir schlicht keine verlässlichen Informationen über ihn. Wie sollte man sich auf Aussagen von jemand verlassen, von denen man nicht weiß, ob sie wirklich stimmen?

Deshalb geht der Glaube an Jesus und an die Bibel als verlässliches Gotteswort untrennbar Hand in Hand. Das eine braucht das Andere. Es ist unmöglich, Jesus gegen die Bibel auszuspielen.

Die Autoren des Neuen Testaments betonten deshalb immer wieder, dass ihre Berichte über Jesus aus 1. Hand kommen und absolut zuverlässig sind (siehe z.B. oben). Sie wollten, dass die Menschen sich auf den Jesus verlassen können, den sie verkündigten. Genauso braucht die Kirche auch heute noch die feste Überzeugung, dass die biblischen Berichte über Jesus absolut zuverlässig sind. Nur dann kann sie Jesus auch heute noch glaubhaft und überzeugend verkündigen!

58 Die Kirche braucht dringend gesunde biblische Lehre

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Kolosser 3, 16: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit“

Die meisten Menschen kommen nicht aus politischem Interesse in die Kirche. Sie interessieren sich nicht so sehr für schöne Sonntagsreden, gute Unterhaltung und auch nicht für die Pflege alter Traditionen. Die Menschen haben in erster Linie Hunger nach Gottes Wort. Denn sie spüren:

Ein Glaube, der nur auf religiösen Gefühlen beruht, ist nicht tragfähig. Glaube braucht klare Informationen: Woran glauben wir? Warum glauben wir das? Woran können wir uns orientieren? Worauf können wir uns fest verlassen? Wie können wir richtig von falsch unterscheiden? Was muss ich tun, damit mein Glaube wächst? Was schadet mir und meinem Glauben?

Diese existenziellen Fragen kann man nicht in 2 Sätzen beantworten. Dafür braucht es gesunde, verständliche und tief in der Bibel gegründete Lehre.

Lehre war deshalb ein zentrales und tragendes Element der ersten Kirche. Sie gehörte neben Gebet zum Hauptauftrag der ersten Kirchenleiter. Paulus lehrte sogar so lange, bis die Leute einschliefen und aus dem Fenster fielen!

Deshalb brauchen wir auch heute Kinderkirchen und Jugendgruppen, in denen nicht nur gespielt und gebastelt wird sondern in denen biblische Geschichten und Inhalte altersgerecht vermittelt werden. Wir brauchen Gottesdienste, Hauskreise, Bibelstunden, Glaubenskurse und viele weitere Formate, in denen Menschen die Bibel entdecken und immer besser verstehen können.

Und nicht zuletzt brauchen wir viele Bibellehrer, die Gottes Wort lieben und die Gabe haben, es den Menschen klar, verständlich, kraftvoll und lebensnah zu vermitteln. Dafür braucht die Kirche Bibelschulen und Ausbildungsstätten, in denen jungen Menschen das Vertrauen in die Bibel nicht systematisch abtrainiert sondern im Gegenteil gestärkt und vertieft wird!

Nur aus der innigen Verbindung mit Gottes Wort entsteht eine gesunde Kirche.

59 Die Kirche muss für die Glaubwürdigkeit der Bibel einstehen

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Psalm 33, 4: „Denn das Wort des Herrn ist wahr, und auf das, was er tut, kann man sich verlassen.“ 

Menschen befassen sich nur mit dem, was sie für glaubwürdig halten. Wenn sie immer nur hören, dass die Bibel voller Fehler sei, dass sie auf einem überkommenen Weltbild basieren und sich selbst widersprechen würde, solange braucht sich die Kirche nicht wundern wenn die Bibel überall im Regal verstaubt.

Dabei gibt es doch so viele starke und absolut schlagende Argumente dafür, warum die Bibel ein hochgradig glaubwürdiges und zugleich absolut faszinierendes Buch ist: Ihre zahlreichen eingetroffenen Vorhersagen! Die vielen Zeugen, die für die biblische Botschaft ihr Leben gelassen haben! Die erstaunlich klare rote Linie trotz der extrem unterschiedlichen Autoren und der langen Entstehungszeit! Die hervorragende Überlieferung! Das realistische Menschenbild! Das bestätigte Weltbild! Die schonungslose Ehrlichkeit! Die herausragende Ethik! Das einzigartige Gottesbild! Und, und, und… Reden wir doch endlich darüber!

