Paradigmenwechsel: Die harten und die weichen Themen

Vor einiger Zeit war ein hochrangiger Kirchenvertreter in unserer Kirchengemeinderatssitzung zu Gast. Ich durfte den Abend mit einem biblischen Impuls einleiten. Im Blick auf unsere blühende und wachsende Jugendarbeit warnte ich: Es reicht nicht, wenn unsere Programme gut laufen! Erst wenn unsere jungen Leute lernen, sich selber in der Bibel zu verwurzeln und aus einer lebendigen Beziehung zu Jesus zu schöpfen (Kol. 2, 7) haben wir einen nachhaltigen Erfolg erzielt!

Nach meiner Andacht bedankte sich unser Gast und leitete den folgenden Sitzungsteil mit den Worten ein: „Kommen wir jetzt von den weichen Themen wie Bibellesen und Beten zu den harten Themen.“ Dann ging es ausführlich um Finanzen, Bauprojekte, Pfarrstellen, Mitarbeitersituation und aktuelle Veranstaltungen.

Mich aber hat die ganze Zeit sein Eingangsstatement nicht losgelassen: Sind DAS wirklich die harten Themen? Sind es diese Themen wirklich wert, ihnen den größten Teil unserer Aufmerksamkeit und Energie zu schenken, während wir über Fragen zum geistlichen Leben nur kurz zu Beginn sinnieren, ohne weiter darüber zu sprechen?

Je länger ich darüber nachdenke wird mir klar: Wir brauchen einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Kirche! Genau wie die Hingabe an Gott allein entscheidend war für den Erfolg der Könige Israels (eindrücklich nachzulesen in den Könige- und Chronik-Büchern) wird sich die Zukunft der Kirche letztlich allein an der Qualität ihres geistlichen Lebens entscheiden. Aus der engen Verbindung  mit Jesus wächst Alles, was die Kirche Jesu seit jeher ausgemacht hat: Ihre Ausstrahlung, ihre Kraft, ihre Leidenschaft, ihre Glaubwürdigkeit, ihre Opferbereitschaft. Alle anderen Themen sind nur Symptome, an denen wir vergeblich herumdoktern, solange unser geistliches Leben lahmt.

Unser Fokus in der Kirchen- und Gemeindeleitung muss deshalb wieder auf den Themen liegen, die auch die Apostel als ihr Kerngeschäft ansahen: Gebet und Gottes Wort (Apg. 6, 1-4). DAS sind die harten Themen, die darüber entscheiden, ob Gemeinde und Kirche gesund und nachhaltig wächst oder nicht. DAS sind die Themen, an denen sich entscheiden wird, ob wir mittelfristig überhaupt noch Finanzen, Gebäude, Pfarrstellen, Mitarbeiter und Veranstaltungen haben werden oder nicht.

Frustrierend war für mich in diesem Zusammenhang ein Blick auf die Themen und Beschlüsse der letzten EKD-Synode (siehe unten). Da geht es um Politik, Geld, Gesellschaft, Organisation und Recht. Was ich hingegen überhaupt nicht finde ist: Geistliches Leben fördern. Die Menschen für das Bibelstudium begeistern. Ein lebendiges Gebetsleben entwickeln. Das Evangelium glaubwürdig und kraftvoll bezeugen. Missionarischen Gemeindeaufbau voranbringen…

Dass sich die EKD-Spitze so sehr auf politische Themen konzentriert ist besonders traurig wenn man berücksichtigt, was eine EKD-eigene Studie jüngst zutage gefördert hat: Demnach interessieren sich nicht einmal aktive Gemeindeglieder für die Papiere, die an der Spitze der EKD verfasst werden. Selbst bei hochbrisanten Themen gilt, dass für die Gemeindeglieder „Informationen der EKD und Diskussionen auf der Ebene der EKD praktisch keine Rolle spielen“.

Umso mehr ist es Zeit, umzukehren. Hin zum Gebet. Hin zu Gottes Wort. Hin zur Konzentration auf die alles entscheidende Frage, wie authentisches geistliches Leben in unseren Gemeinden, Gruppen und Kreisen wachsen kann. Kirchliche Organisationen haben nur dann eine Überlebenschance, wenn sie sich diesem Paradigmenwechsel schnell und gründlich stellen.

