Die Klickhitliste der 95 neuen Thesen

95 Thesen sind eine ganze Menge. Für alle, die nur mal punktuell in einige der Thesen reinlesen wollen (sei es im Blog oder in der Buch-PDF) hier die „Klickhitliste“ mit den Thesen, die bisher die meiste Beachtung gefunden haben:

Platz 1: These 27 Der zentrale Auftrag der Kirche ist, Menschen zu Jüngern zu machen!

Platz 2: These 13 Die Kirche lebt in der Erwartung des wiederkommenden Christus!

Platz 3: These 4 Die Kirche steht an einem historischen Wendepunkt von der Staats- zur Freiwilligenkirche!

Platz 4: These 12 Die Kirche schöpft ihre Kraft aus der Freue über ihre Erlösung!

Platz 5: These 26 Liebe zu Gott zu wecken muss das Ziel allen kirchlichen Handelns sein!

Platz 6: These 14 Die Kirche verkündigt Christus als den einzigen Weg zu Gott und zum ewigen Leben!

Platz 7: These 21 Die Kirche muss klarstellen: Taufe ohne Glaube rettet nicht!

Platz 8: These 15 Die Kirche verkündigt das Evangelium vom anbrechenden Reich Gottes!

Platz 9: These 32 Die Kirche hat den Auftrag, sich für verfolgte und bedrängte Christen einzusetzen!

Platz 10: These 37 Die Bibel kennt keine Unterscheidung zwischen Klerus und Laien!

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1 Die Kirche braucht eine neue Reformation!

Hosea 10, 12: „Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen.“

Was waren das für gewaltige Nägel, die die Reformatoren in die Türe der Kirche geschlagen haben: Allein die Schrift! Allein durch den Glauben! Allein durch Gnade! Christus allein! Allein Gott die Ehre!

Umso trauriger ist es, mit anzusehen, wie die Kirche ihr großartiges Erbe verspielt, wie sie den Missionsbefehl vergisst, wie sie bezweifelt, ob die Bibel Gottes Wort ist, ob das Grab leer war oder nicht, ob Maria wirklich eine Jungfrau war und wie sie das Glaubensbekenntnis insgesamt in Frage stellt. Überall auf der Welt riskieren Christen ihr Leben für das Evangelium. Und wir Christen im Westen, die wir alle Freiheit haben, vernebeln es? Was müssen die verfolgten Christen und die „Wolke der Zeugen“ nur über uns denken???

Wäre es da nicht an der Zeit, wieder mutig aufzustehen, so wie es Luther einst todesmutig tat? Oder ist es unchristlich, mit Widerspruch Unfrieden zu stiften? Sollen wir nicht Friedensstifter sein?

Jesus war durchaus nicht immer so friedlich. Er konnte fürchterlich sauer werden, wenn der Ort des Gebets und der Anbetung, also die Kirche, verhunzt wird. Paulus hat sogar alle verflucht, die das Evangelium abwandeln. Warum diese drastischen Worte? Aus Liebe! Aus Sorge um die Menschen, die ohne eine lebendige, auf der Wahrheit gegründete Kirche das Rettungsboot des Evangeliums verpassen! Es ist nun einmal nicht lieblos, auf der untergehenden Titanic die nette Geselligkeit mit Alarmrufen zu stören!

Manche treten jetzt aus der Kirche aus, weil sie die Irrungen einiger Kirchenleiter nicht mehr ertragen. Das ist traurig. Ich freue mich über jeden, der auftritt statt austritt, weil ihm das kirchliche Fundament von Bibel und Bekenntnis wichtig ist. Damit das Schiff, das sich Gemeinde nennt, aus dem Strudel der Ver(w)irrung findet. Damit es sich neu orientiert an Gottes Worten und damit es seine Segel wieder hisst im Wind des Heiligen Geistes.

Das letzte, was wir angesichts einer rapide schrumpfenden Kirche jetzt brauchen ist ein rückwärtsgewandtes Reformationsgedenken. Schlagen wir es stattdessen gemeinsam neu an die Türen unserer Kirchen und theologischen Lehrstühle:

  • Sola Scriptura! Allein die Schrift! Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und ein verlässliches Fundament der Kirche.
  • Solus Christus! Christus allein! In keinem anderen Namen ist das Heil zu finden! Es ist unser Auftrag, diesen Namen allen Menschen zu verkünden!
  • Sola fide! Allein aus Glauben! Es reicht nicht, gut oder religiös zu leben. Allein das Vertrauen auf Jesus rettet!
  • Sola gratia! Allein aus Gnade! Nur Jesu Blut macht uns Sünder unverdient gerecht und öffnet uns den Zugang zu Gott und zum ewigen Leben!

