Dieser Tag

Jesus, wie wird es sein
an diesem Tag
an dem sich unsere Blicke treffen,
an dem Du, die Liebe meines Lebens,
sichtbar, spürbar, hörbar
vor mir stehst.

Eins weiß ich:
Dieser Tag
wird alles wert gewesen sein.

Danke, dass du bis dahin
an jedem einzelnen Tag
wie ein guter Freund
unsichtbar
an meiner Seite bleibst.

5 Thesen zu Partnerschaft und Sexualität

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Für gar nicht so wenige Christen ist dieses Thema einer der größten Beweise dafür, dass die Bibel Gottes Wort ist. Warum? Weil die Aussagen der Bibel dazu heutzutage so oft lächerlich gemacht und als mittelalterlich abgetan werden. Doch ein Blick in unsere Gesellschaft reicht, um zu sehen, dass die sogenannte sexuelle Befreiung keinesfalls zu mehr Entfaltung und Glück geführt hat. Andererseits erleben Christen, die es wagen, diese alten, verlachten Aussagen der Bibel ernst zu nehmen, dass die Prinzipien Gottes wirklich “funktionieren” und absolut beglückend sind.

Christen müssen sich nicht schämen für das, was die Bibel zu diesen Themen sagt. Im Gegenteil: Sie haben allen Grund, damit zu prahlen. Denn es ist definitiv das Beste, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. In jedem Fall weit besser als das, was BRAVO, Beate Uhse, RTLII oder Hollywood darüber vermittelt. Und es gibt einen einfachen Grund, warum das so ist:

Sexualität ist von Gott!

Es ist leider etwas Eigenartiges passiert: In unserer Gesellschaft hat sich die Meinung breitgemacht, dass freier Sex etwas tolles sei und die Christen gegen Sex seien. Etwa so: Der Teufel ist für Sex und Gott ist dagegen. Der Teufel gönnt es uns und Gott ist der ewige Miesmacher.

Leider haben die Christen viel zu diesem völlig falschen Bild beigetragen. Lange Zeit galt Sex unter Christen als Tabuthema, etwas Peinliches, etwas Unsauberes, etwas, über das man nicht spricht. Man hatte das Bild, dass die wirklich Heiligen sich vom Sex enthalten. Aber ist Gott wirklich gegen Sex? Die Wahrheit ist genau das Gegenteil:

Gott ist für Sex und der Teufel dagegen. Gott hat den Sex erfunden! Als Gott Mann und Frau schuf und sie zum ersten Mal zusammen kamen sagte er: SEHR GUT!!! Wenn ein Paar in den Flitterwochen zum 1. Mal zusammenkommt, sagt er: WUNDERVOLL!! Es hat wieder einmal funktioniert. Und Gott ist begeistert. Gott möchte, dass wir Spaß, Freude und Erfüllung finden in der Sexualität.

Sprüche 5, 18-19: “Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gemse – ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar!”

Gott hat die Sexualität geschaffen. Es war seine Idee! Deshalb weiß er auch am besten, wie sie funktioniert. Deshalb hat er uns Regeln gegeben dafür, wie wir Sexualität leben können, so dass sie uns beglückt und nicht kaputt macht.

Es ist der Teufel, der Sex hasst und ihn deshalb pervertiert und kaputt macht. Und mit dem Sex macht er die Menschen kaputt, die Familien, die Beziehungen, die Kinder.

Sex kann etwas wunderschönes, erfüllendes, verbindendes sein. Er kann aber auch frustrierend, abstoßend, ekelerregend, entwürdigend und zerstörerisch sein, wenn er vom Teufel pervertiert wird.

Umfragen zeigen immer wieder, dass die Menschen in unserer Gesellschaft trotz der Sexüberflutung nur wenig echte erfüllende Sexualität erleben. Der Grund ist naheliegend: Die Menschen haben die Gebrauchsanleitung Gottes verworfen. Denn nur der, der die Sexualität erfunden hat  weiß, wie sie wirklich funktioniert! Deshalb müssen wir diese Gebrauchsanleitung wieder ernst nehmen. Das Nachdenken über die folgenden 5 Thesen soll dabei helfen:

5 Thesen zum Thema Partnerschaft und Sexualität:

  1. Ich glaube, dass es gut ist, einige Freundschaften gehabt zu haben, bevor man sich endgültig bindet.
  2. Ich glaube, dass es für manche Menschen Liebe auf den ersten Blick gibt.
  3. Ich glaube, es ist nicht schwer, wahre Liebe von einer Schwärmerei zu unterscheiden.
  4. Bevor jemand gar keinen Partner findet, ist es O.K., auch einen Nichtchristen zu heiraten.
  5. Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist unbedenklich, solange das Paar eine echte Beziehung verbindet.

These 1: Ich glaube, dass es gut ist, einige Freundschaften gehabt zu haben, bevor man sich endgültig bindet.

Diese Meinung wird heute überall vertreten. Jede Partnerschaft, die wieder zerbricht, soll eine gute Vorbereitung auf die Ehe sein. Wenn man den Medien und dem Zeitgeist glaubt, sieht der normale Weg in die Ehe etwa so aus (wenn man überhaupt noch die Ehe anstrebt):

Partnerschaftsentwicklung heutzutage

Nach mehreren Freundschaften, in denen ich mit dem Partner alles mache, was ich auch mit einem Ehepartner machen würde (man will ja nicht die “Katze im Sack” kaufen!), finde ich den/die Richtige(n) und heirate. Vielleicht habe ich Glück und es geht gut. Ansonsten lasse ich mich eben scheiden und fange das „Spiel“ wieder von vorne an. Ist das wirklich gut so?? Eine Gegenthese:

Jede Partnerschaft, die zerbricht, zerstört ein Stück unserer Fähigkeit, zu vertrauen und uns zu öffnen.

Eine Partnerschaft einzugehen bedeutet: Sich öffnen, Vertrauen investieren, sich verletzbar machen, etwas von sich verschenken, sich binden, sich an jemand hängen. Wenn diese Bindung zerbricht, zerbricht wirklich etwas in uns, nämlich unsere Fähigkeit, uns wieder zu öffnen, wieder zu vertrauen, sich wieder verletzbar zu machen. Wir werden schon mit der Angst in die Partnerschaft gehen: Ob er/sie mich wieder enttäuscht? Und aus Angst vor einem erneuten Bruch öffnen wir uns schon ein Stück weniger, sind schon etwas vorsichtiger, kühler, distanzierter. Je öfter das passiert, um so beziehungsunfähiger werden wir.

Genau hier liegt der Grund dafür, warum die Beziehungen in unserer Gesellschaft immer oberflächlicher werden und die Fähigkeit zu dauerhafter Partnerschaft immer mehr zurückgeht.

Die Folgen sind weit beunruhigender als Umweltverschmutzung oder eine drohende Wirtschafts­krise: Die Partnerschaften werden immer unbeständiger, Familien gehen in die Brüche, Kinder wachsen ohne Orientierung auf und tragen von klein auf psychische Schäden mit sich herum in ihrer Identität und Beziehungsfähigkeit. Wenn diese Generation dann Familien gründet wird es ihnen noch schwerer fallen, stabile Partnerschaften und Familien zu bauen. Wir sind jetzt schon dabei, die Früchte zu ernten dessen, was wir durch die Abkehr von Gottes guten Geboten gesät haben.