Und machen wir endlich überall klar und deutlich: Wir, die Kirche Jesu, lieben die Bibel! Weil es kein Buch gibt, das auch nur annähernd vergleichbar wäre. Weil so viele Fakten für ihre Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit sprechen. Weil sie uns in Verbindung bringt mit dem lebendigen Gott! Weil wir erleben, wie Gott durch sie zu uns spricht. Weil sie uns den Weg zum (ewigen) Leben weist.

Höchste Zeit, dass unser Land wieder hört und erfährt, was für ein phänomenales, unvergleichliches Buch die Bibel ist!

Der Gesamtartikel zur 59. These: 10 Gründe, warum es auch heute noch absolut vernünftig ist, der Bibel zu vertrauen

Die Artikelserie zur 59. These: 10 Gründe, warum wir der Bibel vertrauen können

  1. Die hohe Qualität der Überlieferung
  2. Das Wunder der Auferstehung
  3. Die eingetroffenen Vorhersagen
  4. Die durchgängige Geschichte
  5. Die schonungslose Ehrlichkeit
  6. Das realistische Menschenbild
  7. Das bestätigte Weltbild
  8. Das einzigartige Gottesbild
  9. Die herausragende Ethik
  10. Der göttliche Anspruch

60 Kirchliche Theologie muss sich dem Wort Gottes unterordnen

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Jesaja 55, 9: „So viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.“

Sind Bibelleser im Besitz der unfehlbaren Wahrheit? Nein, das kann schon deshalb nicht sein, weil sich selbst die frömmsten Bibelleser immer wieder gegenseitig widersprechen.

Ist die Bibel also fehlerhaft? Müssen wir unterscheiden lernen zwischen menschlichen Irrtümern und Gottes ewigen Wahrheiten in der Bibel? Aber wer entscheidet dann, was von Gott ist und was nicht? Auf welcher Grundlage? Nein, dieser Weg führt zwangsläufig in eine Beliebigkeit, in der sich jeder seine eigene Wahrheit bastelt und es bald kein gemeinsames Fundament mehr gibt. Kein Wunder, wenn dann die Kirche auseinanderfällt.

Deshalb ist es höchste Zeit, mit der Bibel wieder so umzugehen, wie sie selbst es uns lehrt: Die ganze Bibel ist von Gott inspiriert (2. Tim. 3, 16). Aber unsere Erkenntnis, wie sie auszulegen ist, bleibt Stückwerk (1. Kor. 13, 9+12).

Bibelpendel

Das schützt sowohl vor dem Hochmut, wir wären gescheiter als die Bibel als auch vor dem Hochmut, wir wüssten besser als alle anderen, wie die Bibel auszulegen ist. Das verleiht uns eine respektvolle Liebe zur Bibel und hält uns gleichzeitig in der Abhängigkeit vom Geist Gottes, der uns allein in die Wahrheit leiten kann (Joh. 16, 13). Das schützt uns vor übereilten Schlüssen und vorschnellem Verurteilen anderer Christen. Das erinnert uns daran: Wir Christen sind nicht im Besitz der Wahrheit. Wir hoffen nur, dass die Wahrheit in Person (nämlich Jesus) immer mehr Besitz von uns ergreift!

Gründliches theologisches Forschen in der Bibel ist und bleibt unendlich wertvoll. Aber niemals darf die Theologie Platz nehmen auf dem hohen Ross der Vergötterung des menschlichen Verstands. Es ist höchste Zeit, sich wieder der Bibel unterzuordnen statt menschliche Meinungen zur letzten Instanz der Wahrheit zu machen. Trauen wir der Bibel doch endlich wieder zu, dass sie besser über uns Menschen, Gott und die Welt Bescheid weiß als wir Menschen und der Zeitgeist!

Der ganze Artikel zur These 60: Streitpunkt Bibelverständnis: Wie gehen wir richtig mit dem Buch der Bücher um?