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Was die EKD-Synode 2016 beschlossen hat (vollständig nachzulesen hier):

Schwerpunktthema: Bekräftigung für ein „Europa des Friedens, der Aussöhnung und der Gerechtigkeit“

Kundgebung gegen Judenmission

Politische Beschlüsse:

  • Entschließung zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen
  • Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer
  • Integration als Motor der politischen Erneuerung (Für „Inklusive Integrationspolitik“)
  • Verstetigung des Förderprogramms „Demokratie leben“
  • Studien zur „Haltungen von Kirchenmitgliedern im Kontext politischer Kultur“
  • Kompetenzerweiterung von KiTa-Leitern im Umgang mit religiöser Vielfalt
  • KiTas sollen von der öffentl. Hand besser ausgestattet werden
  • Teilhabe für Menschen mit Behinderungen verlässlich sichern
  • Zusammenführung und Modernisierung der Pflegeausbildung

Beschlüsse zum Umweltschutz:

  • Konsequente Umsetzung des Weltklimaabkommens von Paris

Kirchenpolitische Beschlüsse:

  • Entlastung der Haushalts- und Kassenführung
  • Beschluss EKD-Haushalt 2017
  • Verbindungsmodell zwischen EKD, VELKD und UEK
  • Bitte um Information zur friedensethischen Diskussion und Projekte zur Friedensethik
  • Dauerhafte kostenlose Bereitstellung einer kostenlosen Bibel-App
  • Berichterstattung über den Prozess „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“
  • Unverständnis über die Abschaffung der Frauenordination in Lettland
  • Richterwahl Verfassungsgerichtshof der EKD
  • Änderung Geschäftsordnung EKD-Synode
  • Änderungen dienstrechtlicher Regelungen im Kirchengesetz

Siehe auch:

5 Gründe, warum eine Erweckung bevorsteht

Die Kirche ist nicht mehr zu retten. So sieht es zumindest der humanistische Pressedienst. Sie sei in einer „Lose-Lose-Situation“: Passt sie sich dem Zeitgeist an, wird sie inhaltlich ausgehöhlt. Verwehrt sie sich einer „Modernisierung“ wird sie erst recht nicht mehr ernst genommen. Die ständig schrumpfenden Mitgliederzahlen scheinen das zu bestätigen.

Und trotzdem ist kein Niedergang des Christentums in Westeuropa zu erwarten. Ganz im Gegenteil: Es gibt mindestens 5 deutliche Anzeichen dafür, dass die Kirche Jesu vor einem Aufbruch ungekannten Ausmaßes steht:

1. Historische Versöhnungs- und Einheitsbewegungen

Weite Teile der Kirchengeschichte waren von Spaltungen geprägt. Heute sehen wir hingegen eine nie dagewesene Entwicklung hin zur Einheit der Kirche Jesu. Hier nur ein paar Schlaglichter:

  • 500 Jahre nach Beginn der blutigen Verfolgung der Täuferbewegungen haben die Lutheraner und die Schweizer Reformierten endlich für diese Verbrechen um Vergebung gebeten und mit den Täufern Versöhnungsgottesdienste gefeiert.
  • 100 Jahre, nachdem die sog. Berliner Erklärung einen tiefen Keil zwischen pfingstlich und evangelikal geprägte Christen getrieben hat, kam es 2009 zu einer Versöhnung. Der tiefe Riss, der noch vor 20 Jahren quer durch die deutsche Christenheit ging, wurde inzwischen faktisch weitgehend geschlossen. Damit wurden auch viele Vorbehalte gegen Gaben und Wirkungen des Heiligen Geistes überwunden. Lobpreis und Anbetung war vor 20 Jahren noch ein Spaltpilz – heute vereint es die Kirche Jesu!
  • Zwischen der evangelischen und katholischen Kirche gibt es 500 Jahre nach der Spaltung erstaunliche Annäherungen. Und dass ein katholischer Theologe heute einer der beliebtesten Sprecher auf protestantisch/evangelikalen Veranstaltungen ist, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.
  • Mehrfach hat der Papst um Vergebung für das Verhalten der katholischen Kirche gegenüber den Freikirchen gebeten und damit die Grundlage für ein neues Miteinander gelegt.

Allgemein ist zu beobachten, dass die Bedeutung institutioneller Differenzen rasant abnimmt. Wo immer Christen andere Christen mit authentischem Glauben finden, verbünden sie sich über alle Konfessionsgrenzen hinweg. Das hat es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben und kann nicht ohne Folgen bleiben. Schließlich hat Gott seinen Segen dorthin verheißen, wo seine Leute in Einheit zusammen sind (Ps. 133)!

2. Eine dynamisch wachsende Gebetsbewegung

Jeder Erweckung ging eine Gebetsbewegung voraus. So fällt z.B. der Beginn der Weltmissionsbewegung mit dem 100 Jahre andauernden 24-Stunden-Gebet der Herrnhuter Gemeinschaft zusammen. Seit kurzem sehen wir, wie die Zahl der Gebetshäuser in Deutschland stetig wächst. Beter vernetzen sich miteinander. Gebetswanderer durchschreiten betend unser Land. Bücher über Gebet sind Bestseller. Gebetskonferenzen werden so gut besucht, dass selbst die Tagesthemen berichten. Dieses Jahr haben sich erstmals tausende von Christen verbündet, um 40 Tage für eine Erweckung in Europa zu fasten. Das Gebet erlebt einen neuen Boom! Nach den vielen Erweckungen, die Europa bereits gesehen hat, ist es unvorstellbar, dass das dieses Mal ohne Folgen bleibt.