Ecclesia semper reformanda est: Die Kirche muss immer wieder reformiert werden! Das bedeutet nicht, die Kirche dem Zeitgeist anzupassen sondern sie immer wieder vom Wort Gottes her auszurichten und zu erneuern. In diesem Sinne brauchen wir eine neue Reformation. Jetzt.

 

2 Die Kirche braucht eine geistliche Erneuerung und Erweckung!

Epheser 5, 14: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“

Reformen allein werden die Kirche nicht retten. Änderungen der Struktur oder der Gottesdienstformen sind nur dann fruchtbar, wenn sie authentischer Ausdruck einer inneren geistlichen Erneuerung sind. Sie können nicht Ursache sondern nur Folge von neuem geistlichem Leben sein, das sich neue Strukturen und Formen sucht. Oder um es mit den Worten Jesu auszudrücken: Ohne neuen Wein helfen auch die besten neuen Schläuche nichts.

Auch theologische Rechthaber können die Kirche nicht erneuern, selbst dann nicht, wenn sie theologisch tatsächlich recht haben. Die Wahrheit ist im Neuen Testament nicht in erster Linie die richtige Erkenntnis (die bläht nur auf) sondern eine Person, die gesagt hat: Ich BIN die Wahrheit! Auch die Reformation hat nicht mit 95 Thesen begonnen sondern mit den lebensverändernden Begegnungen, die Luther mit Christus in seinem Wort hatte. Genauso braucht die Kirche auch heute in erster Linie eine neue, tiefgreifende Begegnung mit Christus und seinem Wort.

Erweckungszeiten haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass Menschen neu erkannten, wie verloren sie ohne Christus sind und wie dringend sie ihn und sein Erlösungswerk brauchen. Die geistgewirkte Erfahrung von Sündenerkenntnis, Gnade, Vergebung und Gottes Liebe weckte in den Menschen eine authentische Dankbarkeit, Liebe, Leidenschaft und Opferbereitschaft für Jesus. Das machte sie zu so effektiven Zeugen, dass die Kirche auch gegen größte Widerstände wuchs und wuchs und wuchs

Die Kirchengeschichte ist voller bewegender Berichte über solche Erweckungsbewegungen, in denen die müden Christen aus ihrem frommen Kirchenschlaf gerissen wurden. Die westliche Kirche profitiert bis heute von den Aufbrüchen des Pietismus, von der Erweckung unter John Wesley (die die methodistische Kirche hervorbrachte), von den großen Erweckungen unter Männern wie Jonathan Edwards, die die nordamerikanische Kirche bis heute prägen, und von vielen weiteren geistlichen Aufbrüchen.

Heute sehen wir große Erweckungen vor allem in Asien (z.B. China!), Afrika und Südamerika. Aber wir können uns sicher sein: Gott hat auch Europa nicht vergessen. Und Europa braucht mehr als alles andere dringend eine neue Erweckung! Wenn sie ausbleibt werden unfassbar viele Menschen verloren gehen. Die Kirche wird ihre prägende Kraft vollends verlieren. Dann werden andere Einflüsse die Oberhand gewinnen. Wir wollen uns die Folgen, von denen einige am Horizont bereits zu sehen sind, gar nicht ausmalen.

Erweckung kann man nicht machen. Aber wir können uns dafür bereit machen! Erweckung fällt nicht einfach so völlig unerwartet vom Himmel. Sie ist vielmehr immer dann zu erwarten, wenn die Christen sie für notwendig halten. Wenn sie erkennen, dass sie Erweckung brauchen. Wenn sie sich die Zeit nehmen, für Erweckung zu beten. Am besten, wir fangen gleich jetzt damit an. Überall, wo Christen das tun, hat Erweckung bereits begonnen.