61 Die biblischen Aussagen sind so klar, dass ALLE sie verstehen können

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Psalm 119, 105: Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg.“

Macht die Bibel eindeutige, unmissverständliche Aussagen? Scheinbar nicht! Schließlich gibt es heute unter Theologen über fast keine Aussage der Bibel Einigkeit. Das liegt nicht nur an der unterschiedlichen Interpretation der Texte sondern am unterschiedlichen Verständnis davon, was die Bibel eigentlich ist und welchen Ursprung sie hat. Der Einzug unterschiedlicher wissenschaftlicher Methoden in die Theologie hat die Auslegung der Bibel stark verändert und so gut wie alles in Frage gestellt, worüber quer durch die Jahrhunderte in der Kirche Einigkeit herrschte.

Kein Wunder, dass jetzt auch behauptet wird: Laien, die nicht eingeweiht sind in moderne Theologie, Archäologie, Geschichtswissenschaft und antike Sprachen hätten eigentlich keine Chance, sich selbst ein angemessenes Bild von den Aussagen der Bibel zu machen. Schließlich wissen sie nichts über die Überlieferungsgeschichte, über die antiken Weltbilder und über die historischen Hintergründe der biblischen Texte. Somit könnten sie auch die Aussageabsicht nicht verstehen und nicht einschätzen, wie verlässlich die biblischen Aussagen heute sind.

Was kaum jemand zu bemerken scheint: Damit wird eine der zentralsten Errungenschaft der Reformation verspielt! Lange Zeit konnten nur Experten die lateinische Bibel entschlüsseln. Doch Luther hat sie mit seiner Übersetzung den einfachen Menschen in die Hand gegeben hat, damit sie sich selbst ein Bild machen können. Damit hat er die Grundlage für die heutige Denk- und Religionsfreiheit gelegt und eine weitreichende geistliche Erneuerungsbewegung ausgelöst (die im Pietismus mit seinen “Stunden”, in denen Laien die Bibel selbst auslegen durften, eine großartige Fortsetzung fand). Die Aussage, dass die Bibel nur von hochgebildeten Wissenschaftlern verstanden werden könne, würde das jetzt wieder rückgängig machen.

Deshalb, ihr lieben Laien und ganz gewöhnlichen Christen: Lasst Euch nicht verwirren und nicht entmutigen! Man muss nicht Theologie studiert haben, um die Bibel zu verstehen! Die Bibel ist Gottes Wort. Und sie ist so einfach und klar geschrieben, dass JEDER sie verstehen kann, der sie mit einem hörenden Herzen studiert und dabei vertraut, dass Gott durch dieses Buch zu uns spricht. Gebt Eure Erkenntnisse, die Ihr in Eurem persönlichen Bibelstudium gewinnt, mutig weiter in Euren Gruppen, Kreisen und Versammlungen! Tragt mit dazu bei, dass das Wort Christi reichlich unter uns wohnt (Kol. 3, 16)! Nicht immer werden unsere Auslegungen zu 100 % stimmen. Aber das ist bei studierten Theologen und Wissenschaftlern auch nicht anders. Und wenn wir 2017 das Reformationsjubiläum feiern, dürfen wir die zentrale reformatorische Errungenschaft der „Bibel für Alle“ neu mutig in Anspruch nehmen.

Der ganze Artikel zur These 61: Bibel für Alle – Die Klarheit der Schrift

62 Kirche darf nur segnen, was Gott gemäß seinem Wort segnet

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1. Timotheus 5, 22: „Lege nicht voreilig jemandem die Hände auf. Beteilige dich nicht an den Sünden anderer.“

Hast Du schon einmal jemand die Vollmacht erteilt, in Deinem Namen sprechen und handeln zu dürfen? Wen würdest Du Dir dafür aussuchen? Doch ganz sicher nur jemand, dem Du zu 100% vertraust, dass er sich ganz in Deinem Sinne äußern und verhalten wird, oder? Und wie sauer wärst Du, wenn diese Person dann in Deinem Namen Unfug treibt?