3. Die Rückkehr zu Gottes Wort

Lange Zeit schien es so, als ob das Vertrauen in die Bibel als das offenbarte, verlässliche Wort Gottes auch unter Evangelikalen immer weiter aufgegeben wird – bis Ende 2015 der Evangelist Ulrich Parzany in aller Deutlichkeit widersprach. Der Ruf, der Bibel mehr als dem Zeitgeist zu vertrauen, hallte wieder hörbar durchs Land. Der ehemalige württembergische ev. Landesbischof Prof. Gerhard Maier rief aus: Gebt den Protestanten das Bibelvertrauen zurück! Das bewegende Bekenntnis eines schwulen englischen Pfarrers zur Lehre Jesu erregt großes Aufsehen weit über die nationalen Grenzen hinaus. Der Umstand, dass gerade auch junge Theologen wieder lautstark für die Verlässlichkeit von Gottes Wort und gegen die Schwammigkeit kirchlicher Theologie auftreten, ließ jüngst den Leiter der ev. Nachrichtenagentur idea von einer „beginnenden Wende“ sprechen. Fakt ist: Durch ihren Subjektivismus und die daraus folgende Vielstimmigkeit, Widersprüchlichkeit und Uneinigkeit hat die liberale, universitäre Theologie massiv an Glaubwürdigkeit und Relevanz eingebüßt. An der Kirchenbasis findet sie immer weniger Gehör. Gleichzeitig wächst der Einfluss bibeltreuer Netzwerke wie z.B. der Gebetshausbewegung, dem Netzwerk Bibel und Bekenntnis, Evangelium 21 und den wachsenden freien Gemeinden wie z.B. dem Gospel Forum Stuttgart. Gerade erst hat das Gebetshaus Augsburg den Neubau eines großen Campus zur Ausbildung einer neuen Generation junger Leiter angekündigt. Die Ehrfurcht vor Gottes Wort kehrt in die Kirche Jesu zurück! Genau wie in den biblischen Zeiten eines Josia oder eines Hiskia wird das ganz sicher Wiederherstellung, Einheit und eine neue Dynamik mit sich bringen.

4. Die neue strukturelle Offenheit

Neuer Wein braucht neue Schläuche! Aber viele jahrhundertelang waren strukturelle Reformen im Bereich der Staatskirchen praktisch unmöglich. Jetzt öffnen sich selbst die großen Kirchen für frische Formen („fresh expressions“) von Gemeinde und Kirche. Die Bedeutung der „Parochie“ nimmt ebenso rasch ab wie die einst scharfe Trennung zwischen Klerus und Laien. Wie zu Zeiten der Reformation schauen die Kirchenmusiker und Prediger den Leuten wieder aufs Maul, um wie einst Paulus so viele Menschen wie möglich mit dem Evangelium zu erreichen. Die staatskirchlichen Fesseln beginnen abzufallen. Noch nie waren die Freiheiten so groß wie heute, dem Geist Gottes Raum zu geben, damit ER die kirchlichen Strukturen und Formen nach seinem Willen prägen kann.

5. Menschliche Sicherheiten zerbrechen

Nach dem Wirtschaftswunder, dem Entstehen einer friedlichen EU, der Euroeinführung und dem Ende des kalten Krieges schien alles so stabil und sicher zu sein, dass Gott verzichtbar erschien. Jetzt zerbricht in raschem Tempo ein Stabilitätsanker nach dem Anderen: Der kalte Krieg kehrt zurück. Die EU und die Nato bröckeln. Der Islamismus greift um sich und hat Verunsicherung und Terror im Gepäck. Das Platzen finanzieller Blasen sowie die Zinsabschaffung bei gleichzeitig wachsender Inflation lässt die Menschen um den Wert ihrer Ersparnisse fürchten. Die Globalisierung und die digitale Revolution drohen ganze Berufsgruppen arbeitslos zu machen. Die Parteienlandschaft wird unübersichtlicher und instabiler, die politischen Ränder werden immer stärker.

Die Erkenntnis, dass Humanismus und Aufklärung keine Selbstläufer sind sondern dass Gott und die Bibel für eine funktionierende und blühende Gesellschaft unverzichtbare Fundamente sind, wird deshalb auch in Westeuropa wieder um sich greifen. Der große Erfolg des wegweisenden „Buchs der Mitte“ belegt das schon jetzt.

Es ist nicht aufzuhalten

Jeder einzelne dieser 5 Punkte stellt schon für sich genommen ein (kirchen-)geschichtliches Erdbeben dar. Zusammengenommen halte ich es für völlig unvorstellbar, dass diese Entwicklungen folgenlos bleiben könnten. Dass im Moment noch wenig von einem neuen Aufbruch sichtbar ist muss nichts heißen. Ein Erdbeben, das unter Wasser geschieht, löst eine Welle aus, die einige Zeit völlig verborgen bleibt. Und doch ist ihre Kraft und Dynamik von nichts und niemandem aufzuhalten.