3 Es ist Zeit, umzukehren!

Offenbarung 3, 19: „Bleibe nicht gleichgültig, sondern kehre um!“

2. Chronik 7, 13-14: „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke gebiete, das Land abzufressen, und wenn ich eine Pest unter mein Volk sende, und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen. 

Lauheit ist in Gottes Augen kein Kavaliersdelikt. Er findet sie regelrecht zum ko… („ausspucken“, Offb. 3, 16). Dass Gott aus seiner Liebe heraus so drastische Worte wählt unterstreicht: Wenn so wie in Laodizea materieller Reichtum auf geistliche Armut, Gleichgültigkeit und Lauheit trifft, ist es allerhöchste Zeit, umzukehren. Und ist nicht genau das der Zustand weiter Teile der westlichen Kirche?

Auch wenn sie es nicht gerne offen anspricht: Die Kirche leidet massiv unter geistlicher Dürre und Fruchtlosigkeit. Schon jetzt gibt es ganze Landstriche in Deutschland, die weitgehend entkirchlicht sind.

Die Kirche wird diesen Abwärtstrend nicht umkehren können. Kann sie also gar nichts tun? Doch: Sie kann selbst umkehren! Sie muss selbst umkehren!

Zumindest hat Gott genau das seinem Volk nahegelegt, wenn es von Dürre und Fruchtlosigkeit betroffen ist. 4 simple Dinge sollte sein Volk in solchen Krisenzeiten tun: Sich demütigen, umkehren, beten und Gottes Angesicht suchen. Ganz einfach. Trotzdem tun wir es nicht. Warum eigentlich?

Was würde geschehen, wenn die Kirche Gottes Verheißung ernst nehmen und wenn überall in unserem Land Christen aus allen Konfessionen gemeinsam beten würden als Ausdruck ihrer Umkehr zu Gott? Ich finde die Aussicht, dass Gott zu seinem Wort stehen und seine Verheißung erfüllen könnte, viel zu verlockend, um sie zu ignorieren. Und mir scheint: Wir haben schlicht keine andere Wahl, als uns IHM von ganzem Herzen zuzuwenden.

Musikvideo zum Lied „Show Your presence“, Akkordsheet

Also „kommt und lasst uns zum HERRN umkehren! Denn er hat zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er wird uns nach zwei Tagen neu beleben, am dritten Tag uns aufrichten, dass wir vor seinem Angesicht leben. So lasst uns ihn erkennen, ja, lasst uns nachjagen der Erkenntnis des HERRN! Sicher wie die Morgenröte ist sein Hervortreten. Er kommt wie der Regen zu uns, wie der Spätregen, der die Erde benetzt.“ (Hosea 6, 1-3)

Schenk uns Buße

Herr, wir kommen jetzt zu Dir, weil Du uns gerufen hast
durch den Geist, der in uns wohnt und der uns erneuert hat.
Deine Liebe ist so groß, Deine Gnade täglich neu,
wunderbar ist alles, was Du für uns tust.

Doch trotz allem, was Du schenkst sind wir untreu gegen Dich,
laufen vielen Dingen nach und vergessen dabei Dich.
Wir missbrauchen die Geduld und die Gnade, die Du hast.
Schenk’ uns Umkehr und zieh’ uns zu Dir, o Herr!

Schenk’ uns Buße für unser hartes Herz.
Jesus komm, befrei’ uns heut von uns’rer Oberflächlichkeit.
Schenk’ uns Buße und zeig’ uns Deinen Schmerz über den Stolz, der Dich betrübt und uns zerstört. Herr, brich den Stolz, der Dich betrübt und uns zerstört!

Jesus, Du hast uns gesagt: An der Liebe soll die Welt
seh’n, dass Du, Herr in uns wohnst und dass wir zu Dir gehör’n.
Doch stattdessen hat der Neid und die Eifersucht regiert
und so viele geh’n verlor’n durch unser’n Streit.

Jesus, und als wir geseh’n: Unser Dienst bringt keine Frucht
haben wir Dich nicht gesucht, sondern haben’s selbst versucht,
haben auf die eig’ne Kraft und auf den Verstand vertraut.
Uns’re Schuld ist rot wie Blut, vergib uns, Herr!