Die Bibel macht uns daher einen anderen Vorschlag, wie ein guter Weg in die Ehe aussieht. Die Bibel kennt nur 3 Phasen: Alleine sein, verlobt sein und verheiratet sein. Was wir nirgends finden in der Bibel ist Freundschaft (im Sinne von sexuell angereicherter Partnerschaft ohne feste Bindung) und Scheidung. Das biblische Ideal sieht daher in etwa so aus (wobei das Leben natürlich immer komplizierter ist!!!):

Partnerschaftsentwicklung biblisch

Der entscheidende Unterschied zum ersten Modell ist, dass bereits die Freundschaft eine lebenslange Perspektive hat. In dem Moment, wo ich eine Bindung eingehe, dann muss die Perspektive ein „hoffentlich für immer“ sein.

Das bedeutet konkret: Gehe eine Bindung zu einer Person nur dann ein, wenn Du die Entscheidung getroffen hast: Mit dieser Person könnte ich mir vorstellen, mein ganzes Leben zu verbringen!!! Denn wenn Du einem Menschen sagst, dass Du vermutlich nur eine Zeit lang mit ihm/ihr zusammen bleiben willst dann zerstört das die Sicherheit und das Vertrauen, bedingungslos geliebt zu werden.

Solange Du diese Person noch nicht getroffen hast, genieße die Freiheit. Und dann prüfe genau, bevor Du eine Partnerschaft eingehst.

These 2:    Ich glaube, dass es für manche Menschen Liebe auf den ersten Blick gibt.

Das hört sich gut an, wenn man es zum ersten Mal hört. Jeder, der Titanic gesehen hat, ist fest überzeugt von dieser These. Das Problem dieser These ist, dass man den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein nicht verstanden hat:

Verliebtsein ist ein Gefühl. Wie alle Gefühle ist es äußerst unbeständig, wechselhaft, abhängig von den Hormonen, vom Wetter, von der Jahreszeitlove-150277_1280 und anderen äußeren Einflüssen. Es kann besonders ausgelöst werden vom Duft oder besonderen Aussehens- oder Verhaltensmerkmalen der anderen Person wie Frisur, Figur, der Humor oder die Muskeln einer Person.

Das Problem am Verliebtsein ist: Es ist nicht auf Dauer da. So wie die Umstände sich ändern, die Hormone nicht mehr so fließen, die Jahreszeit wechselt, der Duft, die Frisur und auch die Figur sich ändern kann, so wird auch dieses Gefühl des Verliebtseins verschwinden.

Wenn dieses Gefühl die Basis einer Partnerschaft ist, dann ist sie zum Scheitern verurteilt.

Als Europäer kennen wir das Konzept der Liebesheirat und halten es für das einzig wahre und sind entsetzt, dass in anderen Ländern der Ehepartner von den Eltern ausgesucht wird. Und natürlich ist Liebesheirat auch wirklich absolut klasse. Das Problem an der Liebesheirat, wie wir sie verstehen ist nur, dass wir Liebe mit Verliebtsein verwechseln. Wenn dieses Gefühl dann verschwindet sagen wir: Wir lieben uns nicht mehr. Wir sollten uns trennen. Und ab geht’s zum nächsten Lebensabschnittspartner….

Mit dieser Haltung ist es leider unmöglich, dauerhafte, tiefe vertrauensvolle Partnerschaften und Familien aufzubauen, die auch für Kinder ein gesundes Zuhause sein können. Diese Partnerschaften brauchen ein anderes Fundament, nämlich echte Liebe.

Liebe beruht auf einer Willensentscheidung, sich fest zu binden, dem anderen zu dienen, ihn zu beschenken, treu zu sein, sich für den anderen hinzugeben und aufzuopfern, ihn zu schätzen, zu ehren, zu fördern und ihm zu vergeben.

Aus dieser Entscheidung heraus wächst eine tiefe Vertrautheit, eine innige Partnerschaft, die viel tiefer ist als ein flattriges Gefühl und viel beständiger als zittrige Knie.

Aber echte Liebe ist eine Sache, die Zeit braucht, in die man viel investieren muss. Liebe kommt nicht von jetzt auf nachher. Sie ist die Frucht einer festen Entscheidung, von viel Beziehungsarbeit, Vergebung und Hingabe. Diese Liebe ist das schönste, was man sich vorstellen kann. Hier ist ein Mensch, dem ich rückhaltlos vertrauen kann, der zu mir steht, egal was passiert, ob ich krank werde, einen Unfall habe, ob ich meine Schönheit oder Intelligenz verliere oder mein Geld. Ich habe eine Zuflucht und ein Zuhause bei diesem Menschen, meinem Freund und Partner, meinem Geliebten und Gefährten. Diese Liebe ist es, die ein Leben lang hält und trägt.couple-157612_1280

Verliebtsein ist etwas Großartiges, etwas von Gott gewolltes, aber kein Fundament für eine lebenslange Partnerschaft. Für echte Liebe brauchst Du eine feste Entscheidung für einen Menschen, der zu Dir passt und mit dem Du ein echtes Team bilden kannst.

Ob Du so einen Menschen gefunden hast, sieht man nicht auf den ersten Blick. Um das herausfinden zu können, braucht man Zeit, die man sich unbedingt lassen sollte, bevor man die zweitwichtigste Entscheidung im Leben trifft und die über den ganzen restlichen Lebensweg entscheidet!

These 3:    Ich glaube, es ist nicht schwer, wahre Liebe von einer Schwärmerei zu unterscheiden.

Doch es ist schwer! Es gibt das alte Sprichwort: Liebe macht blind. Dieses Sprichwort ist falsch. Liebe macht nicht blind, ganz im Gegenteil: Nichts befähigt mehr, einen Menschen wirklich kennen zu lernen als Liebe. Aber Verliebtsein macht sehr wohl blind! Die Hormone und das Kribbeln im Magen können uns im wahrsten Sinne des Wortes um den Verstand bringen. Das ist ja nichts Schlechtes, wenn wir am richtigen Partner dran sind. Aber es ist schon gefährlich, wenn sich unsere Gefühle auf die falsche Person eingeschossen haben…

Wir sollten Verliebtsein nicht fürchten oder meiden, im Gegenteil. Verliebtsein ist etwas Wundervolles, das Gott sich ausgedacht hat. Aber wir sollten so realistisch sein, um zu wissen, dass uns diese Gefühle auch auf Irrwege schicken können.

Und wenn wir das wissen, dann werden wir uns vornehmen, uns bei der zweitwichtigsten Entscheidung im Leben nicht nur von solchen Gefühlen steuern zu lassen. Diese Entscheidung braucht ein besseres Fundament. Wie sieht dieses Fundament aus?

Ein gutes Fundament für die Entscheidung für einen Partner hat 3 Elemente:

  1. Eine nüchterne Prüfung: Überlege doch mal gründlich, ob dieser Mensch zu Dir passt. Natürlich ist es nicht nötig, dass die Neigungen, die Zukunftsvorstellungen, die Vorlieben 100%ig übereinstimmen. Aber es macht Sinn, sich die Unterschiede zumindest einmal klar zu machen und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen.
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  2. Der Rat von anderen Menschen: Wenn mein eigener Verstand schon ausgeschaltet ist, dann brauche ich wenigstens den Verstand der Anderen, selbst wenn ich ihn eigentlich fürchte, weil ich Angst habe, sie könnten mir einen Rat entgegen meiner Gefühle geben. Aber wer diesen Rat meidet, begibt sich in die Gefahr, sich sein Leben im Überschwang der Gefühle durch die Entscheidung für einen falschen Partner kaputt machen zu lassen.
  1. Die Sicherheit, dass Gott ja sagt zu dieser Partnerschaft – wie auch immer Du diese Sicherheit findest: Es kann ein Friede in Deinem Herz und Deinem Gewissen sein oder aber die Bestätigung durch Mitchristen. Vorsicht: Christliche Zeichendeuterei hat schon die unmöglichsten Blüten getrieben. Zeichen von Gott können nur Bestätigungen sein, niemals ein Fundament für eine Partnerschaft.