Als Daniel realisierte, dass die Wiederherstellung Israels bevorsteht lehnte er sich nicht zurück und wartete ab, was geschieht. Stattdessen betete und fastete er (Daniel 9, 2-3). Es gibt viele Daniels in diesen Tagen: Männer und Frauen, die die Stimme des guten Hirten hören, die Zeichen der Zeit erkennen und aktiv mitwirken, damit die Braut und Kirche Jesu schon bald in einer neuen Schönheit und Kraft hervortreten kann. Bist Du einer davon? Dann sei ermutigt und mach Dich bereit. Die Erweckung kommt.

Siehe auch:

Homosexuell und bibeltreu

Ein Redebeitrag des homosexuell empfindenden Pfarrers Sam Allberry in der Synode der Kirche Englands schlägt große Wellen. Das Video mit seinem bewegenden Plädoyer für die biblische Ehe und gegen das Mobbing von Menschen wie ihm wurde bereits mehr als 200.000 mal angeklickt. Der nachfolgende Text ist eine deutsche Übersetzung seiner 3-minütigen Ansprache vor dem anglikanischen Kirchenparlament im Februar 2017:

„Schon mein ganzes Leben lang fühle ich mich zum gleichen Geschlecht hingezogen. Das bedeutet, ich fühle mich in einer sexuellen, romantischen und tiefen emotionalen Weise von Menschen des gleichen Geschlechts angezogen. Ich habe mich entschieden, mich selbst so zu beschreiben, weil Sexualität für mich keine Frage der Identität ist – und das ist eine gute Nachricht! Ob ich mich als menschliches Wesen wertvoll und erfüllt fühle hängt nicht davon ab, ob ich romantische oder sexuelle Erfüllung finde – und das ist befreiend! Die vollständigste und erfüllteste Person, die jemals gelebt hat, war Jesus Christus. Er hat nie geheiratet. Er hatte nie eine romantische Beziehung und niemals Sex. Wenn wir sagen, diese Dinge wären essentiell für menschliches Leben, dann sprechen wir unserem Erlöser die Menschlichkeit ab.

Ich habe buchstäblich hunderte von Christen getroffen, die in meiner Situation sind. Ich kenne tausende mehr, die sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlen und fröhlich das traditionelle Verständnis von Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als dem einzigen gottgemäßen Rahmen für Sex befürworten. Dass Du nicht öfter von uns hörst liegt daran, dass es sehr hart ist, aufzustehen und in dieser Art und Weise über uns zu sprechen. Als jemand, der über gleichgeschlechtliche Anziehung spricht, muss ich sagen, dass meine Kirche kein sicherer Ort für mich ist. Mit „Kirche“ meine ich nicht meine Gemeinde sondern diese Synode. Das liegt nicht an dem, was in der Verlautbarung steht* sondern was seither geschehen ist. Ich wurde in der Schule dafür gemobbt, schwul zu sein. Jetzt fühle ich mich in der Synode gemobbt dafür, dass ich mich vom gleichen Geschlecht angezogen fühle und der Lehre Jesu über Ehe treu bin.

Ich bin dankbar, dass die Verlautbarung* die traditionelle Lehre über die Ehe bestätigt. Ich bin besorgt, dass wir uns schon jetzt darauf vorbereiten, dies pastoral zu unterlaufen. Deshalb ist meine Frage an die Bischöfe nicht: Werdet ihr diese Lehre bewahren? Meine Frage ist: Glaubt ihr wirklich daran? Ist es eine gute Nachricht für die Welt? Viele von uns haben herausgefunden, dass diese Lehre Leben spendet, so wie es die Botschaft und die Lehre Jesu immer tut. Danke.”

*: Sam Allberry erklärt den Hintergrund der Verlautbarung, die der Debatte zugrunde lag, wie folgt: „Das Treffen im Februar hatte viele Themen auf der Agenda, aber es war die Debatte über gleichgeschlechtliche Beziehungen, die am meisten Aufmerksamkeit erhielt. Zuvor hatte die Versammlung der Bischöfe eine Verlautbarung vorgelegt, in dem zum Thema Homosexualität Stellung genommen wurde. Sie machten darin klar, dass es keinen Anlass gab, die historische Definition von Ehe als eine Gemeinschaft von 1 Mann und 1 Frau zu ändern, dass es aber möglich sei, pastorale Beratung anderer Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften anzubieten, damit auch mögliche neue liturgische Segensformen. Normalerweise diskutiert und debattiert die Synode über eine solche Verlautbarung, um sie dann offiziell „zur Kenntnis“ zu nehmen, was bedeutet dass die Verlautbarung und ihr Inhalt bestätigt wird.  Jedoch bei dieser speziellen Verlautbarung gab es so außergewöhnlich starken Widerspruch, dass die Synode am Ende beschloss, die Verlautbarung nicht einmal zur Kenntnis zu nehmen.“