Text und Musik: Markus Till; hier die mp3 und das Akkordsheet zum Download

4 Die Kirche steht an einem historischen Wendepunkt von der Staats- zur Freiwilligenkirche!

Jesaja 43, 19: „Seht hin, ich mache etwas Neues, schon keimt es auf. Seht ihr es nicht?“

Wir leben in einer historisch einmaligen Phase der Kirchengeschichte. Seit der konstantinischen Wende im 4. Jahrhundert war die Gestalt der europäischen Kirche durch ihre Verbindung mit dem Staat geprägt. Dadurch war weitgehend festgelegt, dass das ganze Volk zur Kirche gehört (“Volkskirche“). Entsprechend gehörten noch im Jahr 1970 fast 95 % der deutschen Bevölkerung zu einer der beiden großen Kirchen.

Die (Post-)Moderne hat jedoch aus den braven Kirchenschäfchen eigenwillige Individualisten gemacht. Plötzlich entscheiden die Menschen selbst, ob sie zur Kirche gehören wollen oder nicht – mit dramatischen Folgen: Im Jahr 2015 ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bereits auf 56 % gesunken. In manchen Bundesländern liegt er schon jetzt bei 20 %. Eine EKD-Studie stellt eine “Stabilität im Abbruch” fest: Nur noch 22 % der jugendlichen Kirchen­mitglieder fühlen sich mit der Kirche verbunden, nur noch 1% (!) der 16- bis 29-jährigen besucht regelmäßig den Gottesdienst. Die EKD wird zur „Seniorenkirche“.

Folgerichtig äußert Prof. Michael Herbst, dass es Zeit ist, sich vom Bild der Volkskirche, der weite Bevölkerungsteile angehören, zu verabschieden. Die Kirche ist auf dem Weg, wieder das zu werden, was sie ursprünglich war: Eine Freiwilligenkirche von entschiedenen Jesusnachfolgern.

Diese Entwicklung stellt die großen Kirchen vor eine gewaltige, ungewohnte Herausforderung: Plötzlich kann sie nur noch überleben, wenn sie so attraktiv wird, dass die Menschen gerne und freiwillig zu ihr kommen! Muss das den Kirchen Angst einjagen? Keineswegs, sagt der Religions­soziologe und Pastoraltheologe Paul Zulehner: Die Gestalt der Volkskirche sei zwar am Ende. Das sei aber keine Krise sondern ein „epochaler Umbau voller Chancen”! Die Kirche wandelt sich von einer Institution zu einer “Jesusbewegung”. Das kann jedoch nicht allein von Profis bewältigt werden: “Die Zeit der Expertenkirche geht zu Ende. Jetzt beginnt die Zeit der Laien!

Wir leben also in einer extrem spannenden Phase der Kirchengeschichte. Egal ob die Kirche es will oder nicht: 500 Jahre nach Luther sind wir Augenzeugen einer neuen, noch grundlegenderen Reformation. Heute und hier ist die Zeit der mutigen Pioniere, die ihre Bibel kennen, mit Jesus verbunden sind und ihr Leben geben, um SEINE Kirche zu bauen.

Dieser Text ist die Kurzversion des Artikels: Kirchengeschichte live – so spannend wie nie zuvor! (blog.aigg.de/?p=468)

Mist!

Weihnachten, das ist: Kerzen! Gute Gerüche! Geschenke! Alles glitzert! Das Fest der Liebe und Harmonie! Weihnachtslieder! Und für Christen noch dazu: Das Fest der Liebe Gottes! Gott wird klein und kommt als Kind zu uns! Ein holder Knabe im lockigen Haar, der von Engeln und Hirten angebetet wird. Wie herzerwärmend! Die Frage ist nur: Ist das wirklich die Weihnachtsgeschichte?

Einiges an dieser Geschichte will so gar nicht zu dieser Weihnachtsromantik passen: Da gibt es Krieg und Unterdrückung im von den Römern besetzten Israel. Maria erlebt Verachtung und Ausgrenzung, weil sie unehelich schwanger wird. Und welch eine Not muss die lange Reise kurz vor der Geburt für sie gewesen sein! Dann gab es keinen Platz zum Übernachten. Maria muss ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen, wo es nicht nach Honig, Zimt und Mandelsternen roch sondern nach Exkrementen, Mist und Gülle. Wo es Dreck und Ungeziefer gab, wo es kalt, dunkel und zugig war. Kurz nach der Geburt kommt Herodes auf die abgedrehte Idee, einfach mal alle Neugeborenen umzubringen, damit ihm keine Konkurrenz erwachsen kann. Die Familie muss fliehen ins fremde Ägypten, um der Mörderbande zu entkommen. Was für eine Horrorgeschichte…