Warum ist dieses Fundament so wichtig? Weil es uns tragen wird in schweren Zeiten! Denn in vielen Partnerschaften kommt der Zeitpunkt, wo der Teufel kommt und uns einredet: Diese Entscheidung war ein Fehler. Hättest Du nur diese oder diesen nicht geheiratet. Was antwortest Du dann? Jede Bestätigung von Geschwistern oder Gott ist wertvoll für diese Zeit. Sie wird Dich tragen und Dir helfen, treu zu sein, wenn Deine Gefühle am liebsten ausbrechen würden aus dieser Partnerschaft.

Deshalb ist es so wichtig, Dir und Deinen Gefühlen erst mal ein wenig zu misstrauen und die Entscheidung für eine(n) Partner(in) gründlich zu prüfen und auch den Rat von Anderen zu suchen. Wichtig ist dabei aber auch: Am Ende entscheidest Du, nicht andere Menschen! Lass Dich nicht fremdbestimmen. Denn Du trägst ja auch die Folgen Deiner Entscheidung.

These 4:    Bevor jemand gar keinen Partner findet, ist es O.K., auch einen Nichtchristen zu heiraten.

Auch diese These wird oft vertreten. Was ist schon dabei, wenn er/sie nett ist und liebevoll? Warum nicht? Vielleicht bekehrt sich die Person ja noch…

Es gibt einige gute Gründe, lieber auf einen christlichen Partner zu warten als auf eine spätere Bekehrung zu hoffen. Der erste ist: Es keine gute Basis für eine Partnerschaft, wenn ich den Anderen nicht so annehme wie er ist, sondern von vornherein hoffe, ihn umdrehen und bekehren zu können. Was würdest Du denken, wenn Dein Partner so über Dich denken würde?

Der 2. Grund ist die Bibel:

2. Korinther 6, 14: “Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?”

Das Bild vom Joch ist ein gutes Bild für die Ehe: Gemeinsam werden die Ochsen unter das Joch gespannt, damit sie mit vereinten Kräften ziehen können. Sie sind wie zusammengekettet. Es ist unsere Wahl, mit wem wir unter dieses Joch wollen. Aber wenn wir einmal darunter sind, ist es nicht mehr unsere Wahl, ob wir dort bleiben wollen oder nicht. Deshalb diese Ermahnung: Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Warum spricht hier die Bibel so deutlich?

Die Bibel nennt 3 Bereiche, die uns als Person ausmachen: Leib, Seele und Geist. Das Geheimnis einer tiefen, erfüllenden Partnerschaft liegt in der Einheit in allen 3 Lebensbereichen, im Leib, in der Seele, aber eben auch im Geist:

Geist Seele Leib

Gott wünscht sich für uns, dass unser Partner unser Liebhaber (Leib), unser bester Freund (Seele) und unser wichtigster Bruder/Schwester (Geist) sein kann. Dann können wir in allem eins sein. Dann können wir gemeinsame Ziele haben und entwickeln. Dann werden wir uns eins sein im Setzen unserer Prioritäten. Dann werden wir uns verstanden fühlen können in allen Lebensbereichen. Wir werden gleiche Werte und Normen haben, auch in der Kindererziehung. Eine solche Partnerschaft wird mit Menschen, die Jesus nicht kennen, nur eingeschränkt funktionieren, weil die Einheit im geistlichen Bereich unmöglich ist.

Am Anfang einer Partnerschaft fällt uns das nicht so auf, weil man noch sehr auf den körperlichen Bereich fixiert ist. Aber später, wenn die erste körperliche Faszination nachlässt, dann zeigt sich das wahre Fundament einer Ehe. Dann ist es so wichtig, dass wir diese Einheit haben in allen Bereichen.

Irgendwie neigen wir zu der Ansicht: Besser einen schlechten Partner als gar keinen Partner. Aber Vorsicht: Ehe kann etwas Wundervolles, Erfüllendes und Beglückendes sein. Sie kann aber auch eine zutiefst frustrierende Angelegenheit sein, die sich wie ein Gefängnis anfühlt, wenn wir nicht den richtigen Partner haben.

Es kann deshalb sehr wohl besser sein, Single zu sein als mit dem falschen Partner zusammen zu leben. Vielleicht sagen jetzt manche Singles zu Ehepaaren: Du hast gut reden als Verheirateter. Aber Tatsache ist: Ehe ist manchmal harte und schwere Arbeit und alles andere als romantisch. Wehe dem, der diese Arbeit tun muss mit dem falschen Partner, wo alle Arbeit und Bemühung nicht zum Ziel der Einheit und des Glücks führt.

These 5:    Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist unbedenklich, solange das Paar eine echte Beziehung verbindet.

Immer wieder hört man auch unter Christen die Ansicht, es würde nichts davon in der Bibel stehen, dass man mit dem Geschlechtsverkehr bis zur Ehe warten soll. Aber in 5.Mose 22,13-21 kann man z.B. nachlesen: In Israel war es absolut selbstverständlich, dass der erste Geschlechtsverkehr in der Hochzeitsnacht stattfindet. Auch im neuen Testament finden sich dazu Bibelstellen:

1. Korinther 7, 8-9: “Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.”

1.Korinther 7, 36: “Wenn aber jemand denkt, er handle ungeziemend mit seiner Jungfrau, wenn er in der Vollkraft steht, und es muss so geschehen, so tue er, was er will; er sündigt nicht; sie sollen heiraten.”

Paulus nennt 2 Alternativen: Entweder Enthaltsamkeit oder Heirat. Offensichtlich war auch für ihn Geschlechtsverkehr ohne Heirat überhaupt kein Thema.

Aber wenn Gott solche Anweisungen gibt, dann muss das Gründe haben. Es geht ihm ja nicht um spaßverderbende Verbote. Aber was sind Gottes gute Gründe für diese Regel?

  • Die Bibel sagt uns, dass beim Geschlechtsverkehr mehr passiert als nur ein körperlicher Akt. Sie sagt „Die 2 werden 1 Fleisch sein.“ In der Verlobungszeit wollen wir ja noch prüfen und uns eine Hintertür offenlassen. Wenn wir vor der Hochzeit miteinander schlafen und uns schon vorher vereinigen, berauben wir uns dieser Verlobungs- und Prüfungszeit, denn wir schaffen schon vorher endgültige Fakten.
  • Wer mit dem Geschlechtsverkehr bis zur Hochzeit wartet, erlebt diese als den Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts. Mit der festen Entscheidung für den Partner wird gleichzeitig das wunderbare Erlebnis der körperlichen Vereinigung verbunden. Die gefühlsmäßige Bindung an den Partner bekommt ein festeres Fundament. Wer die körperliche Vereinigung dagegen der äußeren Vereinigung vorzieht raubt der Hochzeit diesen Wert und macht sie zu einer reinen Festivität. Die Hochzeit, die uns eigentlich ein Leben lang an die zweitbeste Entscheidung unseres Lebens erinnern sollte, hat einen wichtigen Teil ihres Glanzes verloren.couple-1299677_1280
  • Entscheidend für tiefe, erfüllende Sexualität ist die absolute Gewissheit der Treue und ungeteilten Liebe des Partners, um sich ihm völlig hingeben zu können. Die Rahmenbedingungen für erfüllenden Geschlechtsverkehr sind deshalb nur in der Ehe (also nach dem endgültigen Versprechen) wirklich gegeben.
  • Etwas, auf das man warten muss, steigt im Wert. Wenn man es sich aber sofort nimmt und nicht warten kann, verliert es seinen Reiz (wie beim vorher ausgepackten Weihnachtsgeschenk!)
  • Eine Partnerschaft aufzubauen, ist viel Arbeit. Es braucht viel Zeit zum Reden, sich kennenlernen, Konfliktpunkte erkennen und daran arbeiten. Wer sich zu früh auf das Körperliche konzentriert vernachlässigt die wichtige Beziehungsarbeit.
  • Eine Schwangerschaft ist erst im geschützten Raum der Ehe möglich!