Die Bibel schildert immer wieder das erstaunliche Phänomen, dass Gott Menschen Vollmacht gibt, in seinem Namen zu sprechen und zu handeln. Das ist großartig! Aber auch gefährlich. Nur wenige Menschen werden in der Bibel so scharf angegangen wie die falschen Propheten im Alten Testament, die ohne echtes Mandat im Namen Gottes sprechen und dem Volk fälschlicherweise Frieden verkündigen, obwohl da gar kein Friede ist!

Wir müssen uns deshalb unserer gewaltigen Verantwortung bewusst sein, wenn wir Dinge im Namen Gottes sagen oder tun. Wenn wir die Bibel ernst nehmen müssen wir davon ausgehen, dass Gott gewaltig sauer wird, wenn wir seinen Namen leichtfertig missbrauchen für Aussagen oder Handlungen, die gar nicht in seinem Sinne sind.

Wer z.B. Homosexuelle im Namen Gottes traut sollte sich deshalb unbedingt damit befassen, dass es in der Bibel keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass Gott eine solche Verbindung tatsächlich gutheißt. Wer Menschen im Namen Gottes Heil, Vergebung und Segen zuspricht obwohl sie gar nicht an Gott glauben muss sich damit auseinandersetzen, dass es in der Bibel nirgends Hinweise auf eine bedingungslose Generalabsolution aller Menschen gibt.

Wie stehen wir am Ende da, wenn wir Menschen fälschlicherweise vorgegaukelt haben, dass Gott ihre Handlungen gut findet? Wie stehen wir da, wenn wir Menschen auch noch ermutigt haben, Dinge zu tun und Wege zu gehen, die Gott nicht unterstützen kann? Höchste Zeit die Bibel genau zu lesen und in ihrer Gesamtheit ernst zu nehmen, bevor wir etwas im Namen Gottes sagen oder tun.

63 Über die Bibel hinaus gibt es keine endgültig verbindlichen Kirchenvorschriften

These 63

Offenbarung 22, 18: „Wenn jemand dem, was hier geschrieben steht, irgendetwas hinzufügt, wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch beschrieben werden.“

Sola Scriptura! Allein die Schrift! Mit diesem Schlagwort wollten die Reformatoren sich insbesondere auch abgrenzen von der Praxis, den Gläubigen über die Bibel hinaus zusätzliche Regeln, Lehren und Vorschriften wie z.B. den Ablasshandel aufzuerlegen. Schon die Juden hatten sich verrannt in dem Wahn, die mosaischen Gesetze durch umfangreiche Regelwerke ergänzen zu müssen. Und schon immer war es ein Kennzeichen von Sekten, wenn Sonderschriften wie das Buch Mormon für verbindlich erklärt wurden.

Aber auch heute noch ist die Versuchung, die Bibel um zusätzliche Regeln und Gesetze zu erweitern, nicht verschwunden. Man denke nur an all die Vorschriften und Kirchengesetze, die heute so Vieles in unseren Gemeinden regulieren.

Diese Vorschriften müssen ja nicht falsch sein. Jede Organisation braucht schließlich gewisse Regeln. Das Problem ist nur: Der Heilige Geist hält sich nicht an unsere Vorschriften. Er weht, wo und wie er will. Eine Struktur und eine Vorschrift kann heute noch hilfreich sein und als Schutz gegen Fehlentwicklungen dienen. Aber morgen schon kann sie Gottes Wirken und Wegweisung entgegenstehen und Gemeinden von gesunden Neuerungen und mutigen, dringend notwendigen Reformschritten abhalten.

Deshalb müssen Kirchenleiter jederzeit bereit sein, kirchliche Strukturen und Regeln betend und mit der Bibel in der Hand zu hinterfragen und zu ändern. Für immer gültig ist in der Kirche nur Gottes Wort. Sonst nichts. Wenn wir die Gläubigen für bestimmte Leitlinien und Regeln gewinnen wollen müssen wir mit der Bibel argumentieren und nicht mit Paragraphen.