Tut mir leid, dass ich die schöne Weihnachtsromantik durcheinanderbringe. Aber ich bin überzeugt: Es lohnt sich, sich die Geschichte echt, roh und ungeschminkt anzuschauen. Denn nur dann können wir auch die wahre Botschaft hinter dieser Geschichte begreifen. Und diese Botschaft ist:

Gott scheut den Dreck nicht. Er ist kein Adliger, der sich zu fein ist, um mit dem einfachen Volk zusammen zu sein. Er fährt nicht in der Luxuslimousine vor und schaut von weitem, wie es uns geht. Im Gegenteil: Er kommt ganz auf unser Niveau herab. Mehr noch: Er begibt sich mitten hinein in das ganze Drama der menschlichen Existenz. In so ziemlich alles, was man sich an menschlicher Not und Leid vorstellen kann taucht Jesus schon gleich bei seiner Geburt ein. Ist das nicht Wahnsinn?

Klick zum Lied: „Wie die Hirten“

Stell Dir das mal vor: Donald Trump würde nach seiner Wahl all sein Geld weggeben. Er würde all seine Häuser und Firmen verkaufen und das Geld den Armen geben. Und dann würde er sagen: Die Tage bis ich eingesetzt werde als Präsident nutze ich jetzt noch, um zu schauen, wie es den Armen in meinem Land geht. Deshalb werde ich einfach mal eine Zeit lang als Obdachloser in New York leben, ohne Scheckkarte, Bodyguards und Handy.

Unvorstellbar, oder? Aber genau so unglaublich ist das, was uns die Weihnachtsgeschichte über Gott verrät, über seine Art und sein Wesen. Lasst uns neu das Staunen lernen über diese absolut unfassbare Geschichte!!!

Der Dreck, Mist und Gestank im Stall ist also kein Störfaktor in der Weihnachtsgeschichte. Gerade dieser Mist bringt zum Ausdruck, wie unglaublich Gott ist. Wie sehr er uns liebt! Aber das ist noch nicht alles, der Mist hat noch eine andere Bedeutung:

Die Frage ist ja: Aus welcher Quelle kommt eigentlich all die Gewalt, der Krieg, die Unterdrückung, die Verachtung, die Ausgrenzung, einfach all diese Dunkelheit in der Welt? Wenn wir die Bibel ernst nehmen kommt all das aus unserem menschlichen Herzen! So sagt es Jesus zumindest:

Denn von innen, aus dem Herzen eines Menschen, kommen böse Gedanken wie Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Vergnügungssucht, Neid, Verleumdung, Stolz und Unvernunft. (Markus 7, 21)

Puh, das klingt aber nicht sehr nett. Wir wollen doch alle lieber herzensgut sein und unserem Herzen folgen können. Aber wenn wir ehrlich sind spüren wir: Unser Herz ist tatsächlich nicht so sauber, nicht so menschenfreundlich, nicht so gottergeben, wie wir uns das gerne vormachen. Wenn Gott auf unser Herz blickt sieht er so manches, was ihm ganz sicher nicht gefällt, was ihm stinkt und wo er sagt: So ein Mist! Dieser Neid, den er da hat. So ein Mist! Diese Lügen, die sie verbreitet, um groß rauszukommen. So ein Mist! Diese Vergnügungssucht, durch die er seine Zeit für Quatsch vergeudet. So ein Mist…

Die größte Nachricht von Weihnachten ist deshalb: Jesus scheut den Mist nicht! Er kommt genau an den Ort, den wir vor allen verstecken, den niemand sehen soll: Die Abgründe unseres Herzens.

Aber Moment: Ist das wirklich eine gute Nachricht? Ist es nicht peinlich, wenn Jesus sieht, was wirklich in unserem Herzen los ist?

Doch, das ist sogar eine sehr gute Nachricht. Denn nur wenn Jesus wirklich in unser Herz kommen darf mit all den Fehlern, mit all den dunklen Stellen, all der Schuld, der Sünde, nur dann kann er unser Herz auch heilen. Nur dann kann er Vergebung bringen. Nur dann kann er Frieden bringen.