Wer sich vorgenommen hat, erst in der Hochzeitsnacht mit seinem Partner zu schlafen tut gut daran, sich für die Zeit davor ein paar Regeln für das Miteinander zu geben, z.B.:

  • Wir gehen nicht zu zweit in den Urlaub.
  • Wir übernachten nicht zu zweit miteinander im gleichen Raum.
  • Wir entkleiden uns nicht komplett voreinander.
  • Wir streicheln uns an bestimmten Stellen nicht bzw. nicht unter der Kleidung.

Warten ist manchmal schwer und in der heutigen Zeit geradezu verpönt. Aber die Belohnung ist einfach riesig und die Mühe allemal wert! Und im Warten zeigen wir dem Anderen: Du bist es mir wert, die Spannung auszuhalten bis zu dem Tag, an dem wir uns vor Gott und der Welt versprechen, für immer zusammen zu bleiben. Es gibt kein größeres Treueversprechen, keine größere Liebesbekundung und somit auch kein besseres Fundament für eine lebenslange Liebe!

Es gibt immer einen Neuanfang!

Vielleicht geht es manchen nicht gut bei diesen Gedanken. Vielleicht tragen wir Verletzungen mit uns herum. Vielleicht fühlt sich mancher betrogen und beraubt, weil Dinge schiefgelaufen sind oder Du hast Dich von Gefühlen fortreißen lassen zu Dingen, die Du jetzt bereust.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Es gibt immer einen Neuanfang bei Jesus. Was auch immer passiert ist, wir können es am Kreuz bereinigen und von vorne anfangen. Deshalb kann selbst eine Prostituierte, wenn sie umkehrt, im weißen Kleid heiraten, weil Jesus sie ganz neu anfangen lässt und ihr auch die körperliche Unschuld zurückgibt. Wenn Dinge schiefgegangen sind: Bereinige es, bring es ans Licht, lass Dir Vergebung und den Neuanfang zusprechen.

Und dann geh wieder von Herzen den Weg Gottes und lass Dich nicht davon abbringen! Achte darauf, was Du Dir anschaust, halte Dein Gewissen und Deine Seele rein und vermeide Pornographie!

Dann werden wir als Nachfolger Jesu einen Unterschied machen und ein Zeugnis sein für eine Gesellschaft, die sich eigentlich nach Familienglück sehnt aber immer mehr verlernt, wie wir dieses Glück finden können. Und vor allem werden wir glücklich werden, weil sich Gottes gute Gebote heilsam auswirken für alle, die sich daran halten.

Siehe auch:

Nutzlose Anbetung?

Menschen sind Anbeter. Gott hat in unseren Herzen ein tiefes Bedürfnis angelegt, ihn anzubeten. Tun wir das nicht nehmen zwangsläufig Götzen Gottes Platz in unseren Herzen ein. Das können Dinge wie Reichtum, Macht oder Ansehen sein bzw. alles, was uns dazu verhilft. Oder auch Menschen, Gruppen oder Ideologien, die wir vergöttern.

Besonders schlimm ist, wenn die Kirche nicht anbetet. Dann verliert sie ihre Mitte. Dann tritt Tradition und Institution an die Stelle der Liebe zu Jesus. Dann wird Glaube gesetzlich, rechthaberisch und förmlich. Dann wird Kirche geistlos, lieblos und konfliktgeladen. Dann trocknet Kirche aus und schrumpft sich zu Tode.

Man sollte meinen, die Kirche wäre gegen diese Gefahr gefeit. Schließlich sind alle Gottesdienste – egal ob modern oder traditionell – voller Anbetung. In allen Konfessionen und Traditionen leiten neue und alte Lieder, Liturgien und Gebete die Menschen an, Gott anzubeten.

Die große Frage ist: Warum erleben wir trotzdem so wenig Liebe und Leidenschaft für Jesus in der Kirche? Warum sind all die oben genannten Symptome fehlender Anbetung so offensichtlich vorhanden, wenn Anbetung doch so weit verbreitet ist?

Jesus gibt eine klare Antwort darauf: Anbetung ist kein Selbstläufer! Anbetung kann tatsächlich nutzlos sein:

„Diese Menschen ehren mich mit ihren Worten, aber nicht mit ihrem Herzen. Ihre Anbetung ist nutzlos, denn sie ersetzen die Gebote Gottes durch ihre eigenen Lehren.“ (Matthäus 15, 8+9)

Blogbild Nutzlose Anbetung

2 Fehlentwicklungen nennt Jesus hier, die die segensreichen Auswirkungen von Anbetung blockieren:

Wenn die Anbetung nicht von Herzen kommt

Landauf landab streiten sich Christen, ob neue Lobpreislieder gegenüber den alten Chorälen ein Fortschritt oder ein Rückschritt sind. Jesus macht deutlich: Wir streiten um die völlig falsche Frage! Die richtige Frage ist: Singen wir von Herzen? Singen wir authentisch? Solange wir beim Liedersingen nicht von Herzen meinen, was wir singen, ist das keine Anbetung – egal ob es sich um einen tiefsinnigen Choral oder einen hippen neuen Worshipsong handelt.

In Jesaja 29, 13 klagt Gott: „Dieses Volk sucht meine Nähe nur mit dem Mund und ehrt mich nur mit Lippenbekenntnissen. In seinem Herzen aber hält es einen weiten Abstand von mir. Seine Furcht vor mir erschöpft sich in auswendig gelernten Sprüchen.“

Gott sieht das Herz an, nicht unsere Formen. Die große Herausforderung für Gottesdienst- und Lobpreisleiter ist es, Lieder so auszuwählen und das Singen so anzuleiten, dass die Oberflächlichkeit durchbrochen wird. Ob wir mit neuen oder alten Liedern anbeten ist letztlich egal. Wichtig ist, dass wir dabei von Herzen auf Gott schauen und ehrlich das meinen, was in den Liedtexten steht!

Wenn der Anbetung die Ehrfurcht vor Gottes Worten fehlt

Es reicht nicht, sich in emotionale Worshipevents zu stürzen. Anbetung muss Hand in Hand gehen mit einer Liebe und Ehrfurcht für Gottes Wort. Denn echte Liebe zu Gott führt immer auch zu einer demütigen, hörenden Herzenshaltung seinem Wort gegenüber: „Wer meine Gebote kennt und sie befolgt, der liebt mich.“ (Johannes 14, 21)

Anders als wir empfindet Gott unseren Lobpreis nicht dann als Lärm, wenn die Lobpreiser zu laut sind oder die Töne nicht treffen. Was Gott wirklich nervt ist, wenn die Lebensführung der Lobpreiser nicht Gottes Geboten und Gerechtigkeit entspricht (Amos 5, 23+24)!

Deshalb müssen wir in unseren Gemeinden immer beides fördern: Eine authentische Kultur der Herzens-Anbetung. Und Liebe und Ehrfurcht für die Bibel. Wenn wir das tun wird unsere Anbetung ihre ganze segensreiche Kraft entfalten für unser eigenes Leben, unsere Familien, unsere Gemeinden und unsere Gesellschaft. Denn wo Gott im Geist und in der Wahrheit angebetet wird breitet sich sein Friedensreich aus. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten (Johannes 4, 23). Wirst Du einer davon sein?