64 Die Kirche muss sich immer wieder neu ausstrecken nach der Fülle des Heiligen Geistes

These 64

Epheser 5, 18: „Lasst Euch vom Heiligen Geist erfüllen.“

„Ich glaube an den Heiligen Geist.“ So sprechen wir es im Glaubensbekenntnis. Aber was meinen wir damit? Wer oder was ist der Heilige Geist überhaupt?

Die Bibel gibt klare Antworten: Er ist eine Person, die spricht, ermahnt, lehrt, leitet, betet und sogar beleidigt sein kann. Er ist Gott! Genauso wie der Vater und der Sohn. Und: Er ist die Person des dreieinigen Gottes, die uns seit Pfingsten am nächsten kommt, denn er vertritt den in den Himmel aufgefahrenen Jesus auf der Erde. Für die Apostel war es völlig normal, für neue Gläubige um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist zu beten. Die Folgen waren jedes Mal beeindruckend.

Der Heilige Geist war für die erste Kirche also keine theoretisch theologische Größe. Sie rechnete vielmehr ganz konkret und praktisch damit, dass die Erfüllung mit dem Heiligen Geist Menschen praktisch verändert und erneuert. Das Leben mit dem Heiligen Geist galt sogar als ein zentrales Merkmal der Gotteskindschaft: „Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter.“ (Römer 8, 14) Bis heute kann der Heilige Geist unseren verkopften Gottesglauben in eine lebendige, innige Vaterbeziehung verwandeln (Galater 4, 6).

Die Frage ist deshalb: Warum beten wir nicht mehr um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist?

Es geht bei diesem Gebet nicht darum, mehr vom Heiligen Geist zu bekommen. Es geht darum, dass er mehr von uns bekommt! Es geht um Hingabe und um einen Herrschaftswechsel in unserem Leben. Unser Ego rückt aus dem Mittelpunkt, dafür darf Gott durch den Heiligen Geist unser Leben prägen. Genau diesen Herrschaftswechsel brauchen wir – in unserem Leben, in unseren Gemeinden, in unseren Kirchen. Wo Gott durch seinen Geist regiert ist sein Königreich. Dort breitet sich Friede und Freiheit aus. Dort wird alles von innen heraus gesund.

Allerhöchste Zeit, dass die Kirche Jesu wieder neu von Herzen singt und betet:

O komm, Du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein!

Der Artikel zur 64. These: Erfüllt – Der Heilige Geist macht den Unterschied!

65 Die Kirche ist bis heute angewiesen auf die Fülle der neutestamentlichen Geistesgaben

These 65

1. Korinther 12, 9-10: „Dem einen schenkt er einen besonders großen Glauben, dem anderen die Gabe, Kranke zu heilen – das alles bewirkt der eine Geist. Dem einen Menschen verleiht er Kräfte, dass er Wunder tun kann, einem anderen die Fähigkeit zur Prophetie. Wieder ein anderer wird durch den Geist befähigt zu unterscheiden, ob wirklich der Geist Gottes oder aber ein anderer Geist spricht. Und dem einen gibt der Geist die Gabe, in anderen Sprachen zu sprechen, während er einen anderen befähigt, das Gesagte auszulegen.“

1. Korinther 14, 1: „Bemüht euch auch um die besonderen Gaben, die der Geist zuteilt.“

Nie werde ich meine erste Begegnung mit der sogenannten „charismatischen Bewegung“ vergessen: Da wurde im Namen Gottes prophetisch gesprochen. Menschen haben „in Sprachen“ geredet, andere haben es ausgelegt. Dann wurde um Heilung gebetet. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zwar hatte ich schon in der Bibel von solchen Phänomenen gelesen. Aber dass es das tatsächlich auch heute noch gibt war mir nicht klar.

Kurz darauf habe ich gelernt, dass einige Theologen behaupten, dass es diese übernatürlichen Geistesgaben nur zur Zeit der neutestamentlichen Apostel gegeben hätte. Und ich wurde gewarnt: Hier sei ein „Geist von unten“ am Werk. Seit der „Berliner Erklärung“ aus dem Jahr 1909 hat diese Warnung vor dem angeblich bösen Geist der Pfingstbewegung ein ganzes Jahrhundert lang die deutsche Christenheit tief gespalten.