An Weihnachten wird ja oft darüber gesprochen, dass die Engel Frieden verkündigt haben und den Menschen ein Wohlgefallen. Als würde Gott einfach Zuckerguss über den Mist der Welt gießen, so dass alle Probleme sich in Wohlgefallen auflösen. Klingt nett. Hat aber nie funktioniert, wie man am Terror unserer Tage besonders schmerzlich sehen kann.

Hat sich die Bibel also getäuscht? Ist der von den Engeln angekündigte Frieden ausgeblieben? Nein. Die Bibel ist nicht das Problem sondern unsere Übersetzung. Richtig übersetzt heißt dieser Vers nämlich so: „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lukas 2, 14). Und wer sind die Menschen seines Wohlgefallens? Na klar, die Menschen, die Jesus in den Mist ihres Herzens hineingelassen haben! Die es zugelassen haben, dass Jesus mitten reingehen darf, aufräumen darf, Vergebung bringen darf. Diese Menschen finden Frieden.

Und je mehr Menschen diese Vergebung finden und diesen Frieden mit Gott, umso mehr kann tatsächlich auch Friede auf Erden wachsen. Echter Friede. Nicht so ein Heia-Popeia-Weihnachtsromantikaufguss sondern echte Versöhnung, die nur Jesus schenken kann.

Die Frage an Dich ist jetzt ganz einfach: Kannst Du das zugeben vor Deinem Gott, dass Dein Herz so ist wie dieser Stall: Dunkel, stickig, stinkig, unaufgeräumt, unansehnlich. Und wärst Du bereit, Jesus da hineinzulassen: In dieses Herz voller Mist, Sünde und Schuld?

Jesus hat gesagt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ Wenn wir Jesus die Tür unseres Herzens öffnen, dann wird wirklich Weihnachten. Dann wird etwas geboren in Dir, was echtes neues Leben bringt. Etwas, was Dir wirklich Frieden bringt.

Diesen Frieden wünsche ich Dir – von ganzem Herzen!

Wie die Hirten
Text und Musik: Markus Till

O mein Jesus, Du kamst in die Welt
wurdest gebor’n in einem Stall im kleinen Betlehem.
Du hast Deinen Thron vertauscht
mit einer Krippe und mit Stroh.
Du zogst Windeln an statt Deinem Königskleid.

O mein Jesus, wer kann versteh’n
was Du dort in jener Nacht hast für uns getan.
Deine Herrlichkeit und Macht
hast Du verlassen und Du kamst
bis hinab in uns’re tiefste Niedrigkeit.

Wie die Hirten komm ich zu Dir
an Deine Krippe und beug’ die Knie.
Deine Liebe ist so groß und ich weiß: Sie gilt auch mir!
So wie Du Dich für mich gabst, geb’ ich mich Dir.

Alle Engel beten Dich an
alle Zeit vor Deinem Thron bis in Ewigkeit.
Doch weil Du uns so sehr liebst kamst Du zu uns in uns’re Welt
mitten in den Schmutz und  in die Dunkelheit.

O mein Jesus, Du kamst auch zu mir
in den Schmutz und in die Nacht meiner Sünden.
Doch Du wurdest mir zum Licht und Deine Liebe macht mich heil.
Staunend seh’ ich, Herr, was Du für mich getan!

Das Akkordsheet zum Lied: Wie die Hirten

5 Die Ehre und Verherrlichung Gottes ist der zentrale Daseinszweck der Kirche!

1. Timotheus 1, 17: „Ehre und Ruhm gehören Gott allein, dem ewigen König, dem Unsichtbaren, der nie stirbt und der allein Gott ist, in alle Ewigkeit.“
Epheser 3, 21: „Ihm gehört alle Ehre in der Gemeinde.“

Als Jesus von einer Frau mit extrem teurem Öl gesalbt wurde waren die Jünger äußerst kritisch: Was für eine sinnlose Verschwendung! Das hätte man doch verkaufen und den Armen helfen können! Doch Jesus verteidigt sie nicht nur, er kündigt an, dass die ganze Welt über diese Frau und ihre Tat sprechen wird (Mark. 14, 3-9). Denn sie hat verstanden: Es ist nie umsonst, wenn wir unsere Zeit, Kraft, Geld und Energie für Gott ver(sch)wenden, so wie jeder Beter es tut, wenn er seine Zeit ohne jeden sichtbaren, zählbaren Output allein vor Gott verbringt. Ganz im Gegenteil: Gerade diese Konzentration auf Gott ist es, die die Kirche ins Zentrum ihrer Berufung führt und ihr Ausstrahlung, Kraft und Vollmacht verleiht.