Siehe auch:

Jenseits unseres Horizonts

Neulich sah ich ein Video, in dem erklärt wird, wie ein LCD-Monitor funktioniert. Der Produzent des Videos hat sich wirklich Mühe gegeben. Aber ganz ehrlich: Am Schluss war ich fast so schlau (bzw. dumm) wie zuvor, so wenig habe ich verstanden. Und ich musste mir eingestehen: So ein LCD-Monitor ist offenbar so kompliziert, dass ich nicht so einfach dahinter komme, wie und warum das funktioniert.

Blogbild Begreifen und Verstehen

Ist es nicht seltsam? Jeder von uns versteht sofort, dass wir etwas so Alltägliches wie einen LCD-Monitor nicht so einfach begreifen können. Aber gleichzeitig haben wir die Erwartung, dass Gott uns doch gefälligst erklären können muss wie die ganze Welt funktioniert. Und warum es in der Welt so läuft, wie es nun einmal läuft. Warum es Leid und Katastrophen gibt. Warum nicht jedes unserer Gebete sofort erhört wird. DAS müsste Gott uns doch verständlich machen können. Und wenn nicht, dann kann dieser Gott ja wohl nichts taugen…

Ist das nicht ungeheuer anmaßend? Wie viele Leute habe ich schon sagen hören: Gott kann es nicht geben, denn dass ein Gott so handelt ist doch nicht logisch. Ich finde eine solche Aussage in etwa genauso schlüssig wie wenn jemand sagen würde: Ich kaufe mir keinen LCD-Monitor, denn diese Technologie erscheint mir nicht nachvollziehbar. Niemand sagt so etwas. Weil wir verstanden haben, dass es nun einmal komplexe Technologien gibt, die funktionieren, obwohl wir sie nicht verstehen.

Könnte es sein, dass die Welt und zudem die unsichtbare Welt auch nicht so ganz simpel zu verstehen ist? Könnte es sein, dass die Perspektive Gottes das Fassungsvermögen unseres begrenzten Verstands übersteigt?

Und wenn es so ist: Wäre es dann nicht angemessen, dass wir ein wenig demütiger mit Gott umgehen bevor wir seine Vertrauenswürdigkeit wegen unserer unbeantworteten Fragen anzweifeln oder ihn gar ganz links liegen lassen?

In der Bibel lesen wir, wie Hiob Gott bedrängt hat mit der Frage: Warum? Warum lässt Du das zu, Gott??? Gott hat reagiert. Aber anders als erwartet. Er hat Hiobs Frage nicht beantwortet. Stattdessen hat er einfach nur klar gemacht: Ich bin der große und gewaltige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Wer bist Du kleiner Mensch, dass Du mich verklagen und in Frage stellen willst?

Manchmal mutet Gott es uns zu, dass wir ihn nicht verstehen. Vielleicht ja ganz einfach deshalb, weil wir ihn auch gar nicht verstehen könnten, selbst wenn Gott versuchen würde, es uns zu erklären. Weil es vielleicht in der sichtbaren und der unsichtbaren Welt ein paar Dinge gibt, die sogar noch komplexer sind als ein LCD-Monitor…

Gut, wenn wir den Monitor benutzen, auch wir ihn nicht verstehen. Und noch besser, wenn wir auf Gott vertrauen, auch wenn wir ihn manchmal nicht durchschauen! Berücksichtigen wir doch einfach die Erkenntnis des Psalmschreibers:

Unser Herr ist groß und seine Macht ist gewaltig! Seine Erkenntnis übersteigt alles, was wir begreifen können! (Psalm 147, 5)

Keine Angst! Ehrlich!

Die Bibel ist manchmal schon witzig. Da kündigt uns Jesus Katastrophen über Katastrophen an. Und dann sagt er: Keine Angst! Fürchte Dich nicht! Dein Ernst, Jesus? Erst erzählst Du uns von weltweiter Verfolgung, Kriegen, Hungersnöten, Erdbeben und Erschütterungen – und dann sagst Du, dass wir uns nicht fürchten sollen? Ja, genau. Jesus war halt noch nie gut im Verharmlosen und Schönfärben. Er war immer ein Fan ungeschminkter Wahrheit.

Und er hat trotzdem keine besorgten Bürger hervorgebracht.

Wir brauchen auch heute Menschen, die die Wahrheit sagen. So wie sie ist. Ehrlich und ungeschminkt. Nur das schafft Vertrauen. Wer z.B. heute immer noch so tut, als wären die vielen Flüchtlinge einfach nur eine Bereicherung für unser Land und gleichzeitig alle, die auf die realen Probleme und Gefahren hinweisen, als Populisten hinstellt und damit den dringend notwendigen Diskurs unterdrückt, spaltet unsere Gesellschaft und beschädigt das Vertrauen in Politik, Medien und Kirche. Gut, dass es Menschen gibt wie Heinz Buschkowsky, Sabatina James und viele Andere, die den Menschen ungeschminkt sagen, was los ist. Das ist notwendig und not-wendend, im wahrsten Sinn des Wortes.

Aber genauso notwendig ist es, richtig mit dieser Realität umzugehen. Und die richtige Reaktion ist: Keine Angst! Fürchte Dich nicht! Wenn wir jetzt schon die Hosen voll haben, was soll dann erst werden, wenn es mal wirklich turbulent wird? Wenn die Regierung, die Währung und die Wirtschaft zusammenbricht? Wenn Terroranschläge passieren? Wenn…

STOPP! Jesus hat es uns so klar gesagt: Mach. Dir. Keine. Sorgen! ER, der sich sogar um jeden einzelnen Vogel kümmert, kümmert sich ganz sicher auch um Dich. ER gibt Dir auch morgen, was Du brauchst. Unser Denken, unser Reden und Tun soll deshalb von Liebe bestimmt sein, nicht von Angst. Nicht, weil wir naive Gutmenschen sind. Sondern weil wir die GANZE Wahrheit kennen. Und die ganze Wahrheit ist:

Über alle Bedrohungen und Probleme hinaus gibt es einen Gott, der alles unter Kontrolle hat. Der uns liebt wie ein Vater seine Kinder. Der uns einen Frieden gibt, der nicht auf Realitätsflucht basiert sondern auf seinem blutig erkämpften Sieg am Kreuz von Golgatha. ER hat dem ultimativen Bösen direkt ins Auge geschaut. ER hat es ein für alle Mal überwunden. Deshalb kann ER uns einen Frieden geben, der auch dann noch besteht, wenn unser Verstand es gar nicht mehr für angemessen hält, gelassen und friedvoll zu sein. Ein Friede, der höher ist als alle Vernunft. Genau das brauchen wir heute.

Lasst uns Friedensboten sein. Aber nicht mit naiver Realitätsverdrängung sondern mit der ehrlichen Wahrheit. Mit der GANZEN Wahrheit. Die Wahrheit macht uns frei. “Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” (Johannes 16, 33)

Siehe auch:

Wie umgehen mit Zweifeln?

Wer glaubt, kennt auch Zweifel. Beim bekannten Jugendevangelisten Torsten Hebel wurden die Zweifel sogar so groß, dass er den Glauben offenbar verloren hat und er sich ganz neu auf die Suche nach Gott macht. Was für eine traurige Nachricht! Aber geht es uns Christen nicht allen so, dass wir immer wieder Zweifel haben, ob das denn wirklich alles so stimmt mit der Auferstehung, den Wundern, der Wiederkunft Jesu, Himmel und Hölle usw.?