Aber bei einem Besuch in Afrika wurde mir klar: International gibt es diese Spaltung so nicht. Hier arbeiteten Christen aus der Pfingstbewegung mit den traditionell geprägten Christen eng zusammen. Die Grenzen waren fließend. Seit einigen Jahren entwickelt sich auch die Christenheit in Deutschland in diese Richtung. Und das ist gut so!

Bei aller Kritik, die man an der Pfingstbewegung haben kann (wobei es DIE Pfingstbewegung ohnehin nicht gibt): Die übernatürlichen Geistesgaben, wie sie das Neue Testament vielfach beschreibt, sind nicht ausgestorben. Es gibt sie auch heute noch.

Und wie damals werden sie auch heute noch dringend benötigt, um die Kirche zu bauen. Nicht umsonst hat Paulus so oft den Wert dieser Gaben betont. Es wäre arrogant zu denken, wir könnten aus eigener Kraft das schaffen, was die ersten Christen nur mit Gottes übernatürlicher Hilfe geschafft haben.

Deshalb ist es höchste Zeit, wieder neu um diese Gaben zu beten, sie zu fördern und in einem gesunden, fundierten Rahmen einzusetzen! Machen wir uns doch Philipp Spittas Gebet aus seinem wunderbaren Lied über den Heiligen Geist zu eigen: „Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.“

66 Gottes zeichenhaftes Wunderwirken gehört auch heute noch zur Kirche

These 66

Jakobus 5, 16: „Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines gerechten Menschen hat große Macht und kann viel bewirken.“

Die Bibel ist eine Wundertüte! Randvoll mit Geschichten, in denen Menschen Gottes übernatürliches, wundersames Wirken erlebt haben. Die Apostel und die ersten christlichen Gemeinden haben ganz selbstverständlich mit Gottes übernatürlichem Wirken gerechnet. Auch die Kirchengeschichte ist voller Berichte darüber. Und auch heute hoch hören wir aus aller Welt davon.

Nur in der westlichen Kirche sind die Wunder scheinbar ausgestorben (obwohl es natürlich auch hier Christen gibt, die Wunder erleben). Aber statt sich zu fragen, woran das liegt, befassen sich die Theologen der westlichen Kirche heute lieber mit der Frage, ob denn die Wunder in der Bibel überhaupt passiert sind. Es ist skurril: Zwar glaubt man an Gott. Aber man traut ihm keine Wunder zu. Entsprechend bittet man Gott auch um keine Wunder. Da ist es kein Wunder, dass keine passieren.

Ja, ich weiß, mit diesem Thema ist viel Unfug getrieben worden. Es gab zu viele Veranstaltungen, in denen viel über Wunder geredet wurde und wenig passiert ist. Menschen wurden verletzt durch falsche Versprechungen oder sogar durch den Vorwurf, dass ihr mangelnder Glaube schuld wäre an der ausbleibenden Heilung. Jesus und seine Jünger brauchten keine Show und keine glaubensstarken Kranken. Sie beeindruckten ganz einfach durch die offensichtlichen Wunder, die ihren schlichten Gebeten folgten, selbst bei denen die mit dem Glauben Mühe hatten.

Im Westen können wir heute dankbar sein für unser großartiges Gesundheitssystem und Vieles Andere, das uns Sicherheit gibt. Aber machen wir uns nichts vor: Auch bei uns sind viele Menschen verzweifelt. Geld und Medizin können nicht alle Nöte beseitigen. Deshalb ist auch bei uns die Kirche Jesu gerufen, miteinander und füreinander zu beten und Gott um sein wundersames Eingreifen zu bitten. Ob er diese Wunder dann tut dürfen und müssen wir ihm überlassen. Aber ich bin mir sicher: Gott ist derselbe gestern, heute und für alle Zeit. Wenn wir im Gehorsam und im Vertrauen um Wunder beten werden wir auch heute Wunder erleben. Nicht immer. Aber immer öfter…

Hier ein spannender Bericht zu Zeichen und Wundern in der Kirche Indiens von Johannes Hartl: Indische Gedanken  4: Zeichen und Wunder (siehe unten auf der Seite)