In einem äußerst lesenswerten Interview erläutert Sam Allberry seinen Standpunkt im Nachgang noch genauer. Daraus hier einige wichtige Zitate:

„Das christliche Verständnis der Ehe ist äußerst wichtig. Jesus selbst lehrte, dass die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen wird (Matthäus 19, 3-6) und dass jede sexuelle Aktivität außerhalb dieses Rahmens Sünde ist (Matthäus 15, 19). Christen können sich mit Teilen dieser Lehre schwer tun, aber wenn wir aufrichtig sein wollen müssen wir Jesus auf jeden Fall darin folgen. Der größere biblische Kontext zeigt uns, dass die Einheit zwischen Mann und Frau in der Ehe in Wahrheit ein Bild ist für die Einheit zwischen Himmel und Erde in Christus (Epheser 5, 32). Die Ehe soll das Evangelium verdeutlichen. Sie umzudefinieren wird das Evangelium verdunkeln, das sie darstellen sollte.“

„Einige wundern sich, wie es möglich ist, ein Christ zu sein und so zu empfinden. Meine Antwort ist, dass jeglicher unangemessene Wunsch eine Form von Versuchung ist, die bekämpft werden muss. … Versuchung ist keine Sünde. Die Bibel hat nie versprochen, dass wir von Versuchung vollständig verschont werden in diesem Leben, nur dass Gott uns die Kraft geben wird, gut damit umzugehen.“

„Die wichtigste – und oft übersehene – Tatsache ist, dass das Evangelium uns alle gleich behandelt. Wir sind alle Gefallene im sexuellen Bereich, egal ob wir uns vom gleichen oder vom anderen Geschlecht angezogen fühlen. Wir sind alle in der gleichen Situation und brauchen alle Vergebung und Wiederherstellung, die nur in Christus gefunden werden kann. Jüngerschaft beinhaltet für uns alle die gleichen Kosten: Sich selbst verleugnen und das Kreuz auf sich nehmen. Ich vermute, dass Christen, die es scheuen, ihren schwulen Freunden die Kosten des Evangeliums zuzumuten, niemals angefangen haben, die Kosten der Jüngerschaft in ihrem eigenen Leben zu zählen.“

„Wir müssen den säkularen Narrativen antworten mit einer christlichen Botschaft, und das versuche ich zu tun. Die Welt muss hören, dass homoerotisch empfindende Christen wie ich die Erfahrung der Güte Gottes bei diesem Thema miteinander teilen. Die Kultur muss wissen, dass es einen anderen Maßstab gibt, um menschliches Glück zu messen. Ein anderes, besseres Lebensmuster ist verfügbar. Gottes Wort über dieses Thema ist nicht nur wahr; es ist wirklich gut. Und die Zukunft ist großartig.“

Siehe auch:

Gebt den Protestanten das Bibelvertrauen zurück!

Der frühere württembergische Landesbischof Prof. Dr. Gerhard Maier hat einen bewegenden Vortrag gehalten, der eigentlich Pflichtprogramm sein sollte für die Theologen, Synodalen und Kirchenleiter unserer Zeit. In geradezu prophetischer Klarheit legt er die Krankheit der Kirche offen. Hören wir doch auf ihn und kehren wir endlich um, damit die Kirche Zukunft hat! Nachfolgend ein kurzer Auszug:

„In einer langsamen, allmählichen Entwicklung hat das Wort Gottes mehr und mehr die Stellung einer «Königin» eingebüsst, die ihm Luther so entschieden einräumen wollte. Es geriet nicht nur unter die Schatten des Zweifels, sondern der Theologiestudent sollte gezielt lernen, dass der Ausgangspunkt der neutestamentlichen Forschung «der wissenschaftliche Zweifel» sei. Die protestantischen Kirchen im nordatlantischen Raum stehen deshalb in einem ununterbrochenen Ringen um die Schriftfrage. Die Alternative lautet: Ist die Bibel Gottes Wort oder enthält sie es nur? Soweit ich es beurteilen kann, vertritt eine breite Mehrheit bis in die evangelikale Bewegung hinein die These, dass die Bibel lediglich Gottes Wort enthält. Die unmittelbar daraus folgende Aufgabe, festzustellen, wo dann in der Bibel dieses Wort Gottes vorliegt, ist kirchlich nicht mehr beantwortbar. Sie mündet in einen Subjektivismus, der ein Kirche-Sein ernsthaft in Frage stellt. … Die Bibel wird in deren Sichtweise als ein Niederschlag menschlicher Erfahrungen behandelt. Altes und Neues Testament leben aber von der Aussage «Und Gott sprach». Versteht man dies nur noch als Ausdruck menschlicher Erfahrung, dann verschwindet der Gott, der in Raum und Zeit eingreift, aus der Geschichte. … Der evangelischen Gemeinde, die in der Reformation mit der Bibel beschenkt wurde, die gerade dadurch ihre Mündigkeit erlangt hatte, wurde auf diese Weise die Bibel wieder entzogen. Ein Kontinuum der Reformationsgeschichte ist damit zerbrochen. Verse wie diejenigen, die Nikolaus
Ludwig von Zinzendorf 1725 dichtete: «Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem grössten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist’s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun» haben damit die Bodenhaftung verloren. Ist es nicht so, dass unsere Andachten mehr und mehr von unseren klugen Gedanken leben, aber immer weniger vom Schwarzbrot der Bibel? Welche Antworten wird das 500-jährige Jubiläum auf solche Herausforderungen geben? … Das Gedenken an die Reformatoren genügt nicht. Mein Wunsch lautet: Gebt den Protestanten das Bibelvertrauen zurück!“