Bei diesem Thema fällt mir immer sofort ein unglaubliches Erlebnis ein: Als junger Erwachsener war ich schon einige Jahre als engagierter Christ aktiv. Ich war abends alleine in meinem Zimmer und hatte plötzlich das Gefühl, dass mein ganzes Glaubenskartenhaus zusammenbricht. Alle christlichen Überzeugungen schienen mir auf einmal so fern, so weltfremd. Es fühlte sich an, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht und sich meine heimelige fromme Welt in Luft auflöst.Gesicht Fragen Zweifel

In meiner Verzweiflung tat ich etwas, was ich vorher und nachher nie mehr tat und das ich eigentlich auch niemand empfehlen würde: Ich nahm meine Bibel, schlug sie nach dem Zufallsprinzip irgendwo auf und zeigte wahllos mit dem Finger auf einen Vers. Was ich dann las verschlug mir förmlich den Atem:

„Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.” (Jesaja 54, 7+8)

Nur selten in meinem Leben fühlte ich mich so direkt und klar von Gott angesprochen. In diesem Moment wurde mir klar: Glauben können ist ein Geschenk! Es ist nicht meine intellektuelle Leistung sondern ein Resultat von Gottes Erbarmen und Gottes Wirken in mir. Paulus drückte das so aus. “So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.” (Römer 9, 16).

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass uns die Bibel trotzdem zu einer Entscheidung für den Glauben aufruft (z.B. Markus 1, 15). Sie schildert ausführlich die Konsequenzen, die diese Entscheidung für unser Leben und für die Ewigkeit hat. Wenn wir Menschen überhaupt keine eigene Entscheidungsmöglichkeit hätten würde das keinen Sinn machen.

Der Punkt ist: Glaube ist zwar ein Geschenk. Aber weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden bietet er dieses Geschenk jedem an. Ob wir es annehmen oder nicht bleibt unsere Entscheidung. Anders ausgedrückt: Glaube wird durch den Heiligen Geist gewirkt. Ob wir dem Heiligen Geist Raum geben oder nicht, liegt in unserer Hand.

Deshalb ist Glaube gefährdet, wenn er nur auf intellektuellen Überzeugungen und einem „Fürwahrhalten“ von christlichen Dogmen beruht. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, die für die ersten Christen eine Glaubens-Grunderfahrung war (siehe z.B. Apostelgeschichte 19, 1-7), ist heute noch genauso wichtig wie damals. Es lohnt sich, auch heute noch um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist zu beten oder für sich beten zu lassen.

Aber die Frage bleibt: Was machen wir, wenn uns Argumente gegen unseren Glauben treffen, auf die wir keine Antwort wissen? Ignorieren? Wegbeten? Nein, das ist sicher keine gute Idee. Glaube funktioniert auf Dauer nicht, wenn wir alle Einwände gegen unsere christlichen Überzeugungen verdrängen und unterdrücken. Besser ist es, wenn wir sie im Gebet Gott vorlegen, darüber nachdenken, forschen und Antworten suchen.

Immer wieder erlebe ich: Wenn ich das tue schenkt Gott mir tatsächlich einleuchtende Antworten! Auf diese Weise sind schon manche biblische Stolperstellen für mich zu echten Fundgruben geworden. Und ich spüre, wie das meinen Glauben stabilisiert. Es tut mir gut, überzeugende Argumente für meinen Glauben kennen gelernt zu haben wie z.B. die Belege für die körperliche Auferstehung Jesu, für die Glaubwürdigkeit der Bibel oder die überwältigenden Hinweise auf einen Schöpfer des Universums.

Gottes Wirken UND fundiertes Wissen: Beides hilft mir, zu glauben! Ich freue mich, ehrlich sagen zu können: Auf diesen beiden Beinen steht mein Glaube inzwischen ziemlich stabil. Ich hatte schon lange keine ernsthaften Zweifel mehr. Das gewachsene Vertrauen hilft mir, mutiger zu beten und zu vertrauen, dass Gott Dinge bewegt, die menschlich unmöglich erscheinen. Und es trägt dazu bei, dass ich auch andere Menschen mit meinem Glauben anstecken kann.

Und doch weiß ich am Ende: Es ist nicht meine Leistung sondern unverdiente Gnade, dass ich glauben kann. Dieses Wissen bewahrt mich davor, auf andere Menschen herabzuschauen, die sich mit dem Glauben schwer tun. Und es lehrt mich beten – für mich selbst und für die Menschen um mich herum, dass auch sie das wundervolle Geschenk des Glaubens entdecken dürfen.

Siehe auch:

Lau oder leidenschaftlich?

Warum brennen manche Christen so leidenschaftlich für Jesus und sind so verlässlich und verbindlich in der Gemeinde aktiv? Und warum sind andere eher passiv und unverbindlich? Dazu ein kleines Gleichnis:

Das Gleichnis von den zwei Schuldnern

Ein König lebte an seinem Hof in großem Frieden und Harmonie. Aber sein Volk war sehr arm. Fast alle Bauern waren durch Schulden in die Abhängigkeit von reichen Gutsherren geraten und sie mussten ihnen dienen wie Sklaven.

Eines Tages kam ein sehr armer und geschundener Bauer an den Hof des Königs. Er fiel vor dem König auf die Knie und klagte ihm sein Leid: „Erbarme dich, mein König“, rief  er, „bei der letzten Dürre musste ich viele Schulden machen. Der Gutsherr nahm uns unser ganzes Land weg. Mich machte er zum Sklaven, meine Tochter machte er gegen ihren Willen zu einer seiner vielen Frauen, wir haben kaum etwas zu essen und jetzt bin ich auch noch krank geworden und kann den Arzt nicht bezahlen.“ „Bezahlt denn nicht dein Gutsherr den Arzt?“, fragte der König. „Eher würde er mich sterben lassen“, antwortete der Bauer.

Da ging es dem König durchs Herz und er sprach: „Höre, was ich tun will: Ich will dir alle deine Schulden bezahlen und ich will dich, deine Familie und auch deine Tochter aus der Hand des Gutsherren freikaufen. Dann will ich dich zu den besten Ärzten des Landes schicken und du sollst gesund werden. Und noch mehr will ich tun: Ich will dich und dein ganzes Haus in meinen Palast aufnehmen und ihr sollt bei mir wohnen und mir dienen.“ Da weinte der Bauer vor Freude über die Gnade, die der König ihm erweisen wollte. Aber dann sprach er: “Wie kann ich an deinen Hof kommen? Ich bin ein einfacher Bauer und weiß nicht, wie man sich an deinem Hof verhält! Ich würde den Frieden in deinem Haus stören.“ Da antwortete der König: „Ich werde Lehrer für dich geben, dass sie dich unterweisen, wie du dich in meinem Haus verhalten sollst. Und ich will dir eine Ausbildung zuteil werden lassen. Du sollst lernen, wie man Krieg führt und du sollst ausziehen mit meinem Heer und für mich kämpfen und wenn du treu bist, sollst du bald ein Heeroberster werden und du sollst viel Ehre haben im ganzen Land.“

So tat der König nach seinem Wort und der einst so arme Bauer wurde bald bekannt im ganzen Land als ein tapferer und treuer Kämpfer für den König. Und niemand war so mutig und so aufopferungsvoll wie er, denn er liebte den König von ganzem Herzen. Und der Bauer wurde ein enger Vertrauter des Königs, der täglich bei ihm ein und ausging.König und Knecht

All das gefiel dem König sehr. Und er dachte in seinem Herzen: Ich will noch mehr Leuten ihre Schulden bezahlen und sie freikaufen und sie zu mir holen, damit sie mich so lieben und mir so treu dienen, wie er es tut. Und er schickte Boten ins ganze Land, die ausriefen: “Wer verschuldet ist, der komme zum Hof des Königs! Und der König will eure Schuld bezahlen und euch freikaufen und ihr sollt am Hof des Königs seine Diener werden!“ Aber die Reaktion des Volkes war nicht so, wie der König sich das erhofft hatte. Viele waren einst stolze Bauern gewesen und sie wollten es sich jetzt nicht eingestehen, dass sie arm und verschuldet waren. Andere hatten Angst, dass es ihnen am Hof des Königs vielleicht noch schlimmer ergehen könnte als bei ihrem Gutsherren. Einer jedoch dachte in seinem Herzen: Das hört sich gut an. Ich könnte es mir am Hof des Königs gut gehen lassen, ich würde viele einflussreiche Leute kennen lernen und würde vielleicht bald selbst ein angesehener Mann werden. Und so ging er zum Hof des Königs. Als er jedoch vor ihm stand, bekam er es mit der Angst zu tun. Er scheute sich davor, zugeben zu müssen, wie tief verschuldet er war. Er dachte sich: Wenn ich dem König alle meine Schulden sage, dann wird er sie vielleicht nicht bezahlen wollen und er wird mich wieder zurückschicken. Und so nannte er nur einen Teil der Schulden, die er hatte, und sie wurden bezahlt. So war der König voller Hoffnung, nun wieder einen treuen Knecht zu bekommen.