Die Hauptaufgabe der Kirche ist nun einmal nicht, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen durch schöne Gottesdienste mit schönen Predigten und schöner Musik oder durch religiösen Service für Anlässe aller Art. Die Kirche ist erst recht nicht dafür da, dass Menschen sich selbst verwirklichen können durch Projekte oder Ämter. Ihre Hauptaufgabe liegt auch nicht darin, die Welt zu verbessern durch Hilfsangebote oder politische Aktivitäten.

Wer auf solche Ziele fokussiert hat die Berufung der Kirche noch nicht wirklich verstanden. Denn Kirche ist überhaupt nicht in erster Linie für die Menschen da. Soli deo gloria: Allein Gott die Ehre! DAS ist der wahre Daseinszweck der Kirche. Das muss ihr Fokus sein in allem, was sie tut. Wenn sie Gottesdienste feiert, Gottes Wort verkündet, musiziert, Sakramente spendet, praktische Hilfe leistet, sich politisch äußert, wenn sie Gemeinde baut und Projekte verfolgt: Immer muss das Ziel der Kirche sein, dass…

… ER von immer mehr Menschen beachtet und bewundert wird.
… die Menschen sich an IHN binden, sich in IHN verlieben, IHM nachfolgen, IHM dienen
nnund in IHM das Leben und die Antwort auf ihre Nöte finden.

Das Geheimnis ist: Wenn der Fokus der Kirche auf der Ehre Gottes liegt, dann wird sie wahrhaft auch den Bedürfnissen der Menschen begegnen, unserem Leben Sinn und Bedeutung geben und die Welt verbessern können. Höchste Zeit, dass die Kirche dieses Geheimnis neu entdeckt. Höchste Zeit, dass sie – wie einst der große Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach – alle ihre Aktivitäten wieder unter die große Überschrift stellt: Soli deo Gloria! Gott allein die Ehre!

6 Als Braut Christi ist Liebe und Leidenschaft für Jesus die wichtigste Eigenschaft der Kirche!

2. Korinther 11, 2: „Ich werbe so eifersüchtig wie Gott um euch. Denn als unberührte Braut habe ich euch dem einen Bräutigam, Christus, versprochen.“

Das Christentum ist keine Religion. Religion ist der Versuch, durch Dienst und Opfer mit Gott ins Reine zu kommen. Weltweit bringen Menschen deshalb gewaltige Anstrengungen für ihren Gott. Jesus hingegen hat uns gelehrt, dass nicht Dienst sondern die Liebe zu Gott der Kern des christlichen Glaubens ist (Mark. 12, 28-30). Deshalb hat er nicht die fleißige Marta sondern Maria gelobt, obwohl sie nur „faul“ zu seinen Füßen lag (Luk. 10, 38-42). Deshalb war die abgekühlte Liebe zu Jesus existenzgefährdend für die Gemeinde in Ephesus, obwohl sie sich ansonsten doch so rundum vorbildlich verhalten hat und theologisch goldrichtig lag (Offb. 2, 1-6).

Schon immer war es Gottes Plan, in einer engen Liebesbeziehung mit uns zu leben. Dafür hat er uns geschaffen. Gott machte sich Adam und Eva als Gegenüber, mit denen er fröhliche Gemeinschaft ohne Scham und ohne Geheimnisse pflegen konnte. Erst die Sünde und Rebellion des Menschen hat diese innige Gemeinschaft zerstört. Seit diesem Tag arbeitet Gott daran, das wieder zu ändern. In den Geschichten des Alten und des Neuen Testaments geht es im Kern immer um Gottes Ringen, die zerstörte Liebesbeziehung zu uns Menschen wieder herzustellen. Das ist das Ziel seiner Geschichte mit uns.