Den ganzen Vortrag von Prof. Maier kann man…

… sich hier auf Video anschauen.

… hier nachlesen.

Es lohnt sich!

Wie eine Kirchengemeinde Kinder und Jugendliche für Jesus begeistern kann

Darf ich Sie einladen, mich an einem ganz normalen Sonntagvormittag in die Kinder- und Jugendarbeit meiner Kirchengemeinde zu begleiten?

Um 9.00 Uhr treffen sich die Kinderkirchmitarbeiter. Gemeinsam aufbauen, lachen, beten, bis um 9.45 Uhr die Kids (3. Klasse bis Konfirmandenalter) zur „Spielstraße“ hereinstürmen (die „Mäuse“ ab 4 Jahre bis 2. Klasse treffen separat sich im Haus nebenan). Ich kicke mit den Jungs im Keller. Andere basteln, spielen und toben. Um 10.15 Uhr beginnt das „Plenum“. 40 Kinder sind gekommen! Ich darf Musik machen. Lobpreis mit Kindern macht wirklich Spaß! Dann erzählt eine Mitarbeiterin auf kreative Art und Weise, wie das Zeugnis eines jungen Mädchens dazu geführt hat, dass Naaman aus Syrien beim Prophet Elisa nicht nur Heilung sondern auch den lebendigen Gott Israels entdeckt hat. Gespannt hören die Kinder zu. Danach gehen sie in die altersgerechten Kleingruppen, wo das Thema kreativ und altersgerecht vertieft wird.

Ab 11.00 Uhr trudeln die ersten Teenies ein zur „Chillout-Zone“. In einem Raum mit Sofas, Theke und Getränken können sie erst mal ankommen und Zeit miteinander verbringen. Im Saal proben derweil schon die jungen Musiker der heutigen Band. Um 11.30 Uhr strömen rund 50 junge Leute herein, darunter etliche Konfirmanden. Die Teenskirche beginnt mit Lobpreis, dann erzählt unsere Laienpredigerin anhand von Hesekiels Vision von den Totengebeinen von den tiefen Krisen, durch die sie gegangen ist, und wie Gott sie darin begleitet hat. Sehr authentisch. Sehr berührend.

12.30 Uhr: Die Teenskirche ist aus, aber viele gehen noch nicht nach Hause. Um 13.00 Uhr ist aufgeräumt. Einige Mitarbeiter stehen noch im Kreis, halten sich an den Händen und danken Gott für diesen Vormittag.

Unter der Woche werden sich einige davon wiedersehen in den Jungscharen, der Jungenschaft oder in einem der Jugendkreise. Seit unsere Gemeinde vor einigen Jahren ein „Trainee-Programm“ eingeführt hat (1 Jahr Persönlichkeitsbildung und Mitarbeitertraining im Anschluss an das Konfirmandenjahr) ist jedes Jahr ein neuer Jugendkreis entstanden.

Nicht wenige ehemalige Kinderkirchkinder sind heute selbst Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit. Inzwischen dringt die Jugend sogar in den „Erwachsenengottesdienst“ vor: Sie moderieren, spielen in Bands, bereichern den Gottesdienst mit kreativen Beiträgen. Jüngst hat sogar eine Jugendliche gepredigt. So werden Jugendliche selbst zu Beteiligten in der Gemeinde statt nur zuzuschauen, was die Erwachsenen machen.

Was macht den Erfolg unsere Kinder- und Jugendarbeit aus? Sind es die Konzepte? Ja, das auch. Das 3-teilige Promiselandkonzept von Willow Creek (Spielstraße, Plenum, Kleingruppen) bewährt sich in unserer Gemeinde hervorragend. Auch das Trainee-Programm als Folgeangebot für die Konfirmanden mit einer Mischung aus Persönlichkeitsbildung und Glaubensinhalten erweist sich als äußerst geeignet, um Jugendliche über die Konfirmandenzeit hinaus für die Kirchengemeinde und den Glauben an Jesus zu interessieren.