Jedoch wurde diese Hoffnung bald enttäuscht. Schon als der Mann neu eingekleidet werden sollte, gab es Probleme: Er wollte seine alten Kleider nicht aufgeben und die neuen gefielen ihm nicht. Auch wollte und wollte er nicht lernen, wie man sich am Hof verhält und so störte er immer wieder den Frieden im Haus des Königs mit den schlimmen Worten, die er gebrauchte und mit den alten Umgangsformen, die er sich einfach nicht abgewöhnen wollte. Erst recht war er ein schlechter Schüler, was das Kämpfen angeht und als es soweit war, in den Kampf hinauszuziehen, stellte er sich krank. Am schlimmsten aber war, dass er oft nicht einmal bei der täglichen Audienz beim König anwesend war und zuletzt kam es sogar immer öfter vor, dass er den Palast verließ, um wieder seine alte Heimat zu besuchen.

Eines Tages kam der frühere Gutsherr zum König, um die noch nicht bezahlten Schulden einzufordern. Da rief der König nach dem Mann und ließ ihn holen. Dann fragte er ihn: „Warum hast du mir nicht gesagt, dass du noch mehr Schulden hast?“ Da antwortete der Mann: „Ich hatte Angst, du würdest sie mir nicht bezahlen und mich wieder zurückschicken.“ Da sprach der König: „Du hattest Angst und du warst zu stolz, sie vor mir einzugestehen. Du kamst nicht hierher, um deine Schuld bezahlt zu bekommen, sondern du wolltest Ehre für dich haben und das Leben am Hof genießen. Aber seit du hier bist, bist du dabei, den Frieden und die Eintracht in meinem Palast zu stören. Erst dachte ich, dass sich das noch ändern würde. Jetzt aber erkenne ich, dass du mir niemals von ganzem Herzen dienen wirst, denn du liebst mich nicht wirklich und du dienst letztlich nur dir selbst. Weil du so mein Angebot missbraucht hast, gebe ich dich wieder in die Hände deines alten Gutsherren zurück, von dem ich dich freikaufen wollte.“

Und der Mann musste wieder zurück in die Sklaverei und es wurde mit ihm schlimmer als vorher.

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wie viele Menschen sind wohl wirklich deshalb in unseren Gemeinden, weil sie erkannt haben, dass sie ohne Jesus absolut verloren sind, dass sie verstrickt sind in den Fängen der Sünde und dadurch am Rande des Todes stehen? Wie viele Menschen sind in unseren Gemeinden, weil sie dort Jesus als den gefunden haben, der sie von der Last ihrer Sünde befreit, der sie rettet von ihrer Verlorenheit, der sie beschenkt mit unverdienter Gnade?
  • Wie viele Menschen sind dagegen nur deshalb in unseren Gemeinden, weil sie dort Beziehungen und Freundschaft suchen? Wie viele arbeiten vor allem deshalb mit, weil sie sich Aufmerksamkeit und Anerkennung wünschen?
  • Und wie sieht das bei uns selber aus?

Begeisterung und Eifer für Jesus entstehen aus einer Berührung mit der Verzweiflung der Sünde und ihrer tödlichen Folgen. Erst dann können wir dankbar jubeln über die Vergebung und herrliche Erlösung, die Jesus für uns erworben hat. Ist es nicht zwangsläufig so, dass Gemeinden lauwarm sind, solange wir Sünde nicht ansprechen?

Siehe auch:

  • Jesus und die Leidenschaft der Sünderin: Lukas 7, 36-50
  • Change! – Ein Plädoyer für eine Kirche mit Profil

Verletzte Identität & falscher Stolz

Menschen mit verletzter Identität können leicht verführt werden, ihr Heil in falschem Stolz zu suchen und sich in einer eigenen, durch Opfermentalität geprägten Wahrheit abzuschotten statt selbstkritisch Rat und Hilfe zu suchen und dadurch realistische Lösungsperspektiven zu entwickeln.

Dieses weit verbreitete Verhaltensmuster bringt nicht nur Einzelne zu Fall sondern auch ganze Nationen. Wenn (Ver-)Führer den Stolz der Nation oder der Religion beschwören, um die Herzen der Menschen zu gewinnen, führt das überall auf der Welt in eine Negativspirale, die wir in besonders schlimmer Form auch in Deutschland durchleiden mussten.

Die einzige wirklich nachhaltige Antwort auf dieses immer wiederkehrende Drama ist die Begegnung mit der Liebe des himmlischen Vaters, die unsere Identität heilt und uns immun macht gegen falschen Stolz und Opfermentalität.

Zitat Identität und falscher Stolz 2

Du bist ein Überraschungspaket!

Gott liebt Überraschungspakete! Damit meine ich Leute, die Dinge tun, die man ihnen menschlich niemals zugetraut hätte. In der Bibel gibt es massenweise solcher Typen. Mose zum Beispiel. Als Gott ihn am Dornbusch aufforderte, Israel aus Ägypten zu befreien sah es ganz danach aus, dass Gott die völlig falsche Wahl getroffen hatte. Denn Mose hatte Minderwertigkeitskomplexe: »Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten führen sollte?« Klar, dass er das sagt. Ein Mörder und ein Flüchtling zu sein nagt nun einmal am Selbstvertrauen.

Und Mose hat noch mehr Probleme: »Wenn ich zu den Israeliten sage: “Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch gesandt”, und sie mich fragen: “Wie heißt er denn?”, was soll ich ihnen dann antworten?« Er hatte also auch von Theologie keine Ahnung. Aber Gott bleibt gelassen: »Sag ihnen einfach: »Ich bin« hat mich zu euch gesandt.«

Doch Mose legt nach: »Aber sie werden mir nicht glauben und nicht auf mich hören!« Puh. Ein Pessimist war Mose also auch noch! Und so eine kleingläubige, minderwertige Theologienull soll so ein gewagte Unternehmen anführen? Für Gott ist das scheinbar kein Problem. Er zeigt ihm einfach ein paar Zaubertricks, um das Volk Israel und den Pharao beeindrucken zu können.

Aber selbst das stellt Mose nicht zufrieden: »Herr, ich bin kein guter Redner.« Also sorry, Gott. Wen hast Du Dir da eigentlich ausgesucht? Ein Anführer, der nicht reden kann? Aber auch das bringt Gott nicht aus dem Konzept. Mit einer Eselsgeduld ermutigt er ihn: »Ich werde dir helfen und dir zeigen, was du reden sollst.«

Also alles gut? Nein, Mose packt den ultimativen Hammer aus: »Herr, bitte schick doch einen anderen!« Das reicht. Jetzt wird Gott sauer. Verständlich. Ich an Gottes Stelle hätte gekocht und gedacht: Ist der noch ganz bei Trost? Da erscheine ich ihm hier spektakulär mit dem brennenden Busch, lasse ihn übernatürlich meine Stimme hören, spreche ihm gut zu, zeige ihm coole Zaubertricks, sage ihm meine Souffleurdienste zu. Und was sagt der? Nimm einen anderen! Der hat sie doch nicht alle! Minderwertigkeitskomplexe. Pessimistisch. Theologisch kompetenzfrei. Kriegt den Mund nicht auf. Und dann ist er auch noch schlicht und einfach ungehorsam!