Die Liebe zu Jesus ist zwar nicht alles. Aber ohne sie ist alles nichts. Weder Geistesgaben, theologische Erkenntnis, Glauben, Barmherzigkeit, Hilfs- und Opferbereitschaft zählen in Gottes Augen, solange diese Liebe fehlt (1. Kor. 13, 1-3). Denn Jesus ist unser Bräutigam, wir sind seine Braut (2. Kor. 11, 2). Ein Bräutigam interessiert sich durchaus dafür, ob seine Braut fleißig, intelligent, kreativ und kenntnisreich ist. Aber die alles entscheidende Frage eines Bräutigams ist und bleibt: Wird meine Braut meine Liebe erwidern?

Die größte Sorge, die Paulus hatte, bestand darin, dass irgendetwas die jungen Christen von ihrer „reinen und schlichten Hingabe an Christus abbringen“ könnte (2. Kor. 11, 3). Eine Gemeinde, die wie eine Braut Jesus liebt und ihm leidenschaftlich hingegeben ist: Das muss auch unser zentrales Ziel als Kirchen- und Gemeindeleiter sein. Am besten, wir fangen gleich heute bei uns selber an.

7 Als Botschafter Christi muss die Kirche sich dem Wort und den Geboten Gottes verpflichtet wissen!

Galater 1, 9: „So sind wir Botschafter Christi, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen.“

Die Bibel hat vielfach und mit teils drastischen Worten davor gewarnt, die Botschaft des Evangeliums und der Bibel zu verändern (Gal. 1, 8-9, Offenb. 22, 18-19!!!). Die Kirche hat keine Autorität aus sich selbst heraus. Sie ist nur Botschafter des himmlischen Königreichs, ein Überbringer und Vermittler der Worte und Gebote Gottes. Ein Botschafter, der die Worte seines Herrn eigenmächtig interpretiert oder gar ändert, verliert seinen Job.

Es ist vor diesem Hintergrund erstaunlich, in welchem Ausmaß westliche Theologen und Kirchenleiter des 20. und 21. Jahrhunderts Erkenntnisse über Bord werfen, die fast 2 Jahrtausende lang Selbstverständlichkeiten waren und die es in der weit überwiegenden Mehrheit der globalen Christenheit auch heute noch sind (wie z.B. die Botschaft, dass das Evangelium natürlich auch den Juden gilt, siehe z.B. Röm. 1, 16).

Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, aus welcher Autorität heraus Kirchenvertreter sprechen. Sind das nur persönliche Meinungen? Wird hier den Menschen mit zeitgeistigen Ansichten nach dem Mund geredet? Oder haben sich die Kirchenvertreter einer höheren Autorität untergeordnet? Verkünden Sie eine ewige Botschaft, die z.T. zwar sperrig und unbequem sein mag, dafür aber auch ewige Hoffnung geben kann?

Eine Kirche, die ihre Botschaft dem Zeitgeist anpasst…

… verliert ihre Autorität, weil sie ihre eigenen Fundamente in Frage stellt und nur noch
ggwachsweiche Menschenmeinungen statt Gottes ewiger Wahrheit anbieten kann.

… verliert ihre Fähigkeit, Hoffnung, Trost und Halt über den Tod hinaus zu vermitteln, weil
ggkein Mensch wissen kann, was über den Tod hinaus verlässlich ist.

… verliert ihre Berechtigung, unter den zahllosen philosophischen und religiösen
ggWeltverbesserern und Seelentröstern eine gesellschaftlich herausgehobene Stellung zu
ggbehalten.

… verliert ihre Einheit, weil es immer weniger verbindliche Gemeinsamkeiten gibt.

… verliert ihre Botschaft und Glaubwürdigkeit, weil auch der Zeitgeistchor immer
ggvielstimmiger wird und der Wind sich immer rascher dreht.

… verliert deshalb das Interesse der Menschen und das Engagement der ehrenamtlichen
ggMitarbeiter.

… verliert am Ende ihre Existenz.

Leider sind alle diese Dynamiken im Moment in Deutschland sichtbar. Die bislang noch reichlich fließende Kirchensteuerquelle wird in wenigen Jahren austrocknen. Entsprechend bleibt nur noch ein kleines Zeitfenster, um umzukehren und sich wieder neu dem Wort und den Geboten Gottes zu verpflichten. Das 500. Reformationsjubiläum wäre der ideale Anlass dafür.