Aber die tieferen Gründe für den Erfolg liegen ganz eindeutig in den 4 „G-heimnissen“ des Gemeindewachstums, die bei uns gelebt werden: Die gute Gemeinschaft und Einheit der Mitarbeiter, das gemeinsame Gebet, die klare Verkündigung von Gottes Wort und das Vertrauen in das Wirken von Gottes Geist sind die Grundlage für die Frucht, die hier heranwächst.

Wir können nicht genug in die nächste Generation investieren. Es geht nicht darum, sie zu beschäftigen und bei Laune zu halten sondern sie zu aktiven Beteiligten zu machen. Und vor allem geht es darum, sie in eine lebendige Liebesbeziehung mit Jesus zu führen. Wenn sich unsere jungen Leute mit dem Haupt der Kirche verbinden werden sie auch leicht in die Gemeinde zu integrieren sein. Nur so hat Kirche Zukunft.

Mehr dazu:

Dieser Tag

Jesus, wie wird es sein
an diesem Tag
an dem sich unsere Blicke treffen,
an dem Du, die Liebe meines Lebens,
sichtbar, spürbar, hörbar
vor mir stehst.

Eins weiß ich:
Dieser Tag
wird alles wert gewesen sein.

Danke, dass du bis dahin
an jedem einzelnen Tag
wie ein guter Freund
unsichtbar
an meiner Seite bleibst.

Die Klickhitliste der 95 neuen Thesen

95 Thesen sind eine ganze Menge. Für alle, die nur mal punktuell in einige der Thesen reinlesen wollen (sei es im Blog oder in der Buch-PDF) hier die „Klickhitliste“ mit den Thesen, die bisher die meiste Beachtung gefunden haben:

Platz 1: These 27 Der zentrale Auftrag der Kirche ist, Menschen zu Jüngern zu machen!

Platz 2: These 13 Die Kirche lebt in der Erwartung des wiederkommenden Christus!

Platz 3: These 4 Die Kirche steht an einem historischen Wendepunkt von der Staats- zur Freiwilligenkirche!

Platz 4: These 12 Die Kirche schöpft ihre Kraft aus der Freue über ihre Erlösung!

Platz 5: These 26 Liebe zu Gott zu wecken muss das Ziel allen kirchlichen Handelns sein!

Platz 6: These 14 Die Kirche verkündigt Christus als den einzigen Weg zu Gott und zum ewigen Leben!

Platz 7: These 21 Die Kirche muss klarstellen: Taufe ohne Glaube rettet nicht!

Platz 8: These 15 Die Kirche verkündigt das Evangelium vom anbrechenden Reich Gottes!

Platz 9: These 32 Die Kirche hat den Auftrag, sich für verfolgte und bedrängte Christen einzusetzen!

Platz 10: These 37 Die Bibel kennt keine Unterscheidung zwischen Klerus und Laien!

Und hier geht’s…
… zur Gesamtübersicht über alle 95 neue Thesen
… zu den 95 neuen Thesen in Buchform als PDF

1 Die Kirche braucht eine neue Reformation!

Hosea 10, 12: „Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen.“

Was waren das für gewaltige Nägel, die die Reformatoren in die Türe der Kirche geschlagen haben: Allein die Schrift! Allein durch den Glauben! Allein durch Gnade! Christus allein! Allein Gott die Ehre!

Umso trauriger ist es, mit anzusehen, wie die Kirche ihr großartiges Erbe verspielt, wie sie den Missionsbefehl vergisst, wie sie bezweifelt, ob die Bibel Gottes Wort ist, ob das Grab leer war oder nicht, ob Maria wirklich eine Jungfrau war und wie sie das Glaubensbekenntnis insgesamt in Frage stellt. Überall auf der Welt riskieren Christen ihr Leben für das Evangelium. Und wir Christen im Westen, die wir alle Freiheit haben, vernebeln es? Was müssen die verfolgten Christen und die „Wolke der Zeugen“ nur über uns denken???

Wäre es da nicht an der Zeit, wieder mutig aufzustehen, so wie es Luther einst todesmutig tat? Oder ist es unchristlich, mit Widerspruch Unfrieden zu stiften? Sollen wir nicht Friedensstifter sein?

Jesus war durchaus nicht immer so friedlich. Er konnte fürchterlich sauer werden, wenn der Ort des Gebets und der Anbetung, also die Kirche, verhunzt wird. Paulus hat sogar alle verflucht, die das Evangelium abwandeln. Warum diese drastischen Worte? Aus Liebe! Aus Sorge um die Menschen, die ohne eine lebendige, auf der Wahrheit gegründete Kirche das Rettungsboot des Evangeliums verpassen! Es ist nun einmal nicht lieblos, auf der untergehenden Titanic die nette Geselligkeit mit Alarmrufen zu stören!