Was würdest Du an Gottes Stelle machen? Soviel ist sicher: In jedem Vorstellungsgespräch der Welt wäre Mose haushoch durchgefallen. Jedes Assessment-Center hätte ihn zuallererst von der Liste gestrichen. Aber was macht Gott? Stellt ihm einfach Aaron zur Seite und schickt ihn trotzdem los.

Ganz offensichtlich sieht Gott Dinge, die für uns Menschen unsichtbar sind. Hinter all unseren Minderwertigkeitskomplexen, unserem Kleinglauben, unseren Ängsten, unserem Zweifel, unserem Versagen sieht er ein Überraschungspaket mit einem gewaltigen Potenzial!

Blogbild ÜberraschungspaketTatsächlich wurde Mose ein gewaltiger Anführer, der nebenbei mit seinen Schriften die ganze Menschheitsgeschichte prägte. Das muss man sich mal vor Augen halten: Dieser komplexbeladene Typ, der gedacht hat, dass er nichts zu sagen hat, dessen Worte lernt nach 3000 Jahren immer noch jeder Konfirmand auswendig! Ist das nicht Wahnsinn?

Die Bibel ist voll von solchen Fällen. Denken wir nur an den einfachen Fischer und Verleumder Simon, den Jesu von Anfang an “Petrus”, also „Fels“ nannte. Oder an den Zweifler Gideon, den Gott erst durch mehrere Wunder überzeugen musste, dass er wirklich mit ihm ist. Alle diese “Helden” waren in Wahrheit Überraschungspakete, deren Leistung man menschlich gesehen nie erwartet hätte.

Wir haben deshalb allen Grund, im Blick auf uns selbst unsere menschlichen Maßstäbe abzulegen. Anstatt auf unsere Seele zu hören, die uns einreden will, dass wir nichts können und niemand sind sollten wir den Gedanken zulassen, dass Gott uns ganz anders sieht. Dass er uns ansieht wie Mose oder diesen Simon Petrus und zu uns sagt: Du bist erwählt. Du bist mein Kind. Und mein Fels. Mein großes Überraschungspaket. Da steckt so viel mehr in Dir als Du denkst. Komm, mein Kind! Lass es mich für Dich auspacken!

 

Noch mehr biblische Überraschungspakete findest Du hier: Der mit Gott kämpft

Alles außer romantisch

Keine Sorge: Mit diesem Post will ich niemandem die Weihnachtsromantik verderben. Ganz im Gegenteil: Ich glaube, Weihnachten wird erst dann wirklich romantisch, wenn uns bewusst wird, dass die Geschichte dahinter das krasse Gegenteil davon war!

Und zwar nicht nur deshalb, weil es im Stall halt nicht nach Backäpfeln und Nüssen sondern nach Gülle roch und weil statt Glanz und Lichterschein alles voller Staub, Dreck und Insekten war (seit der Geburt meines Sohnes kann ich mir kaum ausmalen, was das für Maria bedeutet haben muss). Maria und Josef waren arm. Sie gehörten zu einem unterdrückten Volk in einem besetzten Land. Sie waren verachtet wegen ihrem unehelichen Kind. Sie wurden von einem grausamen Kindermörder vertrieben. Sie mussten als Ausländer Schutz suchen im fremden Ägypten. In der Weihnachtsgeschichte kommt also das ganze Leid und Elend dieser Welt zusammen, mit dem wir auch heute konfrontiert sind.

Was sagt uns das über Gott? Stellen wir uns einmal vor, es gäbe einen reichen Herrscher, der beschließt, für einige Jahre seinen Palast zu verlassen, um als Straßenkehrer in einer primitiven Unterkunft im Ghetto zu leben ohne Schutz vor Kriminellen, ohne Komfort und Hygiene. Ich kann mir nicht vorstellen, dass je ein menschlicher Herrscher so etwas tun wird. Aber ganz genau das hat Gott getan! Weil er einer von uns sein wollte. Weil er uns auf Augenhöhe begegnen möchte. Weil er uns so unendlich liebt. Weil er uns gewinnen, nicht beherrschen möchte. Ist das nicht unglaublich?

Wenn ich darüber nachdenke wird mir warm ums Herz. Es ist doch einfach unfassbar, wie viel ich IHM wert bin!

Leider ist unsere Welt falsch gepolt. Wir schauen auf die Großen, Reichen und Mächtigen, auf die, die im Rampenlicht stehen. Aber weil Gott beschloss, seinen Sohn in einem unbedeutenden Nest in einem unbedeutenden Land als Sohn unbedeutender Eltern zur Welt kommen zu lassen hätte die Menschheit dieses historische Ereignis beinahe komplett verpasst. Denn außer ein paar von Engeln alarmierten Hirten und einigen verrückten Sterndeutern hatte niemand die Zeichen der Zeit erkannt. So ist es auch heute noch: Wenn Gott uns nicht durch seinen Geist die Augen öffnet bleibt uns das Wunder von Weihnachten verborgen.

Wie die Hirten Blogbild

Der Stall ist vor allem und zuerst ein Bild für unser Herz. Es ist dunkel, dreckig und stinkig durch unsere Sünde. Aber Jesus ekelt sich nicht vor uns. Er liebt uns! Er kommt mitten in unsere Dunkelheit, unsere Bitterkeit, unsere Wut und unser Versagen. Er klopft an unsere Tür und nimmt Wohnung in unserem unaufgeräumten Herzen – wenn wir ihm nur aufmachen und ihn hereinbitten.

Ich wünsche allen Lesern, Freunden und auch mir selbst einige ruhige Tage, in denen uns Gottes Geist ganz neu die Augen unseres Herzens öffnet für die unbegreifliche Liebe Gottes, die uns gerade in der Weihnachtsgeschichte und in dem Kind im Futtertrog so überwältigend vor Augen geführt wird. Vielleicht kann dieses Lied einen Beitrag dazu leisten. Die Aufnahme ist nicht mehr taufrisch. Aber es reicht, um das Lied kennen zu lernen und mit Hilfe dieses Akkordsheets vielleicht auch nachsingen zu können. Und spätestens dann kann Weihnachten so richtig romantisch werden…

Wie die Hirten

O mein Jesus, Du kamst in die Welt
wurdest gebor’n in einem Stall im kleinen Betlehem.
Du hast Deinen Thron vertauscht
mit einer Krippe und mit Stroh.
Du zogst Windeln an statt Deinem Königskleid.

O mein Jesus, wer kann versteh’n
was Du dort in jener Nacht hast für uns getan.
Deine Herrlichkeit und Macht
hast Du verlassen und Du kamst
bis hinab in uns’re tiefste Niedrigkeit.

Alle Engel beten Dich an
alle Zeit vor Deinem Thron bis in Ewigkeit.
Doch weil Du uns so sehr liebst kamst Du zu uns in uns’re Welt
mitten in den Schmutz und  in die Dunkelheit.

O mein Jesus, Du kamst auch zu mir
in den Schmutz und in die Nacht meiner Sünden.
Doch Du wurdest mir zum Licht und Deine Liebe macht mich heil.
Staunend seh’ ich, Herr, was Du für mich getan!

Wie die Hirten komm ich zu Dir
an Deine Krippe und beug’ die Knie.
Deine Liebe ist so groß und ich weiß: Sie gilt auch mir!
So wie Du Dich für mich gabst, geb’ ich mich Dir.