Manche treten jetzt aus der Kirche aus, weil sie die Irrungen einiger Kirchenleiter nicht mehr ertragen. Das ist traurig. Ich freue mich über jeden, der auftritt statt austritt, weil ihm das kirchliche Fundament von Bibel und Bekenntnis wichtig ist. Damit das Schiff, das sich Gemeinde nennt, aus dem Strudel der Ver(w)irrung findet. Damit es sich neu orientiert an Gottes Worten und damit es seine Segel wieder hisst im Wind des Heiligen Geistes.

Das letzte, was wir angesichts einer rapide schrumpfenden Kirche jetzt brauchen ist ein rückwärtsgewandtes Reformationsgedenken. Schlagen wir es stattdessen gemeinsam neu an die Türen unserer Kirchen und theologischen Lehrstühle:

  • Sola Scriptura! Allein die Schrift! Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und ein verlässliches Fundament der Kirche.
  • Solus Christus! Christus allein! In keinem anderen Namen ist das Heil zu finden! Es ist unser Auftrag, diesen Namen allen Menschen zu verkünden!
  • Sola fide! Allein aus Glauben! Es reicht nicht, gut oder religiös zu leben. Allein das Vertrauen auf Jesus rettet!
  • Sola gratia! Allein aus Gnade! Nur Jesu Blut macht uns Sünder unverdient gerecht und öffnet uns den Zugang zu Gott und zum ewigen Leben!

Ecclesia semper reformanda est: Die Kirche muss immer wieder reformiert werden! Das bedeutet nicht, die Kirche dem Zeitgeist anzupassen sondern sie immer wieder vom Wort Gottes her auszurichten und zu erneuern. In diesem Sinne brauchen wir eine neue Reformation. Jetzt.

 

2 Die Kirche braucht eine geistliche Erneuerung und Erweckung!

Epheser 5, 14: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“

Reformen allein werden die Kirche nicht retten. Änderungen der Struktur oder der Gottesdienstformen sind nur dann fruchtbar, wenn sie authentischer Ausdruck einer inneren geistlichen Erneuerung sind. Sie können nicht Ursache sondern nur Folge von neuem geistlichem Leben sein, das sich neue Strukturen und Formen sucht. Oder um es mit den Worten Jesu auszudrücken: Ohne neuen Wein helfen auch die besten neuen Schläuche nichts.

Auch theologische Rechthaber können die Kirche nicht erneuern, selbst dann nicht, wenn sie theologisch tatsächlich recht haben. Die Wahrheit ist im Neuen Testament nicht in erster Linie die richtige Erkenntnis (die bläht nur auf) sondern eine Person, die gesagt hat: Ich BIN die Wahrheit! Auch die Reformation hat nicht mit 95 Thesen begonnen sondern mit den lebensverändernden Begegnungen, die Luther mit Christus in seinem Wort hatte. Genauso braucht die Kirche auch heute in erster Linie eine neue, tiefgreifende Begegnung mit Christus und seinem Wort.

Erweckungszeiten haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass Menschen neu erkannten, wie verloren sie ohne Christus sind und wie dringend sie ihn und sein Erlösungswerk brauchen. Die geistgewirkte Erfahrung von Sündenerkenntnis, Gnade, Vergebung und Gottes Liebe weckte in den Menschen eine authentische Dankbarkeit, Liebe, Leidenschaft und Opferbereitschaft für Jesus. Das machte sie zu so effektiven Zeugen, dass die Kirche auch gegen größte Widerstände wuchs und wuchs und wuchs

Die Kirchengeschichte ist voller bewegender Berichte über solche Erweckungsbewegungen, in denen die müden Christen aus ihrem frommen Kirchenschlaf gerissen wurden. Die westliche Kirche profitiert bis heute von den Aufbrüchen des Pietismus, von der Erweckung unter John Wesley (die die methodistische Kirche hervorbrachte), von den großen Erweckungen unter Männern wie Jonathan Edwards, die die nordamerikanische Kirche bis heute prägen, und von vielen weiteren geistlichen Aufbrüchen.

Heute sehen wir große Erweckungen vor allem in Asien (z.B. China!), Afrika und Südamerika. Aber wir können uns sicher sein: Gott hat auch Europa nicht vergessen. Und Europa braucht mehr als alles andere dringend eine neue Erweckung! Wenn sie ausbleibt werden unfassbar viele Menschen verloren gehen. Die Kirche wird ihre prägende Kraft vollends verlieren. Dann werden andere Einflüsse die Oberhand gewinnen. Wir wollen uns die Folgen, von denen einige am Horizont bereits zu sehen sind, gar nicht ausmalen.

Erweckung kann man nicht machen. Aber wir können uns dafür bereit machen! Erweckung fällt nicht einfach so völlig unerwartet vom Himmel. Sie ist vielmehr immer dann zu erwarten, wenn die Christen sie für notwendig halten. Wenn sie erkennen, dass sie Erweckung brauchen. Wenn sie sich die Zeit nehmen, für Erweckung zu beten. Am besten, wir fangen gleich jetzt damit an. Überall, wo Christen das tun, hat Erweckung bereits begonnen.